Anonyme Drohmails und Gewaltandrohung an der Universität Greifswald

An der Universität Greifswald wird mit anonymen E-Mails gegen eine Stellenneubesetzung agitiert und mit körperlicher Gewalt bedroht. Rektorin Prof. Eleonore Weber solidarisiert sich mit dem Opfer und macht die Vorgänge nun öffentlich.

Mit einer schriftlichen Erklärung informierte Rektorin Prof. Dr. Eleonore Weber heute Nachmittag über die unglaublichen Vorgänge im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Leitung des Fremdsprachen- und Medienzentrums. Im Ziel der anonymen Drohungen steht die Person, die in der Bahnhofstraße die Nachfolge von Dr. Heidrun Peters antreten soll.

Die Mitteilung der Rektorin wird im Folgenden in voller Länge wiedergegeben.

Rektorin Prof. Dr. Eleonore Weber

Prof. Dr. Eleonore Weber, Rektorin der Universität Greifswald (Foto: Pressestelle)

Information über anonyme Drohmails

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Kleinode an die Freunde: „Einhundert smarte Tipps für alle Lebenslagen“

Heute erscheint im Buchhaus „Vier & Sause“ das charmante Büchlein „Einhundert“, eine Liebeserklärung an uns und unsere Fähigkeiten.

„Lies und lächle!“, so endet der kurzgefasste Klappentext von „Einhundert Tipps für alle Lebenslagen“. Das ist der der Auftrag dieser Weisheitensammlung aus Greifswalder Feder, die heute, am 17.07. um 17.07 Uhr im frisch gegründeten Buchhaus Vier & Sause erscheint. Erste Arbeitsthese beim Lesen: Wer diese Ratschläge befolgt, erspart sich und seiner sozialen Umgebung einigen Ärger und weiß andere Momente dagegen besser zu nutzen.Einhundert smarte Tipps für alle Lebenslagen

„Kann Spuren von Vernunft, Humor und Herzenswärme enthalten“

Gesammelte Tipps fürs Leben? Klingt nicht nur unspektakulär, sondern auch verdächtig missionarisch. Auf „Einhundert“ trifft dankbarerweise beides nicht zu. Das Büchlein hält hundert Bauernregeln für die zwischenmenschliche Feldarbeit bereit. Erdacht und gesammelt von Marian Kummerow. Der Greifswalder hat Lebenserfahrung und die Freude am Zwischenmenschlichen auf jeweils nur wenig mehr als hundert Zeichen komprimiert. Kaum einer dieser Tipps ist dabei also länger als ein Tweet. Den verbleibenden Raum füllen die Illustrationen von Anne Schreiber und Sven Laubig. Das ist wichtig zu wissen, denn „Einhundert“ ist auch eine illustratorische Arbeit.

Das Gesamtwerk erscheint als handliches Büchlein. Dieses Format geht auf. Mit einem Augenzwinkern zwischen den Bildern und Worten führt „Einhundert“ durch Szenen des Alltags und ermuntert zu Dialog und Wohlfühlverhalten im Sinne eines Verhaltens, das andere sich wohlfühlen macht. Schlussstriche sollten nicht mit dem Bleistift gezogen werden, Ärzte sollte man tunlichst nicht belügen („Nie!“) und Türen wurden nicht umsonst erfunden, also geh‘, wenn du nicht bist, wo du sein willst! 

Leseprobe: Einhundert smarte Tipps für alle Lebenslagen„Einhundert“ ist ein Kleinod an die Freunde, ein Link in die liebevoll gestaltete Vergnüglichkeit, ein zukunftslustvoller Impulsgeber. Arbeitsthese bestätigt. Lies und lächle!

Marian Kummerow, „Einhundert smarte Tipps für alle Lebenslagen“, Illustration: Anne Schreiber & Sven Laubig, 1. Auflage, Greifswald 2017, Buchhaus Vier & Sause, ISBN 987-3-00-056-433-8

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Sascha Ott (CDU): „Ehe für alle“ gefährdet gesellschaftlichen Frieden

„Die „Ehe für alle“ sei Scharlatanerie und gefährde den gesellschaftlichen Frieden“, so sieht das zumindest der Greifswalder Kommunalpolitiker und Beinahe-Justizminister des Landes, Dr. Sascha Ott, vom konservativen Kreis der CDU.

Sascha Ott bezieht in einem Beitrag auf Facebook Position zur heute im Bundestag beschlossenen „Ehe für alle“. Darin erklärt der Jurist, dass sich viele Menschen von der Politik entfremden würden, wenn „die berechtigten Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft ignoriert und stattdessen (vermeintliche) Anliegen von Minderheiten zum „Goldenen Kalb“ erklärt“ würden. Die „Ehe für Alle“ sei das beste Beispiel für diese Entwicklung.

Sascha Ott Ehe für alle

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Trunkener Autofahrer rammt Streifenwagen und fährt Fußgänger an

Am Montagmorgen hat ein Greifswalder eine Alkoholfahrt durch die Stadt unternommen, einen Passanten angefahren und ein Polizeiauto gerammt.

Wie die Polizei mitteilt, hat am Montagmorgen ein 31-Jähriger Mercedes-Fahrer aus Greifswalder für zahlreiche Rechtsverstöße gesorgt. So sollen durch die Fahrweise des alkoholisierten Mannes mehrere Fußgänger gefährdet worden sein, unter anderem im Dubnaring und in der Lomonossowallee. In der Maxim-Gorki-Straße wurde schließlich sogar ein 59-jähriger Fußgänger angefahren und schwer verletzt. Zuvor rammte der Fahrer ein Einsatzfahrzeug der Polizei.

Logo Polizei MV

Erste Hinweise auf den betrunkenen Verkehrsteilnehmer sollen gegen 7 Uhr eingegangen sein. Er konnte später im Stadtgebiet festgestellt werden, entzog sich aber der Kontrolle und floh über die Innenstadt bis nach Schönwalde I und II. Dabei machte der 31-Jährige selbst Gehwege zur Fahrbahn. Nachdem der Mann in einem Garagenkomplex in der Rathenau-Straße vorläufig festgenommen wurde, verweigerte dieser sowohl Atemalkoholmessung als auch freiwillige Blutprobenentnahme. Letztere wurde nach Auskunft der Polizei zwischenzeitlich durch das zuständige Amtsgericht angeordnet und durchgeführt. 

Der trunkene Fahrzeughalter ist seine Fahrerlaubnis erstmal los. Die Polizei ermittelt wegen Unfallflucht in zwei Fällen, Fahren unter Alkoholeinfluss und Straßengefährdung. Sie hebt in einer Pressemitteilung das besonnene Verhalten vieler Fußgänger und Autofahrerinnen hervor. Deren Umsicht hätte weitere Personen- und Sachschäden verhindert.

Vom Horror der Harmonie — der Theaterjugendclub brilliert mit Rebekka Kricheldorfs „Homo empathicus“

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt

Man stelle sich eine Welt vor, in der es keine negativen Empfindungen gäbe. Eine Welt ohne Schimpfworte, Beleidigungen oder Niederlagen, kurzum: eine Welt, in der es ausschließlich Positives gibt. Und das nicht zuletzt, da alles andere nicht existieren darf. Sollten dennoch Probleme auftreten, werden sie von einem „Wegsprechenden“ einfach so lange besprochen, bis selbst Negatives zum Guten gewendet werden kann. 

Eine solche Welt präsentiert die jüngste Produktion des Theaterjugendclubs des Theaters Vorpommern, die am gestrigen Abend im ausverkauften Rubenowsaal Premiere feierte. „Homo empathicus“, ein Stück von Rebekka Kricheldorf aus dem Jahre 2014, entführt in eine Welt voller Positivismus und Kooperation. Egoismus und Konkurrenz sind in dieser Welt ebenso unerwünscht und nicht angemessen wie auch klare Geschlechterzuordnungen; von Sexualität ganz zu schweigen.

Homo Empathicus

(Foto: Vincent Leifer)

Was auf den ersten Blick erstrebenswert erscheinen mag, entpuppt sich in der Inszenierung von Karina Kecsek und Markus Voigt schnell als eine eher befremdliche und skurrile Gesellschaftsordnung. So sind die Menschen dazu angehalten, negative Gefühle, beispielsweise Liebeskummer, stets zu unterdrücken und stattdessen mantrahaft zu betonen, dass man das Alleinsein doch liebe und sich weiter entwickeln wolle.

Selbstoptimierung mittels Wegsprechen

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Sanftes Kuratorium: Insomnale 2017

Am Freitag werden auf der Insomnale, der größten studentischen Kunstausstellung der Stadt, die Preisträger des CDFI-Kunstpreises bestimmt. Die jährlich stattfindende Ausstellung zeigt Arbeiten von mehr als zwanzig Studierenden.

Die Insomnale 2017 ist die wichtigste studentische Kunstausstellung in Greifswald. Was 2001 mit einer überschaubaren Exposition begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem etablierten Bestandteil der regionalen Kunst- und Kulturszene. In den letzten Jahren hat die Insomnale an Strahlkraft eingebüßt. An mangelnder Veränderung kann das kaum gelegen haben, denn Struktur und Konzept der Gemeinschaftsausstellung wurden immer wieder grundlegend verschoben.

Insomnale 2017 Greifswald

Insomnale 2017: Harmonisierung der Extravaganzen

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