We remember Café Quarks! #7: Das Finale

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Der Traum ist aus!?

Die Gedenkwoche an das inzwischen abgerissene AJZ/Café Quarks wird heute Abend ihren Höhepunkt erreichen. In einem Podiumsgespräch werden sich ganz unterschiedliche Protagonisten Greifswalder Sub- und Freiraumkultur auf Spurensuche machen.

Dabei wird vom AJZ/Cafe Quarks, dem AVKO in der Alten Druckerei und den Cafe Quarks-Parties in der Mensa die Rede sein, genauso aber auch die nicht endende Odyssee des Stuthe thematisiert oder das (voraussichtliche) Scheitern der Straze-Initiative (ein Gebäude, für das sich vor rund 10 Jahren auch das obdachlos gewordene AJZ/Cafe Quarks interessierte …) und nicht zuletzt auch das IKUWO in seinem Werdegang mit offenem Ausgang betrachtet.

Nach dem Podiumsgespräch wird das vor einer Woche wegen schneeweißer Unpässlichkeiten ausgefallene Konzert mit Las Balkanieras feat. Pionear nachgeholt werden. Anschließend heißt es auf zwei Floors und unter tanzdiktatorischem Musikkommando ehemaliger AJZ-Residents We remember Café Quarks!

Fakten:
06.02. | 21 Uhr | IKUWO | freier Eintritt (Podiumsgespräch)
06.02. | 23 Uhr | IKUWO | 5 EUR (Konzert & Party)

Verwandte Beiträge

We remember Café Quarks! #6: Videos aus dem Archiv

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Think about Mutation live im AJZ (1993)

Nochmal Film, aber heute wird sehr tief in die Schatzkiste der Videoarchivare gegriffen. Herausgekramt wurde ein Videomitschnitt vom 17. Mai 1993. Damals — also noch vor der Umbenennung in Café Quarks —  spielten die grenzgängerischen Think About Mutation im AJZ am Karl-Marx-Platz. „Trash Metal meets Happy House im Strobogewitter. Ein frühes Dokument einheimischer Rave-Kultur von hohem Schrägheits- und Energiefaktor, inklusive stadtbekannter Persönlichkeiten in verzückt-hilfloser Bemühung um adäquate Körpersprache!“

Das Nachfolgeprojekt der 2002 verblichenen Band, The Sonic Boom Foundation, fand übrigens im Oktober 2009 noch einmal den Weg nach Greifswald und gab ein Konzert im IKUWO. Das von Think About Mutation veröffentlichte Video zur Maxi-Single Irregular (1998) rotierte sogar bei VIVA ZWEI.

Mr. Dead in der Mensa Cafeteria (2001)

Nach der Räumung des Hauses am Karl-Marx-Platz lebte die quarksige Subkultur noch einige Zeit sehr aktiv weiter und agierte fortan im Exil.

wordsound greifswaldDie zu dieser Zeit noch unrenovierte Cafeteria der Mensa bot zeitweise  – und im Verbund mit ungeheuerlichen Anstrengungen – Raum für Veranstaltungen. Mitunter wurden Wahnsinn und Exzess dort auf bis zu drei Floors zelebriert.

Im Mai 2001 trat auf einer solchen Party die Wordsound Crew mit Mr.Dead, Bimos und Leon Lamont (USA) auf. Aus dem New Yorker Untergrund heraus wurden HipHop, Dub und Live Drum´n´Bass serviert. Schräges Horror-Entertainment und intergenerative Augenblicke des Glücks – von der die verwirrte Oma, die auf die Bühne stürmt, einen Eindruck vermittelt – waren historische Momente von unten!

Das und noch viel viel mehr wird im quasi-historischen Format VHS an die Wand geworfen. Außerdem stellt der Abend die letzte Möglichkeit dar, die komplette Ausstellung We remember Café Quarks! in Augenschein zu nehmen.

Fakten: 05.02. | 21 Uhr | IKUWO | freier Eintritt

Verwandte Beiträge

We remember Café Quarks! #5: Empire St.Pauli

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Von Perlenketten und Platzverweisen

Im Rahmen der Quarks-Gedenkwoche wird heute eine urbane Dokumentation gezeigt. Im Film Empire St.Pauli von Irene Bude und Olaf Sobczak werden Prozesse und Entwicklungen fokussiert, die man in abgeschwächtem Format auch in Greifswald nachvollziehen kann, so man will. Der Schauplatz dafür liegt aber nicht in Vorpommern, sondern in der Metropole Hamburg. Im Film werden exemplarisch am Großprojekt des Brauquartiers Industriewandel und Gentrifizierungsprozesse aufgezeigt.

Auf dem ehemaligen Brauereigelände wurden über 350 Millionen Euro investiert, der Astra-Turm wurde abgerissen und wieder aufgebaut.

In das Bürogebäude „Atlantic-Haus“ ist Deutschlands größte Werbefirma BBDO eingezogen, hochwertige Genossenschaftswohnungen und das Hotel „Empire Riverside“ sind entstanden. Einkommensstarke Haushalte ziehen in die neuen Wohnungen. Alte Kiezkneipen werden von exklusiver Gastronomie und schicken Cafés abgelöst. Wo bleiben die Menschen, die in den ehemals günstigen Wohnungen lebten und die in den Kneipen für 1,50 Euro ein Bier trinken konnten?

(Empire St.Pauli)

Einen Trailer zur Dokumentation gibt es natürlich auch und er soll niemandem vorenthalten bleiben.

Nach der Filmvorführung besteht zum vorletzten Mal die Gelegenheit, die Ausstellung We remember Café Quarks! anzusehen.

Fakten: 04.02. | 21 Uhr | IKUWO | freier Eintritt

Verwandte Beiträge

We remember Café Quarks! #4: Hedonistischtennis

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Gestern Abend wurde mit einer kleinen Vernissage die Ausstellung We remember Café Quarks! eröffnet. Die Exponate werden bis Freitagabend im IKUWO zu sehen sein.

Am Sonnabend wird der Großteil der ausgestellten Dokumente wegen der Abschlussveranstaltung, die neben dem Podiumsgespräch Der Traum ist aus!? auch eine Party mit früheren AJZ-Residents offeriert und kurzfristig auch noch zusätzlich durch das nachzuholende Konzert von Las Balkaniers feat. Pionear angereichert wird, abgeräumt werden. Nutzt also die Möglichkeit, Euch einen reichhaltigen Eindruck Greifswalder Subkultur zu verschaffen!

Plattenzauber im IKUWO

sos ajzEine gute Gelegenheit bietet das Hedonistischtennis am heutigen Abend. Im Rudel um die Platte rennen und nebenher anhand alter Plakate und Presseartikel ein Stück Stadtgeschichte nachvollziehen! Musikalisch begleitet – und damit in den thematischen Rahmen gefügt – wird die sportive Veranstaltung von alten Mitschnitten aus dem AJZ/Café Quarks beziehungsweise von den nach der Räumung exilierten M-Parties.

Weil Vorfreude ja bekanntlich eine sehr vergnügliche Angelegenheit ist und ich eine besondere Zuneigung der Stadt Greifswald gegenüber nicht von mir weisen kann, sei an dieser Stelle ein neunzigsekündiger Ausschnitt eines Konzertes von The Rootsman (UK) veröffentlicht. Die Tributzollung geht runter wie Öl.

The Rootsman (UK) in und über Greifswald

(ein Klick auf den Link öffnet in der Regel einen Flashplayer)

Fakten: 03.03. | 21 Uhr | IKUWO | freier Eintritt

Verwandte Beiträge

We remember Café Quarks! #3: Die Ausstellung

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Artefakte einer lebendigeren Zeit

Heute Abend wird im IKUWO um 21 Uhr mit einer kleinen Vernissage die Ausstellung We remember Café Quarks! eröffnet werden. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden alte Liebhaberstücke, unzählige Originalplakate und -Flyer, Zeitungsartikel und Pressemitteilungen zusammengetragen, digitalisiert und neu geordnet. Entstanden ist dabei eine reichhaltige Sammlung wirklich interessanter Dokumente.

„Je mehr passierte, desto weniger schielten viele nach Berlin“

Das Haus mag seit knapp drei Monaten abgerissen sein, die Erinnerungen werden beim Anblick der Artefakte jedoch schnell wieder geweckt und sie sind sehr lebendig. Bezeichnenderweise wurde damals wie heute die Anziehungskraft des metropolen Berlins von einigen als problematisch empfunden und war trotzig-kultureller Ansporn, Greifswald in Bewegung zu halten.

Die ausgestellten Dokumente reanimieren temporär die Greifswalder Neunziger Jahre zwischen Ausländerhass, Hausbesetzungen und kulturpolitischen Freiräumen. Lofi Deluxe wird das heutige Spektakel an den Plattenspielern begleiten und musikalisch durch eine lange Nacht führen.

Fakten: 02.04. | 21 Uhr (Vernissage) | IKUWO | freier Eintritt

Verwandte Beiträge

We remember Café Quarks! #2: Las Balkanieras

Die Räumung des Greifswalder AJZ/Café Quarks jährt sich dieser Tage zum zehnten Mal. Aus diesem Grund wird vom 30. Januar bis zum 06. Februar eine Woche der kulturellen Freiräume zwischen Gedenken und Zukunftsvision stattfinden. We remember Café Quarks!

Madame Mediterranovich und ihre ungestümen Freundinnen

Morgen Abend beginnt die lokalkolorierte Gedenkwoche der etwas anderen Art mit einer fulminanten Auftaktveranstaltung. Mit Las Balkanieras wird es feminin-selbstbewußt zugehen. Das in Deutschland lebende, exil-jugoslawisch-russische Frauentrio vermengt wild und ungestüm balkaneske Folklore mit Elektroeinflüssen und jeder Menge Dancehall.

Hierfür zeichnet der erfolgreiche Produzent Pionear verantwortlich, dessen renommiertes Label Germaica Szenegrößen, wie zum Beispiel Seed oder Dr. Ring-Ding beheimatete.

Pionear verpasste im Januar 2000 leider das Soli-Festival Quarks United, weil er auf dem Weg nach Greifswald im Schnee stecken blieb. Die Live-Performance von Madame Balkaniera Mediterranovich und ihren zwei Schwestern im Geiste wird vom Dancehall-Veteran aktiv unterstützt und hoffentlich mit entsprechend rootigem Tonmaterial unterfüttert.

„I scream, you scream. You scream Ice cream!“

Einen — im Wortsinn — guten Vorgeschmack auf das, was zu erwarten ist, bietet der bei myspace hörbare Song Whats cooking? Hier wird Kulinaria neu verhandelt! Zu den schon genannten musikalischen Einflüssen des Trios mischt der Ankündigungstext „swingenden R’n’B-Fake-Glitzer, grimmige Dubstep-Bässe und eine Liebe zum trashigen Entertainment, zur schrägen Show, zum ganz großen Remmidemmi. Dabei überaus feminin selbstbewußt und alles humorvoll abgefedert. Spätestens, wenn der Russo-Klassiker „Kalinka“ auf einer mörderischen Bass-Linie über die tanzende Meute bricht, gibt es kein Halten mehr!“

Nach der Show der Balkanieras wird mit Russendizko, Polska Rootz und Balkanbeatz in den Morgen getanzt!

Fakten: 30.01. | 22 Uhr | IKUWO | 5 EUR

Verwandte Beiträge