Vom Horror der Harmonie — der Theaterjugendclub brilliert mit Rebekka Kricheldorfs „Homo empathicus“

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt

Man stelle sich eine Welt vor, in der es keine negativen Empfindungen gäbe. Eine Welt ohne Schimpfworte, Beleidigungen oder Niederlagen, kurzum: eine Welt, in der es ausschließlich Positives gibt. Und das nicht zuletzt, da alles andere nicht existieren darf. Sollten dennoch Probleme auftreten, werden sie von einem „Wegsprechenden“ einfach so lange besprochen, bis selbst Negatives zum Guten gewendet werden kann. 

Eine solche Welt präsentiert die jüngste Produktion des Theaterjugendclubs des Theaters Vorpommern, die am gestrigen Abend im ausverkauften Rubenowsaal Premiere feierte. „Homo empathicus“, ein Stück von Rebekka Kricheldorf aus dem Jahre 2014, entführt in eine Welt voller Positivismus und Kooperation. Egoismus und Konkurrenz sind in dieser Welt ebenso unerwünscht und nicht angemessen wie auch klare Geschlechterzuordnungen; von Sexualität ganz zu schweigen.

Homo Empathicus

(Foto: Vincent Leifer)

Was auf den ersten Blick erstrebenswert erscheinen mag, entpuppt sich in der Inszenierung von Karina Kecsek und Markus Voigt schnell als eine eher befremdliche und skurrile Gesellschaftsordnung. So sind die Menschen dazu angehalten, negative Gefühle, beispielsweise Liebeskummer, stets zu unterdrücken und stattdessen mantrahaft zu betonen, dass man das Alleinsein doch liebe und sich weiter entwickeln wolle.

Selbstoptimierung mittels Wegsprechen

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Sanftes Kuratorium: Insomnale 2017

Am Freitag werden auf der Insomnale, der größten studentischen Kunstausstellung der Stadt, die Preisträger des CDFI-Kunstpreises bestimmt. Die jährlich stattfindende Ausstellung zeigt Arbeiten von mehr als zwanzig Studierenden.

Die Insomnale 2017 ist die wichtigste studentische Kunstausstellung in Greifswald. Was 2001 mit einer überschaubaren Exposition begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem etablierten Bestandteil der regionalen Kunst- und Kulturszene. In den letzten Jahren hat die Insomnale an Strahlkraft eingebüßt. An mangelnder Veränderung kann das kaum gelegen haben, denn Struktur und Konzept der Gemeinschaftsausstellung wurden immer wieder grundlegend verschoben.

Insomnale 2017 Greifswald

Insomnale 2017: Harmonisierung der Extravaganzen

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Ohren auf! Die Fête de la Musique 2017 in Greifswald

Die Fête de la Musique macht seit 35 Jahren weltweit aus städtischem Raum offene Kulturorte, wenigstens für einen Tag. Zur diesjährigen Fête darf man sich in Greifswald auf insgesamt 15 Bühnen gefasst machen. Ein Überblick zur Sommeranbetung.

Zum elften Mal findet am Mittwoch in Greifswald die Fête de la Musique statt. Von Beginn an wurde das über die Stadt verteilte Fest federführend vom Verein Greifswald International Students Festival (GrIStuF) organisiert. GrIStuF, das vor allem für sein gleichlautendes Festival bekannt ist, stemmt die Fête des la Musique allerdings nicht alleine, sondern stellt die sonnenhungrige Veranstaltung gemeinsam mit vielen Greifswalder Initiativen, Gruppen und Vereinen auf die Beine. Wie jedes Jahr lautet das Credo für den längsten Tag des Jahres: „Musik für alle“!

Fête de la Musique in Greifswald

Fête de la Musique auf 15 Bühnen

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Niemand marck Leif-Erik Holm!

Oder was ein prägender Unterschied zwischen Uckermark und Bismarck ist. Nachfragen, wo dieser geheime Ort, an den der AfD-Fraktionsvorsitzende Leif-Erik Holm die Bundeskanzlerin schicken will, genau liegt, können dann beim Grillfest gestellt werden. Kleiner Tipp für alle, die diese Party partout nicht finden können: Probiert es mit „Helmshäger Berg“ im Navi. Heimat und so…

Leif-Erik Holm (AfD)

Hilfe statt Hilton: Warum „Greifswald hilft Geflüchteten“ eine Einladung der Staatskanzlei ablehnt

„Greifswald hilft Geflüchteten“ zu den Gründen der Absage bezüglich der Einladung zu den Feierlichkeiten des Tages der deutschen Einheit

Sehr geehrte Frau Schwesig, sehr geehrter Herr Sellering,

im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit lädt die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern zwei Vertreter der Initiative Greifswald hilft im Oktober nach Mainz ein. Vielen Dank für die Einladung. Wir haben sie mit Überraschung zur Kenntnis genommen und innerhalb der Initiative beraten, welche Umstände eine Teilnahme für uns vertretbar erscheinen lassen. Wir haben keine gefunden.

Die Erfahrungen, die wir über die letzten Jahre gesammelt haben, sowie unser politisches Selbstverständnis lassen eine Teilnahme nicht zu. Wir lehnen daher die Einladung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns dankend ab. Das Geld, das für Fahrtkosten, die Unterbringung und Verpflegung der Ehrenamtlichen aufgebracht würde, halten wir in den Unterstützungsstrukturen, den vielen Vereinen und Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern, für besser aufgehoben.

Wir befinden den gesamten Rahmen der Feierlichkeiten mit einem Budget von 3 Mio. Euro für maßlos überzogen

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Vernissage: „Große Formate I“

Was macht große Bilder aus? Wie wirken große Formate auf den Betrachter? Die Ausstellung Große Formate I geht diesen Fragen nach und untersucht das Verhältnis von erweitertem Bildraum und künstlerischen Ausdrucksweisen sowie deren Wahrnehmung durch körperlich einbezogene Betrachter. 

Große Formate 1, Neue Greifen Galerie

Matthias Wegehaupt „Flut“ (Ausschnitt)

Ausgestellt werden Arbeiten von den etablierten Greifswalder Kunstschaffenden Nils Dicaz, Uta Jeran, Wolfgang Tietze, Eugen Kunkel und Matthias Wegehaupt, die mit der Neuen Greifen Galerie assoziiert sind. Sie setzen sich in ihren Arbeiten immer wieder mit der spannungsvollen Beziehung von Form und Format gestalteter Bilder auseinander. Alle Künstlerinnen arbeiten mit verschiedenen Techniken und zeigen in der Ausstellung Arbeiten, die nur für diese Exposition entwickelt wurden.

Die Werke werden bis zum 18. Juli in der Neuen Greifen Galerie ausgestellt.

Fakten: 10.06. | 15 Uhr | Neue Greifen Galerie