Dokumentarfilm “Projekt A” über Utopien und Anarchismus in Europa

Mit ihrem Dokumentarfilm “Projekt A” porträtieren die beiden Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber anarchistische Projekte in Europa und holten damit den Publikumspreis beim Filmfest München. Nächste Woche feiert der Film in Greifswald MV-Premiere.

“Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär’ nur deine Schuld, wenn Sie so bleibt.” Mit diesen Worten brach die Band Die Ärzte vor dreizehn Jahren den nimmermüden Einsatz für eine bessere Wirklichkeit auf zwei griffige Zeilen herunter. Nächste Woche wird man das weltverbessernde Credo der heute wie damals nicht mehr ganz jungen Musiker im Greifswalder Cinestar hören können. Denn dort werden die beiden Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber ihren Dokumentarfilm “Projekt A” präsentieren und die Zuschauer zu verschiedenen anarchistischen Projekten in Europa mitnehmen.

Projekt A Hanna Poddi Gronau

Hanna Poddig (Foto: Marcel Seehuber)

Projekt A: Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa

“Dokumentarfilm “Projekt A” über Utopien und Anarchismus in Europa” weiterlesen

Nach Widerspruch: Milderes Urteil gegen Robin-Wood-Aktivisten

Das Amtsgericht Greifswald verurteilte heute zwei Anti-Atom-Aktivisten wegen Nötigung zu zwei Geldstrafen von insgesamt 1360 Euro. Die beiden Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood ketteten sich während des Castortransports im Dezember 2010 an die Schienen zwischen Greifswald und Lubmin und verzögerten mit der medienwirksamen Aktion den Castor um fast sechs Stunden.

robin wood castor(Foto: chris grodotzki, 2010)

GERINGERE GELDSTRAFEN UND KEIN EINTRAG INS FÜHRUNGSZEUGNIS 

Mit diesem Urteil wurde die Geldstrafe auf fast ein Sechstel der ursprünglich veranschlagten Summe von 3600 Euro pro Angeklagter reduziert. Neu bewertet wurde außerdem der durch die Aktion entstandene Sachschaden, der statt auf 25.000 Euro nur noch auf 250 Euro beziffert wurde. Da nicht ermittelt werden konnte, wer den — offenbar schon lange vor der Ankettaktion ins Gleisbett gebrachten — Betonblock befestigte, wurden die Vorwürfe wegen Sachbeschädigung und Störung öffentlicher Betriebe nicht anerkannt.

Mit diesem Urteil ist keine Eintragung mehr ins polizeiliche Führungszeugnis der Betroffenen verbunden. Die Verhandlung wurde von Unterstützerinnen begleitet, die mit einem öffentlichen Frühstück auf den Prozess aufmerksam machten. Greifswald TV war bei der Verhandlung zugegen und veröffentlichte schon heute Nachmittag einen Beitrag dazu.

_________________

  • Pressemitteilung Urteil im Lubmin-CASTOR-Prozess (blockmin, 11.06.12)

Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #26

Wer hat das Wochenende erfunden? / Die ganze Menschheit ist dadurch geschunden / Geschunden durch Flohmarktbesuche / geschunden durch den Ausgehzwang / geschunden durch alles, was man machen kann /Samstag ist Selbstmord. / Wer hat das Wochenende erfunden? / Die ganze Menschheit geht daran zu Grunde / Zu Grunde an der Gemütlichkeit / Zu Grunde an der Gartenarbeit / Zu Grunde an zuviel Freizeit / Samstag ist Selbstmord.

kurze wege lange naechte

Vorher geht’s aber mit dem Technodampfer auf den Bodden, zur Bierwurst aufs Germanisten-Hoffest, zum Workshoppen und Kundgeben oder einfach zur letzten Vorstellung ins Theater. Eine Übersicht. “Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #26” weiterlesen

Öffentliches Frühstück zum Castor-Prozess: “Gerichte sind zum Essen da!”

Am Montag wird vor dem Amtsgericht Greifswald der Einspruch zweier Robin-Wood-Aktivistinnen wegen den gegen sie verhängten Geldstrafen in Höhe von jeweils 3.600 Euro verhandelt. Im Dezember 2010 verzögerten die beiden Atomgegner kurz vor Lubmin  mit einer medienwirksamen Ankettaktion einen Castor-Transport um fast sechs Stunden.

robin wood castor(Foto: chris grodotzki)

Die beiden betroffenen Aktivistinnen sprachen am vergangenen Freitag auf einer Informationsveranstaltung über den ihnen gemachten Prozess und beklagten den in ihren Augen überzogenen und ungerechtgfertigten Strafbefehl von 120 Tagessätzen á 30 Euro, der für die beiden Umweltschützer neben der finanziellen Belastung auch einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis bedeutet. Sie verstehen diesen Prozess als politisch und haben das Gefühl, dass an ihnen abschreckendes Exempel statuiert werden soll.

Um regelmäßig über die Aktion und vor allem deren Folgen zu berichten, wurde eigens ein Blog eingerichtet. Wer sich partout nicht mehr an den winterlichen Castortransport 2010 erinnern kann, sei auf diese Nachrichten-Kompilation öffentlich-rechtlicher Medien verwiesen.

Video (05:23)
[youtube 37isUZnBtq4]

Die Verhandlung soll am Montag um 9 Uhr beginnen. Um die beiden mutigen Aktivisten auch im Gerichtssaal zu unterstützen und gleichzeitig den vorbeilaufenden Passanten nahezubringen, um was es morgen geht, soll vor dem Amtsgericht ein öffentliches Frühstück stattfinden, zu dem ab 8 Uhr alle Leute eingeladen sind. Um die Mitnahme von Lebensmitteln und Esswerkzeugen hierfür wird gebeten.

Kommt, schafft eine Atmosphäre der Unterstützung und passt auf, dass das kleine Rabauke nicht alles alleine verspeist!

Fakten: 07.05. | 8 Uhr | Amsgericht Greifswald (Lange Str. 2a, Sitzungssaal 10)

“Neuneinhalb” über das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin und den Rückbau

Neuneinhalb, das WDR-Nachrichtenmagazin für Kinder und Jugendliche, behandelt das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin.

neuneinhalb logoMarlies Philipp, Öffentlichkeits-arbeiterin der Energiewerke Nord (EWN), führt durch die Anlagen und veranschaulicht den Rückbau des Kraftwerks. Da die Sendung für ein relativ junges Publikum konzipiert ist, fallen die Darstellungen der Hintergründe naturgemäß nicht sehr komplex aus.

Wer sich für das ehemalige KKW und die (Öffentlichkeits-)Arbeit der EWN interessiert, sollte sich den kurzweiligen Beitrag trotzdem ansehen und wird dafür mit einigen interessanten Bildern belohnt.

“2014 schmeißen wir unser erstes Plasma an” — Radio Corax über das Kernfusionsexperiment Wendelstein 7-X

Das freie Radio Corax aus dem Raum Halle telefonierte mit einem Doktoranden des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) und sprach mit ihm fast 12 Minuten über Grundlagen und Möglichkeiten der Kernfusion und die Forschung am IPP.

Kernfusion (Radio Corax ,06.02.2012) by 17vier

Die Außenhülle des dort gebauten Fusionsexperiments Wendelstein 7-X wurde Ende Dezember geschlossen. Die Versuchsanlage soll 2014 in Betrieb gehen.

Werbung

FÜHRUNGEN DURCHS GROSSEXPERIMENT

Das IPP bietet in unregelmäßigen Abständen Führungen an, bei denen den Besuchern der Aufbau des Experiments Wendelstein 7-X sowie Technik und Werkstätten gezeigt werden. Auf Anfrage und mit kurzem zeitlichen Vorlauf lassen sich für Gruppen auch eigene Termine arrangieren. Diese Visiten sind unbedingt zu empfehlen. Einen Eindruck vermittelt die folgende Fotostrecke.

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Bild 1 von 6

(Foto: Fleischervorstadt-Blog, Archiv 10/2011)