Fleischervorstadt-Flohmarkt 2017: Letzte Chance zur Anmeldung

Auch in diesem Jahr findet in Greifswalder wieder der Fleischervorstadt-Flohmarkt statt. Alle Bewohner und Bewohnerinnen des Quartiers sind herzlich dazu eingeladen, sich daran mit einem eigenen Stand zu beteiligen. Am Montag endet die Anmeldefrist.

Am 14. Mai ist es wieder soweit: Aus der Fleischervorstadt wird ein großer Flohmarkt, der sich über das gesamte Viertel ausdehnt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als einhundertachtzig Stände an diesem Spektakel. Auch in diesem Jahr ist die Begeisterung ungebrochen und es liegen bereits zahlreiche Standanmeldungen vor. Deren Positionen werden wie in den vergangenen Jahren auf einem Laufplan markiert, der vorab in der Fleischervorstadt verteilt wird. Wer mit seinem Stand auf diesem Laufplan verzeichnet sein möchte, muss sich beeilen, denn am Montag (24.04.) endet die Anmeldephase für die beteiligten Stände.  

Fleischervorstadt Flohmarkt 2017

(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Alle Bewohner und Bewohnerinnen der Fleischervorstadt sind herzlich dazu eingeladen, am 14. Mai von 13 Uhr – 18 Uhr am Stadtteil-Flohmarkt teilzunehmen, sei es vor der Haustür oder im eigenen Garten, sei es als Standbetreibende oder als Flaneure. Die Anmeldung ist in diesem Jahr ausschließlich via E-Mail (flohmarkt@17vier.de) möglich.

Der Fleischervorstadt-Flohmarkt ist ein Projekt des Quartiersbüros, das seine Arbeit Ende Juni 2014 eingestellt hat. Seit dem Herbst 2013 bemühen sich engagierte Anwohnerinnen darum, die Impuls des Quartiersmanagements aufzunehmen und Projekte wie den Stadtteil-Flohmarkt weiterzuführen.

Greifswalder Literaturfrühling: Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte

Die BBC ließ über 25 Jahre lang anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern verlesen. Einige Autoren wurden dafür gnadenlos von der Stasi verfolgt — darunter auch ein Junge aus Greifswald.

Im Rahmen des 4. Greifswalder Literaturfrühlings findet heute Abend im Koeppenhaus eine Lesung mit der Autorin Susanne Schädlich statt. Die 1965 in Jena geborene Schriftstellerin verließ als Kind 1977 mit ihrer Familie die DDR, da ihr Vater, Hans Joachim Schädlich, ebenfalls Schriftsteller, dort nicht mehr ungehindert arbeiten konnte. Die neue Heimat war fremder als gedacht, und der lange Arm der Stasi sollte die Familie bis in den Westen verfolgen.

Susanne Schädlich DDR BBC

Vor etwa zwei Wochen erschien Schädlichs Buch „Briefe ohne Unterschrift. Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte“. Darin erzählt Schädlich die Geschichte der gleichnamigen BBC-Rundfunksendung, die ab 1949 über 25 Jahre lang jeden Freitag ausgestrahlt wurde. In dem Format wurden anonym zugesandte Briefe von DDR-Bürgern verlesen, die mit ihren zu Papier gebrachten Schilderungen, Fragen und Gedanken ein hohes persönliches Risiko eingingen. Schädlich stieß auf diese Zeitdokumente und erzählt nun von dieser Facette des zivilen Ungehorsams gegen die DDR-Führung. Sie möchte mit ihrem Buch den mutigen Absendern ein Denkmal setzen, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen. Unter ihnen ist Karl-Heinz Borchardt, ein Junge aus Greifswald, der nach wie vor in der Hansestadt lebt und heute Abend ebenfalls auf dem Podium sitzen wird.

Die Lesung findet in Kooperation mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR (BStU) Außenstelle Rostock statt. Das anschließende Gespräch zwischen Schädlich und Borchardt wird von deren Leiter, Volker Höffer, moderiert.

Fakten: 07.04. | 20 Uhr | Koeppenhaus | 6/4 EUR

(Foto: Susanne Schleyer)

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Brandstiftung in der Wiesenstraße: Unbekannte entzündeten Sperrmüll

Ein angezündeter Sperrmüllhaufen sorgte an einem Mehrfamilienhaus in der Wiesenstraße für einen erheblichen Sachschaden. Verletzt wurde niemand; die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Brandstiftung Wiesenstraße Greifswald

(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

In der Nacht von Montag auf Dienstag brannte in der Wiesenstraße ein Sperrmüllhaufen. Ein Anwohner bemerkte das Feuer gegen 03.30 Uhr und alarmierte den Notruf. Die schnell eingetroffenen Feuerwehrkräfte konnten eine Ausbreitung des Brandes verhindern. Fünf betroffene Mieter wurden sofort evakuiert. Verletzt wurde niemand.

Durch das Feuer entstand ein Sachschaden von ca. 15.000 Euro an der Fassade des Gebäudes und an der ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogenen Wohnung im ersten Stockwerk. An einem in unmittelbarer Nähe geparkten Golf verursachte die Hitze des Feuers weiterhin einen Lackschaden in Höhe von ca. 2000 Euro. Der Kriminaldauerdienst Anklam hat Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen. 

Bündnis „Greifswald für alle“ verlangt Entschuldigung von Axel Hochschild

Eine Pressemitteilung des Bündnisses Greifswald für alle

Am 4. März spielte sich während der Demonstration der Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“ folgende Szene ab: Axel Hochschild, Fraktionsvorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, verliest einzeln die Namen all derjenigen Abgeordneten, die gegen ein Einwirken der Bürgerschaft auf die Hochschule stimmten. Nach der Einleitung: „Das sind diejenigen, die gegen Greifswald gestimmt haben…“ lässt Hochschild nach jedem Namen eine kurze Pause, um seinem Publikum von knapp 400 Personen die Möglichkeit zu geben, die Betroffenen auszubuhen und auszupfeifen; eine Möglichkeit, die das sichtlich erregte Publikum gern ergreift.

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“

Axel Hochschild posiert vor ArndtEin solches Verhalten ist unter den demokratischen Parteien in Greifswald wohl bisher beispiellos. Was ist das Ziel einer solchen Aktion, bei der konkrete Einzelpersonen dem Zorn einer aufgebrachten Menge ausgesetzt werden? Schaut man beispielsweise an den rechten Rand, so wird mit der Denunziation antifaschistisch engagierter Menschen in sozialen Netzwerken oder auf öffentlichen Veranstaltungen eine Drohkulisse aufgebaut. Eine Drohkulisse, die dafür sorgen soll, dass sich diese Personen nicht mehr trauen sich zu engagieren. Will sich die CDU Greifswald wirklich auf dieselbe Stufe begeben?

Dazu kommt, dass die Position zum Verhalten der Universität für Hochschild offensichtlich untrennbar mit der Zustimmung oder Ablehnung der Stadt Greifswald selbst ist. Nur wer gegen die Umbenennung der Universität ist, scheint für ihn „für Greifswald“ zu sein. Alle anderen sind daher offensichtlich „gegen Greifswald“. Was die Benennung der Universität mit der Identifizierung mit Greifswald zu tun hat, ist allerdings nicht klar. So wird jegliche widersprechende Meinung delegitimiert, da diese schließlich „gegen Greifswald“ gerichtet sein müsste. So werden Menschen, die kein Problem mit der Umbenennung haben, automatisch als politischer Gegner ausgemacht, offensichtlich gilt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Will die CDU mittragen, dass Konflikte wirklich auf diese Art vereinfacht und polarisiert werden?

Ist es angebracht, dass ein hochrangiges Parteimitglied die Regeln des demokratischen Umgangs miteinander so verletzt und seine Kollegen aus der Bürgerschaft so respektlos behandelt? Das Bündnis „Greifswald für Alle“ fordert Axel Hochschild zu einer öffentlichen Entschuldigung bei allen Betroffenen auf.

(Foto: CDU Greifswald, Bearbeitung: Fleischervorstadt-Blog)

Frauentagsparty: Offener Brief an den Kontorkeller

Offener Brief von Aktivistinnen zur geplanten Frauentagsparty im Kontorkeller

Hallo liebes Kontorkeller-Team!

Am 11. März wollt ihr mit Bezug auf den internationalen Weltfrauentag eine Party mit dem Titel „Mädelzabend“ feiern. Um für diese Party zu werben, habt ihr tief in die Marketingschublade „Sexistische Frauenbilder“ gegriffen. Mehr wütend als überrascht — denn ihr spielt ja öfter mit heteronormativen Geschlechtsstereotypen — haben sich einige Menschen zusammengefunden, die sich fragen, wie man auf die Idee kommen kann, zum Anlass des Frauentags eine antifeministische Party zu feiern.

Betty Boops charakteristische Merkmale sind auf das äußere Erscheinungsbild beschränkt

Ihr bewerbt eure Party wiederholt mit der Cartoon-Figur Betty Boop. Die Flyer, der Banner und auch die Facebookseite werden von verschiedenen Betty Boop Bildern dekoriert. Häufig posiert die Figur halbnackt und „sexy“, mal im leeren Raum, mal auf einem Sofa, einmal ist sie shoppend unterwegs. Wir fragen uns, warum ihr gerade diese Figur zum Anlass des Frauentages ausgewählt habt, steht Betty Boop nun nicht wirklich für Werte, die am internationalen Weltfrauentag gefeiert werden. Betty Boop mag in den 1920er und -30er Jahren als Flappergirl die geltenden, diskriminierenden gesellschaftlichen Normen hinterfragt haben, heute ist die Cartoon Figur aber alles andere als emanzipativ: Betty Boops charakteristische Merkmale sind ihre kurzen Kleider, welche ihre Körpermerkmale betonen, viel Schmuck, rot geschminkte Lippen und häufig ein aufreizender Blick. All diese Merkmale sind auf das äußere Erscheinungsbild beschränkt. Wird die Figur jemals als klug, stark oder sogar mutig dargestellt? Kaum.

Weltfrauentag Kontorkeller Greifswald

Online-Werbung für die „Frauentagsparty“ im Kontorkeller

Außerdem weist ihr auf eurer Facebook-Seite darauf hin, dass es an dem Abend alles geben wird, was zu einem Frauentag dazu gehört. Dann zählt ihr ein paar Musikstile auf und versprecht attraktive Barkeeper. Soll das witzig gemeint sein? Attraktive Barkeeper also? Meint ihr damit, dass wir Frauen alle heterosexuell sind und wenn wir feiern gehen vor allem auf der Pirsch nach dem nächsten (Sex-) Partner sind? Und dass dieser natürlich unheimlich attraktiv sein muss?

„Es ist klein, es ist sexy und es verschafft dir einen Vorteil“

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Oberbürgermeister Fassbinder: Vorwürfe von Axel Hochschild sind ein starkes Stück

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) äußert sich zum skandalösen Auftritt von Axel Hochschild bei der Pro-Arndt-Demonstration am vergangenen Wochenende und nennt die Vorwürfe des Vorsitzenden der örtlichen CDU-Fraktion ein „starkes Stück“.

OB Stefan Fassbinder

Axel Hochschild (CDU) sprach am vergangenen Wochenende auf der Pro-Arndt-Demonstration und verwandelte den Greifswalder Marktplatz zwischenzeitlich in einen unerträglichen Pranger. Die knapp 400 Anwesenden nahmen seine Inszenierung dankbar an und buhten die von Hochschild nacheinander aufgezählten Kommunalpolitiker aus. Anschließend gellten die von ihm eingeforderten „deutlichen Abpfiffe“ für den Senat der Universität Greifswald und für Oberbürgermeister Stefan Fassbinder über den Platz.

Der gesamte Auftritt war zwar in höchstem Maße unsäglich, doch weder die veranstaltende Bürgerinitiative Pro-Arndt noch die nach Hochschild aufgetretenen Redner fanden es notwendig, in ihren Redebeiträgen auf die wohlüberlegt inszenierte Diffamierung Hochschilds Bezug zu nehmen.  „Oberbürgermeister Fassbinder: Vorwürfe von Axel Hochschild sind ein starkes Stück“ weiterlesen