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Posts Tagged ‘Internet’

Urbanisierungsoffensive: hansemetro Greifswald will die Stadt verbinden

Tuesday, May 7th, 2013

Es weht ein neuer Wind in der festgefahrenen Verkehrsdebatte der Hansestadt Greifswald. Bislang drehte diese sich vornehmlich um die Rivalität zwischen motorisiertem und nichtmotorisiertem Individualverkehr, um einen Busbahnhof, der nicht nur zu teuer, sondern auch viel zu spät fertiggestellt wurde, oder um einen Brückenpoller, der die Stadtkasse mittlerweile einen sechsstelligen Betrag kostete.

MIT DER U5 NOCH SCHNELL ZUM STRAND

Metro

Je hitziger die Diskussionen, desto abenteuerlicher waren die unterirdischen Lösungsvorschläge: statt einer befahrbaren Brücke in Wieck solle man einen Tunnel unter den Ryck bauen und auch der Streit um die Diagonalquerung wäre zu lösen, wenn die Fahrradfahrer unter der Europakreuzung hindurch fahren könnten. Nun bringt ein neuer Debattenbeitrag einen bereits mehrmals geäußerten Vorschlag zurück aufs Tableau — die Errichtung eines kombinierten S- und U-Bahnnetzes in Greifswald, dessen Fehlen ein “ernsthaftes Hindernis für die urbane Entwicklung der Stadt” darstelle.

(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Mit der hansemetro Greifswald liegt jetzt ein nahezu ausgereiftes, bislang streng geheimes Konzept für ein solches Verkehrsnetz vor, mit dem sich die Attraktivität der Hansestadt “astronomisch steigern” lassen soll. Im Zuge dieser Planungen wurde bereits ein mögliches Streckensystem erdacht, das einen Großteil des Greifswalder Stadtgebietes umfasst und darüber hinaus das Umland mit der Hansestadt verbindet.

Drei S-Bahnlinien führen über die Stadtgrenzen hinaus und verbinden Greifswald mit den Städten Stralsund, Anklam und Wolgast. Darüber hinaus sorgen sechs U-Bahnlinien für schnelle und unkomplizierte Erreichbarkeit fast aller Stadtgebiete sowie wichtiger Anlaufpunkte. So fährt beispielsweise die U5 über die Stadtrandsiedlung, Schönwalde und Wieck bis nach Wampen (Haltestellen: Naturstrand und Wampen Central), mit der U3 kommt man bis zum Caspar-David-Friedrich-Blick, die U2 hält am Rubenow-Platz und die U4 bringt einen direkt zum Tramperspot in der Gützkower Landstraße.

Metro Greifswald

(Abbildung: hansemetro Greifswald)

BÜRGERBETEILIGUNG, FAHRRADMITNAHME UND RAUCHVERBOT

Die Greifswalder Bürgerschaft stimmte bislang noch nicht über den Bau des Megaprojekts hansemetro ab. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis auch die letzten Zweifler davon überzeugt sein werden, dass die Weichen für diese Baumaßnahme gestellt werden müssen, bevor die Schwesterstadt Stralsund auf diese Idee kommt und Greifswald die benötigten Fördermittel wegschnappt. Doch bevor die ersten Rammarbeiten beginnen können, sind noch viele Gespräche zu führen. Zum Beispiel werden die klammen Nachbarstädte und -gemeinden erst noch den Nutzen, den das Greifswalder Verkehrsprojekt für sie haben wird, erkennen müssen, bevor sie sich bereit erklären, ihren finanziellen Anteil daran zu tragen.

Hansemetro logoAuch Axel Hochschild, Dampfross und Fraktionsvorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, wird man versichern müssen, dass das Mitführen von Fahrrädern in der U-Bahn untersagt wird, damit keine Verkehrsgruppe eine Vorzugsbehandlung erfährt. Hier und da wird auch noch mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege über behutsame Veränderungsmaßnahmen des Stadtgrunds zu verhandeln sein.

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Obwohl die hansemetro Greifswald noch auf dem Wartegleis steht, bemühen sich die Köpfe hinter dem Projekt bereits um die Gunst der Bevölkerung und machen im sozialen Netzwerk Facebook ganz modern auf Bürgerbeteiligung — man hat eben aus Stuttgart 21 gelernt und ist jetzt sehr offen für die Bedürfnisse der späteren Nutzer. Auf diese Weise werden auch schon mal kleine Sonderwünsche — etwa eine Ausnahmeregelung zum generellen Rauchverbot am Eingangstunnel Neuer Campus/Geokeller — in die Planungen integriert. So verwandelt man potentielle Wutbürger in verkehrshungrige Komplizen, damit den feuchten U-Bahn-Träumen der Urbanisierenden nichts mehr im Wege steht.

 (Abbildung: Logo hansemetro Greifswald)

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Humorvolle Verdichtungen: “When you really live in Greifswald”

Tuesday, April 9th, 2013

Laufstege und Hörsäle, Prokrastination und Hausarbeiten, Musik und Mensaclub, Pay-More-Wall und Geokeller, Promiskuität und Erasmus, Scherben und Radwege oder beim WG-Casting wieder mal als Letzter auf der Bank — das Leben als Studierende in Greifswald bietet Erzählstoff und geizt nicht gerade mit Klischees. (more…)

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Mitfahrgelegenheit.de führt Gebühren ein und macht die Rudelfahrten teurer

Wednesday, April 3rd, 2013

Kurz vor den Osterfeiertagen änderte das Onlineportal Mitfahrgelegenheit.de seine Spielregeln und sorgte damit bei seinen Nutzern für eine Welle der Entrüstung, da diese nun für die Vermittlung von gemeinsamen Fahrten zur Kasse gebeten werden. “Einfacher”, “verbindlicher” und “zuverlässiger” sollen die Angebote nun sein, doch die Reaktionen auf die Umstellungen, die sich in den letzten Tagen im Internet zusammenbrauten, lassen das Gegenteil vermuten.

KOSTENGÜNSTIGE MITFAHRIDYLLE DURCH GEBÜHREN BEDROHT 

MitfahrgelegenheitDer Vermittlungsdienst für Fahrgemeinschaften mit dem Auto oder der Bahn dominiert klar den Markt der Mitfahrgelegenheiten, denn die nach eigenen Angaben über knapp 4,5 Millionen Nutzer garantieren ein fast flächendeckendes Paralleluniversum des privatisierten, aber mitunter akribisch organisierten Personenverkehrs. Mit Hilfe einer einfachen Suchmaske werden die nach Startpunkt, Datum und Destination gefilterten Fahrten und Fahrtgesuche sowie die dazugehörigen E-Mailadressen oder Telefonnummern aufgelistet.

Auf diese Art kommen unzählige Menschen zusammen, die gemeinsam pendeln, sich die Mehrpersonenangebote der Bahn teilen und so etwas Ähnliches wie ein bezahltes Trampen2.0 konstituieren. Das Idyll der durch Mitfahrgelegenheit.de vermittelten Rudelfahrten ist durch die Umstellung allerdings ins Wanken geraten.

Video (01:21)

Die Seite gehört ebenso wie ihr Zwilling Mitfahrzentrale.de dem Unternehmen Carpooling. Im vergangenen Sommer beteiligte sich die Daimler AG mit acht Millionen Euro an der Firma und stieg damit ins Mitfahrgeschäft ein. Jetzt wird die Gebührenfreiheit, mit der man sich in den Anfangstagen von der Konkurrenz abhob, über Bord geworfen — für die Vermittlung von Mitfahrten über Strecken von mehr als 100km werden von nun an 11 Prozent des Fahrpreises fällig.

FAHRTEN WERDEN TEURER UND WENIGER SPONTAN  (more…)

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Greifswalder Inszenierung “Das Fest” gehört zu den wichtigsten Stücken 2012!

Monday, February 11th, 2013

Bis zum 7. Februar ließ das Theaterportal nachtkritik.de seine Leserinnenschaft über die besten Inszenierungen des zurückliegenden Jahres abstimmen. Zur Wahl stand dabei 48 Stücke, unter anderem Ute Koschels Umsetzung des dänischen Dogma-Klassikers Das Fest. Die Inszenierung am Theater Vorpommern gehörte bei der Abstimmung, an der über 4000 Wählende teilnahmen, zu den zehn besten Stücken.

nachtkritik logoIn einem Artikel zur Auswertung der Wahl konstatiert Nachtkritiker Wolfgang Behrens einen Überraschungserfolg zahlreicher vermeintlicher Außenseiter —  zum Beispiel des St. Pauli Theaters, des Staatstheaters Nürnberg, des Theater Vorpommerns und des Theaters Biel-Solothurn — gegenüber den etablierten Schwergewichten der Branche. Die Gründe hierfür vermutet er in der engen Bindung zwischen dem Publikum und den überregional weniger beachteten lokalen Theatern. Im Fall der Greifswalder Inszenierung kommt laut Behrens diesen Bindungen aufgrund der Nichtverlängerungen vieler Ensemble-Mitglieder eine noch gewichtigere Rolle zu.

Die zehn Gewinner der Abstimmung, die damit symbolisch am virtuellen nachtkritik-Theatertreffen 2013 teilnehmen, sind:

  • Das Fest von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov (Theater Vorpommern Greifswald)
  • Der (kommende) Aufstand nach Friedrich Schiller (Oldenburgisches Staatstheater)
  • Der Revisor von Nikolai Gogol (Residenztheater München)
  • Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth (Wiener Festwochen, Volksbühne Berlin)
  • Immer noch Sturm von Peter Handke (Staatstheater Nürnberg)
  • Krieg und Frieden nach Leo Tolstoi (Ruhrfestspiele Recklinghausen, Centraltheater Leipzig)
  • Mit wem soll ich jetzt schweigen nach Peter Bichsel (Theater Biel-Solothurn)
  • Murmel Murmel von Dieter Roth (Volksbühne Berlin)
  • P project von Ivo Dimchev (ImPulsTanz Wien, HAU Berlin)
  • The King’s Speech von David Seidler (St. Pauli Theater Hamburg)

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Paarungsanbahnungen im Netz: Spotted & Bibflirt

Wednesday, January 23rd, 2013

Es war ja nur eine Frage der Zeit, dass der neueste Trend der sozialen Netzwerkerei auch in Greifswald ankommen und hier mit Begeisterung aufgenommen würde. Die Rede ist von den sogenannten Spotted-Seiten, über die seit kurzem viel geschrieben wird.

BALZPLATZHEROES

bibflirt

Dahinter steckt ein Import aus dem angelsächsischen Facebook-Bezirk, mit dem das Flirten leichter werden soll. Die Idee dieser Seiten ist simpel: auf einer ortsbezogenen Fanpage, wie zum Beispiel Spotted: Newcastle Robinson Library, werden Anbahnungsgesuche kanalisiert, mit denen zukünftige Ex-Partner vom anonymen Begehr in Kenntnis gesetzt werden —  zumindest, sofern sie das Geschehen auf der öffentlich einsehbaren Annäherungsplattform verfolgen.

Wer sich für eine Person interessiert, feilt an einem starken Text und schickt diesen zu den Seitenadministratoren, die das Gesuch auf der Plattform veröffentlichen. Derlei Zuneigungsbekundungen werden dann in amourösen Inseraten wie diesem hier vom vergangenen Sonnabend, das noch immer ein unbeantwortetes Dasein fristet, artikuliert:

“Wer ist die süße Blondine die jeden Montag um kurz nach 12 in der Bahnhofstraße bei den Sprachkursen wartet ? … Langes, blondes Haar, Brille und stehts einen verführerisch, erotischen Blick in die Luft werfend … ich würd dich liebend gerne mal woanders treffen als in der Uni ;)

Andere Texte werden dagegen durchaus beantwortet und dabei wurden nicht nur einmal die umschwärmten Personen umgehend verlinkt.  Diese Art der technisch vermittelten Partnerakquise läuft aber nicht nur in Sachen Datenschutz auf dünnem Eis, sie bietet natürlich auch für Spott und Häme  eine Plattform  – das Internet kann bekanntlich ein raues Pflaster sein.

WER WIRD MILLIONÄR?

Auf den rasenden Spotted-Zug sind nun auch ein paar Studenten der Universität Heidelberg aufgesprungen, die den Balzplatz von Facebook hinaus ins freiere Internet führen wollen. Biblove heißt ihre Website, die sich derzeit massiver Zugriffe erfreut und sich auf Kupplungen im universitären Dickicht zwischen Bibliothek, Vorlesung und Mensa konzentriert.

Video (01:39)

Hier kann jeder anonym eine Flirtbotschaft verschicken und anbandeln, was das Zeug hält. Sortiert nach Städten, findet man sich auf dem Feld der einsamen Herzen und liebestollen Geisteswissenschaftler schnell zurecht. Und man kann sogar auf die Inserate antworten und sich melden — na endlich!

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Die Bibflirter versuchen nun, die Spotter auf ihre Seite zu bringen. Eine stark frequentierte Plattform im sozialen Netz kann schließlich auch sehr profitabel sein  – oder auch nicht, wie es die Verlagsgruppe Holtzbrinck zu spüren bekam, nachdem sie vor einigen Jahren die damals sehr erfolgreichen VZ-Netzwerke kaufte und damit drei Jungunternehmer reich machte. Heute sind StudiVZ und seine Ableger verwaiste Orte, das Millionengrab wurde inzwischen weiterverkauft.

Bei Facebook gibt es für die Greifswalder Netzsphäre gleich mehrere Seiten mit unterschiedlicher Reichweite. Das Zeug zur unterhaltsamsten Präsenz dürfte Ver-Spotted: Universität Greifswald haben, die der Idee mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit begegnet.

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Entwendete Stolpersteine: Polizei ermittelt und der Schwarm sammelt Geld für schnelle Wiederherstellung

Saturday, November 10th, 2012

In der Nacht zum 9. November wurden alle in Greifswald verlegten Stolpersteine, mit denen seit 2008 an das Schicksal der im Dritten Reich deportierten und ermordeten Juden erinnert wurde, entwendet.

Nachdem ZeitOnline über diesen pietätlosen Akt am historisch schwer belasteteten Gedenktag berichtete, brach sich gestern im Netz die Empörung darüber Bahn. Über Facebook und Twitter wurde eine rasch gegründete Crowdfunding-Intitiative verbreitet, deren Geburtshelfer diesen Angriff nicht akzeptieren wollen und Geld für die Verlegung neuer Stolpersteine in Greifswald sammeln.

Greifswalder Stolpersteine

Picture 1 of 12

Pharmakologisches Institut. Rudolf Kaufmann arbeitete hier bis 1933. 1937 wurde ihm die Promotion aberkannt. 1942 wurde er erschossen.

(alle Fotos & Texte: Dr. Michael Gratz, CC)

Über die Schwarmfinanzierungsplattform Pledgebank wurden binnen eines Tages unter dem Arbeitsversprechen “Ich werde 12 Euro für Stolpersteine in Greifswald spenden, wenn 100 andere Menschen aus dem gleichen Ort das Gleiche tun” 117 Spendenzusagen gesammelt. Damit wurde die anvisierte Unterstützerinnenzahl übertroffen.

2500 BELOHNUNG FÜR HINWEISE AUF TÄTER

Auch die Polizei geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Täter aus und vermutet einen Zusammenhang zur NPD-Demonstration in Wolgast. Sie bittet die Bevölkerung “eindringlich” um Mithilfe und hat die Ermittlungen aufgenommen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wurde eine  Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgesetzt.

  • Pledge “Stolperstein” (pledgebank, 09.11.12)
  • Unbekannte reißen in Greifswald sämtliche Stolpersteine aus (ZeitOnline, 09.11.12)
  • Polizeipräsident verurteilt hinterhältigen Anschlag auf Stolpersteine – 2.500 Euro als Belohnung ausgelobt (PM Polzei MV, 09.11.12)
  • Unbekannte entfernen Stolpersteine in Greifswald (webMoritz, 09.11.12)

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Hausdiener fürs Luxusapartment gesucht

Tuesday, October 2nd, 2012

Ein großzügiger Lebensstil zwischen gekühltem Champagner und hilfsbereiten Bediensteten ist in der Regel nicht nur eine Frage des Alters, sondern hängt vor allem vom persönlichen Reichtum ab. Im inoffiziellen Forum der Universität sorgt seit etwa zwei Wochen der frisch angemeldete Benutzer Justin92 mit seinen Beiträgen für allgemeine  Heiterkeit bei den übrigen Foristen.

WIE MAN SICH BETTET: EIGENTUMSWOHNUNG MIT SAUNA UND GARAGE

Der passionierte Segler Justin92 beginnt im kommenden Wintersemester sein BWL-Studium in Greifswald (“nicht so n Schnulli, sondern was Vernünftiges”) und ist schon vor Beginn seines Studiums mächtig stolz auf seinen Intellekt: “Ich studiere, da muss man wohl intelligent sein. Jeder Trottel kann heutzutage Abitur machen. Stimmt! Aber nicht mit 1.2, wie ich.”

Da er aus Hamburg kommt und Mitte September noch keine Wohnung in Greifswald hatte, war Justin92 leider gezwungen, im Hotel zu übernachten. Man kann dem Leidgeprüften eigentlich nur wünschen, dass das dort angebotene Büffet seinen Ansprüchen genügte und er seine Wohnsituation inzwischen ändern und verbessern konnte. Um dies zu bewerkstelligen, inserierte der von seinen Eltern unterstützte Studienanfänger eine Suchanzeige, mit der er eine schön gelegene Eigentumswohnung mit “exklusiver Ausstattung und dem gewissen Flair” finden wollte. Bei den bisherigen Besichtigungen war bislang leider noch nicht das passende Angebot dabei. Schade.

her mit dem schönen leben(Foto: schwarzwelt, HeiseFoto)

Dabei fallen Justin92s Vorstellungen einer gemütlichen Unterkunft sehr konkret aus: 3-4 Zimmer sollte sie haben, eine Einbauküche, ein Bad mit Badewanne, einen Balkon, eine Garage für das schnelle Auto und gerne auch eine Sauna. Eigentlich ist es doch bedauerlich, dass es hierorts so wenig Appartements mit Pooldach gibt.

ORDNUNG MUSS SEIN: HAUSDIENER ZUM PUTZEN UND FÜR FRISCHE BLUMEN

Damit sich der angehende Betriebswirt mit “viel Muße dem Wissenserwerb widmen kann”, möchte er möglichst wenig Zeit für die Ordnung in den sprichwörtlich eigenen vier Wänden opfern und sucht stattdessen eine “treue Seele”, die ihm diese Haushaltsarbeiten abnimmt.

Die von ihm in einem anderen Inserat ausgeschriebenen Dienste (“Hausdiener gesucht”) dürften eine Einzelperson, insbesondere eine, die gleichsam Wissenserwerbsambitionen hegt, gehörig auf Trab halten, denn zu den Aufgaben des zukünftigen Butlers gehören:

  • Putzen, Staubwischen, Bad reinigen (3x die Woche)
  • Betten machen (täglich)
  • Wäsche waschen, Hemden bügeln (ca 2x pro Woche)
  • Geschirr spülen (täglich)
  • Lebensmitteleinkäufe tätigen (1-3x pro Woche)
  • Müll vor die Tür bringen (täglich)
  • frische Schnittblumen besorgen (1x die Woche)
  • in meiner Abwesenheit Briefe und Pakete annehmen

Die Arbeitszeiten, um diese Aufgaben zu erledigen, variieren dabei von werktags 8-16 Uhr bis zu den 3 Stunden, die jeweils am Sonnabend und Sonntag zur Mittagszeit zu absolvieren sind. Nach vorheriger Absprache soll es sechs Wochen Urlaub zuzüglich der gesetzlichen Feiertage geben. “Referenzen im Housekeeping” sind erwünscht und ein dienstliches iPhone wird der besseren Erreichbarkeit wegen von Justin92 gestellt. Ist das nicht Klasse?

“ICH HAB EIN SCHNELLES AUTO, iPAD, GENUG GELD UND CHAMPAGNER IM KÜHLSCHRANK. KURZ: ICH  WEISS, WIE MAN LEBT UND FRAUEN VERWÖHNT”

Ob es sich bei Justin92 um eine reale Person oder um eine Internetkunstfigur handelt, weiß niemand. Das spielt für diese kleine Anekdote auch keine besonders große Rolle. Spannender sind die von ihm im Forum veröffentlichten Beiträge, die bei einem nicht geringen Teil der Netzgemeinschaft für neidgeschwängerte Reaktionen der Ablehnung sorgten, während sie andere zur kollektiven Spielerfahrung mit einem mutmaßlichen Troll animierten.

Video (03:19)

Wer schmunzeln oder sich die Haare raufen möchte, sollte sich unbedingt mal Justin92 genauer ansehen, der sich in einem anderen Forumsthread folgendermaßen selbst beschreibt: “Ich seh gut aus, groß, blonde Haare, durchtrainiert, mit vielen Muskeln. Bin intelligent (BWL-Student). Ich hab ein schnelles Auto, iPad, genug Geld und Champagner im Kühlschrank. Kurz: ich weiß, wie man lebt und Frauen verwöhnt.” Was soll man dem noch hinzufügen?

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