Castor rollt durch Greifswald *Update*

Der Castor rollt vorüber...

Vor etwa zweieinhalb Stunden rollte der Castor auf dem Weg in das Zwischenlager Lubmin durch Greifswald, vorbei an den wütenden Blicken und Buhrufen mehrerer Dutzend Demonstrantinnen und bewacht von einem im Verhältnis zu den vorherigen Tagen relativ überschaubaren Polizeiaufgebot.

Beim Versuch, auf die Gleise zu gelangen, wurden mehrere Atomgegner von Polizisten angegriffen, die Konsequenz und die Bereitschaft zu hartem Durchgreifen demonstrierten, sich ansonsten aber ruhig verhielten. Der Castor-Transport wurde heute durch mehrere zum Teil sehr erfolgreiche Blockaden von Greenpeace und Robin Wood verzögert.

Die aktuellesten Information wie zum Beispiel das Aufwärm- und Volksküchenangebot in der Werft oder Verkehrshinweise für Protestler, stellt im Minutentakt der Castorticker bereit.

33 Gedanken zu „Castor rollt durch Greifswald *Update*

  1. Mhhh, scheinen ja tausend „Dutzend“ Studierende Greifswalds heute extrem wichtige Vorlesungen gehabt zu haben oder sind die alle in Lubmin?
    Trotzdem Respekt an ‚einige‘ Dutzend.
    (ich tippe wohlwollend auf drei Dutzend … viel mehr warn’s im video nicht).

    PS:
    Die Formulierung „verzögert“ hingegen ist sehr treffend, weil nicht beschönigend.

  2. wusst ick doch….das die Polente extra schwarze Uniformen neu bekommen hat, wegens dem schwarzen Block….damit die Bullerei sich gut getarnt unters Demonstrantenvolk mischt und aktiv die Leute einzeln vorführt…siehe Anfang des Videos…..krass…..jetzt muss der Schwarze Block sich einfach neu umkleiden in den >Orangen oder Grünen oder was auch immer Block….damit sich die Spreu vom Weizen trennt….die Burschen unterwandern wieder…..widerlich…..

  3. An der HBF-Südseite fanden sich ca. 40 Demonstranten unterschiedlichen Alters ein. Die Atmosphäre war ziemlich entspannt. Ein Polizist bat einen Demonstranten seine Flagge für ein Foto hochzuhalten. Dieser kam der Bitte nach und sorgte sich auch noch um deren Platzierung im Polizisten-Gruppenfoto mit Anti-Atom-Fahne. Nach den abschalten – abschalten-Rufen ging man auseinander und wünschte sich noch Frohe Weihnachten.

    Die drei Dutzend waren jedenfalls schon am Bahnhof voll.

  4. …na JS … so nett waren die nicht….mein Bekannter, Vater zweier Kinder wurde mit etlichen anderen verhaftet und weggekarrt und eingesperrt….seine 14jährige Tochter musste dann irgendwie alleine nach Hause fahren und zwar nicht innerhalb Greifswalds…sie musste ein paar Kilometerchen weiter und das bei dem Wetter……..nette Bullerei….jaja…schön Foto machen….das gehört alles zu ihrem Unterwanderungsprogramm…….ist doch logo……ihre Taktik besteht nun mal darin Meinungsfreiheit mit jeglichen Methoden zu stören und zu unterbinden….das ist ihr Job und den haben sie frei gewählt….ekelhaft…..

  5. Schön zu sehen, dass der Widerstand auch in Vorpommern erstarkt! Leider wird er hier nur von geringen Teilen der Bevölkerung getragen. Dabei sollten sich alle, die gestern im Stau standen oder an dwer Bushaltestelle halb erfroren sind, bei unserer korrupten Regierung bedanken. Danke an alle, die gezeigt haben, das Demokratie noch am Leben ist!!

  6. Was bleibt letztlich festzuhalten? Zu einem Castor-Transport durch eine Stadt mit rund 60.000 Einwohnern (davon mehr als 12.000 Studentinnen und Studenten) und einem Fahrtziel gerade einmal etwas mehr als 20 km davon entfernt müssen aus dem ganzen Bundesgebiet zwei Hundertschaften Berufs- und Hobbydemonstrierer herangekarrt werden, damit der Eindruck entsteht, es gäbe so etwas wie eine Protesthaltung gegen Castor/Atomkraft & Co.

    Genervt waren/sind (zurecht) etliche Anwohner – nicht jedoch vom Castor-Transport, sondern wegen der für die Demonstrierer (!) notwendigen Sicherheitsmaßnahmen (wenn ein Castor so gefährlich ist, wieso setzt man sich dann vor den Zug auf die Gleise oder demonstriert entlange der Route, während der Zug vorbei fährt?), die wiederum dafür sorgten, dass der Eine oder Andere sehr spät nach Hause oder zu seiner Arbeit kam. Und natürlich der Steuerzahler, der für das Privatvergnügen der angereisten Demotouristen einschließlich ihrer überschaubaren Zahl regionaler Unterstützer letztlich aufkommen muss. Alles in allem also eine super Aktion! Da macht sich doch richtig Begeisterung breit. 😉

  7. Ich bedank mich lieber bei den Demonstranten wegen denen ich gestern im Stau gestanden bin. Ohne Protest keine Polizei, keine Straßensperren, kein Stau – einfache Formel! Danke auch dafür, dass ihr eine Menge Steuergelder vernichtet habt, die man in jede Menge sinnvolle Projekte hätte stecken können. Herzlichen Dank auch dafür, dass ihr den Bau weiterer Kohlekraftwerke und CO2-Schleudern mit eurem Protest begünstigt!
    Ihr solltet euch bei eurer ganzen Sache bewusst sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht hinter eucht steht.
    Sonst wären statt 3000 Menschen 30000 Menschen auf der Straße gewesen.

  8. @Sören:

    müssen aus dem ganzen Bundesgebiet zwei Hundertschaften Berufs- und Hobbydemonstrierer herangekarrt werden, damit der Eindruck entsteht, es gäbe so etwas wie eine Protesthaltung gegen Castor/Atomkraft & Co

    ‚Müssen‘ erstmal gar nicht, Auswärtige waren vor Ort, nicht zuletzt, weil sie eine Verantwortung spürten und ihrem Protest Ausdruck verliehen, eine völlige legitime Ergänzung der hiesigen Anti-AKW-Bewegung, die es ja gibt.

    Genervt waren/sind (zurecht) etliche Anwohner – nicht jedoch vom Castor-Transport, sondern wegen der für die Demonstrierer (!) notwendigen Sicherheitsmaßnahmen […] die wiederum dafür sorgten, dass der Eine oder Andere sehr spät nach Hause oder zu seiner Arbeit kam

    Das nenne ich mal Privatvergnügen, das für einen höheren Zweck doch für einen Tag zurückgestellt werden kann. Über Tief Petra jammert niemand.
    Einfache Formel: Atommüll dorthin, wo er entsteht, dann gibt es keine Castor-Transporte und die Anwohner des Zwischenlagers bei Lubmin sind happy.

    Und natürlich der Steuerzahler, der für das Privatvergnügen der angereisten Demotouristen einschließlich ihrer überschaubaren Zahl regionaler Unterstützer letztlich aufkommen muss

    Und natürlich die Steuerzahlerin, die für eine verkorkste Atompolitik zahlen muss und Einschränkungen in Kauf nehmen muss und um regionale, bundes- und europaweite Unterstützung weiss, die sich dafür einsetzt, dass diese Transporte so teuer werden, dass sie politisch nicht mehr durchsetzen lassen.

    @atömström:

    Ohne Protest keine Polizei, keine Straßensperren, kein Stau – einfache Formel!

    Ohne Castor keinen Protest, keine Polizei, kein Stau – so einfach gehts!

    Danke auch dafür, dass ihr eine Menge Steuergelder vernichtet habt, die man in jede Menge sinnvolle Projekte hätte stecken können.

    Schreib das doch Frau Merkel und bitte Sie, über coole Projekte wie den Ausstieg aus dem Ausstieg nochmal nachzudenken.

    Ihr solltet euch bei eurer ganzen Sache bewusst sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht hinter eucht steht.

    Das sehe ich erstens anders und zweitens taugte „die Mehrheit der Bevölkerung“ nie als Maßstab. Die Mehrheit der Bevölkerung hat der Politik in diesem Land schon ganz andere Verbrechen durchgehen lassen!

    Zum Thema „Privatvergnügen“:

    Setzt Euch mal bitte in den Schnee und zwar länger als 5 Minuten. Dann lernt ihr vielleicht etwas Respekt vor den Leuten kennen, die sich für Euch, Eure Region, Eure Kinder und Eure Zukunft den Hintern abfrieren und Repressionen risikieren.

  9. @atömström @sören

    Mensch, das Leben kann so einfach sein, wenn man das Gehirn ausschaltet. Ich finde es wirklich wirklich wirklich ganz traurig, dass ihr gestern vielleicht zu spät zum Abendbrot gekommen seid!
    Schonmal darüber nachgedacht, WIESO sich Menschen bei Minusgraden und Schneegestöber an Gleise ketten? WIESO ein derartiger Repressionsapparat angekarrt werden muss?
    Wer denkt, die Menschen würden zum Spaß selbst aus Österreich anreisen und aus purer Langeweile demonstrieren, muss nen Ding an der Waffel haben!
    Momentan seht ihr in den Protesten vielleicht nur das Verbrennen von Steuergeldern, aber wenn dann am Ende des Jahres die Stromabrechnung kommt und die Lobby ma wieder satt abkassiert, dann wird auch bei euch wieder bitterlich geweint.

  10. @jockel:

    Sollte der vorletzte Abschnitt eine Anspielung auf 1933 sein, dann gebe ich dir vollkommen recht: Damals ergriff eine Minderheit die Macht, die in der Bevölkerung anfangs keine breite Basis hatte, diese aber durch perfide Propaganda für sich gewann. Niemand hat sich gewehrt bis alle eingelullt waren und mitgeschrien haben. Ich sehe durchaus Parallelen, wenn auch die Absicht heute eine bessere ist und man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollten. Ich hab aber jedenfalls keine Lust, dass eine Minderheit sich vor die Interessen aller anderen stellt und diese einschränkt! Der ganze Polizeieinsatz war unnötig und es hätte auch niemand auf der Schiene frieren müssen.
    Ich kann verstehen, dass man gegen Atomkraft ist, weil es dabei viele offene Fragen und Probleme gibt und ich wünsche mir ebenfalls ökologisch produzierten Strom. Aber den gibt es nicht von heute auf nachher und deshalb benötigt man eine Zwischenlösung – Kernkraft oder Kohlekraft. Und, dass noch mehr CO2 in den Himmel geblasen soll, kann ja wohl keiner ernsthaft wollen?

  11. @zorro
    Das mit dem Abendbrot macht nix. Das kann ich verkraften 🙂
    Ich habe durchaus darüber nachgedacht und anscheinend muss es doch Spaß machen. Protestieren ist doch wie Bundesliga: Du fährst in die Stadt wo das nächste Spiel ist, schreist dort zusammen mit den anderen deine Parolen und schwenkst deine Fahnen. Bisschen gewalttätig wird es manchmal auch (natürlich ist immer der Gegner schuld). Und wenn alles fertig ist, dann kannst du nach Hause fahren und in der Kneipe deinen Freunden davon erzählen. Wie die Demotouristen, die letztens vor mir in der Schlange beim Bäcker standen und sich unterhalten haben wie geil doch das Feuerwerk bei der 1.Mai Demo war und was das für ne Atmosphäre war.
    Aber was ich interessant finde…du denkst offenbar, die Stromlobby könne mit dem Abschalten der AKWs einfach so abgeschafft werden?

  12. @atömström

    Protestieren ist doch wie Bundesliga: Du fährst in die Stadt wo das nächste Spiel ist, schreist dort zusammen mit den anderen deine Parolen und schwenkst deine Fahnen. Bisschen gewalttätig wird es manchmal auch (natürlich ist immer der Gegner schuld). Und wenn alles fertig ist, dann kannst du nach Hause fahren und in der Kneipe deinen Freunden davon erzählen.

    Dann empfehle ich dir, beim nächsten Castor-Transport im Januar dabei zu sein und Demonstrationen und Protest nicht nur aus der Warteschlange beim Bäcker oder dem Fernsehen kennenzulernen.
    Frage mich auch, wann es dir reicht mit dem atomaren Müll, der nicht aus Rheinsberg oder Lubmin stammt? Wieviele Castoren sind notwendig, bis du siehst, dass wir hier der Abstellplatz der Nation werden? Im Wendland ist erstens zuviel Protest und zweitens vermutlich auch nicht mehr soviel Platz, jetzt sind wir an der Reihe. Und Wieso?

    1. Weil wir das aus DDR-Zeiten noch kennen, dass Politik durchgezogen wird.

    2. Weil es hier keine tradierte Protestbewegung gibt.

    3. Weil hier genügend Sörens und atömströme leben, denen das erstmal piepegal ist. Die borniert genug sind, einen bunten und inzwischen auch verdammt bürgerlichen Atomwiderstand als touristisch und erlebnisorientiert zu diffamieren und die inhaltlichen Auseinandersetzungen, ausblenden.

    Schon dein Satz: „Ihr solltet euch bei eurer ganzen Sache bewusst sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht hinter eucht steht“ und die damit einhergehende Grenzziehung eines imaginierten „wir“ und „ihr“ hat deinen Kommentar disqualifiziert und das weiterlesen wenig lohnenswert gemacht. Schreib doch einen Leserbrief an die OZ, die hatte schon 2,3 Sachen von dem Kaliber!

  13. @ Sören (1.):

    >sondern wegen der für die Demonstrierer (!) notwendigen SicherheitsmaßnahmenSollte der vorletzte Abschnitt eine Anspielung auf 1933 sein, dann gebe ich dir vollkommen recht: Damals ergriff eine Minderheit die Macht, die in der Bevölkerung anfangs keine breite Basis hatte, diese aber durch perfide Propaganda für sich gewann. Niemand hat sich gewehrt bis alle eingelullt waren und mitgeschrien haben.<

    Vielleicht darf ich höflichst darauf hinweisen, die geschichtlichen Fakten nicht zu verbiegen:
    1. Die NSDAP hat nicht die "Macht ergriffen", ihr wurde am 30.01.1933 die Macht übertragen. Die führenden Köpfe des deutschen Bank- und Industriekapitals hatten sich kurz zuvor in einem Brief an Hindenburg für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eingesetzt.
    Propaganda der NSDAP hat zu keiner Mehrheit geführt, der Höhepunkt der Wahlerfolge der NSDAP zeichnete sich bereits ab. Daher auch das rasche Vorgehen der besagten Kapitalvertreter, die ihre investierten Millionen nicht umsonst ausgegeben sehen wollten; hatten sie die NSDAP doch unterstützt, weil sie versprach, den Marxismus und die Gewerkschaften mit der Wurzel auszureissen.

    2. Natürlich gab es Widerstand. In der Märzwahl 1933 für den Reichstag, wo die KPD bereits verboten war und bereits tausende von Sozialist_innen, Kommunist_innen und Gewerkschafter_innen in SA-Folterkellern malträtiert wurden, erhielten die beiden Arbeiter_innenparteien über 31% der Wahlstimmen. (SPD: 7,5 Mio.Stimmen, 19,10%; KPD 4,8 Mio. Stimmen, 12,32%.)
    Bis 1935/36 gab es trotz des Verbotes der KPD, der Gewerkschaften, der SPD sowie aller anderen proletarischen Organisationen organisierten Widerstand gegen die Nazis. Und auch nach der Zerschlagung der illegalen Zellen fanden in Nazi-Deutschland noch antifaschistische Widerstandsaktionen statt, unter großer Gefahr und großen Schwierigkeiten. Genannt seien hier stellvertretend die "Rote Kapelle", Georg Elser, Der Rote Stoßtrupp, Transportkolonne Otto, Bästlein-Jacob-Gruppe.

    3. Atomenergie ist keine Brückentechnologie, sondern verhindert den koordinierten Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Forderung, Atomenergie noch auf Jahre hinaus zu nutzen, dient lediglich den Profitzielen der großen Energiemonopolisten, die aus den bereits abgeschriebenen Atommeilern jeden Tag ordentlich Rendite ziehen. Energiepolitisch könnten alle Atomkraftwerke umgehend abgeschaltet werden ohne dass es zu Engpässen oder Ausfällen im Stromnetz käme. Das weiss auch die Atomwirtschaft, deswegen wird hier mittels "Brückentechnologie"-Rhetorik der Nebelwerfer eingesetzt.

  14. @ Sören (1.):

    >sondern wegen der für die Demonstrierer (!) notwendigen Sicherheitsmaßnahmen<

    Die "Sicherheitsmassnahmen" dienten ja nicht dem Schutz von Demonstrant_innen, sondern dem Durchpeitschen dieses Zuges voller Atommüll. Die eingesetzte Staatsgewalt (tausende von Polizist_innen, Hubschrauber, Wasserwerfer, pipapo) soll das Privatinteresse einiger weniger Stromkonzerne gegen den Willen der allgemeinen Öffentlichkeit durchknüppeln. (Das ist übrigens auch eine Hauptfunktion des bourgeoisen Staates.)

  15. @ Atömström (2.):
    >Sollte der vorletzte Abschnitt eine Anspielung auf 1933 sein, dann gebe ich dir vollkommen recht: Damals ergriff eine Minderheit die Macht, die in der Bevölkerung anfangs keine breite Basis hatte, diese aber durch perfide Propaganda für sich gewann. Niemand hat sich gewehrt bis alle eingelullt waren und mitgeschrien haben.<

    Vielleicht darf ich höflichst darauf hinweisen, die geschichtlichen Fakten nicht zu verbiegen:
    1. Die NSDAP hat nicht die "Macht ergriffen", ihr wurde am 30.01.1933 die Macht übertragen. Die führenden Köpfe des deutschen Bank- und Industriekapitals hatten sich kurz zuvor in einem Brief an Hindenburg für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eingesetzt.
    Propaganda der NSDAP hat zu keiner Mehrheit geführt, der Höhepunkt der Wahlerfolge der NSDAP zeichnete sich bereits ab. Daher auch das rasche Vorgehen der besagten Kapitalvertreter, die ihre investierten Millionen nicht umsonst ausgegeben sehen wollten; hatten sie die NSDAP doch unterstützt, weil sie versprach, den Marxismus und die Gewerkschaften mit der Wurzel auszureissen.

    2. Natürlich gab es Widerstand. In der Märzwahl 1933 für den Reichstag, wo die KPD bereits verboten war und bereits tausende von Sozialist_innen, Kommunist_innen und Gewerkschafter_innen in SA-Folterkellern malträtiert wurden, erhielten die beiden Arbeiter_innenparteien über 31% der Wahlstimmen. (SPD: 7,5 Mio.Stimmen, 19,10%; KPD 4,8 Mio. Stimmen, 12,32%.)
    Bis 1935/36 gab es trotz des Verbotes der KPD, der Gewerkschaften, der SPD sowie aller anderen proletarischen Organisationen organisierten Widerstand gegen die Nazis. Und auch nach der Zerschlagung der illegalen Zellen fanden in Nazi-Deutschland noch antifaschistische Widerstandsaktionen statt, unter großer Gefahr und großen Schwierigkeiten. Genannt seien hier stellvertretend die "Rote Kapelle", Georg Elser, Der Rote Stoßtrupp, Transportkolonne Otto, Bästlein-Jacob-Gruppe.

    3. Atomenergie ist keine Brückentechnologie, sondern verhindert den koordinierten Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Forderung, Atomenergie noch auf Jahre hinaus zu nutzen, dient lediglich den Profitzielen der großen Energiemonopolisten, die aus den bereits abgeschriebenen Atommeilern jeden Tag ordentlich Rendite ziehen. Energiepolitisch könnten alle Atomkraftwerke umgehend abgeschaltet werden ohne dass es zu Engpässen oder Ausfällen im Stromnetz käme. Das weiss auch die Atomwirtschaft, deswegen wird hier mittels "Brückentechnologie"-Rhetorik der Nebelwerfer eingesetzt.

  16. @Florentine
    Fragt sich nur wer hier gerade etwas nachplappert und sein Statement gegen Mediengossenhauersprahce mit einem youtube Video untermauert !?

    @retamarut
    Das was du über die deutsche Geschichte schreibst stimmt alles und mag ich nicht bestreiten. Aber es führt hier doch etwas zu weit. Ich bleibe trotzdem bei meiner Aussage, dass man obwohl man eine Minderheit ist nicht unbedingt recht hat, während die blöde Masse irrt, so wie es Jockel darstellt, der diesen Nazivergleich aufgebracht hat.

    @jockel
    Ich war dabei und hab den Castor aus nächster Nähe gesehen, aber ich mache mir nächstes mal gerne noch ein besseres Bild und schau mir mal ne Schienenblockade an.Dann können WIR auch gerne einen Tee zusammen trinken.
    Aber auch wenn wir dabei noch beste Freunde werden sollten, werde ich dir den Gefallen einen Leserbrief an die OZ schreiben nicht tun. Dieser Blog ist manchmal schon „Leserbrief an die OZ“ genug – ist jetzt nicht böse gemeint. Der OZ-Leser polarisiert halt in die eine Richtung und du in die andere.

  17. Da bin ich heilfroh, dass es diesen Blog als Gegengewicht zu den „Alle-Menschen-die-ihren-Kopf-nicht-nur-zum-Haare-tragen-haben-sind-Verbrecher“-Leserbriefe in der OZ gibt!

  18. na atömström … was fragst denn ausgerechnet du dich….wer was nachplappert…. und dein Vorwurf das ich mit einem youtube Video untermauere ist so herrlich doof das ich dir danken muss….für den Lacher um 9 Uhr am heutigen Morgen …. jetzt geh ich erst mal gepflegt in den Wald – nehme den Wauzi mit und werde noch oft an dein Statement denken und vor mich hin grinsen…..ich werde wohl auch öfter noch an dich denken und mich fragen … ob du denn mittlerweile schon in diesem Leben angekommen bist und in der Lage bist zu denken und zu verändern….in diesem Sinne vielleicht bis irgendwann mal im Leben ,,,, wenn unsere Level stimmen…..und niemand mehr was befürchten muss….Eskalation oder Atomverseuchung oder Vorwurf wo keiner angebracht ist….und so was…..vor allem zeigen Leute wie du….an welcher Steller Kinder heute stark gemacht werden müssen….nämlich fähig zu sein…zuzuhören und zu argumentieren….ganz wichtig….

  19. @ Atömström:

    Es freut mich, dass Du die geschichtlichen Fakten anerkennst und nicht, wie im früheren Kommentar, mehr schlecht als recht Geschichte zurechtklitterst.

    >Ich bleibe trotzdem bei meiner Aussage, dass man obwohl man eine Minderheit ist nicht unbedingt recht hat, während die blöde Masse irrt, so wie es Jockel darstellt, der diesen Nazivergleich aufgebracht hat.<

    Letztlich entscheidet über die Sinnhaftigkeit ("recht haben") eines Arguments nicht die Anzahl der Köpfe, sondern ob es die materiellen Verhältnisse adäquat darstellt.

    Dann möchte ich nur kurz hinweisen, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland sich in Umfragen weiterhin gegen die Nutzung von Atomenergie ist. (Das wäre dann nach Deinem Duktus "die blöde Masse".) In diesem Falle scheinst also Du eine klassische Minderheitenmeinung zu vertreten.

  20. Jeder Häuslebesitzer, jeder Mieter würde die Polizei rufen, wenn der Nachbar seinen Hausmüll vor der Tür auskippen würde. Wenns aber um Atommüll geht, dann scheint es fast so, als wenn man in HGW sogar noch Leuts finden würde, die den Castor höchstpersönlich huckepack im Eilschritt nach Lubmin schaffen würden. Wo waren diese Leute eigentlich am CastorTag? Vielelicht hätte der Staat ihnen gerne einen Obulus gezahlt, wenn sie sich auf dei Schienen gesetzt hätten um die Plätze für die echten Demonstranten zu blockieren. Wo einer sitzt kann sich ja keiner anketten. Mot etwas Kreativität könnte den Staat manches billiger bekommen.
    Ansonsten fühle ich mich an die DDR erinnert. Da wurde auch gegen abweichende Meinungen mit aller Härte vorgegangen. Wenn ich es mir so recht überlege… für welche Freiheit war ich eigentlich 89 auf der Straße?

  21. @Elisabeth
    Wir wollten Freiheit, bekamen den globalisierten Kapitalismus in welchem die karrieregeilen Ideologen durch gewissenlose Opportunisten ersetzt wurden und haben jetzt vllt. die Ahnung, dass es Frieden und Freiheit nur im Tode gibt. Zum Glück haben wir Apotheken in der Stadt, die See oder Wälder in der näheren Umgebung!
    retmarut übernehmen

  22. hihi….für was waren die Leude auf der Straße….um in den nächsten goldenen Käfig zu laufen und dort eingesperrt zu werden….das größte Problem ist es, wenn die Alten nicht bereit sind auf das zu schauen was die Jugend bewegt bzw. bewegen möchte…..gut heute ist alles schön vermischt….aber die Zeichen der Zeit wurden damals überrannt…..Jeder hat den Wessi bekommen, den er verdient..hihi…nee ist ein Witz…ein makaberer…..a b e r … sind nicht zu viele dem neuen angekündigten besseren Leben (HAHA) in die offenen Arme gelaufen….haben erstmal alles aufn Müll befördert und die schönen neuen Wessisachen in die Bude eingebaut…
    HOrrorrrrrrrr….wenn man damals durch Berlin fuhr und Omis alten Schränke aufn Müll sah….auch die Läden hatten umgerüstet, sie wollten alle GANZ SCHNELL modern und hipp sein………..und so können uns die Mächtigen schön bei Laune halten.. ein uneiniges Volk, was gibts Schöneres……offiziell sind wir ne Demokratie und inoffiziell eine demokratische Diktatur …. wie einst im Osten…..als wir noch Kinder waren mit Kampfgeist….heute gefriert das Lächeln im Gesicht…..die Kinder von heute ahnen die Gefahr…..und wehren sich schon jetzt…nur was nützt es am Ende retorisch fit zu sein und doch am Hunger- und Armeseelentuch zu nagen….wenn es nix mehr gibt….keine Kleinkunst….kein Freiraum… nur noch Gesetze, die jeder befolgt……..der Mittelstand braucht keine Projekte, der ist so kaputt gearbeitet…..der will nicht mehr raus…..so teilt sich die Welt ……………

  23. Kann sich noch einer an den Spruch an der Mauer im HansaRing erinnern: Mündiger Bürger du hats gewählt- jetzt halts Maul. Die Brisanz verstehen wahrscheinlich nur die, die selbst davon betroffen sind. Und betroffen ist man erst, wenn man es selber am eigenen Leibe spürt.
    Strahlung spürt man ja net.

    Außerdem: wir sind ja ein Land… ein Land wo die einen den Müll loswerden wollen und die anderen förmlich danach zu hecheln scheinen, ihn nehmen zu dürfen. Welche Aufwertung fürs M/V.
    Man hat gezeigt, dass M/V net nur verbraucht sondern auch gerne gibt. Ob BaWÜ das bei der nächsten Diskussionsrunde zum Länderausgleich auch bedenkt… wir sind ein Land. Wahrscheinlich net- denn: Das Hemd ist nun mal bekanntlich näher als der Rock.

    Elisabeth

    PS Die Arndt-Diskussion mit dem Castor-Problem zu vergleichen halte ich persönlich für kontraproduktiv. Aber das ist sicher eine sehr subjektive Ansicht meinerseits. *g*

  24. Elisabeth was willst du mir damit sagen??????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

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