Kleinode des Müßiggangs: ein Adventskalender von Rakkoon Recordings

Jahresendinventur beim Greifswalder Label Rakkoon Recordings, das in 24 Kalendertürchen das zurückliegende Jahr bilanziert und zum Dranbleiben verführt.

Im Rakkoonkalender hat sich heute das erste Türchen geöffnet und den Blick auf ein bislang unveröffentlichtes Video von Huey Walker freigegeben. Die Improvisation wurde Mitte Mai mit dem damals neu erworbenen, ersten Smartphone aufgenommen und ist eines der Kleinode des Müßiggangs, die sich im Laufe der Zeit beim Greifswalder Musiker Martin Hiller angesammelt haben. In den kommenden 23 Tagen werden noch etliche Zeugnisse dieser Art in die Öffentlichkeit geboxt, darunter Photographien, Videoschnipsel und allerlei unveröffentlichtes Zeug.

adventskalender rakkoon greifswald

„Manches von alldem, was nicht als eigene Tonträger oder andere Veröffentlichungen in die Welt gesetzt wird, tupft man hier und da mal so als Schnippsel und Content in den digitalen Äther. Anderes liegt immer noch auf Halde, im Giftschrank oder ist schlicht noch in Planung. Genau diese Sachen werden nun – im ersten Rakkoonkalender – publik gemacht. Hinter jedem, nunja, Türchen, verbirgt sich eine Rarität, eine Kuriosität oder irgendetwas fast verschollenes, das hiermit wieder ans Licht geholt wird. An jedem der 24 Tage kommt etwas neues hinzu.“ Dranbleiben!

Gesuchter Reichsbürger aus Greifswald stellte sich in Bayern

Der untergetauchte Reichsbürger, der Anfang des Monats in Greifswald Polizisten mit Reizgas angegriffen hat, ist in Bayern wieder aufgetaucht und sitzt nun in Haft.

Logo Polizei MV

Der Fall war krimireif: Anfang November wollten zwei Polizisten wegen einer Ordnungswidrigkeit drei Personen — zwei Brüder und ihre gemeinsame Mutter — in der Greifswalder Ostrowskistraße kontrollieren. Während der Überprüfung stellte sich heraus, dass gegen einen Beteiligten, einen 29-Jährigen, der dem Staatsschutz bereits als Reichsbürger bekannt war, ein Haftbefehl vorlag. Daraufhin entwickelte sich ein heftiges Handgemenge, in deren Verlauf zunächst die Polizisten mit Reizgas gegen die Brüder vorgingen. Dann schritt die Mutter ein, holte sich ihrerseits Reizgas aus dem gemeinsamen Auto und attackierte damit die Polizisten. Im dadurch entstehenden Tumult befreite sich der reichsbürgerliche Bruder, griff mit dem Reizgas der Mutter nochmal die Polizisten an, floh und tauchte fast vier Wochen lang nicht mehr auf.

Nun ist er wieder da. Der 29-jährige Mann, gegen den ein Haftbefehl wegen Betrugsdelikten und nun auch wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vorlag, stellte sich unlängst in Begleitung eines Rechtsanwaltes bei der Polizei im bayrischen Sonthofen. Mittlerweile sitzt er in der JVA Kempten die vollstreckten Haftbefehle ab.

  • „Reichsbürger“ stellte sich in Bayern (PM Polizei, 28.11.2016)

Blöd gelaufen: Dekodieb lässt Smartphone zurück

Dekodiebe entwendeten Weihnachtsbeleuchung und lassen dafür ihr Smartphone zurück. Die Geschädigte meldete sich inzwischen auf Facebook und lud den oder die mutmaßlichen Täter zum Klärungsgespräch ein.

Zugegeben, die extensive Lichtverschmutzung der Vorweihnachtszeit nervt schwer und ist ökologischer wie ökonomischer Humbug. Die Erfahrung lehrt, dass sich dieses Problem in den nächsten Wochen eher verschärfen als entspannen wird. Doch so penetrant die Belästigung durch elektrischen Lichtschmuck auch sein mag, sie berechtigt niemanden, anderer Leute Weihnachtsbeleuchtung aus ihren Vorgärten zu entführen. So geschehen Sonntagnacht, als bei einer „überhasteten Diebestour“ alle adventlichen Illuminatoren aus einem Greifswalder Vorgarten entwendet wurden. 

facebook weihnachtsbeleuchtung

(Screenshot Facebook)

Die bestohlene Betreiberin der Weihnachtsbeleuchtung meldete sich nun gestern in einer Greifswalder Facebook-Gruppe und machte dort ihrem Ärger Luft. Bevor sie zur Polizei gehen und Anzeige erstatten will, räumte sie allerdings erstmal die Gelegenheit zu einem entschuldigenden Gespräch ein. Und dabei kann sie auf ein starkes Druckmittel verweisen, denn der mutmaßliche Täter hat bei seinem Ausflug in den erleuchteten Garten sein Telefon verloren, das sogar noch bei Facebook eingeloggt gewesen sein soll. Blöd gelaufen, möchte man meinen. Der entsprechende Eintrag wurde inzwischen aus der Facebook-Gruppe entfernt.

Reklame

Genderpreis 2016 für Arbeiten über „Kruso“ und das Gesundheitssystem der DDR

Der Genderpreis der Universität Greifswald geht in diesem Jahr an Georg Brosche und Dr. Jenny Linek. Die beiden Forschenden wurden am Mittwoch für ihre Arbeiten von Rektorin Prof. Weber geehrt.

Seit zehn Jahren werden an der Universität Greifswald die besten wissenschaftlichen Abschluss- und Promotionsarbeiten aller Fakultäten, in denen die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigt wird, vom Rektorat und der Senatsgleichstellungskommission geehrt. Die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung hieß bis 2015 Universitätspreis, wurde aber im vergangenen Jahr in Genderpreis umbenannt. In diesem Jahr geht der Preis an die Historikerin Dr. Jenny Linek sowie an Georg Brosche (Germanistische Literaturwissenschaft), der damit für seine Masterarbeit über Lutz Seilers Roman Kruso ausgezeichnet wird. Beide Arbeiten ragen nach Einschätzung der Jury aus der Auswahl der eingesandten Bewerbungen heraus und beeindruckten durch wissenschaftliche Fundiertheit. Sie präsentieren neue Ergebnisse von hoher Relevanz und setzen sich intensiv mit der Genderthematik auseinander.

genderpreis Greifswald

Die Preisträger und die Jury Jenny Linek (6. v.l.), Georg Brosche (3.v.r.) – Foto: Jan Meßerschmidt

„Genderpreis 2016 für Arbeiten über „Kruso“ und das Gesundheitssystem der DDR“ weiterlesen

„Schon vergessen?“ Gedenkveranstaltung für Eckard Rütz 2016

Vor 16 Jahren wurde der Greifswalder Obdachlose Eckard Rütz von drei jugendlichen Neonazis vor der Mensa erschlagen. Heute findet die alljährliche Gedenkveranstaltung für das Opfer rechtsextremer Gewalt statt.

Heute Nachmittag ruft das Greifswalder Bündnis „Schon vergessen?“ zu einer Gedenkveranstaltung für den vor 16 Jahren ermordeten Eckard Rütz auf. Der Obdachlose wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 von drei jugendlichen Neonazis im Alter von 16 bis 21 Jahren erschlagen. Die drei Täter malträtierten ihr Opfer damals solange mit Baumstützpfählen, bis es sich nicht mehr bewegte. Als Motiv gab einer der Täter in der späteren Gerichtsverhandlung an, dass Rütz „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen“ hätte.

Gedenkveranstaltung für Eckhard Rütz 2014

Für die Veranstaltung werden Redebeiträge von Pfarrer Matthias Gürtler (Domgemeinde St. Nikolai) und Angehörigen der Bündnisse „Schon vergessen?“ und „Greifswald für alle“ angekündigt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, sich an der heutigen Veranstaltung auf dem Vorplatz der Mensa am Schießwall zu beteiligen.

Das Bündnis „Schon vergessen?“ gründete sich im Herbst 2006, um eine aktive Gedenkkultur in der Hansestadt zu fördern und an die Morde an zwei Greifswalder Obdachlosen zu erinnern. 

Fakten: 25.11. | 18 Uhr| Mensavorplatz (am Schießwall)

Freifunk Greifswald: Freies WLAN auf dem Marktplatz

Pünktlich zum Weihnachtsmarkt gibt es seit vergangener Woche auf dem Greifswalder Marktplatz kostenloses Internet.

Ein Aufkleber an der Tür zur Stadtinformation im Rathaus macht seit letzter Woche darauf aufmerksam, dass sich von nun an auf dem Marktplatz das kostenlose WLAN des Greifswalder Freifunk-Netzwerks nutzen lässt. Nach wochenlanger Planungsarbeit und zahlreichen Stunden auf dem Dachboden und dem Turm des Rathauses konnte das Netzwerk pünktlich vor dem Weihnachtsmarkt freigegeben werden. Nun kann sich dort jede, ganz gleich ob Anwohnerin oder Touristin, mit dem offenen Netzwerk verbinden und surfen, bis die Frustration über die zuweilen etwas behäbige Geschwindigkeit überhand nimmt. „Greifswald hat im Vergleich zu anderen Städten Nachholbedarf beim freien WLAN, darum bin ich froh, dass wir diesen kostenlosen Service jetzt auf dem Marktplatz anbieten können“, so Oberbürgermeister Stefan Fassbinder. „Das freie WLAN kommt Einheimischen und Gästen zugute. Urlauber können jetzt ihre Fotos unkompliziert nach Hause schicken, Geschäftsleute ihre Unterlagen herunterladen.“ „Freifunk Greifswald: Freies WLAN auf dem Marktplatz“ weiterlesen