Modezar Krafczyk und der schlechte Journalismus

Jens Krafczyk, Inhaber des gleichnamigen Herrenausstatters, sah sich in den vergangenen Wochen zweimal heftiger Kritik bezüglich seiner Werbeaktivitäten ausgesetzt – sowohl hier auf dem Fleischervorstadt-Blog als auch in einem OZ-Artikel Anke Lübberts.

Der Verleger verteidigt seine Werbekunden

Auf den Artikel in der Lokalzeitung musste er gar nicht selber reagieren, denn einer seiner Werbepartner sprang in die Bresche. Rainer Mutke (SPD), gescheiterter Oberbürgermeisterkandidat bei der Wahl 2008 – er konnte damals lediglich 5,7% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen – und Herausgeber des Vorpommern Magazins, dessen Internetpräsenz bis heute nicht über das hier entsteht bald… hinausgekommen ist, schrieb am 15. Juni einen Leserbrief und erklärte der Öffentlichkeit, wie Werbung funktioniere:

Die zentrale Funktion von Werbung ist es, Aufmerksamkeit für Produkte, Marken, Dienstleistungen zu erregen. Das scheint Jens Krafczyk mit seiner Anzeigen-Kampagne „Männerträume“ für sein Herren-Modegeschäft gelungen zu sein — siehe den umfänglichen Beitrag in der OZ. Dass Werbung häufig polarisiert und provoziert, liegt in ihrer Intention.

mutke Darüber hinaus ist sie, wie vieles andere, schlicht Geschmackssache. Zu den Kritikpunkten „Sexismus/ Chauvinismus“ mit Bezug auf die Darstellung des weiblichen Geschlechts: auch der männliche Körper, z.B. von Sportlern oder Schauspielern, spielt heutzutage in Campagnen zunehmend eine stärkere Rolle — durchaus im Sinne einer zunehmenden Gleichbehandlung. Schlussendlich gilt die deutsche Werbung im internationalen Maßstab als recht konservativ sowie eher langweilig und eine subjektiv-kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung von Nacktheit im Jahr 2010 erinnert buchstäblich an „viel Lärm um nichts“ oder — wie Friedrich der Große sagte — „jeder soll nach seiner Façon selig werden“.

Reklame

(Foto: Vorpommern Magazin)

Wirklich transparent hätte Mutke gehandelt, wenn er in seinem Leserbrief eingeräumt hätte, dass er als Herausgeber an den von Krafczyk selbstgestalteten Anzeigen verdiene. Und als Verleger wäre es von ihm ehrenwert gewesen, den Modefachmann auf die urheberrechtlichen Unwägbarkeiten der bisherigen Anzeigenmotive aufmerksam zu machen.

Krafczyk amüsiert sich über die Ostsee-Zeitung

krafczyk-ozVielleicht hat Mutke Krafczyk diesen Hinweis gegeben, denn die Männerträume 58 des aktuellen Vorpommern Magazins bedienen sich nicht urheberrechtlich geschützten Materials, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der Kampagne.

Krafczyk beantwortet den OZ-Artikel auf seine Weise, kein Leserbrief, keine Einsicht, stattdessen eine Werbeanzeige, die ihn höchstpersönlich bei der Lektüre des Lokalblattes zeigt. In einer Montage hievte Krafczyk das Thema und eine seiner Anzeigen – übrigens eine andere als im von ihm zitierten Artikel – auf die so neugestaltete Titelseite des Mantels und ätzt:

Dinge, die ein Mann unbedingt tun sollte: sich einmal mit schlechtem Journalismus auseinandersetzen…

krafczyk-fussballHumor und Bissbereitschaft lassen sich Krafczyk wohl nur schwer absprechen, so tumb die tausendfach und allerorten anzutreffende Gedankenkette auch ist, die  Artikel mit anderer Meinung zuerst als schlechten Journalismus abstempelt, um sie schließlich als auf Bild-Niveau oder sogar noch darunter zu brandmarken.

Zumindest reagiert er auf den Artikel, diskriminiert niemanden mit seiner aktuellen Werbeanzeige und ist obendrein noch Eigentümer des verwendeten Fotos. Auch der Seitenhieb an die Ostsee-Zeitung kann erheitern. Mann darf also auf die Träume N°59 gespannt sein und hoffen, dass der Modezar nicht wieder blind um sich polarisiert.

(Bild: dsn)

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38 Gedanken zu „Modezar Krafczyk und der schlechte Journalismus

  1. „[…]und eine subjektiv-kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung von Nacktheit im Jahr 2010 erinnert buchstäblich an „viel Lärm um nichts“ oder — wie Friedrich der Große sagte — „jeder soll nach seiner Façon selig werden“.
    Also diese Aussage strotzt vor Dummheit und Ignoranz. Da scheint jemand nicht richtig begriffen zu haben, was Diskriminierung bedeutet. Vielleicht sollte man Herrn Mutke mal auf seinen Waschbrettbauch ansprechen – hat er nicht? Tja, dann isser kein Mann.
    Krafczyk selbst kann man für seine Engstirnigkeit eigentlich nur noch bemitleiden. Aber es wird ihn nicht treffen, solang die Leute weiter bei ihm einkaufen. Eine bürgernahe Aufklärungsinitiative, die die Menschen auch jenseits intellektueller Diskurse über Genderaspekte erreicht, wäre der erste Schritt. Ich kann Jockels Optimismus, dass der „Modezar“ (lol!!) sich möglicherweise bessert, nicht teilen. Also muss man ihn da treffen, wo es wehtut – beim Geld.

  2. Diese Anzeige ist irgendwie schon ’nen cooler Konter – muss man ihm ja mal lassen. Perfekt wär’s, wenn die Nr. 59 in der OZ geschalten wäre. Kommt ja vielleicht noch – zuzutrauen wär’s beiden Protagonisten.

    Die Bildrechtebedenken sehe ich allerdings auch. Dass das ewig unbemerkt bleibt kann ich mir irgendwie nicht vorstellen – zumal ja Abmahnspezialisten-Firmen schon seit längerem wie Pilze aus dem Boden schießen. Irgendwann verirrt sich solch ein Laden auch nach Greifswald.

  3. Oder der Anzeigenkatalog von Krafczyk verirrt sich mal in so nen Laden :-p
    Ja, ich gebe zu, der OZ-Diss ist ganz nett, die Zeitung hat es auch echt mal verdient. Aber dann gerade von ihm? Und gerade mit diesem Artikel auf der Titelseite. Nunja, letztlich Zeugnis seiner Uneinsichtigkeit. In seinem Glauben, unangreifbar zu sein, sind ihm doch die Menschen, die sich durch seine Werbung verletzt sehen, völlig wurscht. Aber Krafczyk ist nicht Joop oder Lagerfeld und wie gesagt: beim Geld hört der Spaß auf. Und so ne Urheberrechtsklage von Rammstein wird sicher teuer…

  4. Der webmoritz hat es vorgemacht http://www.webmoritz.de/2010/07/10/technischen-rathauses-baubecon-nicht-mehr-bauherr/, nun konvergiert dieses Blog ebenfalls auf OZ-Niveau.
    Existiert ein Beleg für die These, der Modezar hätte auch nur eine Urheberrechtsverletzung begangen?
    Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Mutkes OB-Kandidatur, der fehlenden Internetpräsenz seines Unternehmens und dem eigentlichen Gegenstand des Berichtes?
    Derartige krude Argumentationsmuster kennt der als OZ-Leser eigentlich nur von E.Ob.

  5. @Jürgen:
    Im Falle Mutke wurde ja gar nicht argumentiert. Es sollen nur einige Hintergrundinformationen aufgeführt werden, damit dieser Mann auch für diejenigen ein Gesicht hat, die vielleicht noch nicht so lange in HGW leben, bzw. sich bisher einfach nicht für ihn interessiert haben.
    Sein gerscheiterter Versuch, OB zu werden, bzw. die Bemühungen auf dem Weg dorthin und seine einfältigen Ausführungen zu dem, was das Wesen kommerzieller Werbung ausmacht, stehen für mich in einem Widerspruch und gehören auf diese Art zusammen.
    Wenn Werbeprofi Mutke es nach Jahren noch nicht einmal schafft, seine Internetpräsenz an den Start zu bringen, dann sagt das doch einiges über sein Verhältnis zu neuen Medien und seinen Modernitätsgrad aus. Ist der dann als Werbeexperte noch wirklich vorzeigbar?

    Dass Mutke via Leserbrief für seinen Anzeigenkunden die Kohlen aus dem Feuer holt, ehrt ihn und seine Loyalität vielleicht, bei der Einschätzung und Bewertung seiner Zeilen ist es zumindest hilfreich, über die Beziehung Bescheid zu wissen.

    Und zum Urheberrecht trifft deine (wiederholt formulierte) Kritik zu: Ich habe Krafczyk nicht gefragt, ob er die Rechte an den Bildern erworben hat. Ich kann es mir aber auch einfach nicht vorstellen, bzw. würde ich jede Wette darauf eingehen, dass er das nicht getan hat. Seine Anzeigen erscheinen – soweit ich weiss – nur in Mutkes Vorpommern Magazin (Standardauflage: 10.500). Dafür wird er weder das Rammsteincover, noch den Boulat oder eines der anderen Bilder gekauft haben. Das verspreche ich dir.

    Jürgen, ich bitte dich inständig, den Vergleich mit Oberdörfer zu wiederholen, wenn du hier von ‚Pedalrittern‘ und ‚Drahteseln‘ liest; gib mir dann einfach Bescheid.

  6. Jürgen stützt mal wieder meine ganz persönliche These, dass es bei vielen Menschen dieses Landstrichs Brauch ist, unliebsamen Zeitgenossen Mangel vorzuwerfen, ohne selbst jedoch nur einen Funken an Information und Reflektion vergeudet zu haben. Das kann man in jedem zweiten Leserbrief nachlesen, ob der nun an die OZ gent, ans Moritz-Magazin oder sonstwohin. Kleingeistigkeit in unmittelbarer Nähe zu einer Hochschule, wunderschöne Kombination!
    Können wir dann bitte in Zukunft auch das Wort „Modezar“ vermeiden? Krafczyk ist ein provinzieller Herrenausstatter, nicht mehr. Danke!

  7. Martin, ich habe nicht sein Logo oder Foto benutzt, um es in einer Anzeige zu schalten und zu veröffentlichen, um Leute dazu zu motivieren, eines meiner Produkte zu kaufen!

  8. …ich kenn den Vogel noch von alten Marktagen aus den neunziger Jahren…als er dann reich wurde, wurde er arrogant…sein Näschen reckte sich imma mehr gen Himmel……als es dann nicht so gut lief hat er sich wieder dem Volke zugewandt….aber das Märchen ging wieder in Richtung … Stinkereich und Glück oder die richtigen Beziehungen gehabt und uns Kraftdingsdabumsda….. fühlte sich wieder reiner und glorreicher als der Rest der Welt…..pfui Teufel….scheiss Typ…..

  9. @Jockel
    Der OZ-Leserbrief eines ehemaligen Angestellten von M, der inzwischen Herausgeber eines konkurrierenden Anzeigenblattes ist, findet keine Erwähnung. Ich habe den anderen Herausgeber nicht gefragt. Vorstellbar ist aber, dass er für das Mutke-Bashing gezahlt hat! 😉 Ich glaube es zwar nicht, die Möglichkeit bestünde aber. Wenn es also denkbar wäre, kann ich den Verdacht auch veröffentlichen. Es kann nicht falsch sein, die Lokalzeitung macht es schliesslich vor.

    Die inhaltslose Internetpräsenz sagt grundsätzlich nichts über das Verhältnis des Print-Verlegers zu den neuen Medien aus. Handelt er vielleicht nur konsequent kapitalistisch? Welchen Mehrwert hätte eine regelmässig zu aktualisierende Homepage für sein ureigenstes Geschäft? Erträge und Neukunden wären darüber wohl kaum kostendeckend zu generieren.

    @zorro
    Einfach mal den ideologischen Ballast über Bord werfen und mitsamt den Vorurteilen von der „Rosinante“ steigen!

  10. Der Slogan orientiert sich schlicht an der Realität. “Männer sind Schweine”, die ohne soziale Kontrolle gern Socken und Unterwäsche nicht nur einen Tag tragen und sich selten neue Kleidung kaufen.
    Frauen zieht es hingegen häufiger in Modegeschäfte und sie sind es auch, die meist die Männer zum Kauf neuer Kleidung animieren. Die entsprechenden Studien lassen sich im www leicht finden.

    ich lese es anders.

    „wir ziehen frauen an. kleiden aber nur männer ein.“

    „wir“ – steht hier für eine verheißungsvolle gruppenidentität des „männlichseins“. genauer gesagt die gruppe derjenigen, die sich beim herrenausstatter, in diesem fall bei k., mit supersmartem männer-anziehsachenkrams einkleiden.

    männer als steile stelzböcke, die frauen anziehen wie magneten. genauso wirbt auch die deofirma „axe“. dem kleinen männlein werden da „lockstoffe“ verkauft. sei es nun ein puffiges „bodyspray“ oder irgendeine smarte ganzkörpergarderobe. der kleine vertrottelte lurchbube kann sich hier auch endlich mal ein eigenes wesen zulegen. dazu noch ein paar accessoires bei ebay. fertig ist der vermeintliche individualismus. aber das geht etwas über die kampagne hinaus …

    ich finde beides hat einen unangenehmen beigeschmack.
    zum einen, dass es sich leute anmaßen zu behaupten frauen wie magneten anzuziehen. das ist biederer chauvi-quatsch. aussenwirkungsfixierter balz-scheiss.

    zum anderen werden damit, das sehe ich genauso, „männer“ in dieser rolle einseitig dargestellt. das ist mir persönlich aber egal, weil ich mir da nichts draus mache, und ich persönlich mich da nicht dargestellt sehe, weil ich mir zumute diesbezüglich genügend abstraktionsvermögen zu haben, dass ich nicht jemand aus der werbung bin.

    in diesem sinne: wir „boys“ gehen alle mal schön jesske feminin oder wie das heisst leerkaufen. und die „görls“ holen sich schicke schlüppis bei den männermoden. 😉

  11. Welchen Mehrwert hätte eine regelmässig zu aktualisierende Homepage für sein ureigenstes Geschäft? Erträge und Neukunden wären darüber wohl kaum kostendeckend zu generieren.

    Aber selbstverständlich wären sie das. Mediadaten online stellen genauso wie die Anzeigenpreise veröffentlichen und fertig ist die Maus. Ich kann das Vorpommern Magazin doch höchstens telefonisch erreichen und zwar nur, wenn ich eine alte Ausgabe in der Hand halte. Ich für meinen Teil ziehe immer eine E-Mailanfrage vor bzw. die Möglichkeit, mich vorab zu informieren. Hierfür müsste er auch nicht mal allzu häufig die Website aktualisieren.

  12. @ Jürgen: ideologischer Ballast? Und schon wieder wird unterstrichen, dass es besonders einfach ist, anderen Schwächen vorzuwerfen, wo man das eigene Unvermögen nicht wahrhaben will. Das sind leider keine Vorurteile…
    Was meinst du mit ideologischem Ballast? Das, was Mutke mit seinem Zitat vom Alten Fritz meinte? Sprich: is alles sche*ßegal – oder auch auf das hier thematisierte bezogen: komm von deiner Rosinante, is nur Sexismus/ Diskriminierung von Frauen (und Männern)…
    Denken hilft!

  13. @Jürgen:
    Danke für den Link. Geht es dir jetzt um Krafczyks Anzeige oder den zitierten Leserbrief Mutkes? So oder so dürfte man mir juristisch nicht beikommen können.

  14. @zorro
    An anderer Stelle dieser Diskussion hatte ich darauf verwiesen, dass die Werbung auch als Diskriminierung beider Geschlechter aufgefasst werden könnte. Thematisiert wird fast ausnahmslos eine mögliche Diskriminierung von Frauen. Dies ist unzutreffend und einseitig. Würde die in der Anzeige auch erkennbar sein könnende Diskriminierung des Mannes mit einbezogen werden, würde eine gänzlich andere Diskussion geführt geben.

    Stattdessen wird, niemand hat mit dem Kleinverleger und dem Modezaren gesprochen und kennt deren Motive, munter drauflos spekuliert. K werden zudem permanent Verletzungen des Urheberrechts unterstellt.

    Worin liegt die Diskriminierng bei dem Slogan „Wir ziehen Frauen an, kleiden aber nur Männer ein“?

    Der Slogan orientiert sich schlicht an der Realität. „Männer sind Schweine“, die ohne soziale Kontrolle gern Socken und Unterwäsche nicht nur einen Tag tragen und sich selten neue Kleidung kaufen.
    Frauen zieht es hingegen häufiger in Modegeschäfte und sie sind es auch, die meist die Männer zum Kauf neuer Kleidung animieren. Die entsprechenden Studien lassen sich im www leicht finden.

    Könnte K, niemand weiss es, die Klischees nur benutzt haben, um auf bestehende Absurditäten hinzuweisen und eine Diskussion darüber anzustossen?

    Und nun?

    Es diskutiert sich eben immer leichter über jemanden als mit ihm.

  15. @Jockel
    Es war ganz allgemein der Hinweis, dass eigene wirtschaftlich Interessen nicht Voraussetzung einer Urheberrechtsverletzung sind und u.U. das Zitatrecht eine Möglichkeit zur Veröffentlichung fremder Inhalte bietet.

  16. @Jockel
    Wichtig ist doch auf’m Platz und nicht an der Seitenlinie. Soweit ich es erinnere, war es in einem der Kommentarstränge und nicht im eigentlichen Beitrag.

    Über den Nutzen eines statischen Internetauftritts könnte man sicherlich trefflich streiten. Ich finde es reicht, wenn hier der Modezar über Gebühr kostenlose PR erhält. Wozu also noch dem Kleinverleger Ratschläge erteilen? 😉

  17. @ Jürgen: also ich weiß nicht, in welcher Realität du lebst? ist es jene, die Krafczyk und andere grenzdebile Werbefutzis dir vorgekaut haben?
    Ich wechsel tatsächlich täglich meine Socken und Unterhosen, auch ohne dass mich eine Frau daran erinnern muss. Dazu sehe ich nämlich Frauen nicht berufen, wie das möglicherweise viele andere tun.
    Schön, dass du das niveau- aber auch halbwegs harmlose Plakat von Kraczyk als Beispiel anführst. Hast du dir den Anzeigenkatalog mal komplett angesehen? http://www.maennermoden.de/media.50.0.html
    Und ja, ich fühle mich auch als Mann diskriminiert, weil ich nämlich nicht auf Sportwagen und Glückspiel abgehe, es aber scheinbar von mir erwartete wird, weil ich nen Schniedel zwischen den Beinen hab. Das habe ich an anderer Stelle schon betont, also einfach mal nachlesen, statt substanzlos zu behaupten. Ich weiß nicht, wieso die Diskussion dann „gänzlich anders verlaufen“ würde. Erklär das bitte nochmal.
    Zum Thema Urheberrecht: ich bin zwar gerad ziemlich im Lernstress, werde es mir aber wohl nun nicht mehr nehmen lassen, dem Management von Rammstein mal eine Mail zu schicken mit der Anfrage, ob ein Herrenausstatter in Greifswald die Rechte an ihrem Plattencover erworben hat und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Vielleicht haben wir in den nächsten Tagen dann schon mehr Klarheit.
    Wie gut es sich mit Krafczyk diskutieren lässt, hat er mit seinem Seitenhieb auf den „schlechten Journalismus“ eigentlich eindrucksvoll bestätigt. Dieser Mensch ist ignorant, arrogant und das nur, weil er es vom Melker zum Schlipsverkäufer geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch

  18. @Fay Wray und King Kong

    Wir, meine Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und ich….

    “wir” – steht hier für eine verheißungsvolle gruppenidentität des K. und der bei ihm lohnabhängig Beschäftigten…. 😉

    Wenn sie nicht gestorben sind, so spekulieren sie bis in alle Ewigkeit munter weiter.

  19. werbung lebt ja schließlich auch von leerstellen, die es individuell zu besetzen und auszufüllen gilt – was einer spekulation ja nahe kommt. sei es z.b. in form von fehlenden buchstaben, wie aktuell bei der freiwilligen feuerwehr, oder z.b. in form von – z.b. sexuellen – andeutungen und metaphern. da wird dann aus der milch, das sich die frau gerade über’s gesicht plempert schnell mal … wir wissen was gemeint ist. und die bildunterschrift „einmal ihr den strohhalm“ reichen lässt sich auch noch regelrecht phallisch konnotiert lesen.

    heraus kommt dann eine einzige fick-fixierte farce. darf man solche wörter eigentlich sagen im internet? oder explodiert das dann?

  20. „Der größte Lump im ganzen Land ist immer noch der Denunziant“ HvF

    Auch ich wechsle täglich meine Wäsche. Aber ich muss wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, dass dies nicht der Standard ist.

    Der Slogan war bewusst gewählt. Sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, hat der kleine Rächer diesen selbst einmal VERFÄLSCHT und SINNENTSTELLT zur Grundlage seiner Anti-K-Argumentation gemacht.

    Ob der studierte Landwirt ignorant und arrogant ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Eventuell würde er auch mit den Kritikern seiner Kampagne diskutieren, nur ein entsprechendes Angebot ist ihm nicht unterbreitet worden.

  21. @Jockel

    Gemeint war dies:
    zorro says:
    June 17, 2010 at 1:05 pm

    Kraczyk wirbt…..“Wir ziehen Frauen an, kleiden aber nur Herren ein”

  22. Oho, Jürgen lässt sich doch dazu herab, ältere Beiträge zu lesen, um sich ein umfangreicheres Bild zu machen.
    Was die Kritik an Sexismus mit Denziantentum zu tun haben soll, könntest du auch bitte nochmal ausführen. Mir scheint, du wirfst hier nur zusammenhangslose, sinnentleerte Fetzen hauchdünnen Halbwissens in den Raum, um stur bleiben zu können.
    Ebenso die Behauptung, ich hätte den Slogan verfälscht. Was ist daran verfälscht? Ich habe ZITIERT, falls du mit diesem Begriff etwas anfangen kannst.
    Die Bemerkung über meine körperliche Größe nehme ich mit einem Lächeln hin, solang daraus hervorgeht, das meine geistige Größe die deinige um einiges übersteigt.

  23. @zorro
    „…werde es mir aber wohl nun nicht mehr nehmen lassen, dem Management von Rammstein mal eine Mail zu schicken mit der Anfrage, ob ein Herrenausstatter in Greifswald die Rechte an ihrem Plattencover erworben hat…“
    Wenn ich Deine Postings nicht fehlinterpretiere, gehst Du davon aus, K hätte Urheberrechte verletzt. Ginge es Dir wirklich nur um Klarheit, würdest Du zum Hörer greifen und K anrufen. Du ziehst den anderen Weg über Rammstein vor. Dies grenzt nun einmal an mieses Denunziantentum.

    Dein Zitat: “Wir ziehen Frauen an, kleiden aber nur Herren ein”
    Das Original: “Wir ziehen Frauen an, kleiden aber nur Männer ein”

    Fällt der Unterschied auf?

  24. Wahnsinn, diese Enthüllung ändert alles! Zumal ich mir nicht mal sicher bin, dass du recht hast. Hast du zufällig ein Foto parat, dass deine Beweisführung gegen mich stützt? Oder steht jetzt Aussage gegen Aussage? Und wenn ja, was ändert es? „VERFÄLSCHT“ und „SINNENTSTELLT“ wie du gleich mit Entsetzen aufgeschrien hast, bedeutet für mich dann doch noch ein bisschen was anderes.
    Ich hege durchaus die Vermutung, dass K (wie du ihn nennst) Urheberrechte verletzt hat. Und es liegt mir nichts ferner, als ihn darauf anzusprechen. Wie aus der hier stattfindenden Debatte ersichtlich wird, hat K die an ihn herangetragene Kritik keineswegs ernstgenommen. Frauen zu Objekten zu machen und Männer an der Zahl ihrer Sportwägen zu messen, ist ihm da scheinbar wichtiger. Hinzu kommt, dass die gestohlenen Bilder bereits als Anzeigen veröffentlicht wurden. Soll ich ihn jetzt anrufen und großväterlich fragen, was er sich dabei gedacht hat?
    Du hast mich ertappt, es geht mir nicht nur um Klarheit, nein. Am liebsten hätte ich es, wenn das Management von Rammstein ihm eine fette Klage anhängt und unser Krawatten-König ordentlich blechen muss. Dann überlegt er bei der nächsten Werbekampagne vielleicht zweimal, statt mit dummdreisten neuen Anzeigen zu antworten.

  25. @zorro
    Dein verfälschtes Zitat hat mindestens einen Kommentar provoziert, der, wäre korrekt zitiert worden, so nicht erschienen wäre.
    Aus „der hier stattfindenden Debatte“ wird überhaupt nicht ersichtlich, dass K „die an ihn herangetragene Kritik keineswegs ernstgenommen“ hat.
    Offensichtlich hat weder die OZ noch Jockel Kontakt zu K und ihn in der Sache befragt. Während K den OZ-Artikel mit einer weiteren Anzeige konterte, hat er auf die Debatte in diesem Blog bislang überhaupt nicht reagiert. Dies mag daran liegen, dass er, Blogs werden in ihrer Reichweite manchmal überschätzt, keine Kenntnis hierüber hat.
    Die „fette Klage“ von Rammstein wird es nicht geben. Sollte eine Urheberrechtsverletzung vorliegen, erfolgt in den meisten Fällen eine aussergerichtliche Einigung. Die Höhe der Nutzungsgebühren richtet sich nach verschiedenen Kriterien (u.a. Reichweite des Mediums, Dauer, Grösse der Veröffentlichung). Da es keinen Promi-Bonus gibt, wird sich die Gebühr max. im unteren dreistelligen Bereich bewegen. Möglicherweise bestünde noch ein Schadenersatzanspruch in Höhe von 100 v.H. der Nutzungsgebühr. In den meisten Fällen liegt dieser jedoch zwischen 20 u. 65 v.H. Hinzu kämen vielleicht noch die Anwaltsgebühren des Urheberrechtsinhabers.
    Gemessen an seinen vermuteten Vermögensverhältnissen, wird K also nicht „ordentlich blechen“ müssen.

  26. @Jürgen:
    So ein Bullshit: Bild ist nicht gleich Bild. Nen Rammstein-Bild kann man doch nicht bewerten wie das Motiv: Käseblume aus Oma Erna’s Garten. Es gibt auch definitiv Promibonus. Und es wird davon ausgegangen, dass sich der Herrr eben nicht die Bildrechte beschafft hat, dann geht es dann auch net um Nutzungsgebühren sondern dann gehts um Schadensersatz. Wäre ja arg witzig, wenn man diese Nutzungsgebühren einfach mal so nachbezahlen könnte, wenn man erwischt wird – dann wäre dieses System ja ziemlich für’nen Arsch.
    Und nicht zu vergessen geht es vorrängig darum, dass man sich die ausdrücklich Erlaubnis ein Bild zu verwenden einzuholen hat – mal völlig losgelöst von einer Nutzungsgebühr. Glaubst echt, dass Rammstein oder Ramsteins Management gefragt wurde, dass die Band als Testimonial für den Laden herhält? Wohl kaum.

    Da, ein Beispiel zum Promibonus:
    http://www.e-recht24.de/news/urheberrecht/1172.html

    Fazit:
    „Die Werbung mit beliebten und bekannten Persönlichkeiten ist ein überaus beliebtes Mittel, um die Kundenaufmerksamkeit zu erhöhen. Unternehmen sollten vor eine entsprechenden Werbung mit Persönlichkeiten immer sicher stellen, dass entsprechende Genehmigungen zur Verwendung der Fotos im kommerziellen Bereich vorliegen – denn anderenfalls kann es für das werbende Unternehmen teuer und für kleinere Betriebe sogar existenzgefährdend werden, wie das Frankfurter Urteil verdeutlicht.“

  27. Danke kapitulist, mehr müsste man dazu nicht sagen. Aber vielleicht das noch: das Rammstein-Coverbild ist ja nicht das einzige Motiv, bei dem Urheberrechte verletzt wurden. Ein Versehen oder ähnliches kann also ausgeschlossen werden, der nach Jürgens Meinung so vermögende Hosenträger-Häuptling handelt also mit Vorsatz und gibt einen Scheiß auf geistiges Eigentum (so wie er auch einen Scheiß auf Frauenrechte, Kritik, Selbstreflektion etc. gibt)
    Im Falle eines Falles würde es also zu mehreren Klagen kommen, aber das zahlt Monsieur K sicher alles aus der Portokasse…

  28. Hallo Jürgen…

    schön, dass hier wenigstens ab und an mal jemand auftaucht der ein echtes Leben mit Ecken und Kanten dieser ganzen weichgespülten political correctness Kacke vorzieht…

    Ich finde nackte Frauen durchaus ansehlich… auch sportwagen mit viel ästhetik sind schon an mir vorbeigefahren…

    aber das allerbeste zum Schluss – viele frauen fahren auf gute düfte ab – das ist in den seltensten fällen axe und co aber es ist so…

    Mann und Frau sind eben unterschiedlich 🙂
    DIese Unterschiede zu thematisieren und in unterschiedlichen Dosen für Werbezwecke zu verwenden ist o.k. für mich…
    Denn anhand dieser vielen Kommentare sehen wir, dass die Werbung genau das erreicht hat was beabsichtigt ist – man spricht über den Modemann

    und die paar verkappten Neider gibts überall, nicht wahr zorro..?

  29. Ach du liebes bisschen, nun soll ich auf den kleingeistigen Klamottenverkäufer auch noch neidisch sein? Danke, da ziehe ich ein aufgeklärtes, ehrliches Leben vor, statt mir wie K (und du vielleicht) mit Sportwagen- und Helikopteranspielung eine Ersatzbefriedigung für meine eigentlich erbärmliche Existenz zu verschaffen. Zudem interessiert mich Reichtum nicht so sehr, seinen Fundus an Kleidung finde ich auch nicht derart berauschend – aber das ist Geschmackssache.
    Du hast den Unterschied zwischen Sex und Sexismus scheinbar noch immer nicht begriffen. Müßig dir zu erklären, dass man nackte (Frauen-)Körper auch ästhetisch und anziehend finden kann, ohne den Menschen in dieser Hülle zum Objekt zu degradieren.
    Krafczyk thematisiert nicht den Unterschied von Mann und Frau sondern macht folgende Gleichung auf: Frau= Titten und Muschi; Mann= Sportwagenbesitzer (weil höchstwahrscheinlich kurzer Penis)
    Wem diese Anschauung gefällt, bitte. Von Intellekt zeugt das nicht, aber dass es damit bei dir eh nicht so gut bestellt ist, haste auch schon an anderer Stelle unter Beweis gestellt. Und jetzt hopp hopp zum „eigenen Helikopter“, das Casino wartet und hinterher gehts gepflegt in den Puff. Viel Spaß!

  30. Ok, für den Seitenhieb auf den Intellekt entschuldige ich mich. Darüber kann ich trotz manch unqualifizierter Beiträge nicht urteilen.

  31. @Jürgen:
    bisschen platt und komisch, die Linksammlung, die da gepostet hast.

    zum Link 1:
    Thema etwas verfeht. Es geht nicht primär um die Fotografen, die mit Recht die eingeschränkten Verwendungsrechte überwachen, um bei Überschreitung Schadensersatz zu fordern. Es geht mir vorrangig um das Plattencover von Rammstein – das ja eine werbliche Funktion für Rammstein hat. Dieses einfach in einer anderen Werbekampagne zu verwenden ist sicher nicht im Interesse der Band bzw. der Agentur, die das Cover kreiert hat. Ich glaube einfach nicht, dass diesbezüglich eine Zustimmung eingeholt wurde. Muss aber.

    zum Link 2:
    da ist doch klar von Promibonus die Rede. Und peng: 5.000 Euro Schadensersatz, siehste! Auch wenn diese Sarah Wiener 100.000 Euro wollte aufgrund ihres Z-Promistatus, bekam sie den Promistatus schon – steht doch so da. Und Rammstein ist keine alberne Fernseh-Köchin.
    Sieh in dem Link von mir, 30.000 zugesprochene Euro für die ungefragte Verwendung eines (in Rente gegangenen) Jens Lehmann Bildes sind schon eine andere Hausnummer.

    zum Link 3:
    auch ein Präzedenzfall aber dieser ist nicht wirklich anwendbar auf das was auf Herrn K. zukommen könnte. Lies mal ordentlich den Text hinter dem Link bevor du was postest – da gehts nämlich um eine redaktionelle(!) Verwendung eines Fotos des Promis Adorf. Das ist wieder ein ganz anderer Schuh. Eine Werbeanzeige läuft unter kommerzieller Verwendung *man eyh*. Und Brockhaus hat sowieso ’ne Deluxe-Rechtsabteilung, zumindest juristisch gleichtwertig zu der vom Adorf, wie man unschwer erraten könnte, wenn man den Fall durchliest.
    Den Luxus eines Rechtsstreit auf gleicher Augenhöhe hätte ein Herr K. gegen ein Rammstein-Plattenfirma-Juristentruppe nicht, behaupte ich jetzt einfach mal. Und auf Fanbonus bräuchte ein Herr K. bei knallharter Juristerei auch nicht hoffen.

    zum Link 4:
    der Beitrag beschäftigt sich mit einem völlig anderes Thema.

    zum Link 5:
    auch zu weit weg vom eigentlichen Thema.

    Fazit:
    Der Ansatz wo keine Kläger, da keine Klage funktioniert oft, aber das Risiko sollte man schon ordentlich einschätzen, eh man Klagen in Kauf nimmt, die einem finanziell den Hals brechen könnten, so unwahrscheinlich die Klage auch sein möge (wir sind ja nur in Vorpommern. Wer bekommt schon mit, was hier so läuft). Das die Anzeige mit dem Rammstein-Cover nicht im Online-Katalog vom Herrn K. auftaucht hilft schon ungemein das Risiko gen 0 zu halten.

    PS:
    Richtig aussagekräftige Äusserungen zum Sachverhalt könnte wahrscheinlich nur eine Person treffen – aber die Dame würde ich besser nicht fragen: „Nicole Jacobsen, zuständig für die internationale Vermarktung von „Rammstein“ bei der Plattenfirma Universal Music Deutschland.“

    (-;

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