Aber hier kleben – Nein, danke!

Eine Kolumne von Mary Celeste

kolumne 17vierDie Suptras Rostock und der Vorpommern Mob meinen es gut mit Greifswald und Umgebung: Würde ich meinen Tag in Hashtags fassen, würden zweifellos #ostseestadion #allesfuerdenfch und #suptrasrostock zu meinen Top-Tweets gehören. Während des Wartens an einer Ampel oder bei einem Spaziergang über den Schießwall – die Suptras Rostock begleiten mich in Form von Stencils, Tags oder bekrizzelten Postaufklebern auf Schritt und Tritt.

“Ich mag’s, wenn sich die Wut entfacht”

hansa rostockOb stolz dreinblickender Wikinger oder Sprüche wie “Alles für den FCH”, dies scheint mir nicht nur ausgeprägte Nachwuchswerbung zu sein. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass sich dahinter ein ungezügelter Markierungsdrang verbirgt. Die Kombination mit Gewaltexzessen zwischen verfeindeten Fußball-Fans versprüht gleichzeitig auch den strengen Duft einer männlich-heroischen Attitüde.

Die massenhaft verbreiteten kreativen Umsetzungen sprechen ihre eigenen Sprache: Street-Art bis zur bedingungslosen Hingabe für den Rostocker Fußballverein. Alles für den FCH eben.

So rasant, wie die kreativen Kennzeichnungen verstreut wurden, so schnell vergeht mir auch die Lust, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Vielleicht handelt es sich bei den Klebereien um ein Geltungsbedürfnis, das die Suptras und der Vorpommern Mob befriedigen wollen. Also doch nicht nur Werbung?

“Wenn der Wahnsinn flammend grüßt”

Dafür spricht nicht nur das oben beschriebene Phänomen: Sind es doch auch unter anderem Pyrotechnik und physischer Kampf, über die sich die Suptras, Wolgastä oder der Vorpommern Mob identifizieren. Um dem erhöhtem Drang nach Aufmerksamkeit nachzugeben, kommt es nicht selten zu Eskalationen. Bestes Beispiel dafür ist das Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt Mitte September. Hier zeigte sich die volle Kraft der Fan-Unterstützung. Oder zumindest das, was die pyromanischen Ballsportfreunde darunter verstehen. “Aber hier kleben – Nein, danke!” weiterlesen

Die CDU will den Hurrikan

hurrikan greifswald cduDie lokalen CDU-Funktionäre wollen den Hurrikan in Greifswald wirbeln sehen, am liebsten im Volksstadion. Nachdem der wiedergewählte Oberbürgermeister Arthur König am Vorabend der Wahl in Neubrandenburg der Greifswalder Sportskanone Sebastian Sylvester schon zum Sieg die Hände schüttelte, wird jetzt offensiv für ein Box-Ereignis in der Hansestadt geworben, nachvollziehbar in der heutigen Ostsee Zeitung und auf der Website von Greifswald TV.

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Apropos Sportevent, heute ab 14:00 Uhr spielt der lokale Fußballverein GSV 04 gegen den BFC Dynamo Berlin. Auch hier gibt es einen Liveticker vom Spiel. Viel interessanter ist jedoch das Drumherum. Wer seine Suchmaschine auf den BFC und das Thema Hooligans ansetzt, erfährt recht schnell ein Bild der Katastrophe.

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Jedenfalls war die Innenstadt um 12:00 Uhr von Polizei und Hooligans bevölkert, die sich dann etwas später Richtung Stadion bewegten. Erstaunlich, dass dieses Phänomen nicht stirbt.

Über dem Markt kreiste auch ein Polizeihubschrauber. Danke für das Bild, Frank.

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