Lesung: AbwÀrts!

Zwei Tage vor der Landtagswahl lÀdt das Fallada-Haus zu einer politischen Lesung der Literaturzeitschrift AbwÀrts! ein.

Literatur muss kein zeitlos schöner Sinnentwurfslieferant sein, sondern kann sich auch aktuell, direkt, kritisch und politisch auf die Gegenwart beziehen. „Heiß“ soll sie sein, wie es in den Worten der Einladung zu der politischen Lesung heißt. Vorgetragen werden dort Texte des Berliner Herausgeberinnen-Kollektivs der Literaturzeitschrift AbwĂ€rts!, das aus Katja Horn, Robert Mießner, Bert Papenfuß, Alexander Pehlemann, Kai Pohl, Stefan Ret, Kristin Schulz, Hugo Velarde und Karsten Wildanger besteht.

lesung abwaerts greifswald

Die derzeitigen politischen Entwicklungen seien beĂ€ngstigend. Gegen das Erstarken rechter Positionen mĂŒsse ein Zeichen gesetzt werden. Und noch eins. Und noch eins. Auch in der Kunst. AnlĂ€sslich der anstehenden Landtagswahlen bringt das Herausgeberinnen-Kollektiv ein Sonderheft zum Thema AfD heraus. In der Hoffnung, der AfD wenigstens „das ein oder andere Prozent abzuluchsen“, versammeln die Autoren in ihrer Septemberausgabe „Pamphlete, Kommentare, Tiraden, Essays, Gedichte, Karikaturen und andere Explosivstoffe“. Es liest Christiane Kiesow.

Fakten: 02.09. | 20 Uhr | Fallada-Haus (Steinstr. 48) | frei

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Kurze Wege, lange NĂ€chte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #37

Mit dem beginnenden Wintersemester gewinnt auch das kulturelle Leben in Greifswald wieder an Fahrt und kehrt in einen produktiven Zustand emsiger Betriebsamkeit zurĂŒck. Eine Übersicht.

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Filme aus dem Greifswalder Underground — Robert Conrad die Zweite

Seit dem 30. September werden im Pommerschen Landesmuseum Fotografien des in Greifswald aufgewachsenen Architekturfotografen Robert Conrad ausgestellt. Wer Heimatkunde besucht hat, konnte einen Eindruck des katastrophalen stĂ€dtebaulichen Niedergangs im Greifswald der 1980er Jahre gewinnen.

Filme aus dem Greifswalder Underground der Achtziger

greifswalder undergroundszene

Eine Nische der Ausstellung widmete sich allerdings nicht dem Verfall und der Zerstörung hiesiger Bausubstanz, sondern nahm die lokale Subkultur in den Blick und prĂ€sentierte Momentaufnahmen eines kleinen Zirkels von Filmenthusiasten, die gemeinsam drehten und im St. Spiritus ein klandestines Filmfestival durchfĂŒhrten.

An diese Szene wird heute Abend im Koeppenhaus erinnert, wenn Thomas Frick und Robert Conrad Filme aus dem Greifswalder Underground der 1980er Jahre prĂ€sentieren und ĂŒber ihre Entstehung plaudern werden. Anschließend wird Zonic-Herausgeber Alexander Pehlemann an den Plattenspielern stehen und Musik dieser Dekade auflegen.

Fakten: 07.12. | 20 Uhr | Koeppenhaus | 5 / 3 EUR (erm.)

FĂŒhrungen durch die Sonderausstellung „Heimatkunde“

In erfreulicher RegelmĂ€ĂŸigkeit werden im Pommerschen Landesmuseum auch FĂŒhrungen durch Heimatkunde angeboten. Die nĂ€chste Veranstaltung dieser Art findet am Sonntagvormittag statt. Dann kann man gemeinsam mit Burkhard Cornelius durch die Sonderausstellung gehen und zusĂ€tzliche Informationen und Perspektiven aufschnappen.

Wer in Greifswald lebt oder von hier kommt, sollte Heimatkunde unbedingt in Augenschein nehmen. Das Pommersche Landesmuseum zeigt diese Sonderausstellung bis zum 31. Januar, ihr Eintritt kostet 6 Euro. Weitere Informationen ĂŒber Robert Conrad und die Ausstellung sind im Beitrag Fotoausstellung ĂŒber das Sterben der Greifswalder Altstadt in den Achtzigern zu finden.

Fakten: 09.12. | 11 Uhr | Pommersches Landesmuseum | 8 EUR (Eintritt + FĂŒhrung)

(Fotos: Robert Conrad, keine CC-Lizenz)

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PolenmARkT: „Beats of Freedom“

Nach einem veranstaltungsreichen Auftakt-Wochenende verliert der PolenmARkT nicht an Fahrt und lÀdt mit dem Film Beats of Freedom (PL 2010, 72 min, OmeU) zu einer kulturhistorischen Irrfahrt in den polnischen Underground der Achtziger.

polenmarkt greifswaldRock, Rastas, Rebellion — Polens Sounds der Achtziger zwischen Kontext und kontroverser Popkultur dient heute in Polen zumeist der Unterhaltung, wie ĂŒberall auf der Welt. Doch das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da war sie nahezu ĂŒberlebenswichtig.

Die Klangattacken von Punk, New Wave oder Reggae waren viel mehr als laute Musik – hier artikulierte sich ein LebensgefĂŒhl, offenbarte sich ein Kanal in die große weite Welt, ein Fluchtweg und wurde ein StĂŒck Unberechenbarkeit in einem ĂŒberregulierten System zelebriert.

Nach der FilmvorfĂŒhrung schließt sich eine genreverwandte DJ-Lounge mit Selecta PEhLE an, in der die gezeigten Popkontexte musikalisch ergĂ€nzt und vertieft werden. Der Trailer gibt bereits einen ersten Vorgeschmack:

Das vollstÀndige Programm der polnischen Kulturtage gibt es auf der Seite des PolenmARkT.

Fakten: 22.11. | 21 Uhr | IKUWO | 3 EUR
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Kurze Wege, lange NĂ€chte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #6

Nach dem kommenden Wochenende liegt einiges hinter uns: Die Koeppentage sind fast geschafft, die letzten KlĂ€nge der 65. Bachwoche verklungen und auch die Insomnale wird ihr verdientes Ende finden. Doch das ist kein Grund, traurig zu sein, denn die Fusion steht vor der TĂŒr und passend dazu wird im IKUWO der Vor-LĂ€rz zelebriert.

TREIBHAUSLESUNG MIT CHRISTIAN BRÜCKNER

Vor einer Woche begannen die Koeppentage, in deren Rahmen Grimme-PreistrĂ€ger Christian BrĂŒckner nach Greifswald kommen wird, um aus Koeppens Im Treibhaus zu lesen. Christian „die Stimme“ BrĂŒckner ist der bekannteste deutsche Synchronsprecher und lieh seine Stimme unter anderem Peter Fonda, Harvey Keitel und Burt Reynolds. Seit dem zweiten Teil des Patens (1974) ist er mit der Synchronisation Robert de Niros betraut. DarĂŒberhinaus sprach BrĂŒckner die Off-Texte in den unsĂ€glichen Dokumentarfilmen Guido Knopps und ist auch im Hörbuchsegment so umtriebig wie erfolgreich.

Das Treibhaus gilt als einer der ersten großen politischen Nachkriegsromane in der jungen Bundesrepublik und ist im Bonn der Adenauer-Zeit angesiedelt: „Die Diskussion um die Wiederbewaffnung in Westdeutschland und den Beitritt zur EuropĂ€ischen Verteidigungsgemeinschaft bestimmt die Parlamentsdebatten. Der oppositionelle Bundestagsabgeordnete Felix Keetenheuve erlebt wie sein Glaube an die Demokratie und an einen Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg durch politische Spielregeln wie Wahlkampf, Diplomatie, Opportunismus und restaurative Politik zerbricht.“ (Koeppentage)

Fakten: 24.06. | 20 Uhr | Koeppen | 8/5 EUR (erm.)

MEDITATIVE NACHTKONZERTE IM DOM

Die 65. Greifswalder Bachwoche, die am Montag begann und bis zum 26. Juni mit einem Konzertreigen aufwartet, hĂ€lt fĂŒr  NachtschwĂ€rmende ein besonderes Angebot bereit: Bis einschließlich Sonnabend wird Gregor Szramek tĂ€glich um 24 Uhr im Dom jeweils eine der Bachsuiten fĂŒr Violoncello spielen.

greifswald dom st nikolai(Foto: Kevin Neitzel)

Die Meditative Musik zum Tagesausklang kostet keinen Eintritt. Das Programm der Bachwoche ist hier einsehbar. Bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht wieder jemand gestört fĂŒhlt und die Polizei auf den Plan ruft.

Fakten: 24./25.06. | 24 Uhr | Dom St.Nikolai | freier Eintritt

SONGWRITER UNTER ZEITDRUCK: THE INFORMATION AGE

Im CafĂ© Koeppen wird am Sonnabend mit The Information Age wieder ein Singer/Songwriter auftreten. the information age berlin„Mein Name ist Nick. Ich singe und spiele Gitarre. Meistens gleichzeitig. Wenn ich mal durchdrehe setze ich mich ans Piano, schĂŒttele den Schellenkranz oder trommle auf meinen MĂŒlleimer. Aber meistens spiele ich Gitarre. Und singe.“

In den letzten Wochen hĂ€uften sich die Singer/Songwriter-Konzerte im Koeppen. Grund dafĂŒr ist CKKT (CafĂ©-Koeppen-Konzert-Team).

Fakten: 25.06. | 21 Uhr | Café Koeppen | 8/5 EUR (erm.)

TIEFBASSGRÜSSE AUS SAN FRANCISCO: VOR-LÄRZ MIT DUB GABRIEL

Nur noch eine knappe Woche bis zum Beginn der Fusion und allerhöchste Zeit, sich auf das grĂ¶ĂŸte Festival dieses Bundeslandes einzustimmen und ein vorfreudiges Warm-Up zu feiern. Der Vor-LĂ€rz wird unter der Leitung Dub Gabriels (San Francisco/USA) zelebriert, der nicht nur schon lange im Business unterwegs ist, sondern dabei auch noch eine ganze Reihe interessanter Featurings vorweisen kann:

dub gabrielDub Gabriel nimmt von San Francisco den Zwischenstop IKUWO & droppt leger ein paar Soundbomben, gefĂŒllt mit karibischem Klangerbe und urbanem Club-Dub.

In den 90s arbeitete er als Bassist mit GrĂ¶ĂŸen wie Bill Laswell oder Public Enemy, spĂ€ter als Produzent von elektronischer BASS-Musik mit SĂ€ngern wie Toaster-Legende U-Roy oder Michael Stipe von R.E.M., zuletzt beim aktuellen World Music/Postpunk/Dubstep-Projekt Jajouka Soundsystem mit Bachir Attar von den legendĂ€ren Master Musicians of Jajouka aus Marokko. Als DJ und Live Performer ist er Globetrotter der oberen Liga.“ (IKUWO)

Der Live Dub Soundsystem Performance schließt sich selekta PEhLE vom Soundsystem Al-Haca an. Einst sorgte das inzwischen reaktivierte Kollektiv dafĂŒr, dass Greifswald Leuchtturm war –  zumindest, was Deutschlands Dub-Landkarte anging.

Die Aftershow hÀlt alles bereit, was tieffrequent ist: Dub, Dubstep und artverwandtes Gedröhne. In diesem Sinn trifft man sich vielleicht auf der Fusion wieder, denn auch dort wird der DJ und Produzent zu erleben sein. Get on da floor!

Zur Einstimmung sei Gabriels Kollaboration mit Juakali aus Trinidad empfohlen!

Dub Gabriel kann bei Soundcloud gehört und geladen werden. FĂŒr den Abend gibt es zudem eine eigene Veranstaltung bei Facebook.

Fakten: 25.06. | 22 Uhr | IKUWO | 5 EUR

KEINE GNADE: INSOMNALES FINALE AM SONNTAGABEND

Die grĂ¶ĂŸte Ausstellung junger Kunst Mecklenburg-Vorpommerns neigt sich nach einem unermĂŒdlichen Veranstaltungsmarathon dem verdienten Ende zu. Am Sonntag besteht daher zum letzten Mal die Gelegenheit, die ausgestellten Exponate in Augenschein zu nehmen und auf dem Insomnale-GelĂ€nde herumzulungern.

Ab 18 Uhr sollen Captain Planet, Schaule und das Skazka Orchestra fĂŒr Unterhaltung sorgen. Eine VolxkĂŒche kĂŒmmert sich darum, dass niemand hungern muss.

Fakten: 26.06. | 18 Uhr | Insomnale | freier Eintritt

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Fusion Line-Up 2011: Internationale Sternchen und Greifswalder Bekannte

Es sind nur noch knapp zwei Wochen, ehe mit der Fusion das grĂ¶ĂŸte und wunderbarste Festival Mecklenburg-Vorpommerns beginnen wird. Gerade noch genug Zeit, um sich vorab mit einigen dort auftretenden KĂŒnstlerinnen zu beschĂ€ftigen und das persönliche Fusion-Programm zu sortieren.

MOGWAI, NOMEANSNO UND SLAGSMÅLSKLUBBEN

Obwohl das endgĂŒltige Line-Up des Festivals erst unmittelbar vor Ort mitgeteilt und beworben wird, sind schon etliche Bands und Projekte bekannt, die in LĂ€rz fĂŒr Furore sorgen werden. Zu ihnen zĂ€hlen zum Beispiel Screaming Females, Trans Am, Atmosphere, Dark Dark Dark, Secret Chiefs 3 oder Future Islands (alle USA), Jazzsteppa, Shitmat und The Levellers (UK), die schwedischen Bands SlagsmĂ„lsklubben und Looptroop Rockers, NoMeansNo aus Kanada, die französischen Projekte Dub Incorporation und Les Ogres de Barback, Bandista aus der TĂŒrkei, die schottischen Noiserocker Mogwai, Bauchklang (AT), Farben Lehre aus Polen und Los de Abajo aus Mexiko.

fusion festival 2009

Zu den interessanteren Bookings aus Deutschland, die bislang bekannt wurden, gehören Station 17, Steve Bug, Berlin Boom Orchestra, Guru Guru, das Krause Duo, Angelika Express, Animal Cops, Herr von Grau, Sebastian Sturm und Shir Khan.

SOOKEE, SUPERSHIRT UND BODI BILL

fusion logo

Im Line-Up der diesjĂ€hrigen Fusion tummeln sich außerdem viele Bands, die in den vergangenen Jahren auch schon in Greifswald zu erleben waren. Wer regelmĂ€ĂŸig ins IKUWO geht, hat dort vielleicht auch Skinnerbox (ISR/D), Analogik (DK), Apparatschik, Bulldogs, Digger Barnes, Fanfara Kalashnikov (RUS), I’m Not A Band, Les Fils de Teuhpu (FR), Olsen and the Hurley Sea, Supershirt oder Die Reise gehört und gesehen.

Auch  Sookee, die hier erst vor zwei Wochen bei den Gender Bender Action Days auftrat, wird auf der Fusion zugegen sein. Andere Projekte, die in Greifswald spielten, sind Bodi Bill, Herbst in Peking, Dunkelbunt (AUT), die Ohrbooten und Smith&Smart. Kurz nach der Fusion wird auch Alle Farben in die Hansestadt kommen, der dann nochmal vor Ort abgefeiert werden darf.

AL-HACA UND FEINE SAHNE FISCHFILET

Besonders groß ist aber natĂŒrlich die Freude ĂŒber Bands, die in Greifswalder mehr oder weniger verwurzelt sind oder deren Geschichte hier begann. Zu dieser Sorte zĂ€hlen zweifelsohne die Propagandhis von Feine Sahne Fischfilet. Die Trompeten-Polit-Punkband ist in höchstem Maße umtriebig und hat einen prall gefĂŒllten Tourkalender. Neben der Fusion 2011 sind sie auch wieder fĂŒr das Force Attack gesetzt, wenig ĂŒberraschend irgendwie.

al-haca

Das zweite Projekt Greifswalder Coleur ist das geteilte und umformiert wiedervereinte Duo Al-Haca um ZONIC-Herausgeber Alexander Pehlemann, das sich nach erfolgreicher Reanimation wieder auf den eigenen Ursprung als Soundsystem besinnt. Die beiden Plattendreher werden es sich in der Dub Station gemĂŒtlich machen und fĂŒr tieffrequenten Wohlklang sorgen. Remember the dubby rootz!

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Die Fusion ist restlos ausverkauft. Wer sich keine Eintrittskarte mehr besorgen kann, hat aber noch die Chance, am letzten Festivaltag auf das GelĂ€nde zu kommen. Ab Sonntag frĂŒh (10 Uhr) sollen die sogenannten Sonntagstickets (20 EUR + 10 EUR MĂŒllpfand) am Einlass verkauft werden: Wer also die Anfahrt nicht scheut, kann am Sonntag noch andocken und gepflegt die letzte Runde mitfeiern!

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