Greifswalder Ukrainicum füllt kulturelles Sommerloch

Wir stecken bis zum Hals im kulturellen Sommerloch, aber diese Woche ist noch nicht verloren, denn überraschenderweise sorgt die bereits zum fünfzehnten Mal stattfindende Greifswald Ukrainian Summer School für Abwechslung.

ANARCHY IN THE UKR?

alexander wöll

Hinter diesem Titel verbirgt sich sich eine Sommerakademie mit unmittelbaren Berührungspunkten zum Greifswalder Ukrainicum, einer zweisemestrigen Zusatzausbildung in ukrainischer Sprache und Kultur, die als Ergänzung zu den bestehenden Studiengängen am Institut für Slawistik verstanden werden kann und vom Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Alexander Wöll – seines Zeichens inzwischen Vorsitzender des Polenmarkt e.V. – wissenschaftlich geleitet wird.

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Die Summer School hat bereits am 11. August begonnen und auf ihrem Lehrplan stehen Intensivsprachkurse und Seminare, wie zum Beispiel Feminismus und Frauenliteratur in der Ukraine oder Ukraine-Russia: A historical perspective on contemporary relations. Das Angebot der Lehrveranstaltungen wird durch ein Kulturprogramm ergänzt, das auch für diejenigen offen steht, die nicht zu den angemeldeten Teilnehmerinnen der Tagung zählen.

JAZZY-PUNKY REGGAE MIT DEN HUNDEN IM WELTALL

So wird es am 19. August spannend werden, wenn Serhij Zhadan, den die Neue Züricher Zeitung zur „kühnsten Stimme der jungen ukrainischen Literaturszene“ adelte, mit seiner Band Sobaky v kosmosi („Hunde im Weltall“) im Medienzentrum hoffentlich zu Höchstform auflaufen wird. Zhadan promovierte über den ukrainischen Futurismus und wurde 2006 mit dem Hubert-Burda-Preis für junge Lyrik ausgezeichnet.

hundeimweltall
Sobaky v kosmosi changieren verspielt und nahtlos zwischen Reggae, Ska, Punk und Jazz, genehmigen sich hier und da einen Hauch Karibik und gehen an anderer Stelle – exemplarisch beim Stück Boxeri – auch mal im Mikrokosmos Carlos Santanas auf musikalische Entdeckungs- und Horizonterweiterungsreise. Ohne ukrainische Sprachkenntnisse bleiben die textlichen Tiefen Serhij Zhadans leider unerschlossen, auch wenn der Autor und studierte Germanist mitunter zweisprachig aus seinem Buch Anarchy in the UKR zu lesen pflegt, wie sich in diesem Video nachvollziehen lässt.

Wie sich ein Sitzkonzert im ukrainischen Ska-Seminarraum  gestaltet, vermag vielleicht der folgende Ausschnitt zu vermitteln.

(Video, 03:12)
[youtube YW1K6yEktXs]

Fakten: 19.08. | 19 Uhr | Medienwerkstatt (Bahnhofstr.50) | Eintritt frei

Weitere Informationen zum Ukrainicum und speziell zum Lehrplan für das anstehende Wintersemester 2010/11 können hier abgerufen werden.

2 Gedanken zu „Greifswalder Ukrainicum füllt kulturelles Sommerloch

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