Adventsauktionen brachten über 800 Euro für Lionels Aufenthalt

Noch Lionel im Hinterkopf? Der junge Mann aus Moçambique lebt seit dreieinhalb Wochen in Greifswald und leistet hier einen einjährigen Freiwilligendienst.

Adventskalender für Lionel
Um seinen nur teilweise geförderten Aufenthalt zu finanzieren, haben sich die beteiligten Vereine eine Adventsversteigerung überlegt, bei der im Kalendertakt nützliche Dinge, kreative Dienstleistungen und sehr viel Liebe zu Auktionsgegenständen der besonderen Art aufstiegen und unter den Hammer gingen. Alle.

Nach 24 Auktionen stand das Ergebnis fest: mehr als 800 Euro wurden in Lionels Adventskalender gesteckt. Das höchste Gebot wurde auf die Ryckscha-Fahrt (159,37 Euro) bgegeben, danach folgten Saneks Rundum-Paket (60,50 Euro) und der Kegelabend (60 Euro) — ein hervorragendes Ergebnis, dass die Erwartungen der Initiatorinnen übertroffen hat!

Mehr über den Aufenthalt des Freiwilligen aus Moçambique erfahrt ihr hier, während ihr im Adventskalender nochmal die einzelnen Auktionen in Augenschein nehmen könnt, um zu überprüfen, was ihr verpasst habt!

Support the volunteer! Unterstützung für ambitioniertes Mobilitätsprojekt gesucht

Am Dienstag wird Lionel in Greifswald eintreffen. Er wird hier einen einjährigen Freiwilligendienst leisten, durch den er verschiedene Vereine und ihre Arbeit kennenlernen wird. Eigentlich ist das nichts Außergewöhnliches — deutsche Jugendliche können in der ganzen Welt reisen, studieren oder einen Freiwilligendienst ableisten und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Aber Lionel kommt aus Moçambique und die Mobilität in die entgegengesetzte Richtung gestaltet sich ungleich schwieriger.

von süden nach norden

AUSTAUSCH JENSEITS DER EINBAHNSTRASSE ERMÖGLICHEN  “Support the volunteer! Unterstützung für ambitioniertes Mobilitätsprojekt gesucht” weiterlesen

Absahnen #19: Versteigerung im Fundbüro

Alljährlich im Juni findet im Fundbüro der Stadt Greifswald eine Versteigerung statt, bei der all diejenigen Dinge unter den Hammer kommen, die sich im Laufe eines Jahres angesammelt haben und von ihren Besitzerinnen nicht zwischenzeitlich abgeholt wurden.

Am Mittwoch ist es wieder soweit und ehe dann um 11 Uhr die Versteigerung beginnt, können die Auktionsgegenstände in den beiden Stunden von 9-11 Uhr begutachtet und in Augenschein genommen werden.

auktion versteigerung(Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)

Wer auf der Suche nach einem günstigen Fahrrad ist, hat hier große Chancen, mit einem kleinen Gebot — und vor allem versandkostenfrei — zum neuen Velo zu kommen, denn wie die Stadt mitteilt, gehören zur Versteigerungsmasse allein 66 Fahrräder. Ein Besuch bei der Auktion kann sich also durchaus als lohnenswerte Vormittagsbeschäftigung erweisen!

Fakten: 20.06. | 11 Uhr | Spiegelsdorfer Wende (Haus 1)

Die Greifswalder Einkaufstour des Immobilienmagnaten Douglas Fernando

“Vernunft, Verantwortung und Verwaltung sind die Basis allen Zusammenlebens.”
(Douglas Fernando, 2/2010)

Beinahe vier Jahre sind vergangen, seitdem unzählige Vereine und Inititativen die Straze – das Wohn- und Gesellschaftshaus in der Stralunder Straße 10 – verlassen mussten und mit dem Petruswerk ein neuer Investor in Greifswald von sich reden machte. Vier Jahre, nach denen konstatiert werden darf, dass so gut wie nichts unternommen wurde, um die Bausubstanz dieses Gebäudes zu schützen. Davon derer drei, die exemplarisch vorführten, wie das Business mit Immobilien funktionieren kann.

Ein Blick auf die zurückliegenden Aktivitäten in der Stralsunder Straße, auf Fernandos Immobilienbesitz und eine vom Bürgermeister Arthur König (CDU) gezeichnete Empfehlung, die der Investor zur Beruhigung in Graz vorlegte.

DAS “KATHOLISCHE” PETRUSWERK BETRITT DIE GREIFSWALDER BÜHNE

Erinnern wir uns: Im Oktober 2007 schrieb die Universität, der bis dahin das Haus gehörte, die Immobilie zum Verkauf aus. Den Zuschlag erhielt im Januar 2008 das Petruswerk, ein bis 2003 zum Berliner Erzbistum gehörendes Unternehmen, das sich mit unverkäuflichen Luxusimmobilien verspekulierte und schließlich von der AVILA-Gruppe, deren Geschäftsführer und Teileigener  (60%) Douglas Fernando ist, geschluckt wurde.

petruswerk unternehme avila gruppeDie Angaben über den Kaufpreis sind widersprüchlich, die Bürgerinitiative zur Rettung der Stralsunder Str. 10 spricht von einem ausgeschrieben Verkaufspreis in Höhe von 196.000 Euro, während sich die Angaben der Greifswalder Ostsee-Zeitung andauernd änderten: mal wird von 160.000 Euro, dann von 250.000 Euro und zuletzt im vergangenen Oktober von “etwa 300.000 Euro” berichtet.

Der Investor stellte wenige Wochen nach dem Erwerb der Immobilie fest, dass eine Sanierung und vor allem der Betrieb des denkmalgeschützten Objektes zu teuer seien, und präsentierte umgehend Neubaupläne, die in so kurzer Zeit vorlagen, dass die Vermutung im Raum stand, Fernando hätte schon beim Kauf des Hauses auf Abriss und Neubau gesetzt. Erfolglos bemühte sich die Bürgerinitiative, Douglas Fernando an den Verhandlungstisch zu kriegen, um über einen eventuellen Weiterverkauf der Straze zu beratschlagen.

INVESTOR FERNANDO WIRD WEGEN GEMEINSCHAFTLICHER SACHBESCHÄDIGUNG ANGEZEIGT

Am 1. Juli 2009 meldete die Ostsee-Zeitung, dass Fernando das Gebäude definitiv nicht an die Bürgerinitiative verkaufen würde. Ihm und dem Aufsichtsrat des Petruswerks sei “der Geduldsfaden gerissen”. Zwei Wochen später begannen nicht genehmigte Abrissarbeiten an einem zweistöckigen Fachwerkhaus auf dem Hof des Grundstücks, die daraufhin von Michael Steiger (Grüne) zur Anzeige wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung gebracht wurden.

greifswald abriss stralsunderDamit dürfte das Porzellan zwischen dem Investor und der Initiative, die das Haus retten will, endgültig zerschlagen worden sein. Diesem Ende einer ungleichen Verhandlungspartnerschaft, die nie richtig begann, ging ein mehrmonatiges Hickhack voraus, in dessen Verlauf das Petruswerk von der Bürgerinitiative erst ein Sanierungskonzept forderte, aber gleichzeitig eine Erlaubnis, das Gebäude zu betreten, verweigerte. Die BI wiederum sorgte dafür, dass der Fall Straze nicht aus der Öffentlichkeit verschwand, und ließ dabei kein gutes Haar an Fernando.

PETRUSWERK SPEKULIERT: VERKAUFSPREIS JETZT SCHON DREIMAL SO HOCH

Das Petruswerk legte am 1. Juli 2010 einen Abrissantrag für den gesamten denkmalgeschützten Gebäudekomplex vor. Da aber mit der BI Straze ein anderer Interessent denkmalgerecht sanieren will, wurde dieser vorerst abgelehnt. Zwischenzeitlich, im Juni 2009,  habe man sich nach Angaben der BI mit dem Petruswerk auf einen Verkaufspreis von 450.000 Euro geeinigt, die AVILA-Tochter zog dieses Angebot angeblich aber schnell wieder zurück. “Die Greifswalder Einkaufstour des Immobilienmagnaten Douglas Fernando” weiterlesen

OZ weidet Schicksal der Ebay-Tattoo-Mutter aus

Die Verantwortlichen aus der Bachstraße müssen sich auf ihre boulevardeske Topstory, die sie in den vergangenen Tagen unermüdlich weitertrieben und -pflegten, gefreut haben. Nachdem das Schicksal der 19jährigen, die ihre Haut als Werbefläche bei der Auktionsplattform ebay anbot und der wenig später ihr Kind entzogen wurde, eigentlich schon ausgeweidet war, erschien heute – begleitet von einem überdimensionierten Foto – der nächste Artikel mit viel Gefühl und wenig Inhalt.

Diese Kuh wird ausgemolken, bis nichts mehr geht. Das arme Ding merkt vermutlich nicht, wie es zur Auflagenstabilisierung instrumentalisiert wird, und der Redaktion ist auch wirklich nichts zu privat, um es nicht an die Öffentlichkeit zu hieven.

Bei soviel Investigation hat die Aufmerksamkeit für die Pressemitteilung der für Greifswald zuständigen Polizeidirektion Anklam nicht mehr gereicht. Die dort überfallene 90jährige Rentner

in wurde kurzerhand nach Greifswald verfrachtet, denn auch hier gibt es eine Rigaer Straße, von einer Stockholmer Straße fehlt allerdings bislang jede Spur. Die Pressemitteilung im Original gibt’s hier.

*Update* 19.09.

Der letzte Absatz ist falsch. Dem genannten Artikel steht ein deutlicher Ortsverweis voran. Bei aller Unpässlichkeit von Anklamer Nachrichten im Greifswalder Lokalteil war diese Kritik unangemessen.

Kunstauktion in der Dompassage

In der vergangenen Woche wurden insgesamt 19 Abschlusspräsentationen von Studierenden am CDFI gezeigt. Die Ausstellungsorte variierten dabei vom Malsaal des Kunstinstitutes über zwei Ladenlokale in der Fleischerstraße bis hin zu meinem Favoriten – ein Haus in der Burgstraße, in dem gleich drei Wohnungen in Kunsträume verwandelt wurden.

Die größte Ausstellungsfläche befand sich in der Dompassage, in der neben zwei kleinen Läden auch die Verkaufs- und Lagerfläche des ehemaligen Pro Markts genutzt und Erinnerungen an eine Jahre zurückliegende Insomnale geweckt wurden. Morgen wird an diesem Ort eine Auktion stattfinden, auf der einzelne Exponate versteigert werden sollen. Um wessen Werke dabei geboten wird, war allerdings bis jetzt noch nicht in Erfahrung zu bringen.

An dieser Stelle seien ausschnitthaft noch einige visuelle Eindrücke der Vernissage-Woche vorgestellt.

Fakten: 15.04. | 19 Uhr | Dompassage