Pop am Wochenende: verschnibbt & zugenäht „harvest gloom“

verschnibbt und zugenaeht harvest gloomLetzte Woche, am Tag zwischen Donald Trumps außergewöhnlichem Wahlsieg und dem alljährlichen Beginn der Karnevalszeit, veröffentlichte das DJ-Duo verschnibbt & zugenäht ein neues Set.

Mit dem fast zweieinhalbstündigen harvest gloom wollen die beiden Klangathleten den schrillen Tönen der Gegenwart tiefere Frequenzen entgegenmischen und offerieren einen kurzweiligen Ausweg aus der allgemeinen Bredouille. Oder um es mit den Worten der beiden Tekknoten auf den Punkt zu bringen: „Lisa Simpson, vier Jahre nur noch — wir zählen auf Dich!“

Die Reihe “Pop am Wochenende” versammelt Greifswalder Musikgeschichte und hält über das klangliche Gegenwartstreiben in der wilden Provinz auf dem Laufenden.

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150 Elektrofans demonstrierten für Clubkultur

Ungeachtet des unbeständigen und regnerischen Wetters versammelten sich am Sonnabendnachmittag knapp einhundert Personen am Karl-Marx-Platz, um von dort aus mit einer Technoparade durch Greifswald zu ziehen und für den Erhalt von Clubkultur in Greifswald zu demonstrieren.

Die DJs Verschnibbt & Zugenäht und Schaule, die auf der Ladefläche eines LKWs auflegten und von dort aus den feierfreudigen Demonstrierenden Zucker gaben, besorgten dabei mit wummernden Beats die nötige Aufmerksamkeit — zu überhören war dieser Umzug wahrlich nicht!

Am Rande der Demonstration wurde immer wieder Übersetzungsarbeit geleistet, um unverständig blickende Passanten mit Flyern über die Intention dieses Protestzugs aufzuklären. Die mitgeführten Banner und Schilder („Freiraum, ist wichtig, weißt…“) konnten diese Funktion leider nur bedingt erfüllen. Dennoch war der Protestzug nicht nur von dröhnenden Beats, sondern vor allem von gutgelaunten jungen Menschen — im Idealfall mit frischer Zuckerwatte in der Hand — geprägt. „150 Elektrofans demonstrierten für Clubkultur“ weiterlesen

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RoSa geht auf die Straße und demonstriert für Clubkultur

Die RoSa WG verlässt ihr Wohnzimmer und geht morgen Nachmittag gemeinsam mit ihren Stammgästen auf die Straße, um dort auf die vorzeitige und überraschende Schließung des erst im April eröffneten Elektro-Clubs aufmerksam zu machen.

Die letzte Afterhour hat geschlagen 

Die RoSa WG, ein Amüsierbetrieb, der sich bestens auf elektronische Musik versteht, fand im früheren Wittcall-Gebäude in der Bahnhofstraße ein temporäres Domizil. Ende Mai wurde dem Betreiber, der im Vertrauen auf eine bis zum Gebäudeabriss beschränkte Zwischennutzung in den Club investierte, überraschend gekündigt. Womöglich ist der blutjunge Elektroclub zwischen die Fronten geraten, die seit Anfang Juni zwischen dem Vermieter, der auf diesem Areal gerne ein Einkaufszentrum errichtet sähe und einer Bürgerinitiative, die den Plänen des Investors kritisch gegenübersteht, verlaufen. Auf jeden Fall ist erstmal vorläufig Schluss mit Techno — die letzte Afterhour hat geschlagen!

Rosa Demo

Am Sonnabend wird nun endlich etwas Bewegung auf den Floor kommen, denn um 16 Uhr beginnt am Karl-Marx-Platz eine Demonstration, die gegen die Missstände der Raumlosigkeit, der kulturellen Verkargung, der immerfort drohenden Provinzialisierung dieser Stadt protestieren möchte. Im Tanzschritt marsch wird der von den Greifswalder DJs Verschnibbt & Zugenäht, Paul Zehner und Schaule befeuerte Demonstrationszug durch die Stadt ziehen, bis schließlich — auf dem Festgelände am Museumshafen — die Abschlusskundgebung eingezählt wird.

Der Demonstrationsaufruf wird unter anderem von der Greifswalder Sektion der Hedonistischen Internationalen unterstützt. Die Lustprinzipler beklagen, dass um jeden Freiraum gekämpft und gestritten werden müsse und das diese Auseinandersetzungen symptomatisch für einen gesellschaftlichen Missstand seien, in dem nahezu alles, was nicht auf direktem Wege zu Wertschöpfung und Wachstum betrüge, umfassend legitimiert werden müsse. Die Hedonistinnen rufen darum dazu auf, gemeinsam zu zeigen, wie wichtig Freiräume sind und zu unterstreichen, dass auch Clubkultur dazu beiträgt, aus Greifswald eine lebenswerte Stadt zu machen.

Nach der Abschlusskundgebung am Hafen geht es um 23 Uhr im Klex weiter, wo GrIStuF und RoSa gemeinsame Sache machen und der Nacht und ihren Liedern eine volle Packung Elektrobumms mit auf den Weg geben!

Fakten: 12.07. | 16 Uhr | Karl-Marx-Platz

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Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #39

Es könnte wieder schlaflos werden: deutsch-dänischer Freejazz, die inzwischen großelterlichen Folkpunker von Mutabor, Soli-Techno und Dubstep im IKUWO, Techno in den Bahnhofshallen, die schwedische Soulband Combo de la Musica und schließlich ein von Jugendlichen organisiertes Benefizkonzert zur Flüchtlingshilfe. Eine Übersicht.

Kurze Wege lange Nächte Candelilla

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Das wird der Untergang!

Heute Nacht findet im IKUWO die vorletzte Sause des Jahres statt. Gemeinsam mit der lokalen Sektion der Hedonistischen Internationalen wird zur großen Untergangsparty eingeladen.

Eigentlich kann und will man nichts mehr davon hören. Ein Weltuntergangsratgeber jagt im Netz die nächste Handlungsanweisung für das Ende des Maya-Kalenders. SpiegelOnline betreibt sogar einen Live-Ticker und alle sind wie im Fieber.

weltuntergang mayaDie HIHGW ist da etwas pragmatischer und stellt die Lust an der eigenen Lust in den Vordergrund: “Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht mein Weltuntergang”.

Für das musikalische Begleitprogramm ist neben den „apokalyptischen Plattenreiter:innen der HI-All-No-Stars, die mit höllischer Maschinenmusik für uns den Final Countdown einläuten“, auch der Live-Elektro-Act Jang zuständig.

Wer gerne zu Bummms und Bi durch die Nacht gleitet, sollte heute Abend auf jeden Fall dabei sein — die Alternativen sind rar und vielleicht wird es ja doch noch der letzte Tanz vor dem bitteren Ende.

Fakten: 21.12. | IKUWO | 22 Uhr | 3 EUR (5 EUR ab 23.30 Uhr)

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Pop am Wochenende: Feine Sahne Fischfilet „Scheitern und Verstehen“

Die Reihe “Pop am Wochenende” versammelt Greifswalder Musikgeschichte und hält über das klangliche Gegenwartstreiben in der wilden Provinz auf dem Laufenden.

feine sahne fischfilet(Foto: Ole Olé)

Vom ländlichen Raum auf den Titel der taz — was im letzten Monat mit der Band Feine Sahne Fischfilet geschehen ist, hatte wohl niemand auf dem Schirm gehabt. In knapp zwei Wochen wird das neue Album Scheitern und Verstehen beim Hamburger Elektro-Indie-Label Audiolith erscheinen, doch schon jetzt steht fest, dass Feine Sahne Fischfilet mit dieser Veröffentlichung einen unheimlich großen Schritt nach vorne gegangen sind.

Amtlich geprüft: Die gefährlichste Band Vorpommerns „Pop am Wochenende: Feine Sahne Fischfilet „Scheitern und Verstehen““ weiterlesen

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