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Parkplatz vor dem Boddenhus wird für 83.000 Euro saniert

May 25th, 2013

Wo wir gerade bei diskutablen Baumaßnahmen in Greifswald waren, deren Kosten nur für wenig Kritik sorgen, kann die geplante Sanierung des Parkplatzes vor dem Boddenhus eigentlich nicht unerwähnt bleiben. Am 27. Mai werden dort am Karl-Liebknecht-Ring Bauarbeiten beginnen, deren Kosten sich auf schlappe 83.000 Euro belaufen sollen.

Boddenhus Parkplatz Greifswald(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Wie die Greifswalder Stadtverwaltung mitteilt, ist geplant, dort zunächst die brüchige Betonoberfläche zu entfernen und eine Asphaltschicht aufzutragen. Anschließend sollen die einzelnen Parkbereiche mit einem Betonpflaster versehen werden, ehe dort ein weiterer Parkscheinautomat aufgestellt wird, um den Weg zur nächsten Bezahlstation zu verkürzen.

Die Parkgebühren werden nach der Sanierung, die am 21. Juni abgeschlossen sein soll, nicht steigen und betragen für eine Parkdauer von bis zu sechs Stunden dann auch nach wie vor 0,5 Euro. Das amortisiert sich schneller als Nachbars Lumpi!

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Greifswald hat den Superpoller!

May 23rd, 2013

Die Wiecker Brücke wird am Freitag ab 12 Uhr wieder für den sondernutzungsberechtigten Verkehr freigegeben: “Die Bauarbeiten für den Einbau der neuen Polleranlage sind abgeschlossen, die letzten Testläufe waren erfolgreich.” So kurz und knapp kündigte die Stadtverwaltung heute das Ende der nicht enden wollenden Lokalposse um den PKW-Verkehr auf der denkmalgeschützten Klappbrücke über den Ryck an.

EIN FELS IN DER BRANDUNG DER UNBERECHTIGT PASSIERENDEN

Greifswald hat ihn jetzt endlich, den Superpoller! Das stählerne Schwergewicht kommt aus Italien und bringt 800 Kilogramm auf die Waage. Fels in der Brandung unberechtigt passierender Fahrzeuge soll er sein; für Ordnung soll er sorgen. Wer sich diesem geradlinigen Regime widersetzen würde und ohne zu bezahlen mit Tempo 50 über die Brücke eilte, bekäme es mit einem Anprallwiderstand von 6,8 Tonnen zu tun. Darauf ist man sehr stolz, denn der letzte Poller war weniger unbeugsam und brachte es auf unwiderständige 0,45 Tonnen — wohlgemerkt bei geschwindigen 10 Stundenkilometern.

Superpoller Greifswald Wieck(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Doch so weit soll es gar nicht kommen: anders als beim alten Modell besteht die Steuerung des stählernen Verkehrselements aus zwei mehrere Meter voneinander entfernt verlegten Schleifen, von denen eine mit einem Warnlicht versehen ist, das davon abhalten soll, zu dicht auf das Vorderauto aufzufahren. Das intelligente Sicherheitssystem ist darüber hinaus mit einer Wiederholungssperre ausgestattet, die verhindert, dass man innerhalb von fünf Minuten die Brücke zweimal in die gleiche Richtung überqueren kann.

Überhaupt erst zum Thema wurde der stählerne Brückenwärter, als er nach 20-jähriger Dienstzeit aus Verschleißgründen gegen ein 40.000 Euro teures Poller-System ausgetauscht wurde. Noch am Tag der Eröffnung im August 2011 zerstörte ein Auto, das trotz roter Ampel die Brücke überqueren wollte, die 40.000 Euro teure Neuanschaffung — es sollte nicht bei diesem einen Zusammenstoß bleiben. Seitdem gab es 29 Unfälle, die insgesamt 8 Poller zerstörten. Die Kosten für den neuen Superpoller belaufen sich auf 120.000 Euro, doch wer eine Welle der Empörung darüber erwartete, wurde enttäuscht. Nicht einmal Axel Hochschild (CDU), der sich im Zusammenhang mit der Diagonalquerung mehrmals gegen “die einseitige Bevorteilung für eine Gruppe [sic!] der Verkehrsteilnehmer” ausgesprochen hat, meldet sich in der Sache zu Wort.

Die Stadtverwaltung wird die derzeit rund 800 registrierten Sondernutzungsberechtigten in den nächsten Tagen mit einem Handzettel darüber informieren, wie die neue Anlage funktioniert und wie sie sich bei der Brückenüberfahrt zu verhalten haben, wenn sie eine Konfrontation mit dem stählernen Schwergewicht aus Italien vermeiden wollen. Wir werden sehen, wie lange der Superpoller halten wird.

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Neuverlegung der Stolpersteine zieht viele Greifswalder auf die Straße

May 23rd, 2013

In diesem Augenblick begleiten etwa 100 Greifswalder Bürgerinnen die Neuverlegung der Stolpersteine, die in der Nacht zum 9. November 2012 von Neonazis entfernt wurden und nun, am Tag des Grundgesetzes, ersetzt werden.

In der Robert-Blum-Straße erinnerte ein Schüler der Martin-Schule mit einer kurzen Rede an das Schicksal von Alice Margarethe Weissmann und Paula Gabriele Sichel, die beide am 6. Oktober 1943 nach Theresienstadt deportiert wurden und dort ums Leben kamen. Unter den Gästen waren unter anderem Oberbürgermeister Arthur König (CDU) der neue Prorektor der Universität, Eckhard Schumacher, sowie Christine Dembski, Koordinatorin des Präventionsrates.

Neuverlegung der entwendeten Stolpersteine in der Robert-Blum-Straße

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Die Neuverlegung der Stolpersteine wird bis 14 Uhr andauern. Wer noch an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen möchte, findet hier Zeiten und Orte.

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Aufgewacht: Stadtverwaltung geht das Müllproblem am Hafen an

May 22nd, 2013

Der Museumshafen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Lieblingsplatz vieler Greifswalder entwickelt. Die wachsende Popularität des Areals hat allerdings auch ihre Schattenseiten, von denen Notiz nehmen kann, wer sich morgens, nach einem regenfreien Abend, dort umsieht und die zurückgelassenen Müllberge begutachtet.

Mülltonne Museumshafen

Es ist augenscheinlich, dass die beiden fest installierten Abfallbehälter nicht die Kapazitäten haben, um den Müll von hunderten Menschen aufzunehmen. Dieses Problem besteht seit Jahren, doch eine Lösung war bis zur vergangenen Bürgerschaftssitzung am 13. Mai nicht in Sicht. Dort wollte die SPD eine Beschlussvorlage zur Abstimmung bringen, die die Stadtverwaltung dazu auffordert, Maßnahmen gegen die Abfallproblematik zu prüfen und durchzuführen. Nachdem Baudezernent Jörg Hochheim (CDU) mit dem Aufstellen zweier Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 120 Litern eine rasche Lösung versprach, zog die SPD ihren Antrag zurück.

Inzwischen wurden am Museumshafen zwei Müllplätze eingerichtet, in denen Grillasche und Abfall entsorgt werden können; ein dritter Platz entstand in den Credner Anlagen am Tierpark. Die Mülltonnen bleiben dort bis Oktober aufgestellt und werden nun regelmäßig geleert. Ob diese Maßnahmen gegen das Abfallproblem wirksam sind, wird sich in den nächsten Wochen und Monate zeigen.

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Bilder und Videos vom Holi Greifswald

May 21st, 2013

Am Pfingstsonntag fand in Greifswald das erste Holi statt — ein lukrativer Kulturimport aus Indien, der sich inzwischen auch in Europa höchster Beliebtheit erfreut.

The Walking Dead

Das Wetter dürfte an diesem Tag zwar viele Besucher etwas enttäuscht haben, die Veranstalter durften sich aber trotzdem über hohe Gästezahlen und ein entsprechend gutes Geschäft freuen — allein im Vorverkauf sollen über 3500 Tickets abgesetzt worden sein, die im günstigsten Fall pro Stück 15 Euro gekostet haben. Für einen entsprechenden Aufpreis gab es die bei einem Holi essentielle Farbe dazu.

Nach der Veranstaltung bewegten sich viele Menschen durch die Stadt, denen man schon von Weitem ansah, wo sie den Tag verbracht haben. Die kolorierten Gestalten erinnerten dabei manchmal an die US-amerikanische Fernsehserie The Walking Dead. Inzwischen wurden im Internet Fotostrecken und Videos des Spektakels veröffentlicht, in denen Veranstaltungsfernbleiber einen Eindruck dieses Open Air gewinnen können. Für den stündlichen Farbcountdown wurde ein Moderator engagiert, der fast so gut war wie das Timing des Publikums.

(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Die Bildergalerien und Videos sind hier versammelt: (Hier weiterlesen…) »

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Fördern & Fordern: daburna bloggt über Hartz IV und das Greifswalder “Jobcenter”

May 19th, 2013

Bloggerkollege daburna hätte sich vermutlich nicht träumen lassen, dass die Freude über sein abgeschlossenes Studium so schnell getrübt werden könnte. Am vergangenen Donnerstag meldete sich der frisch diplomierte Geograf beim örtlichen “Jobcenter” an, um finanzielle Unterstützung zu beantragen, weil das Einkommen aus Minijob und Kleingewerbe nicht zum Überleben reicht.

“SO, ALS ERSTES DIESE MASSNAHME, DANN WAHRSCHEINLICH EINEN 1-EURO-JOB, DANN WIEDER EINE MASSNAHME UND SO WEITER…”

Bei seinem ersten Kundengespräch machte er dieselben Erfahrungen wie schon unzählige andere Hochschulabsolventen in Greifswald vor ihm, die gezwungen waren, Hartz IV zu beantragen: Auf Anweisung der Geschäftsführung soll es Akademikern in Greifswald “so unangenehm wie möglich gemacht werden, damit sie keine Leistungen mehr beziehen wollen.” Das geschieht zum Beispiel durch eine Beschäftigungstherapie aus den sogenannten “1-Euro-Jobs” und zweifelhaften Maßnahmen, zu deren Teilnahme die Leistungsbezieher gezwungen werden — das Druckmittel hierfür ist die empfindliche Kürzung der finanziellen Bezüge.

Hartz IV

Das Leitmotiv Fördern und Fordern wird in Greifswald zwar energisch umgesetzt, doch gefördert werden hier selten die Arbeitssuchenden, sondern vor allem das entstandene Bildungsgutscheinsyndikat mit seinen zweifelhaften Maßnahmen und “Qualifizierungen”. Hartz IV fordert von den Betroffenen vor allem eines: Würde und Nerven.

Schenkt man den Schilderungen von “Kunden” hiesiger “Jobcenter” Glauben, so ist Betroffenen nur zu wünschen, vor ihrem ersten Termin weder besonders jung noch im Besitz eines Studienabschlusses zu sein, denn dann kann es wirklich unangenehm werden, wie zum Beispiel im Fall einer hochschwangeren Frau, die zwar plante, sich nach ihrer Niederkunft selbstständig zu machen, jedoch vorher noch vom “Jobcenter” zur Motivation in einen “1-Euro-Job” gezwungen wurde, der nichts mit ihrem Berufsfeld zu tun hatte.

Natürlich bekommen nicht nur junge Akademiker die repressive Seite der euphemistisch bezeichneten Arbeitsagenturen zu spüren — mit dem System Fördern und Fordern werden alle Leistungsempfänger konfrontiert. Als Blogger hat daburna aber die Möglichkeit — und ganz offensichtlich auch den dafür notwendigen Mut — , diesen alltäglichen Wahnsinn, der in Greifswald seit Jahren besondere Blüten treibt, sichtbar zu machen. Es bleibt ihm zu wünschen, dass er das nicht allzu lange durchhalten muss.

Bis heute, dem dritten Tag seiner Erwerbslosigkeit, erschienen auf seinem Blog bereits zwei Texte zum Leben mit Hartz IV:

  • Leben im System Hartz IV: Tag 1 – Es beginnt (daburna, 18.05.2013)
  • Leben im System Hartz IV: Tag 3 – Bewerbungen (daburna, 19.05.2013)

(Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

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Festgehalten: A Drone in the Dark

May 18th, 2013

Im Rahmen der Ausstellung P365 spielte am Freitag das Greifswalder Psycho-Drone-Duett The Splendid Ghetto Pipers ein Taschenlampenkonzert.

Die Ausstellungsräume bei Polly Faber blieben dunkel — einzig das Publikum, das an diesem Abend zahlreich erschienen ist und angetan durch die Nebelschwaden taperte, setzte mit den mitgeführten Taschenlampen der Dunkelheit ein Schimmern entgegen. Dazu die Musik, die behutsam durch den Raum reverbt, bis irgendwann auch das letzte Delay sein tieffrequentes Finale gefunden hat — ein einmaliger Abend!

Das Licht aus, den Schalter um!

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