EP-Tage 2014: C3S — die faire GEMA-Alternative

Heute findet im IKUWO ein Vortrag über die  “Cultural Commons Collecting Society” (C3S) statt. Hinter dem Pionierprojekt verbirgt sich eine Europäische Genossenschaft, die den Aufbau einer europäischen Verwertungsgesellschaft für musikalische Inhalte verfolgt, um eine Alternative zur GEMA zu erschaffen.

c3s Logo der GEMA-AlternativeFür das Projekt zeichnet der Verein OpenMusicContest verantwortlich, der die Notwendigkeit einer Alternative zur Monopol-Verwertungsgesellschaft GEMA erkannt hat und voraussichtlich im Herbst 2015 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) einen Antrag auf Zulassung als deutsche Verwertungsgesellschaft einreichen wird.

Der Vortrag von Danny Bruder (C3S Berlin) gibt einen Überblick über die Unterschiede zwischen GEMA und C3S, erklärt die Beweggründe für die Schaffung einer GEMA-Alternative und informiert über den aktuellen Stand der Genehmigung. Danach geht es mit einer Labellounge weiter, die mit “freier” Musik aufwarten wird.

Wer sich weiter informieren will, wird auf den verlinkten Seiten fündig oder schaut sich dieses Video der Hedonistischen Trickfilmsektion über GEMA und C3S an.

Video (04:27)
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Fakten: 13.11. | 20 Uhr | IKUWO | frei

Entwicklungspolitische Tage machen “Besitz” zum Jahresthema 2014

Am Freitag beginnen in Greifswald die Entwicklungspolitischen Tage 2014 (EP-Tage). In diesem Jahr steht das Jahresthema “Besitz” auf der Agenda der Veranstaltungsreihe, die gemeinsam vom Rostocker Eine-Welt-Landesnetzwerk und zahlreichen lokalen Akteuren, von A wie attac bis W wie Weltladen, organisiert wird. Wem gehört mein Körper? Wem gehört die Stadt? Wem gehört die Welt?

EP-Tage 2014

Unter dem Banner der EP-Tage werden in Greifswald bis zum 21. November insgesamt 27 Veranstaltungen stattfinden, dazu gehören Vorträge, Filmvorführungen und Ausstellungen, aber auch ausgefallenere Formate wie Planspiele, ein Skillsharing-Café und ein Jugendgipfel.

Den Auftakt der EP-Tage liefert Prof. Dr. Joachim Lege (Universität Greifswald) am Freitag. Der Rechtswissenschaftler wird sich in seinem Vortrag den Konzepten ‘Besitz’, ‘Eigentum’, ‘Kapital’, ‘Vermögen’ und ‘Macht’ aus rechtlicher und philosophischer Perspektive nähern. In den kommenden Wochen geht es dann weiter mit Themen wie ökonomischem Kolonialismus in Mosambik, Neoliberalismus in El Salvador, Rohstoffkonflikte in Ecuador, Kinderhandel, Genitalverstümmelung, Ernährungssouveränität und Perspektiven selbstbestimmter regionaler Ernährungspolitik, Mieterrebellion und Gentrifizierung, Besitz von Bits, Freifunk, der GEMA-Alternative C3S und Erfahrungen mit alternativen Wohn- und Eigentumsformen. “Entwicklungspolitische Tage machen “Besitz” zum Jahresthema 2014″ weiterlesen

Gegen ACTA auf die Straße gehen!

Am Sonnabend, dem Internationalen Aktionstag gegen ACTA, findet auch in Greifswald eine Demonstration gegen das umstrittene Handelsabkommen statt, zu der ein breites Bündnis unterschiedlicher politischer Organisationen aufruft.

INFORMATIONSFREIHEIT UND DATENSCHUTZ IN GEFAHR  

acta demonstration greifswald

ACTA ist ein von mehreren Staaten gemeinsam entwickeltes Regelwerk zur Bekämpfung von Produktpiraterie und Copyright-Verletzungen. Gegnerinnen des Abkommens befürchten neben einer noch stärkeren Überwachung und Reglementierung des Internets auch die Zementierung eines veralteten Urheber- und Patentrechts. Sie kritisieren den “intransparenten und von Wirtschaftslobbies geprägten Entstehungsprozess” von ACTA.

Im Juli soll im Europäischen Parlament über das Abkommen abgestimmt werden. Vor wenigen Tagen haben indes mit dem Rechts-, dem Innen- und dem Industrieausschuss des Europäischen Parlaments gleich drei Ausschüsse gegen ACTA gestimmt und das Abkommen abgelehnt. Einem Gutachten des Innenausschusses zu den Konsequenzen von ACTA zufolge könnten durch das Anti-Piraterie-Abkommen Grundrechte wie Informationsfreiheit und Datenschutz entscheidend einschränkt werden. Die deutsche Bundesregierung hat die Ratifizierung von ACTA vorerst noch ausgesetzt.

EUROPAWEITE PROTESTE, AUCH IN GREIFSWALD WIRD DEMONSTRIERT

Im Februar 2012 protestierten europaweit mehr als 200.000 Menschen gegen das Handelsabkommen. Auch in Greifswald trugen 250 Personen ihren Unmut darüber auf die Straße und demonstrierten für ihre Freiheit im Netz.

acta demo hgw

Im Aufruf zur Greifswalder Demonstration werden neben der Ablehnung von ACTA im Europäischen Parlament unter anderem auch die Wahrung von Netzneutralität, Datenschutz und informationeller Selbstbestimmung sowie eine Reform des Urheber- und Patentrechts gefordert. Das Greifswalder Stopp-ACTA-Bündnis wird unter anderem von den JuSos, der Piratenpartei Vorpommern-Greifswald, von dieLinke.SDS, von Attac, dem AKJ, von Bündnis 90/Die Grünen Vorpommern-Greifswald und von Occupy unterstützt.

Am Freitagabend sollen Schilder und Transparente gebastelt werden, der Treffpunkt hierfür ist 20.30 Uhr im Sofa. Weitere Informationen zu Demoverlauf und -route sind beim Greifswalder Stopp-ACTA-Bündnis zu finden. Einen Eindruck der letzten Demo gegen ACTA vermittelt der vom Studierendenfernsehen Moritz TV produzierte Beitrag.

Video (02:46)
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Fakten: 09.06. | 14 Uhr | Fischmarkt

(Bilder: Jesthan, CC BY)

Nochmal zur GEMA

Gestern habe ich auf eine laufende Petition, die sich der GEMA widmet, hingewiesen. Die Bürokratisierung und die fehlende Transparenz der Rechteverwertungsgesellschaft belastet nicht nur Musiker, sondern auch Veranstalter und in letzter Konsequenz auch das Publikum, auf dessen Eintrittspreise die GEMA-Gebühren aufgeschlagen werden. Bei kleineren Konzertveranstaltungen werden schon heute die Eintritte der ersten 15 bis 20 Gäste allein von der GEMA verschlungen.

Veranstalter stehen in der Pflicht, ihre Feierlichkeiten anzumelden, wobei sich die fälligen Gebühren aus Raumgröße und Eintrittspreis ergeben. Musikern, die sich und ihre Werke bei der GEMA anmelden, steht ebenfalls ein bürokratischer Hürdenlauf bevor.

70200 SAMPLES IN 33 SEKUNDEN

Ebenjenen Papierkrieg hat im September 2008 der 28jährige Komponist und Avantgarde-Musiker Johannes Kreidler in einer Art politischer Kunstaktion thematisiert. Er setze ein 33 sekündiges Werk (product placements) aus 70200 urheberrechtlich geschützten Sample-Fetzen zusammen und inszenierte die GEMA-Anmeldung öffentlichkeitswirksam. Mit einem LKW brachte er die notwendigen Unterlagen persönlich vorbei. 3Sat Kulturzeit hat einen Beitrag dazu veröffentlicht.

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GEMA-Petition unterstützen!

Nachdem die erfolgreiche Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen im April 2009 den Petitionsausschuss des Bundestages bundesweit bekannt machte, gibt es seit Mitte Mai ein weiteres Ansinnen, das schon jetzt bald doppelt soviele Mitzeichnerinnen gewonnen hat, heute um 14 Uhr genau 91297.

petitionSicher haben bereits viele in unzähligen Massenmails die Aufforderung zugestellt bekommen, dieses Unterfangen zu unterstützen, indem eine Prüfung des untransparenten Gebarens der GEMA gefordert wird. Bis zum 17. Juli gibt es noch die Gelegenheit, die Petition Bürgerliches Recht – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vom 19.05.2009 mitzuzeichnen.

Was ist GEMA und was will die Petition?

Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft für Musikwerke, die in der heutigen Form seit 1947 existiert. Ihre Gebühren sind eine Art Steuer für das Aufführen und Abspielen urheberrechtlich geschützter Titel, die nicht nur von Veranstaltern abgeführt wird, sondern auch im Kaufpreis von Geräten und Medien enthalten ist, die zur Kopie von Musik geeignet sind. Auf der Homepage des Vereins wird auch auf die Petition eingegangen, auf die Missbilligungen und den Unwill reagiert.

gema logoEine geplante Gebührenänderung hat jetzt bundesweit für Aufsehen gesorgt, immer wieder wird die beabsichtigte Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% im Livesektor beklagt. Allerdings ist das Abgabensystem wenig transparent und sorgt mit der Vielzahl an Sonderregelungen für Verwirrung. Es sollen nicht alle Abgaben für den genannten Veranstaltungstyp pauschal um 600% erhöht werden, mit einer Verteuerung müssen früher oder später aber auch Kleinveranstalter rechnen.

Das Ziel der Petition ist nicht die Abschaffung der GEMA, sondern

dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Kritikerinnen werfen den Rechteverwertern vor, die sinkenden Umsätze aus dem Verkauf von Tonträgern durch die Abgabenerhöhungen im Live-Sektor kompensieren zu wollen. Viele Musiker und Veranstalter sehen in der GEMA einen reinen Selbstzweck, andere fühlen sich durch die Zwangsunterstützung von E-Musik ungerecht behandelt. Die GEMA unterscheidet in ihrem Ausschüttungsschlüssel zwischen E-, U-und F-Musik (ernste, unterhaltende und funktionale) und bewertet dabei zum Beispiel die ernste Musik weitaus höher als die unterhaltende.

Schon heute und natürlich auch in Greifswald machen die GEMA-Gebühren die Durchführung von Konzerten und Parties kostenintensiver. Eine weitere Erhöhung der Gebühren wird sich auf die Kulturlandschaft abträglich auswirken; eben auch in Greifswald.

Texte mit Ventilfunktion

Wer sich zwei Minuten Zeit nimmt, kann nach dem Mitzeichnen auch im Petitionskatalog blättern. Hier eröffnet sich ein Text gewordenes Sammelsurium an Bürgerwut mit Ventilfunktion. Seien es Killerspiele, Steuerrecht, Erziehungsgeld oder Straßenverkehr, jede Frustration wird bedient.

Die nächste Petition, die nach dem bedingungslosen Grundeinkommen und der Musikrechteverwertung vermutlich die magische 50.000 Mitzeichnungen erreichen wird, ist bildungspolitischer Natur. In ihr wird gefordert, dass jeder Bachelorabsolvent einen Masterstudienplatz erhält, unabhängig von Note, Herkunft und sozialem Stand.

Jeder Bürger, jede Bürgerin kann mit dem Online-System eigene Petitinonen starten. Steckt nicht in jedem von uns eine Spur petitionäres Potential?