Weitesgehend abgekoppelt von den klassischen Veranstaltungsstrukturen wird am Pfingstwochenende ein kleines Festival in der Klosterruine Eldena stattfinden.
Unter dem Namen Kulturklang wird das Gelände für ganze drei Tage in Beschlag genommen. Es werden verschiedene Betätigungsfelder zwischen Kinderschminken, Kleinkunst und Konzerten vereint. Das komplette Programm lässt sich hier nachvollziehen.
Auffällig sind sofort die niedrigen Eintrittspreise der Veranstaltung, das 3-Tage-Ticket kostet Erwachsene nur 7€ (Studenten bezahlen dafür sogar nur 6€) und am Kindertag bekommen die Kinder freien Eintritt. Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Veranstalter nicht gewaltig überschätzen. Laut deren Kalkulation müssen nämlich ganze 3250 Leute die Veranstaltung besuchen.
Diese Zahl halte ich für viel zu hoch angesetzt, denn erstens konkurrieren die Organisatoren mit dem Immergut-Festival und zweitens dürften erfahrungsgemäß unheimlich viele Leute die zusammenhängenden freien Tage nutzen, Greifswald den Rücken zu kehren.
Zur Erinnerung: einst fand am gleichen Ort jährlich das Klosterspektakel statt. Dort erreichte man nur selten mehr als 1800 zahlende Gäste, und das in Anbetracht eines wesentlich ambitionierteren Bookings. Das Kulturklang-Festival verzichtet völlig auf Publikumsmagneten, allenfalls die Songwriterin Kitty Solaris ist vielleicht noch ein wenig bekannter. Das Gros der Künstler (mit überwiegend anhaltinischer Herkunft) ist gänzlich unbekannt.
So bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter mit dem umfangreichen Kinderprogramm Zahlungswillige locken können. Kasperle-Theater, Höspiel-Jurte und Kinderschminken versprechen ja zumindest den Jüngsten angemessene Unterhaltung. Abends wird es – soweit nicht massiv vom Kunstlicht illuminiert – eher düster aussehen, denn die Lautstärkerestriktionen sind hart und wer nicht mit einer bombastischen Partynacht lockt, wird wohl kaum die optimistische Besucherinnenzahl erreichen.
Ich hoffe inständig auf gutes Wetter und zahlreiche Gäste; nicht zuletzt, weil ich grundsätzlich (beinahe) jeden kulturellen Impuls in Greifswald begrüße.

Selten habe ich hier eine Person erlebt, die so stark polarisiert und (noch eine Portion stärker) Verachtung erfährt. Auch wenn Jabbusch mehr als einmal über die Stränge schlug, manchmal zu früh Verschwörungen herbeiorakelte oder hin und wieder journalistisches Fingerspitzengefühl vermissen ließ, eins bleibt doch: ein starker Chefredakteur, dem es gelungen ist, den webMoritz zur wichtigsten Seite der hiesigen Internetsphäre zu machen. Für dieses unermüdliche Engagement, für die vielen guten Ideen, aber vor allem für die Dickfelligkeit, die breiten Reihen der Nörgler und Bedenkenträgerinnen zu ertragen, gebührt ihm Respekt. Da kann man auch über die eklatanten orthographischen Schwächen hinwegsehen. Obwohl, eigentlich nicht.




