Lasst uns mal diese Schwalbe finden!

Rote Blechhaube, blaue Schwingen und ein extravaganter Rückspiegel — das sind die besonderen Merkmale eines Entführungsopfers, nach dessen Verbleib nun händeringend gesucht wird.

Der Diebstahl von Oldtimern tut dem Karma nicht gut, trotzdem verschwinden nach wie vor betagtere Kraftfahrzeuge plötzlich von der Bildfläche. So auch am vergangenen Sonntag in Greifswald, als die rote Schwalbe von Felix Norenz entführt wurde. Der Fotograf aus Leidenschaft ist über diesen Verlust schwer enttäuscht und lobt eine Belohnung für Hinweise aus, die ihm bei der Wiederinbesitznahme seiner Geliebten helfen.

schwalbe grenzfrequenz

(Foto: Grenzfrequenz)

Augen auf im Straßenverkehr!

Das Kleinkraftrad wurde am Abend des 3. April (Sonntag) zwischen 19 und 23 Uhr im Ostseeviertel Ryckseite flügge gemacht. Bei dem Gefährt handelt es sich um eine rote Simson Schwalbe Typ KR 51/1 mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer: 612782 und dem Kennzeichen KRN 212. Zu den besonderen Merkmalen gehören neben der roten Blechhaube die blauen Schwingen an beiden Rädern. Der Besitzer ist für Hinweise dankbar und nimmt diese am liebsten telefonisch (03834-5400) entgegen.

Ganz uneigennützig ist dieser Aufruf zur Suche nach dem gestohlenen Lieblingsgefährt der Ostmods natürlich nicht, denn ohne die Schwalbe dürfte sich der Aktionsradius des Fotografen, der seine eindrücklichen Arbeiten bei Flickr unter dem Namen Grenzfrequenz veröffentlicht, erheblich verkleinern. So, genug die Tränendrüse massiert — lasst uns mal diese Schwalbe finden!

Festgehalten: Der Sturm

Mir ist, als würd’ der Wind mich rufen / Als sollt’ ich ihn heraufbeschwören / Und mit Geschick mein Glück versuchen / Von fern kann ich sein Heulen hören / Pfeifend zieht er durch den Hafen / Peitscht die Wellen übers Meer / Wirbelt Staub auf in den Straßen / Und kommt mit Licht und Lärm zu mir / Wie er durch die Straßen fegt / Und tobt und brüllt und wütet / Was er in Schutt und Asche legt / Hat der Mensch vor ihm verwüstet / Sturm, weh wild und frei / Sing mir Dein Lied / Zeig mir den Dreh / Sturm, auf hoher See / Mach, dass es geschieht / Brich die Deiche entzwei.*

hafen greifswald herbst(Foto: Felix Norenz)

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*Blumfeld: Der Sturm (2003)

Festgehalten: Die Apokalypse kehrt zurück

Düster und erdrückend türmten sich vor wenigen Tagen die Wolkenberge über der Stadt und kündigten den Herbst an, der den niedergeschlagenen Sommer nach schwacher Vorstellung endlich zur Seite wischt — wenigstens darauf kann man sich heute noch verlassen! Und natürlich auf den jungen Fotografen Grenzfrequenz, der die hereinbrechende Apokalypse gekonnt festhielt und atmosphärisch auf Schwarz-weiß neitzelte.

greifswald wolken(Foto: Grenzfrequenz, keine CC-Lizenz)

Festgehalten: Wintertied

De klitternde Koll un de iesige Wind / kummt ut Nordoost un weiht ganz geschwind / över de Felder, de Walden un Hüs / un fegt weg dat letzte Gemüs / De Fröst lett d` Water mit Ies bedecken / Ruugfröst flüggt över Wallen un Hecken / De Bööm sünd wi verzuckert un glitzert so fein / de Luft is so klaar un duftig un rein / Nachts lüchten de Steerns un schient ok de Maan / allens is ruhig, kien Stress un kien Wahn / Ganz wied weg hört man een Motorengedrüs / de Lü sünd nu binnen in ehre warm Hüs […] / Un is de Winter dunkel, lang un ok kold / de Sünn stiggt höger un dat ok ganz bold / Dat Vörjahr kummt seker so is de Natur / kannst`d up verlaten, ik hebb so in`t Luur.*

winter greifswald ryck(Foto: grenzfrequenz via Flickr)

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* aus Wintertied, Rudi Rabe (2008)

Vorstellungsvorträge der Bewerberinnen auf neue Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit Genderforschung

Nach zähem Ringen soll am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft (IPK) der Universität Greifswald eine Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit Genderforschung  installiert werden.

Die Berufungskommission, zu der neben dem studentischen Senator Erik von Malottki auch die Philosophin Dr. Barbara Muraca und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Detlef Jahn gehören, lädt zu den Vorstellungsvorträgen der vier Stellenaspirantinnen ein. In den darauf folgenden Diskussionen kann man erfahren, wie eng die Berührungen mit den Gender Studies tatsächlich sind und mit wie viel Geschlechterforschung dort zu rechnen ist.

hauptgebäude universität greifswald(Foto: grenzfrequenz via Flickr)

KOOPERATION MIT DEM IZfG WIRD ERWARTET

Auf die Ansiedlung dieser Juniorprofessur am IPK wird von einigen Kritikern, die sich schon lange mit der Einrichtung einer Gender-Professur in Greifswald beschäftigen, mit der Befürchtung reagiert, dass die eingerichtete Stelle vorwiegend politikwissenschaftlicher Natur sei und mit Geschlechterforschung relativ wenig zu tun habe.

In der Stellenausschreibung wurden nicht nur sehr gute Kenntnisse quantitativer Sozialforschung gefordert, sondern auch die Bereitschaft zur Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterstudien (IZfG).

  • Dr. Dorian Woods (Universität Tübingen)
    Rekalibrierung und der Wandel des Staates – Erklärungsansätze mit Genderperspektive
    19.01. | 08 Uhr
  • Dr. des. Anne Jenichen (Universität Bremen)
    Frauenrechtspolitischer Wandel in internationalisierten Nachkriegskontexten
    19.01. | 09.45 Uhr
  • Dr. Heike Brabandt (Universität Bremen)
    Gender und Internationale Normen: Der Umgang mit geschlechtsspezifisch Verfolgten in Großbritannien und Deutschland
    19.01. | 11.30 Uhr
  • Dr. Eva Maria Hinterhuber (Fernuniversität Hagen)
    Engendering Civil Society. Deliberative Governance, Zivilgesellschaft und Geschlecht
    19.01. | 14.30 Uhr

Die Vorträge sind öffentlich und können von allen Interessierten besucht werden. Sie finden im Konferenzraum im Hauptgebäude der Universität (Domstraße 11, Eingang 2) statt.

Haushaltsprobleme: Stadtverwaltung will Begrüßungsgeld streichen

Sparen, sparen, sparen. Das ist die Quintessenz der städtischen Haushaltsplanung für das kommende Jahr, durch das wir allein im Finanzhaushalt ein Defizit von über 2 Millionen Euro schleifen. Die Steuereinnahmen Greifswalds sind zwar gestiegen, jedoch gingen mit dem Verlust der Kreisfreiheit auch städtische Aufgaben und die damit verbundenen Zuweisungen verloren.

hgw haeuser(Foto: grenzfrequenz via Flickr)

Von den angeratenen Sparplänen wird auch das Begrüßungsgeld betroffen sein, mit dem bislang versucht wurde, neue Einwohner zur Verlegung ihres Hauptwohnsitzes in die Hansestadt zu bewegen. Die einmalige Umzugsbeihilfe beträgt 150 Euro und kann noch unkompliziert im Einwohnermeldeamt beantragt und in Empfang genommen werden. Sie steht nicht nur Erstsemestern zu, sondern jedem Studierenden oder Azubi, der sich hauptwohnsitzlich nach Greifswald ummeldet und versichert, bis zum Jahresende zu bleiben.

Es ist abzusehen, dass diese Prämie zukünftig nicht mehr gezahlt wird. Wer sich der 150 Euro also noch bemächtigen will, hat voraussichtlich nur noch fünf Wochen Zeit, um endlich im Einwohnermeldeamt (Spiegelsdorfer Wende Haus 1) aufzukreuzen. Mitzubringen sind dabei ein gültiges Personaldokument und eine Studienbescheinigung oder ein Ausbildungsvertrag. Das Geld gibt es als Scheck unmittelbar vor Ort.

Öffnungszeiten:

dienstags: 9-12 Uhr & 14-18 Uhr
donnerstags: 9-12 Uhr & 14-16 Uhr
mittwochs und freitags: 9-12 Uhr

Mehr zu den Haushaltsplanungen:

  • Greifswald steht vor schwierigem Haushaltsjahr (Pressemitteilung Stadtverwaltung, 10.11.11)
  • Unterm Strich rote Zahlen: Greifswalder Haushaltsplan für 2012 (webMoritz, 09.11.11)