EP-Tage 2014: Freifunk und Datenreise

Die Entwicklungspolitischen Tage 2014 gehen in die letzte Woche. Heute wird in zwei aufeinanderfolgenden Vorträgen in der Polly Faber das zentrale Thema der EP-Tage, Besitz, auf seine Ausprägungen in der digitalen Welt abgeklopft. „EP-Tage 2014: Freifunk und Datenreise“ weiterlesen

Entwicklungspolitische Tage machen „Besitz“ zum Jahresthema 2014

Am Freitag beginnen in Greifswald die Entwicklungspolitischen Tage 2014 (EP-Tage). In diesem Jahr steht das Jahresthema „Besitz“ auf der Agenda der Veranstaltungsreihe, die gemeinsam vom Rostocker Eine-Welt-Landesnetzwerk und zahlreichen lokalen Akteuren, von A wie attac bis W wie Weltladen, organisiert wird. Wem gehört mein Körper? Wem gehört die Stadt? Wem gehört die Welt?

EP-Tage 2014

Unter dem Banner der EP-Tage werden in Greifswald bis zum 21. November insgesamt 27 Veranstaltungen stattfinden, dazu gehören Vorträge, Filmvorführungen und Ausstellungen, aber auch ausgefallenere Formate wie Planspiele, ein Skillsharing-Café und ein Jugendgipfel.

Den Auftakt der EP-Tage liefert Prof. Dr. Joachim Lege (Universität Greifswald) am Freitag. Der Rechtswissenschaftler wird sich in seinem Vortrag den Konzepten ‚Besitz‘, ‚Eigentum‘, ‚Kapital‘, ‚Vermögen‘ und ‚Macht‘ aus rechtlicher und philosophischer Perspektive nähern. In den kommenden Wochen geht es dann weiter mit Themen wie ökonomischem Kolonialismus in Mosambik, Neoliberalismus in El Salvador, Rohstoffkonflikte in Ecuador, Kinderhandel, Genitalverstümmelung, Ernährungssouveränität und Perspektiven selbstbestimmter regionaler Ernährungspolitik, Mieterrebellion und Gentrifizierung, Besitz von Bits, Freifunk, der GEMA-Alternative C3S und Erfahrungen mit alternativen Wohn- und Eigentumsformen. „Entwicklungspolitische Tage machen „Besitz“ zum Jahresthema 2014″ weiterlesen

Löschner, Backhaus, Pressekodex — über die Wirksamkeit von Anonymisierungen

Stellen wir uns mal diese Zeitungsmeldung vor:

Bruder von Löschner wegen illegaler Downloads verurteilt 

(Greifswald) Am Montag wurde der in Greifswald lebende Theaterbeschäftigte Sascha L. vor einem Gericht unserer Wahl wegen zahlreicher Verstöße gegen das Urheberrecht verurteilt. Dem 44-jährigen Internetkriminellen droht nun die Zahlung einer Geldstrafe in fünfstelliger Höhe.

Sascha Löschner Theater Vorpommern PortraitDabei hatte Sascha L., der gemeinsam mit seinem Bruder, dem Intendanten Dirk Löschner, zur Spielzeit 2012/13 an das Theater Vorpommern kam — der aber überhaupt nicht in Greifswald wohnt — noch Glück im Unglück, denn gegen ihn wurde auch unter anderem wegen gewerblicher Piraterie ermittelt. Sascha L. wurde vorgeworfen, in der vergangenen Spielzeit mehr als 800 Fernsehserien illegal heruntergeladen haben, eine aktive Verbreitung des urheberrechtlich geschützten Materials konnte ihm bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht nachgewiesen werden.

“SOWEIT EINE ANONYMISIERUNG GEBOTEN IST, MUSS SIE WIRKSAM SEIN”

Dr. Sascha Löschner ist natürlich Chefdramaturg am Theater Vorpommern und kein Internetkrimineller – und wenn, dann hoffentlich allerhöchstens wegen der Verbreitung illegal digitalisierter arte-Dokus. Trotzdem sollte dieses ersponnene und auf die Greifswalder Verhältnisse heruntergebrochene Szenario anschaulich machen, wie sinnlos Löschners Teilanonymisierung wäre, wenn sein Bruder Dirk im gleichen Kontext mit Klarnamen, Funktion und familiärer Beziehung erwähnt wird. „Löschner, Backhaus, Pressekodex — über die Wirksamkeit von Anonymisierungen“ weiterlesen

Intern: Datenschutz und Social Media Buttons #2

Nachdem sich bei einer Umfrage im November 2011 eine deutliche Mehrheit der Teilnehmenden für eine datenschutzkonformere Einbindung der Social Media Buttons auf dem Fleischervorstadt-Blog ausgesprochen hatte, wird diesem Ergebnis nach rekordverdächtigen drei Monaten endlich Rechnung getragen.

umfrage social buttons

Jetzt ist der bisherige Facebook-Button verschwunden und die eingeblendeten Schaltflächen funken nicht mehr von alleine nach Burg Zuckerberg, sondern erst, nachdem sie manuell aktiviert wurden. Das kommt nicht nur dem Datenschutz zugute, sondern verkürzt auch die Ladezeiten des Blogs.

Die angebotenen Verbreitungswege der geteilten Beiträge wurden um den Microblogging-Dienst Twitter und das soziale Netzwerk GooglePlus ergänzt.

social buttons

Ursprünglich sollte hierfür das WordPress-Plugin 2-Click Social Media Buttons von H.-Peter Pfeufer zum Einsatz kommen, dessen Funktionsumfang inzwischen sogar um den Micropayment-Dienst Flattr und das Karrierenetzwerk Xing erweitert wurde. Da es allerdings nicht so recht in das schmale Layout dieses Blogs passen wollte, wird die Einbindung der Schaltflächen vorerst mit dem Plugin Social Opt In von Fritz Mielert realisiert.

Entschuldigt bitte die späte Umsetzung und amüsiert euch mit den neuen Buttons!

Nazi-Leaks: Operation Blitzkrieg betrifft auch Greifswald *Update*

Seit Weihnachten werden von Internetaktivisten, die sich dem Anonymous-Netzwerk zuordnen, rechtsextreme Online-Versandhäuser und Webseiten angegriffen. Dabei wurden viele dieser Seiten nicht nur mit sogenannten DDoS-Attacken, also der konzertierten und massenhaften Anfrage vieler Systeme, zur Unerreichbarkeit verdammt, sondern es wurden mit den Angriffen auch Kundendaten erbeutet, die wenig später auf der Website nazi-leaks.net veröffentlicht wurden.

MODEHAUS ODIN: „RUHM UND EHRE DER WEHRMACHT“

blitzkriegDie Angriffswelle firmiert unter dem Titel Operation Blitzkrieg und traf bislang unter anderem das Nationale Versandhaus, den Odin-Versand, Erik & Sons sowie den  NPD-Versandhandel Deutsche Stimme. Die Hacker veröffentlichten außerdem Kunden- und Autorendaten der  neurechten Zeitung Junge Freiheit und eine Spenderliste der NPD. Außerdem republizierten sie die 2009 erbeuteten Kundendatenbanken von Thor Steinar und Erik & Sons.

In den geleakten Datenbanken des Odin-Versands finden sich auch die Adressen dreier Greifswalder Kunden. Das sind in Anbetracht der über 90 verschiedenen Treffer, die 2009 in der Thor-Steinar-Datenbank auftauchten, relativ wenig. Der Odin-Versand bietet Textilien (zum Beispiel die Trainingshose Deutsches Reich oder die Kapuzenjacken Autonome Nationalisten und Ruhm und Ehre der Wehrmacht sowie verschiedene Kleidungsstücke bekannter Nazibands von Skrewdriver bis Kraftschlag), aber auch Devotionalien wie das Emailleschild Wolfschanze [sic!] an.

BURSCHENSCHAFT MARKOMANNIA EBENFALLS ALS ADRESSE GELISTET 

Das Haus der Burschenschaft Markomannia Aachen Greifswald ist ebenfalls bei den Adressen auf Nazi-leaks.net gelistet, allerdings beherbergt sie nur einen Abonnenten der Jungen Freiheit, die sich seit den Achtziger Jahren von der Schülerzeitung zum deutschen Leitmedium der Neuen Rechten entwickelte. Die wöchentlich erscheinende Zeitung der Kulturrevolutionäre von rechts wurde von einem Studenten abonniert, der vor zwei Jahren beim Versuch, ins Studierendenparlament (StuPa) gewählt zu werden, scheiterte.

Experten attestieren der Jungen Freiheit eine Scharnierfunktion zwischen rechtem Konservatismus und Rechtsextremismus. 2005 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das Land Nordrhein-Westfalen die Zeitung in dem von ihm verantworteten Verfassungsschutzbericht nicht in der Rubrik Rechtsextremismus führen darf, auch wenn einzelne Meinungsäußerungen für sich als verfassungsfeindlich angesehen werden können.

Junge Freiheit und Burschenschaft Markomannia bilden ein gutes Paar und hatten auch schon in der Vergangenheit Berührungen. So lud die Burschenschaft 2005  Götz Kubitschek, den von Endstation Rechts als „Salonfaschisten“ bezeichneten, früheren Redakteur der Jungen Freiheit, zu einem Vortrag ein. Der studierte Germanist wurde wegen Beteiligung an rechtsextremen Bestrebungen zwischenzeitlich aus seiner Position als Oberleutnant der Reserve der Bundeswehr entlassen. Außerdem ist er Mitbegründer des Instituts für Staatspolitik, einer wegen rechtsextremer Aktivitäten bis 2005 vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation und Denkfabrik der Neuen Rechten.

Ein Kurzportrait dieser politischen Strömung und Aufnahmen eines Besuchs auf Kubitscheks Ritterburg erschien nach dem Anschlag von Oslo bei der Kulturzeit (3Sat):

DATENSCHUTZ VERSUS POTENZIELLER OPFERSCHUTZ 

In den Kommentarbereichen von tagesschau.de bis zu netzpolitik.org wird indes heftig über das Vorgehen der Anonymous-Aktivistinnen  debattiert. Einerseits bedanken sich viele für die Veröffentlichungen und legitimieren sie mit dem Versagen des Verfassungsschutzes sowie dem erklärten Ziel vieler Neonazis, das demokratische System überwinden zu wollen. Andererseits wird der offensichtliche Verstoß gegen die Hackerethik, die Auflösung informationeller Selbstbestimmung und die undifferenzierte Stigmatisierung als Neonazi kritisiert.

Aktuelle Informationen gibt es bei Twitter unter dem Hashtag #opblitzkrieg.

*Update* 03.01.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der angesprochene Markomanne auch selbst für die Junge Freiheit als Autor in Erscheinung trat: Integration ohne Sarg, JF, 03.09.2010.

Intern: Datenschutz und Social Media Buttons

Facebook und Datenschutz, das ist nach wie vor ein dauerhaft diskutiertes Thema. Zuletzt rückte der Like-Button des größten sozialen Netzwerks ins Zentrum der Auseinandersetzung.

DAMIT SIE NICHT UNGEFRAGT NACH HAUSE TELEFONIEREN…

Die beliebten blaufarbenen Schaltflächen vereinfachen das Streuen von Inhalten in erheblichem Maße; das Weitertragen von Informationen ist mit diesen Knöpfchen binnen zwei Klicks erledigt. Allerdings birgt dieses Werkzeug auch einige Probleme, von denen nicht nur Nutzerinnen betroffen sind, die einen Facebook-Account unterhalten. So werden zum Beispiel beim Betrachten der Website — also auch des Fleischervorstadt-Blogs — nicht nur die jeweiligen Buttons von Facebook geladen, sondern gleichzeitig auch Informationen an das Unternehmen gesendet.

Das Nachrichtenportal heise online hat vor zwei Monaten ein zweistufiges Modell entworfen, das die praktischen Social Buttons  datenschutzkonformer gestaltet und den Lesenden die Möglichkeit einräumt, selbst über die Weitergabe bestimmter Informationen zu entscheiden. Ein kurz darauf entwickeltes Plugin, das sich stetiger Überarbeitetung erfreut, bietet diese Option nicht nur für Facebook an, sondern bedient auch gleichzeitig Googleplus, Twitter und den Micropaymentdienst Flattr, denn all diese Dienste und Plattformen sind grundsätzlich von diesem Problem betroffen.

ENTSCHEIDEN SOLL, WEN ES BETRIFFT

Die Optik dieser neuen Lösung kann leider nicht mit ihrer Funktionalität mithalten und macht erstmal noch einen etwas verschrobenen Eindruck, der im folgenden Screenshot fixiert wurde.

2 click social media buttons

Da die Einbindung dieser Lösung auf dem Fleischervorstadt-Blog nicht gänzlich ohne Aufwand zu bewerkstelligen ist, soll vorab und an dieser Stelle der tatsächliche Bedarf dafür ermittelt werden, um keine Zeit mit einer eventuell ungeliebten Neuerung zu vergeuden.

Deswegen läuft hier bis zum Wochenende eine Abstimmung darüber, ob die Vorteile schnellerer Ladezeiten und gezügelteren Datenappetits die Nachteile der etwas murkligen Optik und der bedauerlichen Tatsache, dass die neuen Buttons noch auf den Einzelartikelansichten und nicht mehr wie bisher auf der Startseite eingebunden sind, überwiegen.

Sollen Social Media Buttons auf dem Fleischervorstadt-Blog zukünftig datenschutzkonform eingebunden werden?

  • Ja (88%, 71 Votes)
  • Nein (12%, 10 Votes)

Total Voters: 81

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Empfohlene Lektüre:

  • Das Like-Problem. Was Facebooks Gefällt-Mir-Buttons verraten (20.04.11, heise.de)
  • 2 Klicks für mehr Datenschutz (01.09.11, c’t)