Fallada-Festival: Literarischer Rundumschlag zum 70.

Anlässlich des 70. Todestags des in Greifswald geborenen Schriftstellers Hans Fallada findet an diesem Wochenende das gleichnamige Literaturfestival statt.  

Bedeutende Söhne der Stadt erleben derzeit in Greifswald eine ungewohnte Renaissance. Ob sich dieses neuentdeckte Interesse nur auf einen in Groß Schoritz geborenen Heimatdichter beschränkt oder das Interesse für hiesige Autoren darüber hinausgeht, wird sich an diesem Wochenende beim Fallada-Festival zeigen. 

Fallada-Festival in Greifswald

Zehn Veranstaltungen laden zu einer Beschäftigung mit dem großartigsten Schriftsteller aus der Fleischervorstadt ein. Die meisten finden in seinem Geburtshaus in der Steinstraße — dem Falladahaus — statt. Dort ist unter anderem Achim Ditzen, Falladas Sohn, zu Gast. Er wird aus den Briefen seines Vaters lesen. Bei weiteren Lesungen kann man Hannes Rittig (Jeder stirbt für sich allein) und Jan Holten (Der Trinker) erleben. Vorträge über Fallada steuern Prof. Dr. Eckard Schumacher, Dr. Roland Ulrich (beide Universität Greifswald) und Stefan Knüppel (Fallada-Museum Carvitz) bei.  “Fallada-Festival: Literarischer Rundumschlag zum 70.” weiterlesen

Falladafest 2015: Vom Mäuseken Wackelohr und dem Amokläufer der Liebe

Mit mehreren Lesungen, einer Filmvorführung und dem inzwischen wohl schon traditionellen Kühlschrankpoesie-Wettbewerb wird morgen in der Steinstraße das diesjährige Falladafest begangen. 

Bereits ab 15 Uhr geht es mit einer Kinderlesung los. Roland Ulrich liest vom Mäuseken Wackelohr vor und hält weitere Fallada-Geschichten parat. Im Innenhof des Geburtshauses des neusachlichen Autoren bietet ein Bücherflohmarkt Nachschub für die heimischen Regale. Für Verköstigung wird ebenfalls gesorgt. Später flimmert die erste Hollywood-Verfilmung eines Fallada Romans über die Leinwand: Frank Borzages Little Man, What Now? (1934). “Falladafest 2015: Vom Mäuseken Wackelohr und dem Amokläufer der Liebe” weiterlesen

Kein Aus für die Pommersche Literaturgesellschaft im Falladahaus

Ein Gastbeitrag von Lou

Finanzielle Förderung durch die Stadt Greifswald, neue Vereinsmitglieder und zahlreiche Veranstaltungsideen beleben den Pomlit-Verein im Falladahaus.

Im letzten Jahr sah die Zukunft für die Pommersche Literaturgesellschaft e.V. noch schlecht aus: Es fehlte an studentischem Nachwuchs, durch das Ableben des ehemaligen Hausbesitzers Klaus Michel entfiel die mietzinsfreie Nutzung des Falladahauses. Hohe Kosten und Obdachlosigkeit bedrohten den Verein. Dann die überraschende Wende — am 19. November 2014 erhielt der Pomlit-Verein den halben Kulturförderpreis des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 2500 Euro. Das Preisgeld hätte jedoch für die Miete kaum gereicht, wie Vereinsmitglied Dr. phil. Roland Ulrich berichtet: „Irgendwie war das eine absurde Situation. Wir nehmen heute den Preis für die Leistungen des Pomlit-Vereins entgegen und müssen morgen ausziehen. Glücklicherweise hatte der neue Vermieter viel Verständnis für unser pekuniäres Problem und erlaubte uns, noch bis Ende 2014 mietkostenfrei im Falladahaus zu bleiben!“

falladahaus greifswald

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Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #34

Der Frühling bricht sich endlich Bahn und auch aus kultureller Perspektive darf ein bildungsoffensives Erwachen festgestellt werden, das das bevorstehende Wochenende mit gerade noch erträglichen Entscheidungsqualen belastet. Eine Übersicht.

Kurze Wege lange Nächte 34

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Pommersche Literaturgesellschaft lädt zum Falladafest ein

Der Verein Pommersche Literaturgesellschaft, im lokalen Sprachgebrauch unter dem Kürzel pom-lit mehr oder minder geläufig, veranstaltet am kommenden Wochenende das Fallada-Fest.

VORNEHME ZURÜCKHALTUNG AUS DER STEINSTRASSE

In den vergangenen Monaten übte sich die Nachfolgeorganisation des Falladavereins in vornehmer Zurückhaltung und im Vereinssitz in der Steinstraße 59 – dem Geburtshaus des Schriftstellers – fanden in der letzten Zeit relativ wenige Veranstaltungen statt, zumeist handelte es sich dann um kleinere Ausstellungen Greifswalder Künstlerinnen. Auch das immerhin zehnjährige Jubiläum vor etwa drei Monaten ging irgendwie unter.

Die Pommersche Literaturgesellschaft wurde im April 2000 von Studierenden und Dozenten gegründet, unter ihnen zum Beispiel die beiden Germanisten Dr. Karl-Heinz Borchardt und Dr. Michael Gratz. Letzterer betreibt seit 2001 die online erscheinende Lyrikzeitung und “versammelte schließlich alles, was man über die Rezeption aktueller Lyrik wissen muss” (Freitag). Wieviel Arbeit tatsächlich in der Pflege und Autorenschaft dieser  Seite steckt, läßt ein kurzer Blick auf die elf Veröffentlichungszeitpunkte der vergangenen beiden Tagen erahnen. Gratz malocht mit Lyrik – pausenlos und nachtaktiv.

pommersche literaturgesellschaft

Als würde das nicht reichen, betreut er jetzt auch einen eigenen Blog für pom-lit. Hier geht es allerdings nicht nur um die Pommersche Literaturgesellschaft, sondern auch um Greifswalder Kultur und Hochschulpolitik. Und natürlich um den Schriftsteller Hans Fallada. Der Verein ist jedenfalls wieder da und lädt am Wochenende zu einer zwar kleinen, aber liebevoll erdachten Feierlichkeit.

KINDERTHEATER UND KÜHLSCHRANKPOESIE

Das Programm des diesjährigen Falladafestes wird vom biographischen Dokumentarfilm Ein Fall ad a. Sven Stäglichs eingeleitet.

falladafest-flyerIn seinem Diplomfilm hat der Filmemacher Sven Stäglich jenseits herkömmlichen dokumentarischen Erzählens eine subjektive Annäherung an Fallada versucht. Anhand biographischer Schauplätze wie Greifswald, Usedom, Rügen und Carwitz erzählt Stäglich, durch vier Zeitgeistjungen vermittelt, biographische Episoden in zum Teil surrealer Färbung. Die Darstellung des Lebens Falladas gerät damit selbst zum Kunstwerk.

Richtigen Festcharakter hat allerdings erst die Veranstaltung am Sonnabend inne. Ab 16 Uhr inszeniert dann nämlich das Greifswalder Studententheater (Stuthe) kindgerecht Falladas Geschichten aus der Murkelei. Drei Stunden später wird sich daran eine Lesung der Kinderheitserinnerungen Damals bei uns daheim mit Hedwig Golpon und Dr. Roland Ulrich anschließen.  Schließlich wird ein  Lyrikprojekt auftreten, das mit “abstrakt bis pointierten Gedichten, zahlreichen Liedern und schrägen Flash-Fictions” um Aufmerksamkeit wirbt.

kuhlschrankpoesieAm großen Büchertisch werden indes Schnäppchen feilgeboten, während die Besucher angehalten sind, sich kühlschrankpoetisch in die Veranstaltung einzubringen und mit ihren Werken eine Jury zu überzeugen. Nebenstehend die Arbeit der letztjährigen Preisträgerin. Eine Übersicht aller Wettbewerbseingaben von 2009 bietet dieses pdf-Dokument.

Das Wetter soll großartig bleiben und da für das leibliche Wohl gesorgt wird, muss wohl auch niemand aus dem Blechnapf fressen.

Fakten:

09.07. | 20 Uhr | Falladahaus (Steinstr. 59)
10.07. | ab 16 Uhr | Falladahaus (Steinstr. 59)
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