
Die Ausstellungsräume sind dank schnell erreichbarer Rotweinbeschaffungsstätten ganz ausgezeichnet gelegen.
Greifswald Galore

Die Ausstellungsräume sind dank schnell erreichbarer Rotweinbeschaffungsstätten ganz ausgezeichnet gelegen.
Morgen wird das Volksstadion zum Skater-Mekka, denn im dortigen Skatepark findet ab 11 Uhr der Baltic Brett Battle statt. Bei der vom Landespräventionsrat unterstützten Veranstaltung stehen die Sportler in direkter Konkurrenz und treten in Zweier- oder Dreiergruppen gegeneinander an. MVregio erklärt die Spielregeln:
Dabei kommt derjenige eine Runde weiter, der in der vorgegebenen Zeit die besseren Tricks mit seinem Board schafft und diese in seinem Lauf gut verbindet. Im Tagesfinale stehen sich dann die vier Besten Fahrer des Tages gegenüber. Die Runs in den Vorrunden dauern jeweils zwei Minuten. Im Finale können sich die Zuschauer auf ein fünfminütiges Trickfeuerwerk freuen. Bewertet werden die Fahrer von einer fachkundigen Jury. Es gibt jeweils einen Tages- und einen Gesamtsieger beim „Baltic Brett Battle“.
Der Blog zur Veranstaltung ist leider momentan nicht erreichbar.

Der Veranstaltung ist ein gewisser Exilcharakter attestierbar, denn sie wird vom Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V. organisiert. Der Verein kämpft für den Erhalt und die Nutzung des Hauses Stralsunder Straße 10 und wurde an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt. In ihm sind nicht nur Einzelpersonen versammelt, auch das Greifswalder Studierendentheater Stuthe ist Mitglied.
Jürgen Becker ist derzeit mit seinem aktuellen Programm „Ja, was glauben Sie denn?“ unterwegs. Der aus dem WDR bekannte Kabarettist wird in der mythischen Ursuppe der Weltreligionen rühren und sie kräftig mit rheinischem Humor würzen. Aufgrund der großen Nachfrage empfehlen die Veranstalter den Voraberwerb der (exorbitant hohen) Eintrittskarten, die man in der Stadtinformation am Markt, im Café Koeppen (Bahnhofstr. 4) und im Weltladen (im St. Spiritus) erwerben kann.
Infos: 16.07.| 20 Uhr| 16€ (normal) / 11€ (ermäßigt)| FMZ (Bahnhofstr. 50)
Gestern bewegte sich das erste Abrissfahrzeug auf den Hof der Straze und begann sein zerstörerisches Werk. Getroffen hat es ein altes zweistöckiges Fachwerkhaus.
„Binnen weniger Stunden machte eine Abrissfirma das Gebäude kurz und klein und hinterließ nur noch Schutt und Staub. Zudem wurden durch die Baggerschaufel auch einige Bäume in Mitleidenschaft gezogen. Der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald hatte vor in das Gebäude eine Holzwerkstatt zu integrieren.“ (greifkultur.de)
Die untere Bauaufsicht ist von dem Vorgang nicht informiert gewesen, nicht mal ein Abrissantrag lag nach Auskunft der Baubehörde vor. Die Grünen echauffieren sich auf ihrem Blog völlig zurecht:
Wir wünschen uns Menschen, die unsere Stadt entwickeln. Jene sind gerne willkommen. Wir brauchen aber niemanden, der unsere Geschichte ignoriert und an den Bedüfnissen der Greifswalder vorbeibaut. Es gibt kein Sanierungs- und Nutzungskonzept für die Strasunder 10 und der Baubeginn für den Akademiepark ist auf unbestimmte Zeit verschoben! Sieht so ein verlässlicher Investor aus?
Erinnern wir uns nochmal kurz des Investoren, der seine eigene Gemeinde verklagte und dessen Leitmotiv bekanntlich lautet: „“Es ist die soziale Verantwortung, der wir uns verpflichtet fühlen. Unser Ja zum Menschen.”
Wer denkt, das Treiben des Petruswerkes interessiere ihn nicht, weil die potentielle Straze-Klientel doch ohnehin zu alternativ sei, der sei darauf hingewiesen, dass die Baumaßnahmen in der Anklamer Straße, wo der gleiche Investor seine Vorstellungen sozialer Sanierung umsetzt, für eine rasche Schließung des Clubs mira sorgen werden.
Mit besonderem Nachdruck sei abschließend auf die neue Internetpräsenz der Gruppe verwiesen, die sich für den Erhalt der Stralsunder Straße 10 stark machen. Der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V. wird seine Öffentlichkeitsarbeit hoffentlich intensiver betreiben als die BI Straze und ist unter greifkultur.de erreichbar.
Um 20 Uhr wird heute im Koeppen-Haus eine Lesung stattfinden, zu der überpünktliches Erscheinen anzuraten ist, denn eine ähnliche Veranstaltung im September 2008 zeigte, wie stark das Thema nachgefragt wird.
Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer haben erst im März 2009 ihr Buch In der NPD: Reisen in die National Befreite Zone veröffentlicht und legen damit eine der aktuellsten Bestandsaufnahmen in Sachen Rechtsextremismus vor. Zum Buch heißt es:

Auch 2009 bleibt die NPD eine reale Gefahr für Andersdenkende, für Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Nationalität oder einer sexuellen Orientierung, die nicht dem Standard der NPD entspricht. Ob die traurigen Rekordergebnisse der Landtagswahl von 2006 wiederholbar sind, bleibt abzuwarten. Nach der Kommunalwahl 2009, wird die NPD künftig in viele Kommunalparlamente in MV zum ersten Mal einziehen können, sie profitiert von der Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde auf kommunaler Ebene. Die Kommunalwahlen 2009 zeigen in verschiedenen Bundesländern, die Partei hat sich in „ihren“ Orten etabliert, gehört zum Alltagsbild und kann auf eine Stammwählerschaft zählen. Es bleibt die Frage, wo die demokratischen Parteien mit langfristigen Strategien sind, um gegen eine Normalisierung der NPD präsent zu sein.“
Nach der Buchvorstellung wird eine Diskussion mit dem omnipräsenten Rechtsextremismus-Experten Prof. Dr. Hubertus Buchstein stattfinden.
Ich habe ja bereits gestern auf den in meinen Augen unsinnigen Flashmob in der Universitätsbibliothek hingewiesen, der heute um 15 Uhr startete.
Angesichts einer allerorten prophezeiten Bildungskrise muss das Treiben wirklich grotesk gewirkt haben. Hier ist ein erstes Bild, das der webMoritz veröffentlichte. Eine Galerie mit weiteren visuellen Eindrücken ist hier erreichbar.

*Update* 28.06.2010
Am 21.05.2010 fand übrigens ein kurzer und wilder Sturm der Greifswalder Universitätsbibliothek statt, der dann doch etwas lässiger als jener war, um den es hier eigentlich ging.