Vortrag ├╝ber digitale Gewalt und die Struktur diskreditierender Online-Diskurse

Heute Abend spricht Prof. Dr. Konstanze Marx im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg ├╝ber diskreditierende Online-Diskurse und digitale Gewalt in der technisch vermittelten Gegenwart.

Die Deutung und Besetzung des Begriffs F├╝nfte Gewalt ist nicht eindeutig. W├Ąhrend die einen den sp├Ąt erg├Ąnzten B├╝rzel der Gewaltenteilung dem organisierten Lobbyismus zuschreiben und dem Mediensystem den Platz der Vierten Gewalt zuweisen, empfinden andere die Rolle der organisierten Interessenvertreter als ├╝berbewertet. Professorin Dr. Konstanze Marx, die heute Abend im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg ├╝ber die Struktur und Funktion diskreditierender Online-Diskurse sprechen wird, stellt ihrem Vortrag die Frage voran, ob nicht mittlerweile die digitale Gewalt der vielen dem Lobbyismus als F├╝nfte Gewalt den Rang abgelaufen hat.

Konstanze Marx

(Foto: Konstanze Marx)

Professorin Dr. Konstanze Marx (Universit├Ąt Mannheim) versteht digitale Gewalt im Zeitalter sozialer Medien als diejenige Gewalt, die ├╝blicherweise sprachlich ausge├╝bt wird und dadurch zu einem linguistischen Forschungsgegenstand wird. Ihr Vortrag basiert auf der qualitativen und quantitativen Analyse von als Shitstorms und HateSpeech deklarierten diskursiven Ereignissen. „Zuschreibungen wie Shitstorm oder HateSpeech erfolgen allerdings oftmals im Diskurs selbst und tendieren zum einen oder anderen Extrem: entweder wird HateSpeech unter dem Deckmantel berechtigter Kritik verharmlost oder konstruktive Kritik wird mit einer Shitstorm-Etikettierung aus dem Diskurs verbannt.“ „Vortrag ├╝ber digitale Gewalt und die Struktur diskreditierender Online-Diskurse“ weiterlesen

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Im Gespr├Ąch mit Anne Wizorek

Am 26. Oktober stellte die Autorin Anne Wizorek ihr Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht. F├╝r einen Feminismus von heute“ im Koeppenhaus vor.  Im anschlie├čenden Gespr├Ąch spricht die Feministin ├╝ber die Sendung „Hart aber Fair“, antifeministische Backlashs, rassistische Instrumentalisierungen von Frauenrechten sowie ├╝ber ihre pers├Ânlichen Strategien im Umgang mit Hass im Internet.

FVB: Anne Wizorek, wie wohl f├╝hlst du dich mit dem Begriff ÔÇ×NetzfeministinÔÇť?

AW: Das schwankt. Ich finde es in dem Momentan unpassend, wo es als Label benutzt wird, um das abzuwerten, was Menschen tun, die vorwiegend im Internet aktiv sind, anstatt zu verstehen, dass da immer eine Verschr├Ąnkung zwischen offline und online stattfindet. Es ist eben kontextabh├Ąngig: Zu markieren, dass Leute in meinem Umfeld und ich besonders netzaktiv sind, finde ich ok ÔÇô als Abwertung ist es aber fehlgeleitet.

FVB: Ist dieser Begriff eine Fremdzuschreibung oder hast du ihn zuerst selbst verwendet?

AW: Ich selbst sage eigentlich immer, dass ich Feministin bin, insofern ist das eher eine Fremdzuschreibung. Aber ich reagiere darauf, wenn andere Leute mich so bezeichnen, erkl├Ąre, was f├╝r mich hinter diesem Begriff steckt und versuche, auch da wieder klarzumachen, dass es nicht den einen Netzfeminismus gibt, sondern ÔÇô genauso wie offline ÔÇô verschiedene Str├Âmungen zusammenfinden und mit dem Internet einen Ort haben, an dem sie sichtbar werden.

Anne Wizorek Lesung Aufschrei

Anne Wizorek im Gespr├Ąch mit Prof. Eva Blome bei der Lesung im Koeppenhaus (Foto: Fleischervorstadt-Blog)

FVB: Du hattest im M├Ąrz einen heftig diskutierten Fernsehauftritt bei „Hart aber Fair“, der von mehreren Frauenverb├Ąnden kritisiert wurde. Zwischenzeitlich wurde der Beitrag depubliziert, sp├Ąter wieder online gestellt. Im September wurde die Sendung in fast identischer Besetzung wiederholt. Empfandest du das als angemessene Reaktion des WDR? „Im Gespr├Ąch mit Anne Wizorek“ weiterlesen

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