Herrlicher Klamauk trotz Anlaufschwierigkeiten — “Charleys Tante” am Theater Vorpommern

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt 

Was soll man als Student aus reichem englischen Hause tun, wenn man für ein Rendezvous eine Aufsichtsperson — ja gar eine Anstandsdame — benötigt und ebenjene nicht anwesend ist? Was soll man tun, wenn die Gelegenheit für eine Verabredung nur einmal greifbar ist? Eine ebenso unterhaltsame wie skurrile Antwort auf diese Fragen liefert derzeit die Inszenierung  von Brandon Thomas’ Bühnenklassiker Charleys Tante, welche am vergangenen Samstag in Greifswald vor nahezu ausverkauftem Haus Premiere feierte.

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Danke fürs Gespräch! – Ingrid Lausunds “Bandscheibenvorfall” am Theater Vorpommern

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt

Mitarbeitergespräche – für eine Vielzahl von Arbeitnehmern sind sie ein Schreckensszenario sondergleichen. Bloß nichts Falsches sagen, an der richtigen Stelle die möglichst passende Bemerkung abgeben und vor allem: immer die richtige Haltung einnehmen!

KEINE HALTUNGSSCHÄDEN PROVOZIEREN!

Ingrid Lausunds Stück Bandscheibenvorfall thematisiert eben dieses gesellschaftliche Themenfeld auf zynische, teils makabere Art und Weise, wie der Untertitel verrät: „Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“.

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Mittelmaß! „Liebe Macht Tod/Romeo und Julia“ am Theater Vorpommern

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt

Plakat zu Romeo und Julia

Kaum eine Liebestragödie begeistert und berührt so sehr wie Shakespeares Romeo und Julia — die Tragödie einer Liebe, welche durch den Streit zweier reicher verfeindeter Familien zum fatalen Scheitern verurteilt ist; und dies bereits von ihrem Beginn an. Dennoch erweckt dieses Stück seit Jahrhunderten die Hoffnung und den Glauben an aufrichtige, bedingungslose Liebe bis in den Tod.

Thomas Braschs Fassung des Shakespeare’schen Dramas kleidet bereits in seinem Titel die Liebesgeschichte in ein neues, ein anderes Gewand: LIEBE MACHT TOD. Diese Fassung glänzt nicht nur durch eine „kräftigere“ Sprache, sondern auch durch ihre Konzentration auf die Macht der jeweiligen Clans und ihrer Mitglieder sowie deren Umgang mit ihr.

OBERFLÄCHE STATT TIEFGANG – STANDBILDER STATT EMOTIONEN

In der Inszenierung am hiesigen Haus, welche am Samstag Premiere feierte, gelingt es dem Regisseur und designierten Oberspielleiter Andrè Rößler leider nur, diese Begriffe — wenn überhaupt — oberflächlich zu behandeln. Trotz vieler inszenatorischer Einfälle — wobei einige das „klassische“ Greifswalder Publikum sicher einer Geduldsprobe unterzogen — gelingt es nur selten, dass die erzeugten Bilder der Inszenierung Emotionen transportieren, geschweige denn auslösen können.

romeo und julia greifswald

Allzu oft wirken Situationen wie Standbilder, wie Momentaufnahmen — man vermisst tatsächlich körperliche Aktion. Selbst bei einer Kampfszene zwischen Tybalt (wunderbar machthungrig dargeboten von Alexander Frank Zieglarski) und Mercutio (pubertär hemmungslos: Dennis Junge), in welcher Schwämme mit Kunstblut statt Schwertern zum Einsatz kommen, kann nur wenig Spannung erzeugt werden. “Mittelmaß! „Liebe Macht Tod/Romeo und Julia“ am Theater Vorpommern” weiterlesen

Skandalstück “Zerbombt” feiert Premiere

Nachdem das Theater Vorpommern am vergangenen Mittwoch zur Premierenvorschau ins IKUWO lud und Einblicke in die Produktion und Inszenierung des Skandalstückes Zerbombt gewährte, wird morgen Abend im Rubenowsaal die Greifswalder Erstaufführung stattfinden.

plakat zerbombt kaneDas Stück erzählt von Gewalt im privatesten Bereich. Angesiedelt in einem Bürgerkriegsszenario, begegnen sich in einem Hotelzimmer der krebskranke Journalist Ian (Jan Bernhardt) und seine frühere Geliebte Cate (Elke Zeh). Ihr Suchen nach Nähe bleibt erfolglos und endet damit, dass sie von Ian vergewaltigt wird. Ein Granateinschlag lässt einen verletzen und gewalttätigen Soldaten (Katja Klemt) dazustoßen.

Wenn Menschen nach verstörenden Erfahrungen immer noch lieben können, dann ist die Liebe die größte Macht.” (Sarah Kane)

Ungeschminkt und brachial an die Grenzen des Schmerzes

Die Textproben während der Premierenvorschau gaben einen Vorgeschmack auf die Ungeschminktheit und Brachialität von Zerbombt, dessen Autorin Sarah Kane sich mit 28 Jahren das Leben nahm. Konformistisches Provinz(possen)theater? Wohl kaum, viel eher ein morbider Selbsterfahrungstrip für das Publikum. Was kannst du aushalten?

Die Premiere in Greifswald ist bereits ausverkauft, ihr wird sich eine kleine Premierenparty im IKUWO anschließen. Zerbombt wird in den nächsten 10 Wochen noch dreimal in Stralsund (29.4. und 04.05.) und Greifswald (19.05.) aufgeführt werden. Ein frühzeitiger Kauf der Karten ist angeraten.

Noch freie Plätze für Theater-Workshops

Heute Abend wird das Theaterfestival “Dein! Festival” ab 20.30 Uhr in der Mensa eröffnet werden.

programm theaterfestivalDort werden fragmentarisch Einblicke in verschiedene Produktionen gewährt. Anschließend wird das Maciek Grzywacz Quartet jazzig fortfahren. Schlussendlich geht dann DJ hazelnut an die Plattenspieler. Die Veranstaltung ist nicht allein die Eröffnungfeierlichkeit des Theaters, auch die Teilnehmer des running dinners werden hier zum ausgelassenen Feiern erwartet.

Das Studententheater (StuThe) informiert außerdem darüber, dass noch Plätze für verschiedene Workshops frei sind. Die thematische Spannweite reicht dabei von Körpersprache über Theaterfechten bis zur Herstellung und dem Umgang mit Theaterpuppen:

1. Katja Klemt
Die Sprache und die damit einhergehende Bewegung unseres Körpers stehen im Vordergrund. Es wird nach dem “Ausdruck” im körpersprachlichen und verbalen Zusammenhang gesucht und gefunden.

2. Jan Bernhardt
Ist Choreograph für Konfliktszenen. Grundlagen des Umgangs mit dem Theater-Degen werden vermittelt. Situationen des Kampfes, des körperlichen Widerstreits probiert. Wie hampelt man nicht nur herum, sondern kämpft wirklich auf der Bühne? Kann man irgendwo gegenlaufen, ohne sich weh zu tun? Wie baut man Spannung auf zwischen Konfliktparteien?

3. Birgit Schuster
Marionetten, Großkopf-Pappmaschee, Handpuppen, Silhouetten u.a.m. sind alles Spielmöglichkeiten, die nicht nur als  Puppentheater anerkannt und bekannt sind. Jüngstes Beispiel für das Zusammenspiel von Schauspieler und Spielpuppe ist “Der kleine Prinz” (derzeit im Theater Vorpommern zu sehen), welchen Birgit inszenierte. Methoden und Verfahren der Herstellung, Materialien und Mimik als auch das Spiel damit – darum geht es bei diesem Workshop.

Interessierte sind aufrufen, sich möglichst schnell per mail bei Jakob oder Fiete, bzw. telefonisch bei Jan Holten (0176 6300 37 42) zu melden.

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