Wer am gestrigen Abend durch die Knopfstraße schlenderte, hat sicher von der angekündigten Lichtinstallationzwjet budjet Notiz genommen. Angenehm unaufdringlich präsentierten Zugehörige des CDFI ihre Vorstellung von der Gestaltung des öffentlichen Raumes. Passanten registrierten das Geschehen und rezipierten mit sichtlicher Freude das Dargebotene.
Für die Installation wurden verschiedene Gebäude beleuchtet, darunter die Stadtbibliothek Hans Fallada.
Im Zuge der Entwicklungspolitischen Tage findet heute Abend im IKUWO ein Konzert mit gleich zwei Bands statt.
Den Auftakt wird das Musikprojekt Les Refugiés machen, eine Gruppe von Flüchtlingen aus dem Lager Blankenburg/Oldenburg. Sie vermengen HipHop, Reggae und Salsa mit afrikanischen Einflüssen.
Anschließend werden Los Bomberos de Monte Cruz für Furore sorgen. Bekannt als Kreuzburger Feuerwehr und vormals teilweise bei der Band Lex Barker Experience aktiv, wird hier südländische Mentalität mit Berlin Kreuzberg gekreuzt und mit einer Prise Revolutionsgeist abgeschmeckt. Zusammen klingt das ein wenig nach den grandiosen Los Fabulosos Cadillacs.
Am heutigen Abend zwischen 18 und 22 Uhr lohnt sich ein Spaziergang in die Knopfstraße, denn dort wird im beschriebenen Zeitfenster die Lichtinstallation zwjet budjet zu bestaunen sein.
Hier stehen die schönsten Plattenbauten der DDR. In den 70er und 80er Jahren fiel fast die gesamte nördliche Altstadt dem Abriss zum Opfer. Erhalten blieben zumindest einige der alten Türen. Sie wurden in die Neubauten eingesetzt.
Studenten des Caspar-David-Friedrich-Institutes wollen die Faltungen und die Metamorphosen des städtischen Raums mit Projektionen ausleuchten. Dabei knüpfen sie an das Projekt gruenes licht an, das im Juli im Botanischen Garten zu sehen war.
Die angekündigte Lichtinstallation zeigt das Ergebnis des Blockseminars RAUMSTRATEGIEN bei Carsten Minkewitz – seines Zeichens Dozent am CDFI – und dem Berliner Künstler Nils R. Schultze.
Darüber hinaus ist die Installation ein Beitrag zu der Veranstaltungsreihe 20 jahre friedliche Revolution in der DDR und Greifswald.
Ab heute beraten 175 Tierseuchenbekämpfer aus ganz Deutschland in Greifswald über die Erkennung und Bekämpfung von ansteckenden Tierkrankheiten. Auf den inzwischen vierten Riemser Diagnostiktagen geht es natürlich auch um die Vogel- und die Schweinegrippe.
Das Institut für Virusdiagnostik auf der Insel Riems bei Greifswald richtet die Riemser Diagnostiktage alle zwei Jahre mit der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft für die Tierseuchendiagnostiker in den Untersuchungseinrichtungen der Bundesländer aus. Das komplette Programm der Tagung steht hier zum Download zur Verfügung.
Aber wem nützt die Konferenz, wenn es keinen Impfstoff gibt?
Den Twitter-Mitteilungen der Ostsee Zeitung zufolge, ist dem Greifswalder Gesundheitsamt heute der Impfstoff ausgegangen:
Greifswalder Gesundheitsamt muss passen: Impfstoff gegen Schweinegrippe ist seit heute alle.
Das ist natürlich für Impfwillige ärgerlich, die sich zudem auch noch unter vielen Leuten aufhalten, zum Beispiel in der Universität. Passendes tweet aus Greifswald dazu vor einigen Tagen:
Heute wurde uns mitgeteilt das Freitag in der Vorlesung jemand mit Schweinegrippe saß, na toll!
Beim Betrachten der Statistiken traf mich der Schlag ob des exorbitant hohen Besucheraufkommens in den heutigen Morgenstunden.
Die Ursache dafür war schnell gefunden, denn der von mir hochgeschätzte BILDblog hat heute den Beitrag zur ZDF-PR-Posse der Universität verlinkt. Der Wahnsinn!
BILDblog war nicht nur einer der ersten Blogs, die ich las. Die Seite war auch ein persönlicher Grund für mich, mit dem Bloggen zu beginnen. Vielen Dank!
In der ZEIT vom 29.10.2009 ist der ausführliche ArtikelDie kleine Einheit von Christoph Dieckmann erschienen, der sich auf städtepartnerschaftliche Spurensuche begibt. Derlei Verbindungen zu anderen Städten kann Greifswald reichlich vorweisen: zum Beispiel nach Kotka (FI), Lund (SWE), Hamar (NOR), Newport News (USA) und schließlich auch nach Osnabrück.
Dieckmann skizziert die Entwicklungen Greifswalds und Osnabrücks in den zurückliegenden 21 Jahren, so alt ist inzwischen die Partnerschaft zwischen der drittgrößten Stadt Niedersachsens und Greifswald. Er erwähnt auch die mittlerweile zum Mythos gewordene friedliche Übergabe Greifswalds durch Rudolf Petershagen an die Rote Armee 1945.
Dazu kommt eine Prise friedliche Revolution 1989, ein Bissen Bürgermeistergeschichte und ein längerer Absatz zum in letzter Zeit etwas ins Straucheln geratenen Chef der HanseYachts AG, Michael Schmidt. Schließlich werden wichtige Ereignisse, wie zum Beispiel die Übergriffe auf Andersdenkende und Ausländer in den 1990ern oder die Greifswalder CDU-Spendenaffäre sehr verkürzt aneinandergereiht:
„Wir hörten von Siemens-Schmiergeldern pro CDU, vom altbundesdeutschen »Eliten«-Import und einem Milieu namens Osnabrück-Filz, von zweifelhaften Grundverkäufen, von Protesten gegen das geplante Kohlekraftwerk bei Lubmin, von den dunklen neunziger Jahren, als Asylbewerberheime und ausländische Studenten angegriffen wurden. Stetig wuchs die rechte Szene. Im Jahr 2000 wurde ein Obdachloser totgeschlagen, worauf Oberbürgermeister von der Wense — Wessi, CDU — verfügte, es sei genug. Am 14. Januar 2001 vereinte die Demo gegen Rechts 7000 Greifswalder. „
Lesenswert ist der Artikel auf jeden Fall, insbesondere was die Verquickungen mit Osnabrück betrifft. Sogar Ernst-Moritz Arndt und der Widerstand gegen den kontroversen Namenspatron der Universität werden erwähnt. Die Stadtgeschichte Greifswalds wird zusammengerafft und in Relation zu den Niedersachsen gestellt. Hier gibt es einiges zu erfahren — auch für jene, die behaupten, schon alles zu kennen.
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