Kinder müssen draußen bleiben!

Ein Gastbeitrag von Jonathan Föhr

In der Benutzungsordnung für die Greifswalder Universitätsbibliothek fehlt ein entsprechender Passus. Studierende mit Kindern müssen dennoch damit rechnen, an der Tür abgewiesen zu werden. Auch an der Rostocker Universität stoßen sie nicht immer auf Verständnis. Dort versuchte das Studierendenparlament, Kindern ein kostenloses Mensaessen streitig zu machen.

IN DER GREIFSWALDER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK SIND KINDER UNERWÜNSCHT

Im Internet präsentiert sich die Bibliothek der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald als eines der „modernsten bibliothekarischen Dienstleistungszentren“ und wirbt mit allerlei Servicemöglichkeiten und Barrierefreiheit. Die Betreuung von Kindern gehört nicht zum Dienst am Kunden, denn die sind in der universitären Einrichtung in der Felix-Hausdorff-Straße unerwünscht.

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So wurde ein dreijähriges Kind von einer Mitarbeiterin zum Beginn des neuen Jahres harsch der Bibliotheksräume verwiesen. Für Kinder sei dort kein Zutritt, die Bibliothek nicht „kindersicher“. Ein Hinweis, dass kleine Kinder keine Hunde seien, war vergebens und die Diskussion beendet. Da man Kinder weder draußen anleinen noch wie eine Jacke an die Garderobe hängen kann, warteten Mutter und Kind schließlich im Foyer auf ihre Begleitung mit den entliehenen Büchern.

Müssen Kinder auf Verordnung zwingend draußen bleiben, kann der Bibliotheksbesuch für Alleinerziehende ohne eine flexible Kinderbetreuung schnell zur logistischen Herausforderung werden. Während die städtische Kinderbibliothek in der Knopfstraße die Jüngsten gezielt mit Angeboten lockt und Universitätsbibliotheken in anderen Städten mit Spielecken, Kinderbüchern und Wickelräumen werben, setzt man in der Greifswalder Unibibliothek auf den Ausschluss von Kindern.

(Foto: thinkaholic via Flickr)

Ein Blick in die Benutzungsordnung verrät zwar: Bücherwürmern jüngeren Alters ist die Anmeldung zur Bibliotheksnutzung mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten ausdrücklich erlaubt und der Besuch der Einrichtung nicht verboten. Dort müssen sie sich jedoch erst einmal der Türstehermentalität widersetzen. Nachfragen haben ergeben, dass „architektonische Sicherheitsmängel“ für ein „Kinderverbot“ ausschlaggebend seien. Doch auch um bissigen Bibliothekaren und bösen Blicken zu entgehen, müssen vor allem jüngere Kinder vor einem Besuch solcher „modernen Dienstleistungszentren“ gewarnt werden.

ROSTOCKER STUDIERENDENSCHAFT GÖNNTE KINDERN DAS ESSEN AUF DEM TELLER NICHT

In den Mensen der Rostocker Universität erhalten Kinder seit dem 1. Juni 2010 einen sogenannten Kinderteller. Das kostenlose Angebot für Kinder bis zum 10. Lebensjahr ist kaum bekannt und hält bürokratische Hürden bereit: Jedes Jahr will beim Studentenwerk ein neuer Kinderausweis beantragt und im Verbund mit dem Studierendenausweis bei jedem Mensabesuch vorgelegt werden. Selbstredend werden die Speisesäle nach wie vor nicht von Kindern überrannt. Trotzdem machte wenige Tage nach der Einführung ein Teil der Studierenden gegen das kostenlose Kinderessen mobil.

Das Studierendenparlament (StuRA), das höchste Organ der verfassten Studierendenschaft, forderte mit einem Beschluss vom 9. Juni, „angesichts der aktuellen Beitragserhöhung [der Semestergebühren; d. A.] um 5 Euro […], den Kinderteller nicht weiter zu verschenken.

Insbesondere der Liberalen Hochschulgruppe (LHG), die vorgibt, für die Vereinbarkeit von Familienplanung und Studium einzutreten, ist der Kinderteller ein Dorn im Auge. Sinngemäß auf die Warnung vor „spätrömischer Dekadenz“ rekurrierend, wittert die FDP-nahe Gruppierung hinter dem Angebot eine Einladung zum Missbrauch: „Die Ausgaben des Studentenwerks sollen auch den Studenten zugute kommen und nicht Tagesmütter fördern“.

(Foto: Ken_Mayer)

Hinsichtlich der Erhöhung der Semesterbeiträge wirft sie dem Studentenwerk „Fehlplanungen“ vor und konstruiert einen Zusammenhang mit der Einführung des Kindertellers. Dieser waghalsigen Erbsenzählerei der Liberalen zum Trotz hält das Studentenwerk am kostenfreien Kinderessen fest. Mit einem neuerlichen Beschluss versuchte das im Oktober neu konstituierte Studierendenparlament in der Vorweihnachtszeit, die Wogen zu glätten. Seit dem 15. Dezember begrüßt nun auch die Rostocker Studierendenschaft den Kinderteller. Wäre das hochschulpolitische Treiben öffentlich wahrnehmbarer, wäre der Vorgang wohl als „Kinderteller-Skandal“ unter der Rubrik „Kuriositäten und Geschmacklosigkeiten“ in die Annalen der Universitätsgeschichte eingegangen.

WIE WILLKOMMEN SIND KINDER AUF DEM CAMPUS?

Zweifelsohne werden an den Hochschulen zunehmend Maßnahmen getroffen, um Benachteiligungen von Studierenden mit Kindern abzubauen. Strukturelle Probleme aber bleiben. Ein familienfreundliches Klima wird an den Universitäten von Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig mit redlichem Engagement vermarktet, aber im Hochschul-Alltag nur in wenigen Bereichen gelebt. Kinder sollten nicht nur geduldet, sondern willkommen geheißen werden.

Der Vorfall in Greifswald zeigt, dass nicht einmal die Duldung common sense ist. Deshalb sei an dieser Stelle ein Lehrbuch von Ekkehard von Braunmühl empfohlen: Zeit für Kinder: Theorie und Praxis von Kinderfeindlichkeit, Kinderfreundlichkeit, Kinderschutz. Es befindet sich auch im Präsenzbestand der Greifswalder Universitätsbibliothek. Wenngleich die Ausleihe für Studierende nicht möglich ist, gereicht der einfache Zugang für Mitarbeitende der Bibliothek zum Vorteil. Zum Glück gibt es auch noch andere Bibliotheken.

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20 Gedanken zu „Kinder müssen draußen bleiben!

  1. frag doch mal, worin die sicherheitsmängel bestehen.

    antwort: in der ub sind die geländer durch horizontale sprossen umgesetzt. das wirkt wie eine leiter und lädt zum klettern ein.

  2. „Kinder müssen draussen bleiben!“ hm. Bibliothek. hm. Schlimm? Können Sie nicht draussen mit einer Bekannten eine Schneeballschlacht machen, während man ins Gebäude huscht und in Ruhe seine Bücher holt, anstatt mitgenommen, von allen Seiten zur Ruhe ermahnt, hinterherzutrotten? Kinder wollen meistens nicht leise und folgsam sein. Ich habe zwei und weiß wovon ich rede. Auch auf einen kurzen Ausflug ins Leben einer Alleinerziehenden kann ich zurückblicken und weiß, dass man ein Talent zur Organisation besitzen sollte, aber das sollte man mit Kindern generell. Es ist mein selbstausgesuchtes Leben mit Kindern und ich persönlich erwarte nicht, dass die ganze Welt darauf Rücksicht nimmt. Klar kann man schimpfen:
    auf nicht abgesenkte Bürgersteige, die mich kinderwagenhebend zur stärksten Frau der Welt machen;
    hohe Krippenkosten, die die Hälfte des Einkommens gleich wieder auffressen;
    intolerante Bibliotheksangestellte 😉 ;
    Kinderschuhe, die nach 2 Wochen auseinanderfallen, obwohl sie so teuer waren, wie meine Schuhe, die schon seit 3 Jahren halten;
    Süßigkeiten an Supermarktkassen;
    Hundescheisse auf Spielplätzen;…
    usw….
    Schimpfen macht aber nur schlechte Laune und hilft meistens auch dort nicht weiter, wo ich es vorher mit einem netten Gespräch versucht habe, was vielleicht vergeblich war, weil sich jemand zu Recht nicht für meine Kinder verantwortlich fühlt.
    Ein staatlich finanziertes Paralleluniversum (in Mini) für Kinder zu schaffen, halte ich für verkehrt. Es wird immer Orte geben, an denen Kinder nicht willkommen sind und sich vielleicht sogar nicht wohlfühlen, weil diese Orte Erwachsenen vorbehalten sind.
    Hm. 😉
    P.S. Mein Schreibtisch ist für meine Kinder tabu.
    …und jetzt teert und federt mich!

  3. Hmm, wir LHGn sind unabhängig voneinander, also kann ich ebenso nur den Text der Rostocker Kollegen interpretieren. Nur ich lese da (http://www.lhg-rostock.de/index.php?option=com_content&view=article&id=52&Itemid=65) heraus, dass die LHG Rostock durchaus FÜR ein Kinderessen ist. Anhand der Forderung scheint es bislang so zu sein, dass jeder, auch Nicht-Hochschulangehörige, das entsprechende Angebot erhalten können. Dagegen scheint m. E. die LHG Rostock zu sein und fordert ein Kinderessen nur für Studenten mit Kindern.
    Um ehrlich zu sein, gelange ich zur Interpretation, dass sie unbedingt gegen das Kinderessen seien, nur mit viel gutem, oder wohl eher schlechtem, Willen.

  4. in manchen uni-bibliotheken gibt es mittlerweile spezielle arbeitsplätze für eltern, die ihre kinder mitbringen, also einen extra-raum mit schreibtisch, wickeltisch und spielecke. ich habe das mit meiner tochter noch nicht ausprobiert, aber das scheint mir eine gute lösung für eltern zu sein, die gezwungen sind, in der bibliothek zu arbeiten, da bestimmte bücher, größere nachschlagewerke und zeitschriften in der regel ja nicht ausgeliehen werden können und es dann oft eben nicht damit getan ist, schnell mal „ins gebäude zu huschen.“

    ich verstehe aber auch die mitarbeiter der bibliothek. die gründe, warum man kinder nicht hineinlässt, dürften ungefähr die gleichen sein wie die, warum man hunde nicht hineinlässt: laute, schwer zu unterbindende geräusche, verschmutzungsgefahr für die bücher (denn das ist die bibliothek nun mal in erster linie: ein sicherer aufbewahrungsort für bücher, kein kindergarten), gefährdung der arbeitsatmosphäre für alle übrigen benutzer, die ja auch nicht zum spaß gekommen sind. die kritisierte „türstehermentalität“ hat also durchaus ihren guten sinn. wenn alle studierenden eltern ihre kinder beispielsweise mit in die lehrveranstaltungen nehmen würden, könnte vermutlich auch kein sinnvoller unterricht mehr stattfinden.

    es müssten sich aber lösungen finden lassen, die es eltern ohne alternative trotzdem möglich macht, irgendwie zu arbeiten. wie gesagt: anderswo gibt es die bereits.

  5. Uni -Bibliothek:
    Hund mit…
    Handy mit…
    Kind mit…

    Yippie!!!

    Viel Spaß beim in Ruhe lernen!!!

    Die Diskussion kann ich als alleinerziehende Mutter, Hundebesitzerin und Handybesitzerin nicht nachvollziehen!

    Wer muß wo und warum auf wen Rücksicht nehmen???

    Im Kindergarten gibt es keine Elternecke:)

  6. „Schimpfen macht aber nur schlechte Laune“. Schimpfst du gerade darüber, dass hier Kritik geübt wird? Ist ja nicht so, dass gegen die u.a. von dir benannten Probleme kein Kraut gewachsen ist. Die Ü-Eier – in Griffweite der Kinderhände – an der Kasse können von mir aus gerne andernorts verstaut werden. Die Verbraucherschutzministerin hatte Händler mal gebeten, Süßigkeiten an der Kasse durch Obst zu ersetzen… Auch möchte ich kein Paralleluniversum für Kinder, sondern interkulturell kompetente Institutionen im Hier und Jetzt, die sich auf unterschiedliche Bedürfnisse einstellen.

    Was die Liberale Hochschulgruppe in Rostock da treibt und schreibt, ist einfach blanker Populismus. Der Kinderteller in Rostock ist nicht für „Hunz und Kunz“ zugänglich. Er wird wie beschrieben nur im Zusammenhang mit einem entsprechend beantragten Kinderausweis und dem Studierendenausweis ausgegeben. Tagesmütter haben also gar keine Gelegenheit um in den Genuss dieser Vergünstigung zu kommen. Ich habe in der Mensa aber auch noch nie Tagesmütter getroffen und es ist eine Seltenheit überhaupt Kinder zu dort zu sehen. Warum nur?

    Gleiches gilt für die Bibliothek. Wenn Eltern dort länger arbeiten wollen, müssen sie sich ohnehin vorab um eine Betreuung für ihr Kind kümmern. Wie soll es auch anders funktionieren, wenn ihnen dort jedwede Beschäftigung versagt wird, weil es keine Spielmöglichkeiten gibt. Das Kinder aber erst gar keinen Zutritt erhalten, finde ich – wie schon zum Ausdruck gebracht – völlig daneben. Genauso wie das Bild von Kindern, das hier gemalt wird: „die gründe, warum man kinder nicht hineinlässt, dürften ungefähr die gleichen sein wie die, warum man hunde nicht hineinlässt“. Probleme mit dem Geräuschepegel oder Verschmutzungsgefahr (?) halte ich für sehr weit hergeholt.
    Also doch keine Sicherheitsmängel?

  7. frag doch mal, worin die sicherheitsmängel bestehen.

    antwort: in der ub sind die geländer durch horizontale sprossen umgesetzt. das wirkt wie eine leiter und lädt zum klettern ein.

    Im Erdgeschoss ist das egal.

  8. „Genauso wie das Bild von Kindern, das hier gemalt wird: “die gründe, warum man kinder nicht hineinlässt, dürften ungefähr die gleichen sein wie die, warum man hunde nicht hineinlässt”. “

    ich male kein bild und sage auch nicht, dass hunde kinder sind oder umgekehrt. ich vermute nur, dass die gründe für den ausschluss beider „bevölkerungsgruppen“ aus der uni-bibliothek mindestens vergleichbar sind. das ist, wie wenn ich sagen würde, für das nasswerden in der dusche und das nasswerden im regen lägen die gleichen gründe vor: in beiden fällen sei wasser im spiel.

    „Probleme mit dem Geräuschepegel oder Verschmutzungsgefahr (?) halte ich für sehr weit hergeholt.“

    hast du kinder? ich habe eins. meins ist öfter ziemlich laut. das passiert häufig, wenn es glaubt, ich würde mich mit anderem (z.b. büchern) beschäftigen, sollte mich aber unbedingt mit ihm beschäftigen. es ist für mich selbstverständlich, dass ich andere leute mit diesen geräuschen nicht belästige, wenn ich es vermeiden kann, zumal an orten, in denen ruhe eine entscheidende bedingung dafür ist, dass menschen dort das tun können, um dessentwillen sie dort hingegangen sind.

    mein kind malt auch gern. zum glück bisher noch nicht in meine bücher. bei einer so großen ansammlung möchte ich aber für nichts garantieren.

    klettern findet es auch gut.

    um dafür zu sorgen, dass es all diese dinge in einer bibliothek nicht tut, müsste ich soviel zeit und konzentration aufbringen, dass ich den besuch im endeffekt gleich canceln könnte.

  9. @ralph: meine kinder sind auch so 🙂
    schon komisch, dass eltern es für vernünftig halten, ihre kinder nicht mit in die ub zu nehmen, während es kinderlose leute stört (ich nehme mal an, du hast gar kein kind, jonathan), dass kinder dort nicht mit hinein dürfen.
    ???

  10. Die Bibliothek die schon mal von Kindern überrannt und auseinander genommen wurde, möchte ich gerne mal sehen. Für die Unibibliothek in Greifswald würde ich es mir bei soviel Intoleranz fast wünschen. Es sollte eigentlich keine Rolle spielen, ob ich Kinder habe oder nicht. Ein wenig Empathie und Verstand reicht schon, um hier mitzudiskutieren.

    Kinder sind gern mal laut, manche malen und klettern gerne. Meine Tochter und ich übrigens auch. Den vielen griffbereiten Büchern in meinem Zimmer ist trotzdem noch nie etwas passiert, weil es für Kinder viel spannendere Dinge gibt als unbebilderten Text. Die Malutensilien und das nötige Papier stehen mmer zur Verfügung. Wir gehen auch gerne mal in die Bibliothek. Unsere Erfahrung: Wo alles schweigt, verhalten sich auch Kinder ziemlich ruhig. Nennen wir es Nachahmung und gewiss auch manches Mal Unsicherheit. So geht es doch in der Stadtbibliothek trotz Anwesenheit von Kindern recht ruhig und beschaulich zu. Die Räumlichkeiten müssen eben auch so konzipiert werden, dass sie unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden und es Kinderbereiche gibt, in denen die Lautstärke etwas höher sein kann. Schade das diese Chance bei so einer „modernen“ Einrichtung vertan wurde.

    „Kinder sind nicht nur wichtige Kunden der Bibliothek, ihre Lesekompetenz und Freude am Lesen zu fördern, sollten zentrale Anliegen einer Bibliothek sein.“ http://www.goethe.de/ins/lv/rig/wis/sbi/kib/les/deindex.htm

    Diesem Anspruch könnten und sollten auch die Unibibliotheken gerecht werden. An der HU sorgt zum Beispiel ein Eltern-Kind-Arbeitsbereich dafür, dass weder andere Studierende noch Eltern und Kinder bei ihren jeweiligen Betätigungen gestört werden. Auf 80 Quadratmetern gibt es eltern- und kindgerechte Arbeitsplätze, vielfältige Spielmöglichkeiten und Kinderbücher.

  11. Ich will:

    Trinkschüsseln vor jedem Geschäft…
    Eine Süssigkeit bei jedem Restaurantbesuch..
    Elternbetreuung auf dem Kinderspielplatz…
    Rabatte für Kindervorstellungen…
    auch niedliche Anziehsachen tragen…
    WÖCHENTLICHES TASCHENGELD…

    Vor allem aber möchte ich, dass diese dämliche Gleichmacherei endlich aufhört…

  12. @martin:
    Wie nicht anders zu erwarten war, mal wieder drei Grad am Thema vorbei. (Noch) geht es gar nicht um „Gleichmacherei“. Ehrlichgesagt habe ich mit der Einführung dieses Begriffes erst gerechnet, nachdem mein Hinweis darauf, dass die beklagten Bedingungen es Alleinerziehenden sehr schwer machen, die entsprechenden Bildungsangebote wahrzunehmen. Zu diesem Thema gehört natürlich auch eine Art Uni-Kindergarten etc. Dir als wenig progressivem Mann dürfte das alles ziemlich Hupe sein, so ist zumindest mein Eindruck der letzten drei Jahre, die durch deine Kommentare hier belastet wurden!

    @alle anderen:
    Ich finde die von Ralph und jonathan eingebrachten Modelle mit Eltern-Kind-Arbeitsbereichen sehr vernünftig und würde mir das gerne mal in der Praxis anschauen.

    Was manchen hier als dekadent oder realitätsfern vorkommt, ist in anderen Ländern, in denen Kinder und Kinderbetreuung einen anderen Stellenwert genießt, meines Erachtens nach gelebte Normalität. Daran sollten wir uns orientieren, dann klappts auch mit der Demographie!

  13. einfach die olle automaten-„cafeteria“ im erdgeschoss der UB in ein kinderbespaßungsparadies umbauen, fertig ist der lackaffe.

    statt vertrockneter carazza gibt’s dann caterpillar-schaukelraupen und frühe architektenschule mit bob dem baumeister.

    muss ja nicht gleich so ein amerikanisierter ronald-mcdonald-hallelujah-boing-boing-vergnügungspark sein, man kann ja auch ein paar abgehalfterte entziehungskur-erzieher dahin stellen, die dann von autobahnraststätten geklaute tablettservietten bemalen und dafür sorgen, dass die kleinen am einlass ihre hieb-, schuss- und stichwaffen abgeben.
    wir nennen es dann das kinderparadies „cold turkey“.

  14. Einfach herrlich, diese weinerlichen und asozialen Nido-Eltern, die jegliche Empathie für die Bedürfnisse anderer Zeitgenossen vermissen lassen.

  15. Es geht ja nicht darum, das Kind den ganzen Tag mit in die Uni-Bibliothek mitzunehmen und es dort zu bespassen. Dass dies schon nicht im Sinne des Kindes ist, ist doch jedem klar.
    Aber was ist so schlimm daran, das Kind für die 15-20 Minuten, die man braucht, um Bücher zu holen, mitzunehmen?
    Und ich habe schon erlebt, WIE den Eltern klar gemacht wurde, dass sie ihr Kind nicht mitreinnehmen dürfen. Da ist der Vergleich zum „Hunde müssen draußen bleiben“ gar nicht mal so weit hergeholt.

  16. Kinder scheinen in unserer Gesellschaft immer mehr zu etwas zu werden, was zwar sein muss… aber bitte net im öffentlichen Raum. Kinder sind Privatvergnügen. Und Privat findet gefälligst in den privaten Räumen statt.
    Was läuft in diesem Land falsch, wenn selbst Eltern sich intensiv darum bemühen, möglichst net mit dem Kind aufzufallen? Kinder haben still zu sein und am besten net wahrnehmbar. Andere könnten sich gestört fühlen.
    Um net falsch verstanden zu werden: antiautoritäre Erziehung ist net mein Ding gewesen. Kinder sollten schon wissen, welches Verhalten wo angesagt ist. Meine Kinder haben diese Fähigkeit sehr früh erworben. Eine Bibliothek zu zerlegen wäre ihnen net in den Sinn gekommen. Und wie man sich in der Mensa benimmt wussten sie von klein auf.

  17. @jockel-> Dein Eindruck in allen Ehren. Vielleicht liegt es daran, dass ich das bei mir vorhandene Wissen auch bei anderen voraussetze. So viel ist es nämlich nicht. 😉
    Wir haben eine Bibliothek in Greifswald, in der auch Kinder gern gesehen sind. So richtig mit Malecke und Kinderbüchern. Vergleiche dazu: Stadtbibliothek… Soviel zum Bildungsauftrag, etc.
    Weiterhin gibt es seit 2007 einen Kindergarten der eng auf die Bedürfnisse von Studenten ausgerichtet ist.
    „Kindertagesstätte
    Seit August 2007 wird von der Stadtverwaltung eine Kindertagesstätte mit verlängerten Öffnungszeiten angeboten, organisiert in Zusammenarbeit mit dem ASTA, der Universität sowie der Kita A.S. Makarenko. Regulär ist die Kita wochentags von 06.00 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet (in begründeten Ausnahmefällen von 05.45 Uhr bis 21.00 Uhr).“

    Soviel zum Thema Studierende mit Kindern…

    Wo bitte liegt denn jetzt noch das Problem. Hier schreiben doch selbst Eltern, dass UB und Kinder ein gegenseitiges Missfallen aneinander haben. Wer hier also schreit, die UB müsse kinderfreundlich umgestaltet werden fordert eine unbegründete Gleichmacherei…

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