Vor der letzten Kommunalwahl unterzog der frühere stellvertretende Chefredakteur des webMoritz, Gabriel Kords, die Internetpräsenzen der Greifswalder Parteien einer genaueren Überprüfung. Im Website-Check schnitten die politischen Akteure damals nicht sonderlich gut ab.
EINKANALKOMMUNIKATION WEIT VERBREITET
Björn Buß, vormals selbst bei den Moritz Medien aktiv, veröffentlichte gestern auf seinem Blog Medien-Monopoly, in dem sonst eher Cineastinnen bedient werden – einen Beitrag über die jeweiligen Selbstdarstellungen der politischen Parteien.
In Greifswald geschieht dies [die Selbstdarstellung von Parteien im Internet] in sehr unterschiedlicher Qualität: Verlautbarungen an die eigenen Anhänger, Pressemitteilungen zu aktuellen Themen und vor allem Informationen zum politischen Personal lassen sich finden. Nur in den wenigsten Fällen ist auf den Seiten die direkte Beteiligung von Bürgern gestattet: Einkanalkommunikation ist am weitesten verbreitet.
Sein Augenmerk bezog auch die Web2.0-Aktivitäten der Gruppierungen mit ein. Er konstatiert, dass man zwar inzwischen im Internet angekommen sei, die Umsetzungen aber häufig enttäuschten.
Kurz zuvor veröffentlichte Buß einen Text über die Greifswalder Medienlandschaft. Darin wurden der webMoritz, Kollege daburna und der Fleischervorstadt-Blog zu den „drei Platzhirsche[n] in der Greifswalder Blogosphäre“ gekürt. Dieses Lob geht natürlich runter wie Öl. Seine Einschätzung der medialen Situation Greifswald fällt überraschend optimistisch aus:
Im Vergleich zu vielen anderen Lokalmärkten mit nur einer Tageszeitung als Anbieter von ortsbezogenen Nachrichten, steht der Greifswalder Öffentlichkeit ein breiteres Angebot zur Verfügung. Neben der Lokalredaktion der Ostsee-Zeitung bietet Greifswald TV (G-TV) eine werktägliche Nachrichtensendung an. Bemerkenswert für die Stadt am Ryck ist aber das breit aufgestellte Angebot an (Lokal-)Blogs.
Eine gute Übersicht der Greifswalder Blogs findet man übrigens im Blogverzeichnis MV (18 Einträgen und Voting-Funktion). Ebenfalls gut informiert ist man mit der Twitter-Liste Sebastian Jabbuschs und auch auf die twittrigen Aktivitäten des Fleischervorstadt-Blogs sei nochmals verwiesen.
Nachdem ich am 13. Januar auf das Greifswalder Blogportal webgreif.netverwiesen habe, ist dort die Anzahl der gelisteten Webseiten von einst 17 auf nunmehr 23 angestiegen. Um ein ähnliches Projekt handelt es sich bei dem Blogverzeichnis MV aus Kröpelin.
Dort wird – wie der Name bereits verspricht – eine regional gegliederte Auflistung von Blogs aus Mecklenburg Vorpommern erarbeitet. Aus Greifswald sind allerdings erst sechs Seiten angemeldet, während in Rostock fünfzehn zuhause sind.
Neben einer manuell gepflegten und leider nicht sehr aktuellen Karte, die zur Ansicht bereit steht, wird jeweils ein Eintrag zum Blog des Monats befördert und optisch hervorgehoben. Zudem gibt es für jede eingetragene Seite eine Bewertungsfunktion. Für deren wohlwollende Benutzung im Falle des Fleischervorstadt-Blogs bin ich zu tiefstem Dank verpflichtet.
MELDET EUCH KOSTENLOS AN!
Alle Blogger und Bloggerinnen möchte ich an dieser Stelle dazu animieren, die schnell erledigte Anmeldeprozedur hinter sich zu bringen und sich am Wachstumsprozess des Verzeichnisses zu beteiligen. Das komplettiert einerseits die Auflistung und andererseits schafft es einen weiteren Link auf eure Spielwiesen.
Die Seite stellt ein sehr nützliches – wenn auch noch unvollständiges – Werkzeug dar, um sich einen Überblick über neue Medien in Mecklenburg Vorpommern zu verschaffen.
Die Greifswalder Blogosphäre wächst stetig und früher oder später werden wir vor der Entscheidung stehen, entweder die Übersicht zu verlieren oder die Postfächer unserer abonnierten RSS-Feeds vollends zu verstopfen. Am Rande der letzten beiden Medienstammtische hat jemand eine Art Überblicksplattform, die unter der Adresse webgreif.net zu erreichen ist, eingerichtet und erweitert.
Eine Stadt, eine Liste, 17 Blogs
Bei webgreif werden inzwischen siebzehn Greifswalder Blogs gelistet. Die Auswahl ist facettenreich und variiert von kleinen privaten Blogs bis hin zu großen, mehrautorigen Magazinen. Das Portal befindet sich noch in der Anfangsphase, derzeit sind allein die Titel der einzelnen Seiten und ihre — mithilfe des Dienstes twingly bezogenen — RSS-Feeds abrufbar. Es wird ausdrücklich dazu eingeladen, neue oder bisher unentdeckte Blogs anzumelden, um eine größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen.
Von den gelisteten Seiten möchte ich die Blogs daburna und lebewesen empfehlen. Ersterer schreibt über Lokalpolitik, HipHop und geographische Themen, während der Letztgenannte in der jüngeren Vergangenheit mit der Aufarbeitung lokaler Subkulturgeschichte glänzte.
Bloggerkollege daburna hatte am 27. Oktober zum dritten Medienstammtisch im Café Casper eingeladen. Dort trafen sich insgesamt 11 BloggerInnen und Medieninteressierte, lernten einander kennen und tauschten sich über medienspezifische Themen aus.
Am kommenden Donnerstag wird der vierte Medienstammtisch stattfinden. Ganz modern und dem Anlass angemessen, wurde die Wahl des Termins auf der Grundlage einer doodle-Umfrage getroffen. Diesmal wird sich das Treffen im Café Koeppen ereignen. Das liegt nicht nur in der Fleischervorstadt, sondern offeriert auch W-LAN. Wer sich für Medien wie Radio, TV, Print, Blogs, Twitter usw. interessiert, ist herzlich eingeladen, diesem Spektakel beizuwohnen. Werbung
Daburna bittet ausdrücklich um das Mitbringen von Notebooks, um gegebenenfalls konkrete Projekte vorstellen zu können.
Beim Betrachten der Statistiken traf mich der Schlag ob des exorbitant hohen Besucheraufkommens in den heutigen Morgenstunden.
Die Ursache dafür war schnell gefunden, denn der von mir hochgeschätzte BILDblog hat heute den Beitrag zur ZDF-PR-Posse der Universität verlinkt. Der Wahnsinn!
BILDblog war nicht nur einer der ersten Blogs, die ich las. Die Seite war auch ein persönlicher Grund für mich, mit dem Bloggen zu beginnen. Vielen Dank!
Stammtische sind mit Sicherheit nicht für jeden der Gipfel der Glückseligkeit. In Greifswald gibt und gab es einige, zum Beispiel einen Queer- und einen Medienstammtisch. Letzterer wurde damals auf Initiative Sebastian Jabbuschs ins Leben gerufen, kam aber über zwei Termine nicht hinaus. Nachdem im Oktober und im November 2008 die beiden Treffen einigermaßen erfolgreich gewesen waren, verlief die Idee im Sand, verlor sich das Interesse an persönlichem Kontakt hiesiger Medienschaffender. Eine sich konsolidierende Struktur sieht anders aus.
Heute Abend – ein knappes Jahr nach dem letzten Treffen – wird zum dritten Greifswalder Medienstammtisch eingeladen. Blogger daburna ergriff diesmal die Initiative, startete eine Online-Umfrage und hat den heutigen Abend als bestmöglich herauskristallisiert.
Vielleicht findet sich heute Abend der eine oder die andere Medieninteressierte im Café Caspar ein. Vielleicht wird das auch der letzte Stammtisch. Wir werden sehen.