Unterwegs mit dem „Unternehmen Natur“ im Lassaner Winkel

Versteckte Waldseen, eine Kormorankolonie zum Ausgleich und jagende Seeadler —  das Greifswalder „Unternehmen Natur“ zeigt die vorpommersche Provinz von ihrer sch√∂nsten Seite.

Raus in die Natur sollte es am ersten warmen Tag dieses Jahres gehen. Ein Jahr, das den Fr√ľhling wie gewohnt √ľbersprang und fast nahtlos in den Sommer kippt. Doch eine Sollbruchstelle dieses Wandels zeichnete sich schon mehrere Wochen vor dem gegenw√§rtigen Stimmungshoch ab und genau dieses erste Aprilwochenende war anvisiert, um zusammen mit dem ‚ÄěUnternehmen Natur‚Äú den Lassaner Winkel zu erkunden.

Landrover Defender Unternehmen Natur

Das „Unternehmen Natur“ bietet keine gew√∂hnlichen ungew√∂hnlichen Jeep-Safaris (Foto: Florian Schr√∂der)

Keine Angst vor dem Hinterland!

Lassaner Winkel, das ist f√ľr die, die es nicht besser wissen, die K√ľstenregion zwischen Anklam und Wolgast, gepr√§gt durch flache Grundmor√§nen- und h√ľgelige Endmor√§nenlandschaften. Sanfte Erhebungen, dichte W√§lder und viele Tiere. Eine gro√üartige Aussicht. „Unterwegs mit dem „Unternehmen Natur“ im Lassaner Winkel“ weiterlesen

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Reportage: „Da ist man lieber still“

Als die Band Feine Sahne Fischfilet die Ver√∂ffentlichung ihres Albums Wut im Bauch, Trauer im Herzen in Demmin feierten, enthoben sie die Release-Veranstaltung dem √ľblichen Rahmenfahrplan und konzipierten einen antifaschistischen Aktionstag in der Peenestadt. Teil des Programms  war die Vorf√ľhrung des Film Da ist man lieber still – am rechten Rand der Republik — eine bestandsaufnehmende Reise durch Ostvorpommern.

Wir wundern uns, dass wir noch in Deutschland sind

Schauplatz der Reportage wurde unter anderem der schon von Wolf Biermann in einer Ballade besungene kleine Hafenort Lassan vor der Insel Usedom.

Am Peenestrom, am Peenestrom
Da liegt ein Wrack aus Holz und Stein
Seit f√ľnf mal hundert gleichen Jahrn
die alte Stadt Lassan
Der Diesel tuckert sich sachte aus
Wir machen das Boot fest hinterm Wind
Und steigen an Land und wundern uns
daß wir noch in Deutschland sind

Heute wird sich allerdings niemand mehr dar√ľber wundern, wenn er den Ort betritt, der mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von √ľber 25 Prozent alles andere als √∂konomisch prosperierend vor sich hin d√§mmert.

F√ľr ihren Film Da ist man lieber still ‚Äď Am rechten Rand der Republik reiste Autorin Eilika Meinert durch die D√∂rfer und Kleinst√§dte Ostvorpommerns, traf auf B√ľrgermeister, Jugendliche, Landwirte und besorgte Eltern und machte sich auf, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum die NPD in den nord√∂stlichsten Wahlkreisen der Bundesrepublik so erfolgreich sein konnte und wie sich der Bedeutungsverlust der etablierten Parteien erkl√§rt.

Da ist man lieber still

(Filmstill)

Entt√§uschungen √ľber realexistierende Demokratie

Der Politikwissenschaftler Dr. Dierk Borstel, der ein knappes Jahr in die Provinz zog, um seinem Untersuchungsgegenstand m√∂glichst nahe zu sein, und der nach dreij√§hriger Lehrt√§tigkeit an der Greifswalder Universit√§t inzwischen im von Wilhelm Heitmeyer gef√ľhrten interdisziplin√§ren Zentrum f√ľr Konflikt- und Gewaltforschung (Universit√§t Bielefeld) angekommen ist, beobachtete, wie die NPD bestimmte Begrifflichkeiten aufgriff und Leerstellen der etablierten Parten zu besetzen verstand. Er diagnostizierte Teilen der ans√§ssigen Bev√∂lkerung im Interview eine „Entt√§uschung √ľber realexistierende Demokratie„.

Der Film f√ľhrt uns weiter nach Wolgast, wo ein B√ľrgermeister schon vor Jahren gegen den Rechtsruck seines St√§dtchens in Stellung gegangen ist. In der knapp 400 Einwohner z√§hlenden Gemeinde Bargischow sprechen besorgte Eltern √ľber eine rechte Jugendkultur, die mittlerweile den ganzen Ort erfasst hat. „Wenn das Leben still steht, wird Demokratie zur Parole“. „Reportage: „Da ist man lieber still““ weiterlesen

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