Intern: Bitte editieren Sie!

In den vergangenen Monaten wurde regelmäßig Kritik an der fehlenden Möglichkeit laut, auf dem Fleischervorstadt-Blog abgegebene Kommentare nachträglich editieren zu können. Nach endloser Wartezeit darf in Reaktion auf diesen Wunsch eine zaghafte Entwicklung protokolliert werden: Ab jetzt ist es für anonyme Nutzer möglich, abgegebene Kommentare binnen fünf Minuten nach dem Absenden zu verändern.

kommentare editierbar

Wer hier an seiner gepflegten Netzidentität festhält und seinem Pseudonym treu bleibt, kann diese Editierungen auch noch nach Ablauf der fünfminütigen Frist vornehmen. Registrierte Nutzerinnen müssen in der Regel nicht auf die Freischaltung ihrer Kommentare warten und können außerdem nachträglich ihre Angaben über E-Mail-Adresse und Homepage ändern.

Umgesetzt wird diese Funktion übrigens über das Plugin WP Ajax Edit Comments. Wenn das Editieren nicht funktionieren sollte, bin ich für das Posten entsprechender Hinweise natürlich sehr dankbar.

Aus aktuellem Anlass: Sitzblockierer kriegen Post von der Polizei *2x Update*

Seit gestern häufen sich Meldungen, dass Leute, die bei den erfolgreichen Blockaden gegen die NPD-Demonstration am 1. Mai von der Polizei fortgetragen wurden, Post gekriegt haben. Die betreffenden Personen werden in diesen Schreiben zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Ihnen werden die Störung der Versammlung und der Verdacht der Nötigung vorgeworfen.

Derzeit beraten Gruppen mit Sachverstand darüber, wie am besten damit zu verfahren ist. Wichtig ist, dass die Betroffenen nichts übereilen und sich noch einen Moment Zeit nehmen, bevor sie eventuell dieses Schreiben beantworten. Eine handlungsanleitende Empfehlung in dieser Sache soll demnächst folgen.

demo greifswald nötigung
Wer sich unsicher fühlt, kann schon jetzt die Greifswalder Gruppe der Roten Hilfe via E-Mail kontaktieren (greifswald [ät]rote-hilfe.de), um dort beraten werden.

Wichtig: Die Rote Hilfe bittet alle Menschen, die einen entsprechenden Brief erhalten haben, sich auf obenstehender E-Mail-Adresse zu melden, um einen möglichst genauen Überblick der Strafverfolgsungslage gewinnen zu können.polizeipost blockade greifswald

*Update* 11.05.

Ein Kommentar von retmarut soll der besseren Sichtbarkeit wegen hier als Update eingefügt werden:

„Es handelt sich bei diesen Schreiben um Anhörungsbögen. Die sehen zwar ziemlich beeindruckend aus, sind aber lediglich eine Bitte seitens der Polizei, der niemand Folge leisten muss. Ihr könnt die also, ohne rechtliche Nachteile erwarten zu müssen, irgendwo zuhause abheften (was ich empfehle). Ihr müsst euch da also auch nicht “abmelden” oder ähnliches. Das Ding hat rechtlich keinerlei Bindung und dient nur dazu, Einlassungen zu bekommen, um damit die derzeitigen polizeilichen Ermittlungen zu “erhärten”. „Aus aktuellem Anlass: Sitzblockierer kriegen Post von der Polizei *2x Update*“ weiterlesen

Intern: Alles neu macht der Frühling

Der Frühling hält langsam Einzug und der schwächelnde Winter zieht sich zurück. Auch auf dem Fleischervorstadt-Blog hat sich vor und hinter den Kulissen einiges getan.

SCHRAUBEREIEN UND JUSTIERUNGEN

Zunächst fand in den letzten zwei Wochen ein Serverwechsel statt, der dank der Behändigkeit des neuen Serveradministratoren fast ruckelfrei ablief. An einigen Stellschrauben wird noch gedreht, andere sind bereits fest angezogen. So wurde zum Beispiel das Vorschaubild der jüngsten Kostprobe des – über ein RSS-Feed integrierten – Flickr-Accounts der Streetart-Dokumentaristen daklebtwat durch eine kleine Slideshow ersetzt. Neue Plugins sollen die Ladezeiten der Seite verkürzen, WordPress-Updates berechtigte Sicherheitsbedenken beruhigen.

17vier serverumzug

Außerdem existiert von nun an eine eigene Fleischervorstadt-Blog-Präsenz beim sozialen Netzwerk Facebook, die den dortigen Nutzerinnen gefallen kann. Dort sind bereits erstes Bildmaterial und einige Videos archiviert, die vorerst in jedem Land verfügbar sind. In Zukunft sollen dort Fundstücke rekontextualisiert und zusammengesampelt werden.

BUNTES GEWIMMEL STATT MONOLITHISMUS

Vor vierzehn Monaten erschien auf 17vier der erste Gastbeitrag, dem bis heute zehn weitere folgen sollten. Um die dem Medium eingeschriebene, quasi-monolithische Einheit von Blog und Autor weiter aufzulösen und Raum für mehr Vielfalt einzurichten, wird es von nun an zwei feste Gastkolumnen geben, die im wöchentlichen Wechseltakt vom Band rollen werden.

kolumne 17vierHeute geht es damit los und pünktlich zum Jahreszeitenwechsel schreiben Mary Celeste und Ferdinand Fantastilius über die – beziehungsweise den – grünende(n) Flur. Gastbeiträge sind natürlich nach wie vor willkommen, mehr dazu auf der Unterstützen-Seite.

EIN DANK FÜR JEDE UNTERSTÜTZUNG

In Bezug auf ebendiesen Link möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich und von ganzem Herzen bei all den Unterstützenden bedanken, die mir in den vergangenen vier Monaten beinahe 50 Euro über Flattr zukommen ließen. Ein großes Dankeschön sei auch an alle adressiert, die vor ihrer Amazon-Einkaufstour auf das in der Sidebar eingebundene Fenster des Online-Einkaufsladens klickten und auf diese Art eine heilsame Provision von 5-10% ihres Einkaufswert generierten.

Schließlich bin ich noch allen aktiven Lesern zu Dank verpflichtet, die hier nicht zuletzt mit ihren Kommentaren für Abwechslung sorgen sowie all den Retweetern, Likern und Mundpropagandistinnen, ohne deren Aktivitäten diese Seite weit weniger Verbreitung fände. In diesem Sinne hoffe ich darauf, dass ihr dem Fleischervorstadt-Blog auch in Zukunft gewogen seid und uns ein wonniger Frühling bevorsteht!

Kleinbus zerstört – Hintergrund der Täter bleibt weiter spekulativ

In der vorigen Woche wurde ein in der Wolgaster Straße abgestellter Kleinbus angegriffen, auf dessen Armaturenbrett Anti-Atom-Werbematerial lag. Dabei wurden zwei Scheiben und alle vier Reifen zerstört, außerdem wurde der Wagen mit einem eigenwilligen Antifa rox you! besprüht.

„Eine Art False-Flag-Aktion“ von Neonazis

Massive Zweifel an der Idee, dass hiesige Antifaschistinnen dieses Auto beschädigt hätten, lagen ja bereits ausgesprochen in der Luft. Vor drei Tagen bezog die Antifa Greifswald in einer Pressemitteilung Stellung zu diesem Vorfall und erklärte: „Daran, dass Antifaschist_innen für den Anschlag auf das Fahrzeug verantwortlich sind, glauben wir nicht. Zu groß sind die Symphatien beider Spektren zueinander und zu deutlich die Feindschaft der Neonazis gerade gegen den links-alternativ geprägten Teil der Protestbewegung, gegen den sie offensichtlich von Beginn an die Oberhand im Kampf um den Einfluss bei den Protesten gegen die Castortransporte verloren haben.

Antifa GreifswaldDarüber hinaus ist die Ablehnung von Neonazis durch die Anti-Atom-Initiative, die wir ausdrücklich begrüßen, eine weitere Tatsache, die die Neonazis wütend macht und durch die sie sich möglicherweise zu Taten wie den oben geschilderten hinreissen lassen. Wir begrüßen die Proteste gegen den Castortransport!“

Die Autorinnen der Pressemitteilung stellen mit Zufriedenheit fest, dass die Neonazis „im Gegensatz zur von ihnen ständig beanspruchten Hegemonie in Bezug auf soziale Proteste in Mecklenburg-Vorpommern, im Fall des Castorwiderstandes eben diese Vorherschafft nicht in Anspruch nehmen können, da bereits andere Akteure den Rahmen ausfüllen“, und appellieren an die Atomgegner, sich Neonazis gegenüber wachsam und konsequent zu verhalten. Sie deuten den Angriff als „eine Art „false-flag“-Aktion“. Woanders ist zu hören, dass die Polizei den Angriff als normale Sachbeschädigung ohne weiteren Hintergrund aufgenommen habe.

„Dank an die Kameraden der Antifa!“

Auf die Meldung vom Angriff auf den Kleinbus reagierten Greifswalder Neonazis sehr schnell. In einem blockierten Kommentar auf dem Fleischervorstadt-Blog richteten sie ihren „Dank an die Kameraden der Antifa“ aus. Vier Tage später zitiert das rechte Internetportal MUPINFO einen Sprecher der Nationalen Sozialisten Greifswald, der erklärte, „daß die Demolierung von Autos mit Sicherheit nicht zum politischen Konzept der örtlichen Nationalisten gehöre. Im Gegenteil wäre dies ein peinlicher und durchschaubarer Versuch [sic!]. Weitere Spekulationen verbitte man sich“. „Kleinbus zerstört – Hintergrund der Täter bleibt weiter spekulativ“ weiterlesen

Wir und Ihr — wie sich das Anzeigenblatt „Land & Leute“ in die Atomdebatte einmischt *Update*

Das Bild des imaginierten Mobs, der zornig und zugleich hilflos Fackeln und Forken in die Höhe streckt, wurde jetzt schon mehrfach  verwendet, um eine Atmosphäre, einen Gefühlscocktail, zu beschreiben, der in der jüngeren Greifswalder Vergangenheit immer dann angerührt wurde, wenn identitäre Stellungskriege geführt werden, wie zum Beispiel bei der Debatte um den Namenspatron der örtlichen Universität, Ernst-Moritz-Arndt, oder bei der Kontroverse um das atomare Endlager Lubmin.

Scheiterhaufen statt Schmelztigel

Bislang fanden die aus der verklärenden Besinnung auf tragende Eckpfeiler der eigenen Biographie resultierenden, agressiven Verlautbarungen und entsprechenden Ressentiments in den Leserbriefspalten der Ostsee-Zeitung und in den Pressemitteilungen der CDU Greifswald ihr Zuhause. Jjetzt positioniert sich mit Land & Leute ein weiteres publizistisches Organ und gießt Öl ins Feuer der Anti-Atom-Diskussion. Scheiterhaufen statt Schmelztiegel!

Im editorialen Vorweg! des in Vorpommern erscheinenden Anzeigenblättchens wendet sich Herausgeber Claus Schwarz auch in der aktuellen Ausgabe wie gewohnt an seine Leserinnenschaft und schwadroniert diesmal über den Anti-AKW-Widerstand, der sich jetzt für den kommenden Castor-Transport Mitte Februar warmlaufe.

Die papiergewordene Diffamierung der sich gegen die Atommülltransporte engagierenden, sozial-ökologischen Bewegung zielt dabei wie gewohnt distinktiv auf das Misstrauen gegenüber dem Fremden, auf das Unterscheiden von Innen und Außen, von Ihr und Wir. Wann ist man Greifswalder genug, um sich für hiesige Belange einsetzen zu dürfen und aus dem prekären Status des wahlweise „ideologisch vorbelasteten Wichtigtuer-Studenten“ (Hans-Jürgen Schumacher), des „Westprofessors“ oder der Demonstrantin, die man in anderen Ländern „nackt übers Feld gejagt hätte“ (Leonhard Bienert), entlassen zu werden?

Desinformation und Diffamierung — liegt Rostock jetzt im Wendland?

Claus Schwarz glaubt, dass das Castor-Thema „von ‚AktivistInnen‘ aus dem Wendland und aus Berlin gesteuert“ würde, die „als treibende Kraft hinter den Aktionen“ stünden, und stützt diese Vermutung auf die falsche Behauptung, dass die tatsächlich auf das Rostocker Anti- Atom-Netzwerk (RAN) registrierte Webadresse LubminNixda.de Eigentümer im Wendland hätte. Auch das bundesweite Anti-AKW-Portal ContrAtom sei nicht von hier. Nebenbei bemerkt: Greenpeace und Robin Wood sind es auch nicht.

land und leute editorialDie Tatsache, dass zur Auftaktdemonstration des letzten Castor-Widerstands auswärtige Demonstranten gereist sind, verführt Schwarz, der belegfrei auf „regelrechtes Berufsdemonstrantentum“ hinweist, zu der Annahme, „dass die Bürger der Region offensichtlich eine andere Einstellung zum Thema haben“. Weiter verweist auf die vergangene Rolle des Kernkraftwerks als dominierender Arbeitgeber. Wer dort angestellt gewesen sei, könne eine „realistischere Einschätzung der Lage“ vornehmen  „als diejenigen, die ihre Aufgabe darin sehen, Katastrophenszenarien zu kultivieren und Ängste zu schüren“.

Er unterstellt den AKW-Gegnern, „wohlfeilen Profit für eigene Interessen zu erhoffen“, allen voran dem Ministerpräsidenten Erwin Sellering, dem es zwar frei stünde, zu demonstrieren, in „diesem speziellen Fall aber vielleicht doch eher ohne Bodyguard und Dienstwagen und ausnahmsweise in der zweiten Reihe“.

Fundierte Diskussion statt politischem Aktivismus

Wer selbst bei der Auftaktveranstaltung zugegen war, hat vielleicht vom Ministerpräsidenten, der sich zu Fuß inmitten des Demonstrationszuges bewegte, Notiz genommen und womöglich auch die hiesigen Sprecher und Rednerinnen der Kundgebung, wie zum Beispiel Nadja Tegtmeier (Anti-Atom-Bündnis), Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Bischof der Pommerschen Ev. Kirche), Oskar Gulla (BI Kein-Steinkohlekraftwerk-in-Lubmin) oder Konrad Ott (Professor für Umweltethik/Uni Greifswald), gehört. „Wir und Ihr — wie sich das Anzeigenblatt „Land & Leute“ in die Atomdebatte einmischt *Update*“ weiterlesen

Absahnen #9: Die Weihnachtsverlosung

Was ist zu tun, wenn man sich auf Traditionen berufen will, die es in dieser Form noch gar nicht als solche gibt? Ganz einfach, man tradiert, ritualisiert und dreht am großen Rad der Wiederholung.

Und so soll es, wie schon im vergangenen Jahr auf dem Fleischervorstadt-Blog, eine Verlosung geben, die all diejenigen, die noch immer ideen- und vor allem präsentlos dem konsumistischen Tauschhandel unter dem Weihnachtsbaum entgegenzittern, abholt, wo sie sind.

16 DRUCKE, 2 KALENDER & 1 ZINE

Gab es im letzten Jahr nur den Fleischervorstadt-Kalender zu gewinnen, sind jetzt gleich vier Preise unterschiedlicher Attraktivität im Jackpot und damit in greifbarer Nähe. Die Teilnahmeregeln sind simpel. Die einzige Bedingung, um bei der Verlosung dabei zu sein, ist das Hinterlassen eines wie auch immer gearteten Kommentares. Wichtig ist allein, im Kommentarfeld eine funktionierende E-Mail-Adresse anzugeben, um im Fall eines Gewinns kontaktiert werden zu können. Diese Adresse ist natürlich nicht öffentlich sichtbar. Die Aktion endet am Dienstag um 14 Uhr, anschließend werden die Gewinnerinnen ausgelost und bekanntgegeben, danach werden die Preise umgehend zugestellt.

verlosung weihnachten 17vierFROM GREIFSWALD TO GREIFSWALD

Insgesamt gibt es vier Preise, die alle aus Greifswald stammen, darunter zwei Kalender. Einen davon hat das Quartiersbüro Fleischervorstadt gemeinsam mit Swinx Grafix herausgebracht, den anderen Enrico Pense in Eigenregie – eine kostengünstige Alternative also, wenn man sich keinen echten Pense leisten kann. Daneben gibt es die Ausgabe 14-17 des von Alexander Pehlemann herausgegebenen ZONIC, dem Magazin für „kulturelle Randstandsblicke und Involvierungsmomente„. Das 170 Seiten starke Zine mit Beiträgen unter anderem von Schorsch Kamerun, Hans Nieswandt und Frank Apunkt Schneider, kommt mit Poster und CD. Näheres zum Inhalt auf der ZONIC-Seite.

Außerdem gibt es ein Exemplar der Kunsttüten, die von der Alten Bäckerei anlässlich des eigenen Geburtstages in strengst limitierter Stückzahl und im Siebdruckverfahren vervielfältigt wurden. Darin sind 16 Drucke von Künstlerinnen, die im Kunstraum ausstellten. Sechzehn, damit wäre das Geschenkeproblem gelöst…

Morgen Nachmittag werden hier die Gewinner bekanntgegeben, viel Erfolg bei der Verlosung!