Salon de la Critique: Die Alternative für Deutschland

Die Euroskeptiker der Alternative für Deutschland verpassten im letzten September knapp den Einzug in den deutschen Bundestag. Das nächste große Ziel der  vom knabenhaften Volkswirt Prof. Bernd Lucke angeführten Rechtspopulisten, die inzwischen auch einen Kreisverband in Vorpommern-Greifswald unterhalten, ist der Einzug in das Europäische Parlament nach der Europawahl im Mai 2014.

Alternative für deutschland logoDiese neue Partei, die im vergangenen Jahr für so viel Furore sorgte, wird heute Abend im Mittelpunkt eines Vortrags stehen, der im Rahmen des Salon de la Critique im IKUWO stattfinden wird. Auf der von der Antifagruppe Defiant organisierten Veranstaltung wird ein Referent von Context. Bausteine für historische und politische Bildung die Partei und ihre Inhalte ins Visier nehmen:

„Die Welle rechtspopulistischer Wahlerfolge ist offenbar in Deutschland angekommen. Wie erklärt sich der rasante Aufstieg der Euro-Gegner? In welchen rechten Gewässern fischt die ‚Ein-Themen-Partei‘ und ist sie gemeinhin dem ‚Rechtspopulismus‘ zuzurechnen? Der Vortrag nimmt Akteure, Programmatik und Wählerschaft in den Blick und versucht, die AfD anhand der Befunde in das Parteienspektrum einzuordnen.“

Fakten: 23.01. | 20.30 Uhr | IKUWO

19 Gedanken zu „Salon de la Critique: Die Alternative für Deutschland

  1. ob man nun erzkonservative katholiken bzgl homosexualität befragt oder ultralinke bzgl anderer politischer gruppen…das urteil wird in beiden fällen vernichtend ausfallen. inwieweit es um eine sachliche diskussion geht und nicht nur um meinungsmache wage ich zu bezweifeln.
    sich zu fragen, ob die afd rechtspopulistisch ist, vorab aber schonmal anzugeben, dass rechtspopulistische wahlerfolge dt erreicht haben, wirkt schon irgendwie grotesk…schließlich soll das ja grade der vortrag klären.
    des weiteren ist es ja nicht so, dass es nicht schon immer euro-gegner gab, nur fehlte bis dahin die entsprechende partei, deren zuspruch zusätzlich durch die eu-politik beflügelt wird. umso interessanter, dass nun kapitalismuskritiker eurokritiker kritisieren!
    weiterhin steht auch gar nicht zur debatte, OB die afd überhaupt in rechten gewässern fischt, nein, es geht nur darum in welchen sie fischt.
    …die meinungen und das urteil stehen doch schon vorher fest und 90% der anwesenden wollen sich heute abend in ihrer meinung bestätigen lassen.
    so wirds kommen wie es kommt und resultat des abends wird sein, dass die afd rechtspopulistisch ist, den liberalen, wie auch den gemäßigten rechten stimmen abzieht und somit dem rechten parteienspektrum angehört.

    was ich ganz interessant finden würde, wäre eine gegenüberstellung von – sagen wir mal – der afd und der linken…damit alle auf ihre kosten kommen! 😀 hier nun ein paar kriterien, welche man bei der linkspartei begutachten könnte:
    wenns um populismus geht, könnte man bei der linken über „no nation, no border“ sprechen.
    beim wählerklientel könnte es um die zahl der linksextremen gehen, von denen „die linke“ ihre stimmen fischt und inwieweit sich das auf das parteiprogramm auswirkt.
    bzgl extremismus könnte man das verhältnis der linken zum staat israel beleuchten…bei der afd müsste man sich da noch einen punkt suchen 😀
    …am ende des abends könnte zudem eine frage lauten, ob man so weit links/rechts sein kann, dass man schon fast wieder auf der anderen seite der parteienlandschaft rauskommt. links wird rechts. rechts wird links. genug schnittstellen, die man untersuchen könnte, gibts ja: extremismus, antisemitismus, (national)sozialismus, gewährung der meinungsfreiheit.

    vermutlich wirds dazu nicht kommen, weil es eine meinungshegemonie gibt, welche das volk über das böse aufklärt. und die bösen sind bekanntlich immer die anderen.

      1. ok, die vom kreisverband wissen ja vermutlich wies ausschaut 😉
        dann müsste ja vermutlich das bashing der afd in hgw ein ende haben. wäre mal ein fortschritt, wenn nicht immer nur die nazikeule rausgeholt wird, sondern sich differenziert mit den thematiken auseinandergesetzt wird – was ja durchaus auch kritisch sein kann.

            1. Es erscheint mir relativ sinnlos, mit jemanden über einen Vortrag zu diskutieren, der ihn nicht gehört hat. Es gab kein Nazi-Bashing und keine Nazi-Keule, aber es wurde — wie schon gesagt — analytisch und differenziert über die AfD gesprochen. Um die Partei mit Rechtspopulismus in Verbindung zu bringen, braucht es nicht mal eine Keule.

              1. nun fand das gebashe ja statt…unabhängig davon ob ich den vortrag gehört hab oder nicht. deshalb kann ich mir diesbezüglich wohl ein urteil erlauben.
                rechtspopulismus – was bedeutet das denn in deinen augen (in bezug zur afd). für mich ist sie liberalkonservativ.

  2. „knabenhaften Volkswirt Prof. Bernd Lucke“ – ich finde es höchst bemerkenswert, dass joachim schmidt, der als hilfskraft beim interdisziplinären zentrum für geschlechterforschung angestellt ist und sich hier oft als großen kämpfer gegen jedweden sexismus geriert, das äußere erscheinungsbild eines ihm missliebigen politikers mit dem prädikat „knabenhaft“ versieht.
    hättest du ihn auch mit einem sein aussehen näher charkterisierenden adjektiv ausgestattet, wenn er annähernd dem „prototyp“ des vor testosteron strotzenden mannes entspräche?

    1. Abgesehen davon, dass ich mich nicht „oft als großen kämpfer gegen jedweden sexismus“ geriere, verstehe „knabenhaft“ nicht als Gegenentwurf zur übermännlichen Testesteron-Bombe, erst recht nicht in einer Gesellschaft, die durch Metrosexualität, Jugendwahn und Anti-Aging mitgeprägt wird. Wenn deine Kritik hier zünden soll, hättest du wenigstens ein paar Textstellen mitliefern können, in der Lucke aufgrund der Normabweichung abgewertet wird, die du mir ihm zu attestieren unterstellst. Wertende Adjektive findest du hier in vielen Texten, positive wie negative. In einem eineinhalb Jahre alten Text über Feine Sahne Fischfilet wurde die Knabenzuschreibung ebenfalls schon mal verwendet, damals übrigens in positivem Zusammenhang. Insofern rate ich dir dazu, mal ganz tief durchzuatmen und von Schnappatmung auf Normalbetrieb umzustellen und dann ganz in Ruhe weiteren beruflichen Aktivitäten von mir nachzustromern!

      1. Ich habe in der medialen Auseinandersetzung mit Herrn Lucke mal die Beschreibung als pennälerhaft vernommen. Das geht in eine ähnliche Richtung, aber auch über bloße Äußerlichkeiten hinaus und fokussiert den sich mitunter einstellenden Eindruck, dass man es mit einem ehrgeizigen Klassenprimus, der von der Schulbank/Universität in die Politik drängt, zu tun hat.

  3. sieht so aus als wären die gläubigen böse, dass du ihren propheten mit dreck bewirfst. auch noch seinem eigenen. das gehört sich jetz aber wirklich nich.
    liberalkonservativ, trololo, geiles wortungetüm. klingt nach marktradikalität der fdp + unverhohlenem rassismus der c-parteien. ;>

  4. marktradikal…ja, stimme ich dir zu. was das angeht, finde ich die afd sogar krasser als die fdp. sehe ich auch durchaus kritisch. etwas mehr soziale note würde der afd durchaus stehen.
    rassistisch…nö. was siehst du denn an der afd rassistisches??
    ist es rassistisch bei der einwanderung auszuwählen, wen man reinlässt und wen nicht!? das läuft doch in den usa, kanada, neuseeland etc genauso. warum auch nicht? weiterhin sollte es doch auch im interesse eines jeden volkes sein, seine identität und kultur zu wahren. was das angeht, bildet deutschland auch nicht die ausnahme…israel grenzt sich ab (sogar mit ner mauer), die tibeter kämpfen dafür, autonomie zu erlangen, die sozialisten auf kuba haben ne grenze, so wie nordkorea auch. klar separieren sich menschen damit, aber warum, weil sies wollen. du schließt doch deine haustür auch ab und lässt nicht jeden rein der klingelt…warum?
    und das ist auch kein problem der zivilisation. guck dir zivilisationsferne stämme in papua-neuguinea etc an…die haben auch ihr stammesgebiet und verteidigen es. man verleugnet die wahrheit, wenn man das missachtet!
    die problematik in deutschland besteht vielmehr darin, dass einige dinge nichtmehr objektiv betrachtet werden und abweichende meinungen unerwünscht sind, da über ihnen das damoklesschwert des nationalsozialismus liegt. wer es dann doch wagt, wird als rassist oder nazi gemarkt.

  5. „Rechtspopulismus – was bedeutet das denn in deinen [Jockels] Augen“

    – das würde ich gerne nochmal aufgreifen wollen.
    (Ich habe die unzumutbare Rechtschreibung und Zeichensetzung ein wenig überarbeitet, ich hoffe, das verzeiht mir Alpha)

    1. Ich habe schon mal angedeutet, dass sich meine Lust, den Inhalt des Vortrags mit Menschen, die ihn nicht gehört haben, im Nachhinein zu diskutieren, in Grenzen hält.

      Lies dich bitte hier satt:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtspopulismus

      Wenn ich die Zeit finde, suche ich nochmal ein paar AfD-Videos raus, die die wesentlichen Gedanken des langen Wikipedia-Artikels, in dem die AfD übrigens nicht erwähnt wird, nochmal eindrücklich illustrieren.

  6. eine meiner „eiligen vorabannahmen“ bezog sich auf den rechtspopulismus der afd. deine aussage war, dass sich meine annahmen als falsch herausgestellt hätten. somit schließt es sich ja aus, dass du den inhalt des vortrags wiedergeben musst 😉
    zumahl es grundsätzlich möglich sein sollte, eine diskussion zu führen, ohne dass alle die selbe informationsquelle haben. wie bereits erwähnt, scheint es aber nicht um die diskussion zu gehen, sondern um die festigung bereits bestehenden denkens. auf viele gegenfragen wird gar nicht eingegangen. deshalb nochmal: was soll an der afd rassistisch und rechtspopulistisch sein?

  7. an dieser Stelle eine Sicht der Partei auf sich selbst:

    http://www.cicero.de/berliner-republik/afd-ein-manifest-fuer-eine-alternative-fuer-europa/56894

    positionen wie „Während die Miesen der Geldhäuser in negatives „Volkseigentum“ verwandelt werden, bereichert sich eine winzige Finanznomenklatura so maß- und schamlos “ finden sich im wahlprogramm der LINKEN in gleicher Art und Weise.

    Auch mich würde interessieren was an der Afd rechtspopulistisch und rassistisch sein soll.

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