Greifswalder Studierende votieren – Nichtwahlempfehlungen 2011

In dieser Woche werden an der Universität Greifswald die Sitze im Senat, in den Fakultätsräten und im StuPa neu verteilt.  Auf Twitter laufen die Drähte heiß und der Wahlkampf ist endlich entbrannt. Diesem Fieber gebe ich mich dankbar hin, beschränke mich allerdings dabei auf Empfehlungen, wer in meinen Augen besser nicht gewählt werden sollte.

Insgesamt 35 Studierende bewerben sich für die kommende Legislaturperiode um einen Platz im Parlament, nur 27 Sitze sind zu besetzen. Dieses Missverhältnis zwischen Kandidaturen und Mandaten bedeutet eine demokratische Schwächung des StuPa, denn schon die Aufstellung als Kandidatin macht einen Wahlerfolg sehr wahrscheinlich — webMoritz-Chefredakteur Marco Wagner errechnete eine satte Wahlerfolgschance von 75%. Acht Bewerberinnen werden also vorerst, so niemand sein Mandat vorzeitig an den Nagel hängt, nicht ins Studierendenparlament einziehen.

Die vom Wahlleiter Stefan Damm herausgegebene Broschüre bietet den Bewerbern Raum, sich selbst und die jeweiligen Wahlversprechen in Kurzform vorzustellen. Verbessern, Erhalten, Verstärken und Fördern sind hier die Zauberworte, mit denen um die Gunst der über 12.000 Studierenden geworben wird. Trotz der relativ überschaubaren Zahl der Kandidierenden geht die Übersicht leider schnell verloren, weswegen hier mit einer Nichtwahlempfehlung Hilfestellung angeboten werden soll.

Nimmermüder ex-Republikaner Alex Guillaume S.

Alexander S., vor etwa einem Jahr noch der Grund, mit diesen Nichtwahlempfehlungen zu beginnen, glänzte in der vergangenen Legislaturperiode mit reger Beteiligung und regelmäßiger Anwesenheit. Heute wie damals verschweigt er seine Vergangenheit als Schriftführer und Landesjugendbeauftragter der sächsischen Republikaner. Stattdessen werden in seiner kurzen Kandidatenvorstellung wieder andere biographische Etappen, wie sein Engagement als Schülersprecher, überbeleuchtet. Inzwischen hat er bei der Liberalen Hochschulgruppe ein neues politisches Zuhause gefunden und verspricht, „gegen Links- und Rechtsextremismus (NPD, Rote Hilfe)“ einzutreten. Diese kritik- und kommentarlose Gleichsetzung von rechter Partei und linker Rechtshilfeorganisation ist man inzwischen von ihm gewohnt, spätestens seitdem er maßgeblich einen Antrag zum Verbot von Textilien der rechten Modemarke Thor Steinar verhinderte.

S. wollte mit seinen letzten beiden Anträgen einerseits dem AStA untersagen, über Burschenschaften und Studentenverbindungen aufzuklären, die verbliebenen Infoflyer zu vernichten und keine ideologische Bewertung mehr zuzulassen (Antrag) und andererseits das AStA-Referat für Gleichstellung auflösen (Antrag). Beide Anträge wurden auf der letzten StuPa-Sitzung verschoben. Seine Forderung, bei der nächsten Erstibegrüßung kein alkoholfreies Bier mehr auszuschenken, kann entweder als versuchte Komik bewertet werden oder als Tribut an die Studentenverbindungen und Burschenschaften, bei denen S. vielleicht trotz seines Rückzugs aus dem Milieu punkten will.

Neben dem Ex-Cimbrianer S. tritt mit dem Markomannen Christoph Böhm ein weiterer Kandidat aus dem Verbindungsunwesen an. Unterschlug er vor seiner ersten Kandidatur vor zwei Jahren noch seinen diesbezüglichen Hintergrund, geht Böhm seit dem letzten Votum offen und transparent damit um — wählbarer macht ihn das aber auch nicht.

„Wäre mein Humor noch schwärzer, er würde Baumwolle pflücken“

Die kandidierenden Mitglieder der Jungen Union und des RCDS fallen mit ihren Forderungen unter den anderen Studierenden kaum weiter auf. Wahlversprechen wie die „Förderung kultureller Veranstaltungen“ oder die „Verbesserung der Studienbedingungen für Bachelor und Master“ (Oliver Gladrow) wohnt eben wenig distinktives Potenzial inne. Betrachtet man allerdings ihre öffentlich einsehbaren Profile in verschiedenen sozialen Netzwerken, die mitunter auch wahlkämpferisch genutzt werden, so verwandelt sich die schwarze Liste in ein konservatives Gruselkabinett.

Da fordern die einen „Kein Facebook für Kommunisten – DIE LINKE Seite löschen!“, während sich ein nicht zu unterschätzender Teil zum Thilo-Sarrazin-Fanclub bekennt. Richtig zur Sache geht ein Kandidat des RCDS, der nicht nur „gegen linke und rechte Faschisten“ ist und als griffigen Slogan „Fuck Off Antifa und NPD!“ gut findet, sondern auch ein Verbot der schon vor drei Jahren wegfusionierten PDS fordert, wenn denn die NPD schon illegalisiert werden solle. Von einem Politikwissenschaftler im 5. Semester, dem „Gendermainstreaming auf die NervInnen geht“, sollte man mehr erwarten dürfen. Sein Fach übrigens arbeitet nicht mit dem Begriff ‚Linksfaschismus‘.

Stupa-Wahl 2011

Die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet ein anderer JUler, der sich selbst durch eine Gruppenzugehörigkeit wie folgt beschreibt: Wäre mein Humor schwärzer, er würde Baumwolle pflücken“.

Das Schlimmste verhindern

Wer kann ernsthaft wollen, dass solche jungen Männer über die Finanzanträge von Vereinen wie GrIStuF oder Stuthe entscheiden? Wer möchte, dass sich die Vertretung der Greifswalder Studierendenschaft aus ewiggestrigen Sarrazin-Fanatikern rekrutiert?

Es stellen sich 35 Kandidatinnen der Wählergunst, acht von ihnen werden den Einzug ins Parlament verpassen. Liebe wahlberechtigte Leserinnen und Leser, die Teilnahme an dieser Wahl kostet viel weniger Kraft, als Monat für Monat ein Mandat als Stupistin zu verwirklichen! Es ist eine Frage der Mitbestimmung, sich an diesem Votum zu beteiligen, und es ist gleichzeitig auch eine Herzensangelegenheit, das Schlimmste zu verhindern, geht also bitte wählen!

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Die StuPa-Wahlen finden Montag bis Freitag statt, während die Voten für Fakultätsrat und Senat nur Dienstag bis Donnerstag abgegeben werden können (die jeweiligen Orte und Zeiten sind auf der AStA-Seite zu finden). Eine ausführliche Zusammenstellung der Kandidatinnen liefert wie gewohnt der WahlMoritz.

Auf dem Fleischervorstadt-Blog ist bereits gestern ein geschlechtersensibler Blick auf diese Wahl veröffentlicht worden.

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56 Gedanken zu „Greifswalder Studierende votieren – Nichtwahlempfehlungen 2011

  1. Natürlich gehen wir wählen! dafür, dass dieser Schwarz Weiß Denker Alexander S. nicht noch einmal ins STuPa kommt.
    Ich erinnere noch kurz an die Aussage Alexander S.’s auf der webmoritz Podiumsdiskusion der 24h Vorlesung- “ es ist historisch bedingt das Lehrer und somit auch Lehramtsstudenten immer linksextrem sind, da muss Abhilfe geschafft werden.“

    Das ist so kleinkariert und oberflächlich und schlicht weg einfach falsch

  2. Interessante Auswahl, die du da triffst, aber, im Unterschied zu Franz Küntzel und Linn Görnig die du auffälligerweise ausgelassen hast aus deiner Nichtwahlempfelung, trete ich nicht für das Stupa an, sondern nur für den Senat.
    Aber diese Wahlwerbung nehme ich gerne mit, bei den Klickzahlen auf dieser Seite spart mir das ne Menge Aufwand, den ich natürlich trotzdem betreiben werde.

  3. @Thorben:
    Konrad Ulbrich tritt auch nur für den Senat an. Der monierte ja bereits über Twitter, dass er hier in einen StuPa-Topf gesteckt werde. Die Nichtwahlempfehlung bezieht sich allerdings nicht allein auf die StuPa-Wahl.

    Franz Küntzel wäre übrigens mein Kandidat für jene, die unbedingt konservativ wählen müssen, nicht nur, weil er sich so vehement für Stuthe einsetzte.

  4. Na na na, die Ansage ist, dass wer unbedingt konservativ wählen muss (um z.B. nicht unter Kommunismus-Verdacht zu geraten), sein Kreuz bei Küntzel machen sollte, um uns andere JUler zu ersparen!

  5. „Wäre mein Humor schwärzer, er würde Baumwolle pflücken“

    Keine Ahnung, wieso das etwas mit Grenzen des guten Geschmacks Übertreten zu tun hat. Ist schwarzer/düsterer/zynischer Humor jetzt nicht mehr hoffähig unter Linken?

  6. @ Thorben Vierkant….ist ja wieder typisch, kritisiert man Menschen, wie dich ist es gleich Wahlwerbung. Da liest jeder doch sofort heraus, das du kein offener Mensch bist, weder kritikwürdig noch überhaupt daran interessiert irgendetwas besser zu machen, dir gehts nur darum Muddi erzählen zu können, das du engagiert bist ….haha biste abba nich…….hast du denn wirklich keine Lust auf Freiheit, Offenheit und sich verstehende Menschen, die wirklich was bewegen…. und eine Welt in der Leben und Arbeiten Spaß machen……ich kann nur hoffen, das bei dir ein Bewusstseinsprozeß losgeht und du nicht gewählt wirst….dich gibts einfach mal viel zu oft…….siehe Matrix…hihi……(und du bist nicht der Held des Films) ….
    [edit: Privatlebenkrimskrams]

  7. @Thorben Vierkant
    Ja, diese Wahlwerbung hier hast du auch bitter nötig. Der Stock in deinem A**** sitzt ja so tief, dass du politischen Gegnern, die eigentlich Bekannte sind, auf der Straße nicht mehr in die Augen sehen kannst. Also in Sachen Öffentlichkeitsarbeit auch mal wieder ein Totalausfall.
    Rassistische Witze und linksfeindliches Getöse… hab eigentlich nichts anderes erwartet. Ich erinner auch nochmal an die „Arndt-Mahnwache“, auf der von der rechtskonservativen Fraktion (Küntzel, Vierkant usw.) keinerlei Handlungsbedarf angesichts der anwesenden Neonazis zu bestehen schien.
    Alexander S. ist ein Meister der Provokation. Sicherlich ein Weg, um mit einem Auf-dem-Schulhof-wurde-ich-immer-gehänselt-Komplex fertig zu werden, aber für die Hochschulpolitik doch eher ungeeignet.
    Danke für den Artikel!

  8. @moby_dick:
    Ich höre hier und da, dass ich Moral-Jockel genannt werde und um diees Vorurteil nicht gleich zu bestätigen, habe ich meine erste Wut ob dieses dämlichen Spruches heruntergeschluckt und meine mittlerweile 65jährige Mama befragt, quasi als moralische Instanz, die weniger hitzköpfig an dieses Thema geht als ich. Nachdem sie ihrem Unmut über diese Aussage Luft machte, befragte ich knapp ein Dutzend weiterer Personen, wie sie zu dieser Aussage stehen und ob ich der einzige bin, der das geschmacklos bin.
    Ich bin kein Freund der Schere im Kopf, aber mit etwas Anstand und Pietät verbleiben solche Aussagen vielleicht an einem Schauplatz, wo sie gebrochen werden können, bzw. dessen Kontext einiges mehr möglich macht.
    Wer sich aber unter anderen Umständen mit solchen Aussagen schmückt, stellt in meinen Augen keinen guten Repräsentanten der Studierenden dar!

  9. @Jockel: Gut, das Argument des Kontextes lass ich mal gelten. Ich kann verstehen, dass das aus dem Mund eines RCDS/JUlers durchaus boshafter rüber kommen kann, als aus eines anderen Munde. Allerdings möchte ich trotzdem nochmal darauf hinweisen, dass der Spruch auch auf (zynischen) „Weltverbesserertreffen“ (;-))fallen kann und dort nicht wirklich als geschmacklos gelten muss…

  10. @Axel: Das ist ja gerade das Lustige, es hat nichts mit Rassismus zu tun und ist im Übrigen auch nicht wirklich ein Statement. Es ist in etwa so, als wenn du darüber lachen kannst, dass du heut morgen ausgerutscht, danach verprügelt und ausgeraubt wurdest. Sachen die dich normalerweise tierisch aufregen, nimmste halt einfach mit Humor, weils doch so viel schöner ist… Natürlich kannst du dich dabei trotzdem weiter für mehr Streusalz und weniger Kriminalität einsetzen (und das manchmal erfolgreicher, weil man nicht so verkrampft dabei ist…)
    Noch einmal die Anmerkung: Ein Witz oder Wortspiel ist kein Statement!

  11. @ Vierkant

    Kannst ja deine Ansichten mal wieder in der „Zuerst“ darlegen und dann weinerlich beteuern,dass du nicht wußtest, dass es sich dabei um ein Blatt für Nazis handelt 😀

    Dein Vorsitzender Radtke hat ja das Gleiche getan. Lange Tradition beim RCDS….

  12. Pöbelt ruhig weiter! Wer inhaltlich nichts zu sagen hat, diffamiert halt mit Anschuldigungen und Halbwissen (siehe Bezug zur Arndt-Debatte, Jörg Vierkant,…).
    Deshalb werde ich an dieser Stelle nur auf die versuchte persönliche Beleidigung von Frau Haberkost eingehen: Nein, Jörg Vierkant ist nicht mit mir verwandt und egal was seine Frau auch getan haben soll, es hat nichts mit mir zu tun. Folglich ist dieser Versuch, mich auf familiärer Ebene anzugreifen, gründlich fehlgeschlagen. Wer meine Wahlbewerbung liest, wird schnell feststellen, dass ich in Schleswig-Holstein und nicht in Nordvorpommern aufgewachsen bin.

    Wie sagt man doch so schön: getroffene Hunde heulen.
    Also heult mal schön weiter über mich und lebt mal euer eigenes Leben, bevor ihr versucht das von anderen zu zerstören.

  13. „Franz Küntzel wäre übrigens mein Kandidat für jene, die unbedingt konservativ wählen müssen, nicht nur, weil er sich so vehement für Stuthe einsetzte.“
    mir ist allerdings zu ohren gekommen das der liebe herr küntzel heimlich bei der neuen asta-struktur das gleichstellungsreferat „wegrationalisieren“ will…also doch einer des dunklen rats der acht?

  14. Das ist kein schlechter Scherz. Das ist kein nächtlicher Albtraum. Das ist die wehrhafte Demokratie, die sich in den 35 Menschen erschöpft, die als angehende „Akademiker“ und als solche getarnt, irgendwann mal unsere Geschicke, nicht nur auf der Uni-Ebene, leiten werden werden, wollen, sollen, müssen, können? In der Legislatur wo der Uni die Zerschlagung droht, immense Studentenmassen auf die Uni zustürzen und gerade wegen dieser beiden Punkte jetzt eine Richtungsentscheidung für Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, ansteht. Ich sehe schon die frühzeitigen Ergüsse der verschiedenen Gruppierungen. Am wahrscheinlichsten wird sich die (rechts-konservative?) LHG zu ergötzen wissen. Bei jetzt faktisch, mit Augenzwinkern, einem Sitz , wird ja jeder weitere Sitz Wogen schlagen und eine Lobhudelei nach sich ziehen, die einem nächtlichen Fackelumzug gleichkommt. Da aber immer auf die arme LHG mit ihrem Napoleon riesenhaften Vorsitzenden geschimpft wird, muss man ganz ehrlich zugeben, bei den anderen Konsorten sieht es auch nicht viel besser aus. Man dachte wirklich, der absolute Tiefpunkt wäre schon längst erreicht, aber nachdem letzten (vermeintlichen) Aufbäumen letztes Jahr, musste es ja so kommen. Letztes Jahr brauchte man noch ca. 90 Stimmen um einzuziehen, jetzt werden die Geistes- und Endgeisteswissenschaftler(Jura) jubeln, nur weil sie einziehen werden und das vielleicht schon mit 30-50 Stimmen von über 12000 Studenten. Die Flachpfeifen und (Niveau-)Tieftöner spielen dann bald das Requiem der Uni, ob sie nun Arndt, Marx oder Meyer heißt. Einziger Trost ist, dass man ja bei dem Ganzen nur in dritter oder vierter Reihe musiziert und steht und am Ende hätte man ja sowieso nichts machen können… Ich könnte kotzen! Es soll schon „CDU-SPD-FDP-Treffen“ gegeben haben, wo es so schön hieß:„ Nach den Wahlen werden die Unis zerschlagen. Noch Fragen? Prost!“. Damit war aber sicher nicht diese Wahl jetzt gemeint, sondern die am 4. September. Tja, bevor der Shitstorm losgeht warum ich nicht selber angetreten bin. Ich bin dieses Semester fertig und habe schon einen Arbeitsvertrag, brauche also keine Schönfärberei für meine Vita mehr, gute Noten reichen in einem naturwissenschaftlichen Fach.

    Sollten sich doch noch gute und kundige Menschen unter diese (v)erlesene Gruppe der „dreckigen 3 Dutzend“ geschlichen oder verirrt haben nur soviel. Gut gemeint ist halb verloren. Nutzt eure Zeit lieber für das Studium als für die Therapie eines Haufens Verstörter. Wenn ihr unbedingt was machen wollt, macht was ehrenamtliches bei der Greifswalder Tafel, Kinderschutzbund oder kettet euch Mitte des Monats ans Gleis (Ich höre die Juristen schon tippen).

    Zum Schluss noch etwas zur Erheiterung.

    „Jaja Jura. Kennst du Jura? Jura ist wie ein Mann, der so langweilig und uninteressant ist, dass man als Frau heil froh ist, wenn es nach 2 Minuten vorbei ist.“

  15. @Bienchen 🙂

    Ich finde mensch muss dir allgemein widersprechen. So schön diese von StuPa Verdrossenheit geprägt Polemik klingen mag, birgt sie aus linker Sicht große Gefahren. Einem Gremium, das direkt einen Haushalt von 300.000 Euro verwaltet und indirekt entscheidenden Einfluss auf den Kulturausschuss(und Verwaltungsrat) des Studentenwerks(30000 Euro Kulturförderung pro Semester) hat, hier die Legitimität abzusprechen, mag richtig sein, ist aber dennoch höchst gefährlich. Wenn du linke Kandidatinnen hier vor einer Beteiligung in den studentischen Gremien warnst, kann das entweder zu einer Abschaffung der studentischen Selbstverwaltung(wie in Bayern) oder zu einer Dominanz konservativer Kräfte führen.Beides kann angesichts der Potenziale, die in der verfassten Studierendenschaft schlummern, nicht das Ziel linker Politik sein. Deine Kritik an der Entwicklung der Studierendenschaft geht aus meiner Sicht auch an den Tatsachen vorbei. Die zeitweise linke Mehrheit hat nicht nur einen deutlich politischeren AStA ermöglicht, sondern auch klare Erfolge vorzuweisen(Erhalt Lehramt, Abschaffung Masterhürde, Verbesserung bei Bologna,Ausbau der studentischen Medien usw.). Es mag sein das diese Erfolge für die einzelnen Studierenden nicht wichtig sind, aber wie soll erfolgreiche linke Hochschulpolitik anders aussehen? Sicherlich, es ist auch nicht alles Gold was glänzt. Aber linke Hochschulgruppen kämpfen auf verlorenem Posten. Von der Allgemeinheit werden sie als Karrieristen beschimpft und kulturelle Vereine fürchten sich vor Instrumentalisierung. Spätestens an diesem Punkt müsste der letzte Idealist aufgeben und das Feld koservativen Lebenslauf Auffrischern überlassen. Kann das Ziel sein?Eine konservative Ausrichtung der Studierendenschaft? Ich sage Nein! Was wirklich not tut ist ein Schulterschluss der linken Jugendorganisationen. der kulturellen Szene, des alternativen Spektrums und der verfassten Studierendenschaft. Soziale Kämpfe müssen gemeinsam geführt werden! Das das wahrscheinlich niemals Realität werden wird, ist den meisten von uns sicher klar. Aber das neue StuPa bietet wieder mal die Chance auf einen Neuanfang. Warum sollte es diesmal nicht klappen?

  16. es tut mir in der seele weh es zu sagen, aber der politische asta des letztes jahres ist untrennbar mit dem namen küntzel verbunden. und der ist garantiert nicht auf grund von linken mehrheiten gewählt worden.

  17. @ Thorbi Vierkant…….Frau Haberkost hat es nie nicht nötig persönlich zu beleidigen, denn das gehört nicht in ihr Level……angreifen ist in diesem Zusammenhang auch der falsche Begriff….das würde einen Kampf voraussetzen.
    Ich habe natürlich mein Wissen um den mundpropagierten Alkoholmissbrauch des Herrn V. und die ungerechte VorgehensWeise der Frau V. am Hansagymnasium, was mir von einigen Penälern erzählt wurde .. hihi….. vasucht ins Rennen zu bringen….aber nur um die Herkunft des Herrn Thorben zu hinterfragen …. nicht um auf die Mängel seiner vermeintlichen Oldies einzugehen….. Lediglich kommt es mir darauf an mir nix von Besserwissern gefallen zu lassen…..erst recht nicht, wenn die Macht ausüben wollen und schon immer dahingehend von ihrem engsten Umfeld…. Mami, Paps, Omi, stolzer Opi, Tanti und Onkelchen, Pädagogen hierzu herrangezüchtet worden sind….. ätsch…

  18. „RCDS- daskonservativ-liberale Gruselkabinett“ besser kann mensch es wohl nicht ausdrücken.

    Wahlempfehlung: Peter Madjarov
    der steht wenigstens für transparente konstruktive Arbeit ein

  19. lustig wie sich einige hier konsequent selbst empfehlen
    „transparente Arbeit“, war zwar nicht im stupa letztes semester
    aber hat schon mal gute arbeit gemacht lol

  20. Soso, die Wahlempfehlung der extrem Linken aus dem IKUWO ist also auch draussen… fein, fein – ich denke auch es werden einige ihre Stimme aufgrund dieses Textes hier abgeben…

    Ich finde gut wer gegen diese Genderei_in ist 🙂

    @was ist an Moraljockel denn so schlimm..? Liest Du deinen Blog selbst auch manchmal? Dann sollte doch klar sein warum sich diese treffende Bezeichnung durchgesetzt hat.

  21. @ Martin

    So ist es^^
    Wenigstens hat der/die Festung des Guten in Greifswald noch ihren Gandalf der auf den Mauern steht und gehen das Böse kämpft, z. B. Erstsemester-Student_innen die sich der JU, dem Pakt mit dem Teufel_in angeschlossen haben…Apropos warum ist Axel Hochschild eigentlich oben nicht dabei? Er ist doch der Templer-Großmeister_in der JU, wenn mich nicht alles täuscht…

  22. @Bienchen

    Rechts-konservative LHG? Vor gar nicht langer Zeit wollte man uns zwischen DKP und Grünen verordnen. Ist es so schwer zu verstehen, dass eine Gruppierung den so oft geforderten Pluralismus lebt? Ich will keine Einheitsmeinung. Mein Ziel als Vorsitzender war es immer und ist es immer noch den lebendigen, austauschbasierten Diskurs zu fordern. Daher war auch schon mehrfach bei anderen HSGs zu Besuch und seit dem der sds seine Termine veröffentlicht hat, stehen auch diese für einen Besuch an.
    Daneben „ergötzen“ wir uns nicht, sondern stellen dar, dass es uns gibt, wir aktiv sind und Spaß an politischer Arbeit haben (was ich mir bei manchem schon nicht mehr vorstellen kann). Tut mir leid, aber es gibt einige HSGs und Jugendverbände in Greifswald, von denen ich nicht sagen kann, wann diese zuletzt ihrer politischen Verantwortung (z. B. politische Bildung der Zielgruppe) nachgekommen sind.

    Deine persönliche Abneigung gegen Jura solltest Du nicht verallgemeinern – insbesondere, wenn Du es auf die Personen beziehst. Juristen sind genauso verschieden, wie jede andere Menschengruppe. Es zeugt nicht gerade von Offenheit, wenn man so pauschal verurteilt (und dann auch noch Jura nicht mag :-/).

    Übrigens ist mein Lieblingszitat von Napoleon: „Was nützt ein Cesar, wenn er auf dem Feld steht und einen Pflug schiebt“

  23. Die Debatte hier ist ekelerregend und wird mit dafür sorgen, dass das Gros der Wahlberechtigten erst gar nicht zur Wahlurne schreitet oder falls sich doch wer dorthin verirrt, seinen Stimmzettel ungültig macht.

    Wahrer Sieger der Wahlen wird die Politikverdrossenheit und die politische Legitimation sein.
    @Jockel: Hast du die tiefgreifenden Beiträge nötig um dein Selbstwertgefühl zu steigern? Etwas anders als ein metales Armutszeugnis kann man dir dafür dich ausstellen. Und keine Angst für die Bezeichnung „Moral-Jockel“ wird etwas vorausgesetzt: Soziale Anerkennung deiner Handlungsmuster (vgl. Moraltheorien).

  24. @jens:
    Auf einer Seite mit dem Untertitel politisch – polemisch – positioniert erscheint ein Beitrag zu den bevorstehenden Gremienwahlen. Normalerweise hätte hier auch eine sehr deutlich Wahlempfehlung erscheinen können.
    Ich erinnere mich noch sehr gut an das Gefühl, vor einer Liste voller unbekannter Namen zu stehen bzw. ein Heft mit Kandidierenden zu lesen, deren Ziele und Vorstellungen sich nur schwer auseinanderhalten lassen, ohne die Übersicht zu verlieren. Insofern ist der obenstehende Text ein Impuls, wer aus links-kultureller Perspektive besser nicht gewählt werden sollte. Wie du mir daraus ein mentales Armutszeugnis stricken willst, ist mir schleierhaft.

    Ich denke – und so schätze ich das Feedback in den sozialen Netzwerken und Gesprächen über diesen Beitrag ein – dass die beiden Wahlbeiträge eher zur Wahl mobilisieren werden. Das ist zumindest in meinem Bekanntenkreis der Fall.

    Angesichts der Tiefflieger, die Kurs auf die Gremien genommen haben, kann ich mit Bezeichnungen wie Gandalf oder Moral-Jockel leben, wenn es zu verhindern hilft, dass diese Männer nicht in die entsprechenden Gremien kommen.

  25. Der Küntzel will auch das Umweltreferat und das Bologna-Referat wegrationalisieren. Wären da nicht Beziehungen zu Jockel, wäre der bereits in den Reigen der dunklen Reider die Nummer 9.

  26. @jens: Siehst du geheime Seilschaften? Halt dich gut fest: Ich hatte im Text bereits einen Absatz, der den Werdegang Franz Küntzels vom „Sicherheitsexperten“ (http://blog.17vier.de/?p=5180) zum Stuthe-Unterstützer beschrieb. Nicht zuletzt, um auch in diesem Jahr einen Konservativen aus der Nichtwahlempfehlung auszuklammern. Im letzten Jahr war das übrigens der von mir geschätzte Korbinian Geiger, zu dem ich ebenfalls keine engen Beziehungen unterhielt.

  27. Was willst du mir damit sagen? Mach ma weiter. Küntzel hat mit oder ohne Nichtwahlempfehlung keine Chance auf den Senat.
    Dafür werden aus dem Kreis der von dir Ausgeklammerten mind. 2 im Senat und 4 im StuPa sitzen.

  28. Naja, es wird ohnehin nur 8 Kandidierende der Einzug ins StuPa misslingen und dass diese glorreichen 8 jetzt genau die von mir herausgestellten sind, dafür bin ich dann doch zu realistisch.

  29. Ich denke, Jockel hat in seinem Artikel die Gründe gut dargelegt, wieso man bestimmten Leuten die Wahl verwehren sollte. S. war bei den REPs, profiliert sich als Chauvi und kämpft gegen alkoholfreies Bier… muss man noch mehr sagen. usw. Einfach nochma 10 min Zeit nehmen für den obenstehenden Artikel…

  30. Weil Jockel in seinem Beitrag den Antrag von Alexander S. zur Abschaffung des Gleichstellungsreferates erwähnt: Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit in der vergangenen Sondersitzung abgeschmettert. S. war der Einzige, der für die Abschaffung stimmte.

    Darüber hinaus war die Begründung seines Antrages ziemlich löchrig und hat außer Acht gelassen, dass das Gleichstellungsreferat sich nicht nur mit der Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen befasst, sondern auch mit der Gleichstellung von Mann und Frau.

    S. hat allerdings bereits mehrfach im StuPa bewiesen, dass er ein erhebliches Problem mit Frauen zu haben scheint. War er doch der Einzige, der gegen den Erhalt und Ausbau des IZFG im StuPa stimmte.

    Ansonsten ist Alexander S. durch Islamophobie im StuPa aufgefallen. Im Zusammenhang mit der geplanten Kooperation mit dem islamischen Kulturzentrum behauptete S., der Islam sei eine „frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Religion“. Dabei verwechselt er islamistische Gewaltpolitik mit den Grundfesten der Religion. Schließlich sind Unterdrückung der Frau und Gewaltverherrlichung nicht im Koran verankert. Folgt man S.’s Motivation für die Argumentation, so müsste dann auch das Christentum eine gewaltverherrlichende Religion sein (Stichwort Kreuzzüge, Reichsdeputationsbeschluss u.a.).

    Kurz und gut: Reden kann Alexander S. immer viel und gut, überzeugend und sattelfest ist das, was er sagt, nicht immer.

  31. @Jockel,

    warum fallen eigentlich Konrad und Hendrik in die Liste der Nichtwahlempfehlung. So weit ich das in den StuPa-Sitzungen beobachten konnte, haben beide relativ oft mit linken Fraktionen (hauptsächlich jedoch Jusos) zusammen gearbeitet und zeigten sich für Anträge von Links zumeist von Beginn an deutlich offener, als der RCDS und die beiden LHGler (Alexander S., S. Jenssen). Genau genommen hat die JU meiner Meinung nach viel eher das liberale Lager vertreten, als die LHG-Vertreter selbst. Die haben eher den rechten Rand der Konservativen markiert (was aber daran lag, dass Alexander S. sich im StuPa mehr einbrachte, als S. Jenssen).

  32. @Jens:
    Wie du beim Lesen beider Wahlbeiträge vielleicht mitbekommen hast, habe ich mich intensiv mit den Kandidierenden beschäftigt. Auf deine Kommentare und simplen Provokationen werde ich aber trotzdem nicht mehr eingehen.
    Fragen wie „Habe meine drei Stimmen noch nicht genutzt. Wer gehört dEn nicht unbedingt ins StuPa?“ würden ohnehin nur mit einer Wahlabsichtserklärung für die von mir aufgezählten Kandidaten 9-11 beantwortet, da ist mir meine Zeit dann doch zu kostbar!

  33. Denke, du irrst dich.

    Fakultätsräte:
    Hendrik Hauschild hat als einziger nichtempfohlener Kandidat den Einzug verpasst.

    Senat:
    Die nichtempfohlenen Kandidaten Alexander S., Thorben Vierkant, Konrad Ulbrich, Hendrik Hauschild, Christoph Böhm und Maximilian Wolf hatten allesamt keinen Erfolg.

    Damit ist keiner der Nichtempfohlenen im Fakultätsrat oder im Senat!
    Auf die StuPa-Ergebnisse werden wir gleich gucken…

  34. Da sieht es schlechter aus – zumindest beim ersten Zählversuch waren, glaub ich, alle nichtempfohlenen Kandidaten drin. Aber da es letztlich nur das Stupa ist, dürfte man das verschmerzen können.

  35. In der Tat – nach dem vorläufigen Endergebnis hat das „konservative Gruselkabinett“ alle Kandidaten bis auf einen ins StuPa gebracht, und zwar auf den Plätzen 13, 15, 18, 19, 20 und 25, also vor allem in den Fällen der Herren Wolf und Hauschild mit überdurchschnittlichen Ergebnissen.

    Insgesamt dürfte das StuPa unserem Moraljockel zufolge ohnehin zu einer konservativen Gruselveranstaltung werden:

    Jusos, Grüne und SDS haben zusammen 13
    JU, LHG und RCDS zusammen 9 (inkl. Platzierung 28)
    im StuPa, wobei nur noch die „Rechten“ Nachschub hinter Platz 28 haben. Ein Rote-Hilfe-StuPa wird das nächste jedenfalls nicht.

  36. @ALL & @Greenberlin

    Mich haben Freunde auf den Text angesprochen und ich möchte mich entschuldigen. Hatte mal einen sehr schlechten Tag und natürlich sind nicht alle Juristen böse, aber die meisten :p

    Bitte nicht übel nehmen und danke für deinen Hinweis Timme ;).

    @PJK

    Da du mich persönlich angesprochen hast;
    du mit lächerlichen 30 Stimmen, damit gerade mal über 2% aller Stimmen bekommen hast und den vorletzten Platz innerhalb einer kleinen Anzahl von nur 35 Leuten belegst, verstehe ich jetzt was du mir sagen wolltest. Dass du dir jede (politische) Farbe anziehen kannst und mehr schlecht als recht diese auch vorspielen vermagst, macht ja jetzt Sinn. Da ist es doch gut, dass du schon bei allen Organisationen, Verbindungen und was weiß ich warst. Kannst dir ja jetzt was neues suchen, man kennt sich ja persönlich. In 21 Jahren StuPa hat noch nie ein Vorsitzender so ein desaströses Ergebnis erhalten. Tritt zurück und überlasse es jemand anderes den/die „Führer_in“ zu spielen oder mach weiter den Westerwelle.
    Es freut mich übrigens doch schon, dass Frau Hille über die „Uni-Solar-Karte“ Karte ins StuPa gekommen ist, auch wenn S. über die „Braune-Antifrau-Karte“ auch wieder drin ist. Damit hast du aber auch nicht viel zu tun. Du könntest einem fast Leid tun, wenn ich als Frau Männer wie dich nicht kennen würde. Verlierer, die sich etwas auf sich einbilden und für besonders toll halten, stellen das nicht ab, was würde dir auch außer deiner im Stehen gesetzten Marke „Patrick Kaatz“ bleiben? Danke an alle, die wählen gegangen sind, hab euch unterschätzt!

    Für dich auch noch ein Zitat von Napoleon. Viele Menschen denken bestimmt ähnliches, spätestens wenn sie einen dritten Text von dir gelesen haben.

    „Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.“

  37. @ret marut #2

    Njet, die Mehrheit im StuPa sind ja 14 Stimmen! Und Paula Oppermann kann man sicher dem linken Lager zurechnen. Erik Sintara und Sebastian Blatzheim sind auch eher durch progressive Aussagen aufgefallen. Mit Franz Künzel und Hendrik Hauschild ist für das linke Lager, zumindest in hochschulpolitischen Dingen, eine Zusammenarbeit möglich. Keiner weiss wie sich der Pirat verhalten wird. Das Ergebnis ist eine klare Absage an den Rechtspopulismus der LHG.

    Mein Fazit:

    Aufgrund der Kandidatenlage kann mensch mit diesem Ergebnis sehr gut leben.

  38. Hättest du dich nur ein bisschen mit dem beschäftigt was das von dir titulierte „konservativ – liberale Gruselkabinett“ erreichen möchte würdest du nicht so n Schrott hier abliefern..
    Lächerlich was manche tun, nur um ein wenig links und Anti zu sein..

  39. @Pitti Platsch:
    Ich habe mich ein „bisschen mit dem beschäftigt was das von“ mir „titulierte “konservativ – liberale Gruselkabinett” erreichen möchte“ und wie das in seiner Freizeit tickt. Daher erklärt sich diese Auswahl ja.

    Um nicht stoisch links und anti zu wirken, gab es dieses Jahr erstens eine subtile Wahlempfehlung und wurde zweitens nicht pauschal von allen konservativen oder liberalen Kandidierenden abgeraten, sondern nur von obenstehender Auswahl.

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