So wurde in Greifswald bei der Bundestagswahl 2017 abgestimmt

Die Bundestagswahl ist vorüber. Über die Ergebnisse der einzelnen Parteien dürfte in den nächsten Tagen viel gestritten werden. Krisenstimmung herrscht ganz besonders bei der SPD.

Obwohl keine andere Partei so hohe Verluste wie CDU/CSU hinnehmen musste, erhielten die Konservativen am Wahlsonntag die meisten Stimmen (32,9%). Die SPD kam mit Mühe über 20% und tauschte Schulzzug gegen Schienenersatzverkehr. Drittstärkste Partei wurde die AfD, bei der bereits am Tag nach der Wahl durch Frauke Petry die Spaltung bekanntgegeben wurde. Heimlicher Gewinner des Votums ist die FDP, die sich nach vierjähriger parlamentarischer Abstinenz mit einem zweistelligen Ergebnis zurückmeldet. Grüne und Linke konnten ihre Resultate von 2013 leicht verbessern. So viel zum Gesamtergebnis der Bundestagswahl 2017.

Bundestagswahl 2017 Zweitstimmen Greifswald im Vergleich zum Gesamtergebnis

(Abbildung: Fleischervorstadt-Blog)

Auf regionaler Ebene sehen die Zahlen etwas anders aus. In Greifswald konnte das schwache Ergebnis der SPD durch ein noch katastrophaleres Abschneiden gefloppt werden. Im Vergleich zum Gesamtergebnis erreichten die Sozialdemokraten hier nur 12,5% und landen damit hinter AfD und der Linken auf dem vierten Platz. Hier muss niemand mehr auch nur an das Wort „Volkspartei“ denken. “So wurde in Greifswald bei der Bundestagswahl 2017 abgestimmt” weiterlesen

Digitale Entscheidungshilfen für die Bundestagswahl 2013

Das Ende eines müden Wahlkampfs ist nahe — nur noch acht Tage sind es bis zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Dann wird nicht nur entschieden, welche Koalition Deutschland in den nächsten Jahren regieren wird, sondern auch, welche Kandidatin das Direktmandat im Frauenwahlkreis 15 Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I erringt.

FRAUENWAHLKREIS 15: WEN WÄHLEN?

Hier wird die amtierende Kanzlerin Angela (CDU) von Kerstin (Die Linke), Claudia (Die Grünen), Sonja (SPD), und Susanne (Piratenpartei) herausgefordert; Gina (FDP) und die beiden Michaelas (NPD und Einzelbewerber) spielen bei diesem Votum höchstens unter ferner liefen eine Rolle. Doch der Weg zur Wahlentscheidung ist steinig. Wem seine beiden Stimmen also anvertrauen? Oder ist es vielleicht doch besser, sich überhaupt nicht erst zum Wahllokal bemühen und dem politischen System eine legitimatorische Absage durch Nichtwahl zu erteilen?

Bundestagswahl 2013(Foto: Tim Reckmann / pixelio.de)

Zumindest für das erste Problem kennt das Internet mittlerweile mehrere Plattformen, die als Werkzeug zur Entscheidungsfindung taugen. Ein solches Projekt ist beispielsweise der von der Bundeszentrale für politische Bildung bereitgestellte Wahl-O-Mat. Um hier ein Ergebnis zu erhalten, positioniert man sich selbst zu 38 politischen Fragen, die vom Strompreis über Rüstungsexporte bis zum Adoptionsrecht für Schwule und Lesben reichen. Anschließend kann das so entwickelte Einstellungsmuster mit den Positionen verschiedener Parteien verglichen werden; anzeigt wird dann, mit welcher Partei die programmatische Übereinstimmung am größten ist. Der Fokus des Wahl-O-Mat liegt dabei klar auf der Zweitstimme — als Entscheidungshilfe für die zu wählende Direktkandidatin taugt er deswegen leider wenig.

WIE GROSS SIND DIE POLITISCHEN ÜBEREINSTIMMUNGEN MIT DEN DIREKTKANDIDATINNEN? “Digitale Entscheidungshilfen für die Bundestagswahl 2013” weiterlesen

Brisantes Video dokumentiert NPD-Übergriff auf dem Greifswalder Markt

Auf ihrer „Asyltour“ hält die NPD in Greifswald. Nachdem aus den Reihen einer spontanen Gegendemo vereinzelt Lebensmittel geworfen werden, stürmen die um den Marktplatz verteilten Neonazis auf die Protestierenden zu und werden gewalttätig. Ein nun aufgetauchtes Video dokumentiert den Tumult und nährt Zweifel an den Darstellungen des Neonazis Marcus G. “Brisantes Video dokumentiert NPD-Übergriff auf dem Greifswalder Markt” weiterlesen

Irgendwas hast du richtig gemacht!

Gützkower Landstraße. An den Laternen hängen Plakate der Republikaner und der Alternative für Deutschland (AfD). Gleich daneben eine Stellwand der CDU, beschmiert mit einem Keltenkreuz und einer persönlichen Widmung an den Fleischervorstadt-Blog — irgendwas hast du richtig gemacht!

Beschmiertes CDU-Wahlplakat(Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Der in jeder Beziehung für seine Urheber sprechende Debattenbeitrag wurde inzwischen entfernt — von der Stellwand blinzelt seit gestern Angela Merkel herüber.

Stadtverwaltung sucht helfende Hände für die Bundestagswahl

Am 22. September steht die Wahl des 18. Bundestags in Haus. Für die Kommunen geht dieses Votum mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand einher, denn für seine Durchführung sind neben den Wahlberechtigten vor allem etliche Wahlhelfer vonnöten. So werden auch für die 35 Greifswalder Wahl- und Briefwahlbezirke noch Leute gesucht, die mindestens 18 Jahre alt sind und am 22.09. mithelfen wollen. In einigen Wahlbezirken, zum Beispiel auf der Insel Riems, werden außerdem noch Vorsteher und Stellvertreter für die Wahlvorstände benötigt.

Wahlhelfer
(Foto: Gabi Eder / pixelio.de)

Wer bei der Bundestagswahl helfen möchte, erhält nähere Informationen beim  Wahlbüro im Rathaus (03834-521331 oder wahl01[ät]greifswald.de). Die Stadtverwaltung zahlt Wahlhelferinnen für diese Unterstützung eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 21 Euro.

Auswertung der Umfrage zur Bundestagswahl

Am Sonntag vor einer Woche begann hier eine Umfrage, um die Erststimmenverteilung der Leserschaft des Fleischervorstadt-Blogs zu untersuchen. In nur acht Tagen wurde 141 Stimmen abgegeben, wesentlich mehr, als ich mir ausmalte. Aber nicht allein die hohe Wahlbeteiligung überraschte mich, auch die Stimmenverteilung war bemerkenswert. Zum Beispiel entfielen 103 der 141 abgegebenen Stimmen (73,05%) auf weibliche Kandidaten.

Erststimmen BundestagswahlJeweils 35 Stimmen konnten Anne Klatt (Grüne) und Susanne Wiest (parteilos) auf sich vereinigen und wurden damit gleichauf zu Wahlsiegerinnen. Nur knapp dahinter rangiert mit 33 Stimmen die Sozialdemokratin Katharina Feike. Matthias Lietz (CDU) erreichte immerhin 15 Stimmen und schnitt damit besser ab als Peter Ritter (Die Linke, 13 Stimmen). Die NPD erreichte mit 4 Stimmen genausowenig wie die FDP, wenngleich die Ergebnisse für die Rechtsextremen mit Vorsicht zu genießen sind. Bei dieser Wahlsimulation birgt die Option, rechts zu wählen, auch gewisse Boykottpotentiale. Der Begriff des Protestwählers bekommt einen ganz anderen Klang.

Gleichsam kurios sind die Ergebnisse des konservativen und des liberalen Kandidaten. Deren Anhängerschaft wird politisch auf dem positionierten Fleischervorstadt-Blog ja eigentlich nicht bedient, scheint in marginaler Vertretung aber dennoch hin und wieder mitzulesen.

Besonders erfreulich ist aber, dass die Idee des Grundeinkommens so gut aufgenommen wurde und Susanne Wiest gemeinsam mit Anne Klatt diese Wahl gewonnen hat. Eine Übersicht der Ergebnisse findet sich dort, wo gewählt wurde.

KEINE WAHLAUSWERTUNG OHNE WAHLEMPFEHLUNG

An dieser Stelle sei nochmal auf das Interview verwiesen, das ich vor kurzem mit der Direktkandidatin führte.

Die beiden Macher des wichtigsten Films zum Grundeinkommen,  die Schweizer Daniel Häni und Enno Schmidt von der Initiative Grundeinkommen‘, haben einen fast zwölfminütigen Filmbeitrag über die Direktkandidatur von Susanne Wiest in unserem Wahlkreis produziert, der niemandem vorenthalten werden soll. In dem Film werden sowohl die Kandidatin, als auch die Idee des Grundeinkommens vorgestellt. Zum Beitrag erklärten die beiden:

“Als wir Mitte 2008 im Film Grundeinkommen – ein Kulturimpuls (DVD 100min) an den Szenen zur möglichen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens arbeiteten, kannten wir Susanne Wiest noch nicht. Es kam uns einfach mal in den Sinn, dass man in Mecklenburg-Vorpommern beginnen könnte, dort wo es an Einkommen fehlt, in einer Stadt, z.B. in Greifswald. Damit lagen wir anscheinend goldrichtig.
Zur Überraschung aller kam Anfang 2009 eine Petition an den Deutschen Bundestag für ein bedingungsloses Grundeinkommen – aus Greifswald. Von einer Tagesmutter, Susanne Wiest. Obwohl über 50.000 Menschen ihre Petition unterstützen, wurde die Behandlung des Anliegens auf die nächste Legislatur verschoben – auf nach der Wahl. Logisch, tritt diese Frau nun selbst als Direktkandidatin für den Bundestag an. Parteifrei und unabhängig. Das gefällt uns.
Im Frühjahr trafen wir Susanne Wiest in Berlin, reisten an die Ostsee, dorthin wo sie mit ihrer Familie lebt und wo sie arbeitet. Eine schöne Begegnung. Am Schauspiel Frankfurt bestritten wir zusammen eine vielbeachtete Veranstaltung und Ende Juli besuchte uns die Direktkandidatin mit ihrem Mann im unternehmen mitte in Basel. Aus den dabei entstanden Filmaufnahmen haben wir den nun vorliegenden Filmbeitrag gestaltet.”

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Wer wie ich am 27. September nicht in Greifswald sein wird, sollte vielleicht ernsthaft die Option der Briefwahl prüfen. Die kann man mit der Wahlbenachrichtigung, die am 7. September verschickt werden soll beantragen. Wer bereits dann schon weg sein wird, teil noch eine Gemeinsamkeit mit mir und kann einfach ins Rathaus gehen. Dort kann man auf Antrag die gewünschte Briefwahladresse bestimmen und sogar Wahlvollmachten ausstellen.

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