Judith Schalansky liest in Greifswald aus ihrem Bildungsroman “Der Hals der Giraffe”

Die in Greifswald aufgewachsene Autorin Judith Schalansky liest am Freitagabend im Kontext einer literaturwissenschaftlichen Tagung aus ihrem prämierten Roman Der Hals der Giraffe (2011). Einen passenderen Beitrag hätte man sich nur schwer vorstellen können.

Judith Schalansky Greifswald(Foto: Susanne Schleyer, Suhrkamp)

Das von der Stiftung Buchkunst als “Schönstes deutsches Buch des Jahres 2012“ ausgezeichnete Werk erzählt von der alternden Biologie- und Sportlehrerin Inge Lohmark, die an einer von der Schließung bedrohten Schule in der vorpommerschen Provinz unterrichtet. Lohmark versucht vergeblich, den Verfall ihres Lebensumfelds durch eine evolutionistische Sichtweise zu rationalisieren und scheitert. Mehr als einmal wird deutlich, dass es sich bei dem Schauplatz der Erzählung um Anklam handeln muss. Weiterlesen

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Profx Lann Hornscheidt und die Vision einer diskriminierungsfreien Sprache

Mit dem Vorschlag, sich geschlechtsneutral als “Profx” ansprechen zu lassen, löste Prof. Dr. Lann Hornscheid (HU Berlin) im vergangenen Jahr eine Lawine der Entrüstung in ihrer unappetitlichsten Art und Weise aus, die von Morddrohungen bis zu Vergewaltigungsankündigungen reichte.

Lann Hornscheidt wird am Dienstag im Greifswalder Audimax einen Vortrag (“Von BürgerInnen zu Bürg_erinnen zu Bürgx – was können und sollen solche Sprachveränderungen?”) halten und darin die Geschichte feministischer und antirassistischer Sprachveränderungsvorschläge der letzten 40 Jahre nachvollziehen. Dabei sollen die Logiken, Ziele und die Argumentationen, denen diese in unterschiedlichen Öffentlichkeiten wie Medien, Gesetzen oder Wissenschaft begegnen, diskutiert werden.

lann hornscheidt buergx

Lann Hornscheidt wird im Vortrag die impliziten wie expliziten Vorstellungen zu Sprache, gesellschaftlicher Veränderung, Subjekt, Handlung und Diskriminierung/Gewalt analysieren und Visionen für antidiskriminierende Sprachveränderungen formulieren. Die Formulierung “Profx” geht auf den von Lann Hornscheidt und der AG “Feministisch Sprachhandeln” an der HU Berlin entwickelten Leitfaden Anregungen zum antidiskriminierenden Sprachhandeln (PDF, 24,5 MB) zurück und lieferte im vergangenen Jahr das griffige Schlagwort zum Shitstorm.

Der Vortrag wird vom Greifswalder Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Schiewe moderiert. Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG) und dem Institut für Deutsche Philologie statt.

Fakten: 02.06. | 18 Uhr | Audimax (Rubenowstr. 1), HS 5

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Greifswalder Professorin in Sachverständigenkommission der Bundesregierung berufen

Am vergangenen Freitag fand die konstituierende Sitzung der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung statt, auf der Manuela Schwesig (SPD) den Sachverständigen den Berichtsauftrag für ihr Gutachten erteilte. In die zwölfköpfige Kommission wurde mit Prof. Dr. Eva Blome auch eine Wissenschaftlerin der Universität Greifswald berufen.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verspricht sich von dem Gutachten entscheidende Impulse für die Gleichstellungspolitik in Deutschland: “Für mich ist Gleichstellungspolitik moderne Gesellschaftspolitik. Für Frauen und Männer, für die Vielfalt der Lebensentwürfe und Lebensläufe.” Die Sachverständigen sollen bei ihrer Arbeit der Frage nachgehen, welche konkreten politischen Schritte es Frauen und Männern ermöglichen, sich in der Arbeitswelt und in der Familie tatsächlich auf Augenhöhe zu begegnen. Der Erste Gleichstellungsbericht, vorgelegte 2011, hatte gezeigt, dass punktuelle Lösungen bei der Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern nicht ausreichen.

mitglied-sachverständigenkommission-eva-blome600(Foto: Kilian Dorner, Universität Greifswald)

Besonderer Handlungsbedarf bestehe vor allem bei den Übergängen im Lebensverlauf, bei denen sich aus unterschiedlicher Geschlechterperspektive verschiedene Anforderungen ergäben. Weiterlesen

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Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #43

Das Wochenende lässt sich gut an und hält eine mannigfaltige Mischung kultureller Angebote bereit. Wer sein erstes DIY-Festival in diesem Jahr erleben will, fährt bis Sonntag zum Wagenplatz Alt Ungnade. Allen anderen seien die Workshops, Lesungen, Theatervorstellungen, Ausstellungen, Konzerte und Partys empfohlen, die an diesem Wochenende in Greifswald stattfinden werden. Eine Übersicht.

kurze wege lange nächte

WORKSHOP: BOOM SEXUELLER AUSBEUTUNG IN MV

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Riot Grrrl Revisited: “Revolution Girl Style Now!”

Popkulturlehrstunde  mit dem testcard-Autoren Dr. Jonas Engelmann (Ventil Verlag). Es geht um Punk und Feminismus, um DIY und Selbstermächtigung, um Rebellion und Subkultur. Der Mitherausgeber des Sammelbands Riot Grrrl Revisited* stellt sowohl Geschichte als auch Gegenwart dieser vor über zwanzig Jahre in den USA gewachsenen Bewegung dar.

riot grrrls

“1990 gründeten sich Bikini Kill und Heavens to Betsy, aus denen später Sleater-Kinney hervorgingen. Damals hätte wohl keine der Beteiligten geahnt, dass 20 Jahre später eine Frau zum Superstar avancieren würde, die sich auf eben diese Bands beruft: Es gibt kaum einen Musikpreis, den Beth Ditto mit ihrer Band The Gossip in den letzten Jahren nicht bekommen hätte, kaum eine Musikzeitschrift, auf deren Cover sie nicht abgebildet war.

Höchste Zeit also, zurückzublicken und das Standardwerk zur Geschichte dieser Bewegung dem deutschen Publikum zugänglich zu machen: Riot Grrrl! erzählt die Entwicklung aus der Perspektive von Frauen, die in ihrer Wut auf den Sexismus der Punkszene und die gesellschaftlich vorgegebenen weiblichen Rollenmuster kurzerhand ihre eigene Szene gründeten – unter dem Schlachtruf: Revolution Girl Style Now!

Der durch  Filmausschnitte und Hörbeispiele ergänzte Vortrag findet in Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG) statt.

Fakten: 03.05. | 21 Uhr | IKUWO | Eintritt frei

(*Amazon) 

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Vorstellungsvorträge der Bewerberinnen auf neue Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit Genderforschung

Nach zähem Ringen soll am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft (IPK) der Universität Greifswald eine Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit Genderforschung  installiert werden.

Die Berufungskommission, zu der neben dem studentischen Senator Erik von Malottki auch die Philosophin Dr. Barbara Muraca und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Detlef Jahn gehören, lädt zu den Vorstellungsvorträgen der vier Stellenaspirantinnen ein. In den darauf folgenden Diskussionen kann man erfahren, wie eng die Berührungen mit den Gender Studies tatsächlich sind und mit wie viel Geschlechterforschung dort zu rechnen ist.

hauptgebäude universität greifswald(Foto: grenzfrequenz via Flickr)

KOOPERATION MIT DEM IZfG WIRD ERWARTET

Auf die Ansiedlung dieser Juniorprofessur am IPK wird von einigen Kritikern, die sich schon lange mit der Einrichtung einer Gender-Professur in Greifswald beschäftigen, mit der Befürchtung reagiert, dass die eingerichtete Stelle vorwiegend politikwissenschaftlicher Natur sei und mit Geschlechterforschung relativ wenig zu tun habe.

In der Stellenausschreibung wurden nicht nur sehr gute Kenntnisse quantitativer Sozialforschung gefordert, sondern auch die Bereitschaft zur Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterstudien (IZfG).

  • Dr. Dorian Woods (Universität Tübingen)
    Rekalibrierung und der Wandel des Staates – Erklärungsansätze mit Genderperspektive
    19.01. | 08 Uhr
  • Dr. des. Anne Jenichen (Universität Bremen)
    Frauenrechtspolitischer Wandel in internationalisierten Nachkriegskontexten
    19.01. | 09.45 Uhr
  • Dr. Heike Brabandt (Universität Bremen)
    Gender und Internationale Normen: Der Umgang mit geschlechtsspezifisch Verfolgten in Großbritannien und Deutschland
    19.01. | 11.30 Uhr
  • Dr. Eva Maria Hinterhuber (Fernuniversität Hagen)
    Engendering Civil Society. Deliberative Governance, Zivilgesellschaft und Geschlecht
    19.01. | 14.30 Uhr

Die Vorträge sind öffentlich und können von allen Interessierten besucht werden. Sie finden im Konferenzraum im Hauptgebäude der Universität (Domstraße 11, Eingang 2) statt.

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Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #13

Wohin zur Hölle mit den Depressionen / Ich geh in die Disco, ich will da wohnen / Ich geh in die Disco und bring den Depri mit / Na wie wär’s, Wechselschritt / trauernder Tango, flennender Fox / langes Elend, elender Trotz / Tanz den Burnout, tanz das Syndrom! /  Immer was was Neues, kennt man schon.

kurze wege lange nächte

“WENN GOTT EMMA PEEL WÄRE, DANN WÄREN DIE MOBYLETTES DIE HAUSBAND DES HIMMELS” (ROCKO SCHAMONI)

Die Hamburger Band Mobylettes, die schon vor 20 Jahren mit einer bewegenden Mischung aus 60ies, Soul, Motown, und amerikanischer Beatmusik für Begeisterung sorgte, ist nach zehnjähriger Schaffenspause wieder da und präsentiert ihr neues Album „Immer schlimmer“ (tapete records). Anführerin des Quartetts ist Diana Diamond, die in der Vergangenheit nicht nur für Huah! sang, sondern auch den Sternen oder den Goldenen Zitronen ihre wunderbare Stimme lieh.

Video (03:26)

Nach dem Konzert wird London-Rückkehrer Marten für eine ungestüm-elegante Aftershowparty sorgen. Ein Abend auf dem Hamburger Schulhof, eine Nacht auf dem Parkett!

Fakten: 21.10. | 22 Uhr | IKUWO | 5 EUR (Kombi für Fr & Sa: 8 EUR)

DUNKELTECHON UNTERIRDISCH

adherenceWem die Mobylettes nicht technoid genug sind, der muss seine Freitagnacht in der Tschaika rumbringen.

Dort wird sich mit MC. ebenfalls ein Rückkehrer — diesmal aus Lissabon — am Mixer austoben. Davor übernimmt Patrick Bolze das “seriöse Eingrooven” mittels Rhythmus und Klang.

Adherence, das ist eine unkommerzielle Dunkeltechon-Reihe, die regelmäßig an wechselnden Greifswalder Schauplätzen und heute in nunmehr zehnter Auflage stattfindet.

Fakten: 21. 10. | 22 Uhr | Tschaika | frei

MUSCHIBALLETT & GENDERGEZWITSCHER

Wer am Sonnabend queer feiern will, kann schon nachmittags mit den Vorbereitungen beginnen, denn um 14 Uhr startet in der Nähwerkstatt Kabutze ein kostenloser Cross-dressing-queer-Klamottenbauworkshop.

muschiballettAbends tritt dann im IKUWO das feministische Diskurstheater Muschiballett auf, das sich “mit vollem Körpereinsatz durch die patriarchale Kulturgeschichte” ackert. “Gisa, Gerdrun und Gudela vereinen Kunst, Politik und Wissenschaft. Ein 53minütiger Soundtrack gibt den Rhythmus vor, nachdem sie live auf der Bühne eine Art sportliche Form feministischer Diskursanalyse betreiben.”

Danach geht das Gendergezwitscher unter der musikalischen Hoheit von  Frau_Bruch + S.U.P.A.! (Herzfieber) und den  HI All No Stars los. Schminktisch und Verkleidungsfundus stehen bereit, wer gleich gecrossdressed erscheint, zahlt nur 4 EUR Eintritt.

Die Veranstaltung wird von der Hedonistischen Internationale Sektion Greifswald in Zusammenarbeit mit dem “Jugend kann bewegen” e.V.  und dem IKUWO organisiert und vom Studentenwerk, dem AStA, der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV und dem IZFG gefördert. Bend your Gender!

Fakten: 22.10. | ab 20 Uhr | IKUWO | 4 EUR (Theater+Party)/6 EUR (nur Party) / 8 EUR (Kombiticket Fr & Sa)

SINGER/SONGWRITER IM KOEPPEN TEIL I

Im Café Koeppen wird das CKKT (Café Koeppen Konzert Team) den Ausklang des Wochenendes geruhsam angehen. Eingeladen ist der deutsche Songwriter Maxim, der auch seine Band mitbringt. Daraus erwächst ein reggaeaffiner, aber vor allem popverwurzelter Gesamtsound. Mit dabei ist auch Marc Hola, der den Abend eröffnen wird.

Maxim – Asphalt by Rootdown Records

Fakten: 23.10. | 21 Uhr | Koeppen | 10/6 EUR

SINGER/SONGWRITER IM KOEPPEN TEIL II

Am Montag geht es dann noch mit dem Briten Bobby Long weiter, der auf seiner Tour 12 Konzerte in Europa spielt und hier halt macht. Long lebt inzwischen in New York. Seine Musik wurde von der LA Times mit Damien Rice und Mumford & Sons verglichen.

Eine kleine Werkeinführung bietet dieser Videotrailer an.

Video (04:29)

Der Abend wird von Longs britischen Kollegen Alex Starling eröffnet.

Fakten: 24.10. | 20.30 Uhr | Koeppen | 12/8 EUR

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