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Posts Tagged ‘Sexismus’

Blankrotterklärung mit Ansage: Erotikkalender soll Greifswalder Uni retten

Monday, August 18th, 2014

Clothes make the man. Naked people have little or no influence on society. (Mark Twain)

Die Greifswalder Studierendenschaft rührt die Werbetrommel: Um medienwirksam auf den klammen Haushalt der Universität aufmerksam zu machen, soll nun mit einem selbstproduzierten Erotikkalender Geld für die Hochschule verdient werden. Diese leidet unter einem millionenschweren Haushaltsdefizit und damit — von Stellenabbau in der Lehre bis zum Renovierungsstau bei den Lehrgebäuden — verschlechtern sich auch die Studienbedingungen zusehends.

VOM LETZTEN HEMD BEFREIT: UNI BLANK

Die Idee für den anregenden Wandschmuck, mit dem auf diesen Missstand hingewiesen werden soll, wurde in den Reihen der Satirepartei Die Partei geboren. Deren hochschulpolitischer Arm verbuchte bei der letzten StuPa-Wahl nicht nur 16 Prozent der abgegebenen Stimmen, sondern stellt mittlerweile auch den Präsidenten des Greifswalder Studierendenparlaments. Dort wurde Anfang Juli mit knapper Mehrheit ein Beschluss (pdf-Dokument) gefasst, der den AStA mit der Konzeptualisierung eines erotischen Kalenders beauftragte. Maßgabe: stilvoll und nicht billig, feministisch und nicht emanzipatorisch, Kunst statt Porno.

Logo von Uni Blank

Fotografen und Modelle engagieren sich unentgeltlich für ihre Hochschule, enthüllen sich teilweise ins Adamskleid und protestieren gewissermaßen über Bande gegen die chronische Unterfinanzierung ihrer Universität. Auf einer eigens eingerichteten Website wird das Projekt dokumentiert. Dort vermitteln Fotos geplanter Schauplätze einen ersten visuellen Eindruck, wohin die Reise gehen wird. Inzwischen soll es bereits 30 Anfragen von interessierten Modellen gegeben haben. Auch ein Name steht bereits fest: Der Erotikkalender wird unter dem eingängigen Titel Uni blank firmieren.

EROTIK FÜR DIE GARTENLAUBE?

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Junger Mann auf dem Wall angegriffen — weil er ein Kleid trug

Monday, March 3rd, 2014

Die Serie unerfreulicher Polizeimeldungen über Verbrechen in Greifswald reißt leider nicht ab. Heute wird über einen gewalttätigen Übergriff auf dem Wall berichtet, den man in den USA wohl unter hate crime — also als aufgrund von Hass oder Vorurteilen begangenes Delikt — verbuchen würde.

Polizei MVAm Sonntag, 04:30 Uhr, kam es vor der Mensa und im Bereich des Mühlentores/Wallanlage zu tätlichen Auseinandersetzungen, bei der zwei Frauen (19, 22 Jahre) und zwei Männer (23, 26 Jahre) verletzt wurden. Zuvor hatten drei Männer einen auf dem Heimweg befindlichen 23-jährigen Gast der “Kostüm Party”, der sich als Frau verkleidet hatte, obszön/diskriminierend/sexistisch beschimpft und angegriffen. Dabei tat sich laut Zeugenaussagen ein 25 bis 30 Jahre und ca. 160 cm großer junger Täter hervor, der u. a. versuchte, einem zur Hilfe eilenden jungen 26-jährigen Mann mit einem Schlagring anzugreifen. Der Schlag traf jedoch eine 23-jährige Frau, die zu Boden ging und kurzzeitig bewusstlos wurde. Eine weitere 19-jährige junge Frau erlitt ebenfalls Schlagverletzungen.

Die Polizei konnte die Täter, zu denen bereits sehr gute Zeugenhinweise vorliegen, vor Ort nicht mehr stellen. Ein gerufener Rettungswagen versorgte die Geschädigte am Wall ambulant.

In Deutschland gibt es keinen eigenen Staftatbestand für Hassverbrechen. 2012 scheiterte eine Gesetzesinitiative, die eine Änderung des Strafgesetzbuchs vorsah, um Taten aus menschenverachtenden Motive härter zu bestrafen. Dem Themenfeld Hasskriminalität werden politisch motivierte Straftaten zugeordnet, die sich gegen eine Person aufgrund ihrer politischen Einstellung, Nationalität, Volkszugehörigkeit, Rasse, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft, sexuellen Orientierung, Behinderung, ihres äußeren Erscheinungsbilds oder ihres gesellschaftlichen Status richten.

  • Polizei ermittelt nach Körperverletzungen (PM Polizei, 03.03.2014)

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Gender Bender Action Days 2013

Wednesday, May 29th, 2013

gbad

Die Gender Bender Action Days gehen morgen in die dritte Runde und auch in diesem Jahr finden in Greifswald im Zuge dieses queer-feministischen Wochenendes zahlreiche Veranstaltungen statt, zum Beispiel zwei Vorträge über das Verhältnis von Feminismus und Islam und über Frauenbewegung und die Dekonstruktion von Geschlecht.

Praktisch wird es dann in den Workshops, in denen es zum Beispiel um Selbstbehauptung, Upcycling, Autopannenhilfe oder das Reparieren von Fahrrädern geht. Der wohlverdiente Feierabend wird dann ausgelassen gefeiert: am Freitag bei einem Chansonabend mit anschließender DJane-Lounge, am Tag darauf mit einer Party unter dem Slogan Love Techno Hate Lookism!

Über weitere Highlights wie den Gender Bender Art Contest oder die B-Party und eventuelle Zugangseinschränkungen gibt das offizielle Programm Auskunft:

GBAD Greifswald

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180 Menschen demonstrierten beim One Billion Rising in Greifswald

Thursday, February 14th, 2013

Etwa 180 Menschen folgten heute Nachmittag in Greifswald dem Aufruf zur Teilnahme an der weltweit stattfindenden Aktion One Billion Rising und protestierten gegen Gewalt gegen Frauen. Den frostigen Temperaturen begegneten die Initiatorinnen mit einer Art Public Learning israelischer Volkstänze, für das sich zahlreiche Männer und Frauen erwärmen konnten, während anderen dieses Demonstrationsformat weniger zugänglich war.

One Billion Rising: Eine weltweite Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen

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In den Redebeiträgen wurde verdeutlicht, wie allgegenwärtig Gewalt gegen Frauen ist und dass diese auch heute noch überall stattfindet. Deswegen sind Institutionen wie das bedrohte Greifswalder Frauenhaus, für dessen Unterstützung gleichsam geworben wurde, traurigerweise noch immer notwendig. Der V-Day in Greifswald war zwar ein sichtbares Signal, doch das Problem mit gegen Frauen gerichteter Gewalt ist damit keineswegs gelöst. Beim Frauenhaus könnte man schon mal anfangen und die Symptome lindern!

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V-Day: “One Billion Rising” in Greifswald

Tuesday, February 12th, 2013

Am Donnerstag findet zum 15. Mal der V-Day statt. Der internationale Aktionstag soll über alle Grenzen hinweg Gewalt gegen Frauen problematisieren und wird weltweit begangen. Auch in Greifswald wird es im Rahmen der globalen Demonstration One Billion Rising Aktionen geben.

WELTWEIT WIRD JEDER DRITTEN FRAU IM LAUFE IHRES LEBENS GEWALT ANGETAN (more…)

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Sommertragödie im Mensaclub: Baadantog oder Tittbüdel?

Thursday, July 19th, 2012

Eine Szene, wie sie sich fast jeden Tag in Greifswald abspielen könnte: Ein mehr oder weniger frisch immatrikulierter Student — nennen wir ihn einfachheitshalber Markus Kraushaar (MK) — will sich zerstreuen und erkundigt sich bei einem der zahlreichen hilfsbereiten und stets freundlichen Vorpommern — verständigen wir uns bei diesem hier auf einen Hans Dampf (HD) — nach den Möglichkeiten, auszugehen.

BEER FÖR’N APPEL UN EI UN AM ENN’ KRIEGT NOCH EENER WAT VOER’T GATT 

MK: Hallo, du kennst dich doch in Greifswald aus. Was läuft hier eigentlich dieses Wochenende?

HD: Tach. Am Sünnabend is een gooden Sommergelaag.

MK: Sommerparty klingt hervorragend! Wo steigt die denn, im Strandbad Eldena?

HD: Mien Soeten, vonwägen, klor is dee binnen vör, kiek doch rut!

mensaclub sommerparty(Foto: mit freundlicher Genehmigung von Tobias Dahms)

MK: Ach herje, du meinst doch bitte nicht die Sommerparty vom Mensaclub? Wurden die nicht vor Jahren mit den Worten “anspruchslose Party für anspruchslose Leute” oder so ähnlich sogar im UNISPIEGEL zitiert ?

HD:  Wieso, gift dor doch alls, wat du brukst: Beer för’ n Appel un Ei, döstige Frünn’ und Deern mit ordentlich Holt vör de Döör. Un am Enn’ kriegt noch eener wat voer´t Gatt!

EN LÜTTEN TICK DÖÖSBATTELIG 

MK: Auf dem Flyer steht, dass Frauen, die da im Badeanzug antanzen, freien Eintritt kriegen. Was soll der Scheiß denn?

HD:  Nee, im Baadantog sallen dee nich intrudeln, um dee Tittbüdel geiht dat, dormit dee breidbeenigen Bengels marken, dat Sommer is.

MK: Das ist so platt wie dein Dialekt und außerdem ganz schön sexistisch. Dabei sind das doch alles Studierende, wieso denken die sich denn bloß so einen Unfug aus?

mensaclub greifswald logoHD: Mak di nich inne Büx. Dat deit nix, of Hoochschoeler or nich, en lütten Tick döösbattelig sünd dee uk mit ‘n Afsluss anne Universität. Kannst froh sien, dat du dee Beerbuuken der Dussels nich ook noch ankieken möötst!

MK: Meine Party wird das ganz bestimmt nicht und ich überlege mir was Vernünftigeres. Am Sonnabend ist doch die Soliparty für den Slutwalk in Berlin, mit dem gegen Vergewaltigungsmythen demonstriert wird, Stichwort: “Was trägt sie auch so ein kurzes Kleid”.

HD:  Dat kümmt so hen. Un da sien auch Sünndag in dee Fröh um Klock söben die beeden Griepswolder Luusbengels von Verschnibbt & Zugenäht und maken dee Danz op de Deel in dee Schankstuuv ://about blank.

MK: Na denn man tau!

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Im Gespräch mit den Gender Bender Action Days

Tuesday, May 8th, 2012

Am 17. Mai beginnt mit den Gender Bender Action Days (G*B*A*D) ein viertägiger Veranstaltungsmarathon mit Vorträgen, Workshops, Parties und Konzerten, der dieses Jahr in nunmehr zweiter Auflage stattfinden wird. Neun Tage sind es noch bis zur Auftakt-Party — Zeit genug, um mit den beiden Mitorganisatorinnen Piet und Charly über verbogene Rollen, Polyamorie und Selbstverteidigung zu sprechen.

gender bender

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