Früherer Boxweltmeister Sebastian Sylvester beendet seine Karriere

Wie der Pressesprecher der Sauerland Event GmbH mitteilt, wird der frühere IBF-Mittelgewichts-Weltmeister Sebastian Sylvester seine aktive sportliche Karriere nach zehn Jahren als erfolgreicher Profiboxer beenden. Der Hurrikan wird also vorerst abflauen; er will sich nun neuen Aufgaben widmen.

sebastian sylvester (Foto: Frank Klaeske)

Der 31-Jährige beendete 34 seiner 40 Profikämpfe als Sieger und gewann allein 16 dieser Auseinandersetzungen durch K.O. 2009 wurde er IBF-Weltmeister im Mittelgewicht und verteidigte diesen Titel dreimal. Bei seinem letzten Kampf vor etwa vier Monaten fand er im polnischen Boxer Grzegorz Proksa seinen Meister.

DER HURRIKAN GEHT SEINEN WEG UND LÄSST DAS PRÜGELN SEIN

Seiner Boxfamilie Sauerland bleibt Sylvester auch zukünftig erhalten. Von nun an wird er im Bereich der Sponsorenbetreuung tätig sein. Außerdem erwirbt der Sportler eine Trainerlizenz. Sebastian Sylvester dankt seinen Fans, der Familie Sauerland und seinem Trainer für die gute Zusammenarbeit.

sebastian sylvester(Ostsee-Zeitung, 2008)

Sylvester trug den Beinamen „Hurrikan“ und wurde in regelmäßigen Abständen von Kommunalpolitikern hofiert, die ihm zeitungsöffentlich vor mehreren Kämpfen die Daumen drückten. Er war einer der erfolgreichsten Sportler dieser Stadt. Auf das Karriereende machte hierorts zuerst der Greifswalder Twitter-Nutzer Vorarbeiter aufmerksam.

12 Gedanken zu „Früherer Boxweltmeister Sebastian Sylvester beendet seine Karriere

    1. Ja, an der Lizenz arbeitet er schon länger. Das ist vielleicht nicht so präzise formuliert, aber es steht im Text auch nicht, dass er damit erst jetzt anfängt, deswegen bleibt das stehen.
      Die Nachricht vom Karriereende stand noch nicht in der OZ, sie ist vom 2. März. Ich bin mir sicher, Montag lesen wir da mehr zu und Mittwoch kommt das Interview 😉

    1. Nichts finde ich daran verwerflich. Ich finde diesen Sport allerdings auch nicht besonders gut, so dass ich ihn nie glorifizieren würde. Zwei Menschen verkloppen sich auf Grundlage eines festgeschriebenen Regelwerks, ein Ringrichter passt auf, dass alles seinen Gang geht — da kann ich mir sinnvollere Freizeitbschäftigungen vorstellen.
      Ich habe in meinem Leben nur einen Kampf (im Fernsehen gesehen), und zwar Kosmetik-Guru Henry Maske gegen wen anders und halte Profibox-Sport für eine reine Kommerzgeschichte.

      Boxen hat natürlich ne Riesentradition und ist für externe Beobachter auch disziplinierter als MMA. Mich stört nur, wenn hierorts Kampfsportler zum Beispiel Kindergärten besuchen und zum Vorbild stilisiert werden. In der Welt, in der ich leben möchte, sollte diese Vorbildfunktion eher von anderen Menschen eingenommen werden: Künstlerinnen, Sanitäter, Blutspender, Schrifsteller, Querdenker, Lehrerinnen, Feuerwehrleute oder andere Menschen, die nicht in erster Linie dafür stehen, jmd. ein blaues Auge oder ne blutige Nase zu verpassen.

      Trotzdem bleibt Sylvester einer der erfolgreichsten Sportler aus Greifswald und er wird für diese Erfolge verdammt hart gearbeitet und sehr viel aufgegeben haben. Deswegen — und weil auch Freunde von mir ab und an Boxen im TV sehen — wurde das hier vermeldet.

      Wie stehst du denn zum Boxen?

  1. So wie jede andere Sportart auch, ist Boxen eine „sinnvolle Freizeitbschäftigung“;daran ändert auch dein persönliches Empfinden nichts.
    Das Verb „Verkloppen“ hat einen negativ konnotierten, moralischen Beigeschmack, dass den Sachverhalt aber nicht adäquat wiedergibt. Boxen ist ein Vernunft bedingtes Agieren und Reagieren, während eine Klopperei meist Ausdruck reiner Triebhaftigkeit ist. Wenn sich zwei Leute „kloppen“ geschieht dies aufgrund von starken Emotionen. In solch extrem affektieren Zuständen hält man sich nicht an „Regeln“; man tritt vielleicht nochmal nach, wenn der andere aufm Boden liegt oder haut ihm vorher sogar noch ne Bierflasche aufm Kopf oder was weiß ich. Hier sei es auch gestattet, moralisch zu werten. Beim Boxen aber verkloppen sich die Kontrahenten nicht, sondern benutzen lediglich die für ihren Sport passenden Mittel um den Anderen im sportlichen Wettstreit zu „schlagen“. In einer Klopperei, so könnte man meinen, obsiegt wohl meist, sofern der Eine nicht zu sehr unfairen Mitteln greift, oft schlicht der Stärkere. Beim Boxen wird nicht ermittelt, wer stärker ist, sondern wer der bessere Boxer ist, also der bessere „Sportler“; und das zeigt sich in Fähigkeiten wie Ausdauer, Nehmerqualitäten (Agieren under extremen Bedingungen), Fußarbeit, Dynamik/Beweglichkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Schlagtechnik/kraft, Deckungsarbeit, timing, Antizipation/ Studium des Gegners (vorab und derweil).

    „Menschen, die nicht in erster Linie dafür stehen, jmd. ein blaues Auge oder ne blutige Nase zu verpassen.“ Für wen? Dich?. Vielleicht könnte man in einem solchen Menschen in erster Linie auch jemanden sehen, der vermittels sehr guter genetischer Veranlagungen und harten und intensiven Trainings großen Erfolg im Leben verbuchen konnte. Fast jeder erfolgreiche Sportler dient als Vorbild, da er eben Tugenden wie Disziplin, Ausdauer, Entsagung und Willenskraft verkörpert.

    Ich stehe zum Boxen wie zu jeder anderen Sportart auch und ich halte sehr sehr viel von Sport ;)(natürlich bin ich anderen Sportarten weitaus mehr zugeneigt)

    1. So wie jede andere Sportart auch, ist Boxen eine “sinnvolle Freizeitbschäftigung”;daran ändert auch dein persönliches Empfinden nichts.

      Und deswegen steht in meinem Kommentar auch nicht, dass Boxen eine sinnlose Freizeitbeschäftigung sei, wie du mich falsch wiedergibst, sondern, dass „ich mir sinnvollere Freizeitbeschäftigungen vorstellen“ kann. Klarer Fall von einem (gekennzeichneten) subjektiven Urteil.

      Selbstverständlich ist das „verkloppen“ negativ konnotiert und noch viel negativer als das „prügeln“ im Beitrag (im Sinne von jmd. ohne Hilfsmittel schlagen), schließlich hast du mich gefragt, was mich daran stört und ich gebe dir sehr gerne eine ganz klar positionierte Antwort, die keinerlei Anspruch auf Objektivität erhebt, sondern diese Angelegenheit stark vereinfach auf die für mich wesentliche Sache reduziert: die einen schaffen etwas, die anderen machen etwas bzw. jemanden kaputt. (und natürlich schaffen die auch was: den Aufbau von Technik, Kondition und dem von dir beschriebenen Rest, aber davon profitieren allein sie). Dass ich in Profiboxern eher Kaputtmachersiegfriede als disziplinierte Selbsterfahrungsgrenzgänger sehe, wirst du mir verzeihen müssen. Und so völlig unreguliert habe ich den Boxsport in meinem Kommentar auch nicht dargestellt: „festgeschriebenes Regelwerk“, „Ringrichter“, „disziplinierter als MMA“…

      Fast jeder erfolgreiche Sportler dient als Vorbild, da er eben Tugenden wie Disziplin, Ausdauer, Entsagung und Willenskraft verkörpert.

      Das sind für mich alles individuelle Tugenden und Fähigkeiten, die vorwiegend auch nur diesen jeweiligen Sportlern zugute kommen. Vorbildhaft finde ich Leistungen für das Kollektiv und die Gemeinschaft, Courage und der Mut, sich einzumischen zum Beispiel. Das heißt nicht, dass Boxer mMn böse Menschen sind oder ich dass ich diesen Sport unterbunden sehen will, sondern dass ich einfach andere Typen in Kindergärten schicken würde.

      Ich stehe Sport übrigens grundsätzlich ebenfalls positiv gegenüber und habe in meiner Jugend verschiedene Individual- und Teamsportarten betrieben, eine davon auch als Leistungssport.

      Mich beschleicht beim Lesen deiner Kommentare manchmal das Gefühl, dass es dir weniger um die Sachen als solche geht, sondern vor allem um den Dissens, den Widerspruch und die Auseinandersetzung. Wenn dir ein Beitrag auf dem Fleischervorstadt-Blog so sehr gegen den Strich geht, dass du sehr lange Kommentare zu eher nicht so wichtigen Themen machen kann, so möchte ich dich an dieser Stelle natürlich nochmal darauf hinweisen, dass du hier auch gerne einen Gastbeitrag dazu veröffentlichen und entsprechend widersprechen oder ergänzen kannst. Meine Kommentare unter den Beiträgen würde ich davon ausschließen wollen, da hast du ja schon deinen Kanal gefunden 😉

    2. … „Boxen ist ein Vernunft bedingtes Agieren und Reagieren, während eine Klopperei meist Ausdruck reiner Triebhaftigkeit ist. Wenn sich zwei Leute “kloppen” geschieht dies aufgrund von starken Emotionen. In solch extrem affektieren Zuständen hält man sich nicht an “Regeln”; man tritt vielleicht nochmal nach, wenn der andere aufm Boden liegt oder haut ihm vorher sogar noch ne Bierflasche aufm Kopf oder was weiß ich.“ …

      Ja nee, is klar! Selten so nen Schmarrn gelesen. Hier, gefunden auf BOXEN.COM – LOL
      http://www.boxen.com.de/youtube/Haye-vs-Chisora-Fight-Video-M%25C3%25BCnchner-Pressekonferenz—Das-komplette-Video/4f23c510510140527575907c4a622749

  2. @jockel: dir antworte ich ausführlicher wenn ich meinen Uni-Kram erledgit habe

    @tapir: na, du undifferenzierter Zeitgenosse, haste selten so n Schmarn gelesen, ja? Dann bitte ich dich aber auch meine Thesen zu widerlegen. Du bist echt süß; da gehe ich dezidiert auf den Unterschied von boxen und kloppen ein – und was machst du? Du postest erst mal ein Video von ner KLOPPEREI („ja, aber die stand in Verbindung mit dem vorangegangen Boxkampf“ – na verfickt nochmal und?)
    Ich zitiere: „Wenn sich zwei Leute “kloppen” geschieht dies aufgrund von starken Emotionen. In solch extrem affektieren Zuständen hält man sich nicht an “Regeln”; man tritt vielleicht nochmal nach, wenn der andere aufm Boden liegt oder haut ihm vorher sogar noch ne Bierflasche aufm Kopf oder was weiß ich.“. All das triffft auf das Video zu. Diese Klopperei hat mit der Tätigkeit Boxen nichts gemein; und was Akteure außerhalb des sportlichen Wettkampfs machen, beeinflusst natürlich das Ansehen des Boxsports, aber DARUM ging es dir hier ja nicht. Du wolltest mir lediglich zeigen, was ich doch für einen Stuss verzapft habe. Dies ist dir, trotz Jockels Einsatz einesEmoiticon, in keinster Weise gelungen.

    LOL (…)
    bist du weiblich oder einfach nur dumm?

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