Gastspiel Comedian Harmonists Today — szenisches Konzert mit OhrwĂŒrmern der 1920er/30er

Ein Gastbeitrag von Daniel Schwandt

Bei frostigen Außentemperaturen gastierten die Comedian Harmonists Today mit ihrem Programm „Ein neuer FrĂŒhling“ am 7. Januar 2016 in der Stadthalle Greifswald. Eingebettet in zeitgenössische Zeitungsmeldungen von Mitte der 1920er bis in die 1940er, bildeten die GrĂŒndung der „Comedian Harmonists“, deren kometenhafter Aufstieg und die durch das Auftrittsverbot der Nazis fĂŒr jĂŒdische Ensemblemitglieder veranlasste Auftrennung in zwei Gruppen — „Comedy Harmonists“ und „Meistersinger“ — den Rahmen fĂŒr eine intensive Begegnung mit dem Vokalensemble.

comedian harmonists today (Foto: Comedian Harmonists Today)

„Vier Zugaben, darunter einem brillanten Medley von OhrwĂŒrmern der Neuen Deutschen Welle“

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Kurze Wege, lange NĂ€chte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #42

Im IKUWO macht die Rapperin Sookee („Pro Homo“) auf ihrer Purple Velvet – International Female HipHop Tour Station, JĂŒrgen Landt liest aus Der letzte Stock im Feuer, wĂ€hrend am Theater gleich mehrere interessante Vorstellungen stattfinden — unter anderem das Finale der TanZZeiT 2014 — und mehrere Parties zu Zerstreuung und nĂ€chtlichem Antrieb einladen. Eine Übersicht.

Kurze Wege lange NĂ€chte EF (Sweden)

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Gastbeitrag: Reiner Calmund und wie er die Welt sah

Ein Gastbeitrag von Einheitsdave und Vincent Stoa

„Nie gehört! Was soll das denn fĂŒr ein Magazin sein?“ Das Kartenabreißweiblein taxiert uns mit misstrauischen Blicken, als wir ihr unseren selbstgebastelten Journalistenausweis entgegenstrecken. „dein.stadtmagazin, der Greifswald-Guide, der Wissen schafft! Noch nie davon gehört? Wir haben doch vorhin extra mit der Agentur telefoniert!“, entgegnen wir, verzweifelt um eine entspannt-selbstsichere Haltung bemĂŒht. Sie lĂ€sst uns passieren, und wir machen uns auf den Weg ins Innere der Stadthalle, wo bereits hunderte von GĂ€sten der bevorstehenden Veranstaltung harren.

IN DER HÖHLE DES LÖWEN

Reiner Calmund, so versprachen die Plakate der WVG, kĂ€me nach Greifswald. Um geschlagene zwei Stunden darĂŒber zu referieren, ob man Fußball und Wirtschaft miteinander vergleichen könne. Seit Wochen schon verfolgte uns sein bĂŒbisch grinsendes Konterfei bei all unseren StadtgĂ€ngen.

reiner calmund greifswald

Wir mischen uns unter die munter brabbelnde Masse im Foyer, die zwischen Sektausschank und Signiertisch wabert. Jeder einzelne von ihnen hat knapp siebenundzwanzig Euro ausgegeben fĂŒr — ja, fĂŒr wen eigentlich? Unser bisheriges Leben haben wir so fußballfrei wie nur irgend möglich gehalten. Vincent erinnert sich: „War im Schulunterricht mal ein Turnier angesagt, verwendete ich alle meine BemĂŒhungen darauf, keinen Ball an den Kopf geschossen zu bekommen. Einem Amerikaner könnte ich auf einem Bierfilz wohl noch eher die Heisenbergsche UnschĂ€rferelation als die Abseitsregel erklĂ€ren. Und selbst beim Tischkicker versage ich jĂ€mmerlich und war ernsthaft erstaunt, als mir jemand vor kurzem erklĂ€rte, das man mit den Stangen nicht wild herumwirbeln dĂŒrfe.“ „Gastbeitrag: Reiner Calmund und wie er die Welt sah“ weiterlesen

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NDR-Beitrag ĂŒber den Protest gegen die NPD vor der Kreistagssitzung

Auch der NDR war gestern bei der Protestaktion gegen die NPD in Greifswald zugegen. Noch bevor die Sitzung des Kreistags Vorpommern-Greifswald begann, versammelten sich ungefĂ€hr 70 Personen in der Robert-Blum-Straße und brachten mit ihrer PrĂ€senz und dem mitgebrachten Banner zum Ausdruck, wie wenig willkommen die Neonazis in Greifswald sind

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70 Menschen protestierten vor der Kreistagssitzung gegen die NPD

Etwa 70 Menschen versammelten sich heute ab 14.30 Uhr vor der Stadthalle, um anlÀsslich der zweiten Greifswalder Kreistagssitzung zu zeigen, dass die NPD nicht willkommen ist.

Der Polizei war mit vielen EinsatzkrÀften vor Ort und hatte offenbar die ersten Greifswalder Kreistagssitzung im Dezember 2011 noch gut im GedÀchnis. Damals attackierten AnhÀnger der NPD protestierende Neonazi-Gegner, die im Kreistag ein Transparent entrollten. An diesen Angriffen sollen auch die Kreistagsmitglieder Hannes Welchar, Christian Hilse und Dirk Bahlmann beteiligt gewesen sein.

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Bis zum Beginn der Sitzung war heute die Lage allerdings ruhig. Ein knappes Dutzend Neonazis stand provokativ vor der Stadthalle. Der aus Berlin zugezogene Neonazi Marcus G., der seit einigen Jahren in Greifswald zu studieren versucht, nutzte die Gelegenheit, um viele der Protestierenden zu fotografieren. Erst nachdem sich eine Gruppe vor ihm positionierte, ließ er relativ unbeeindruckt davon ab, ehe er sich wenig spĂ€ter in eintrĂ€chtige GesprĂ€chsrunde mit einigen NPD-Abgeordneten und ihren AnhĂ€ngern begab, um schließlich der Sitzung beizuwohnen.

Die NPD reagierte auf die von den GrĂŒnen angemeldete Veranstaltung und mobilisierte im Vorfeld ihre AnhĂ€nger dazu, nach Greifswald zu kommen, um dort in dem Fall, dass die Polizei nicht fĂŒr Ordnung sorgen möge, von ihrem „Notwehrrecht Gebrauch“ zu machen.

Die Sitzung des Kreistags kann hier im Livestream verfolgt werden.

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Internetrevolution im Kreistag Vorpommern-Greifswald

Als die Piratenpartei Vorpommern-Greifswald auf der sechsten Sitzung des Kreistags Vorpommern-Greifswald im April 2012 ihre Vorstellung einer transparenten Kommunalpolitik umsetzen wollte, wurde ihnen die Live-Übertragung der Sitzungen ins Internet auf Inititative des CDU-Abgeordneten Karl-Heinz Schröder (CDU) aus Benz untersagt. FĂŒr das piratische Streamteam endete damals die Offenheit der kommunalen Vertretung, bevor sie so richtig begonnen hatte.

EIN MEILENSTEIN DER BÜRGERBETEILIGUNG ERREICHT

kreistag livestream

FĂŒr die anstehende Kreistagssitzung am kommenden Montag deutet sich nun eine Neuerung an, denn seit Mittwoch existiert auf der Internetseite des Kreises die neue Rubrik Kreistag Live. Arne Reyher (Piratenpartei) teilte auf Nachfrage mit, dass es Donnerstag bereits einen Probelauf des Streams gegeben habe und dass ihm dessen DurchfĂŒhrung von Roland Suhr, dem Sachgebietsleiter des KreistagsbĂŒros, bestĂ€tigt wurde.

Mit der Realisierung des Streams sieht die Piratenpartei einen Meilenstein erreicht und freut sich darĂŒber, dass einer der wichtigsten Punkte ihres Katalogs zur verbesserten BĂŒrgerbeteiligung in der Kommunalpolitik Wirklichkeit werden könnte: „Wir werden wohlwollend beobachten, wie gut die Umsetzung im ersten Versuch gelingt und uns anschließend eine Meinung ĂŒber den Erfolg und die finanzielle Effizienz der Maßnahme bilden.“ Falls die technische Umsetzung des Streams am Montag nicht gelingen sollte, bieten die Piraten außerdem ihre Expertise auf diesem Gebiet an.

Der Livestream wird an dieser Stelle ebenfalls eingebunden. Nach kurzer Werbeeinblendung (8 sek) sollte es losgehen. Wenn der Stream nicht funktioniert, sollte man es ĂŒber die Kreistagsseite probieren.

(Abbildung: Screenshot www.kreis-vg.de)

„WIESO GEHT DAS BEI UNS NICHT SO?“ 

Obwohl die Pressemitteilung der Piratenpartei weitgehend im Grundton der Zufriedenheit verfasst ist, sehen die technikaffinen Politikneulinge weitere Verbesserungspotenziale, um kommunalpolitische BĂŒrgerinnenbeteiligung zu fördern, denn der Einsatz moderner Medien allein reicht ihrer Meinung nach nicht aus. Sie fordern, dass die Kreistagssitzungen als solche fĂŒr Außenstehende nachvollziehbar gemacht werden und es nicht mehr zu rasanten Abstimmungen durchnummerierter AntrĂ€ge kommt.

Damit außenstehende BĂŒrgerinnen in der Lage sind, den Sitzungen ihrer ReprĂ€sentanten zu folgen, mĂŒssen die dafĂŒr notwendigen Informationen verstĂ€ndlich dargestellt, frei zugĂ€nglich und einfacher, als es jetzt der Fall ist, auffindbar sein. Als Vergleich wird der Internetauftritt des Kreistags Vorpommern-RĂŒgen genannt, wo relevante Dokumente einfacher abgerufen werden können und Termine langfristiger angekĂŒndigt werden.

kreistag greifswald sitzung

(Foto: daburna, 12/2011)

Ein weiterer Punkt betrifft die Nachbereitung der Sitzungen. Nach Ansicht der Piraten ist fĂŒr die Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen notwendig, dass „Protokolle und Grundlagen der Diskussion zeitnah verfĂŒgbar sind“. So sei beispielsweise der Haushaltsentwurf der Verwaltung nur auf Umwegen erreichbar. In dieser Hinsicht weist das Ratsinformationssystem des Kreises noch erhebliches Verbesserungspotenzial auf, Ă€hnlich verhĂ€lt es sich mit dem auskunftsscheuen Pendant der Hansestadt Greifswald.

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