Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #38

Später werden wir uns noch häufig an die alten KAW-Hallen erinnern, an durchgehaltene Nächte und die aufgehende Morgensonne, an die betriebsame Geräuschkulisse des naheliegenden Bahnhofs und den einsetzenden Berufsverkehr. Doch der formidable Komplex wird im nächsten Jahr — kaum dass das letzte verschüttete Bier weggetrocknet ist —  in ein dringend benötigtes Einkaufszentrum umgewandelt. Morgen besteht zum letzten Mal die Möglichkeit, den Hallen ein angemessenes Adieu zu tanzen! Doch schon am Vorabend kann man einiges erleben, zum Beispiel im IKUWO, wo mit Candelilla eine der gegenwärtig spannendsten deutschen Bands auftreten werden. Eine Übersicht.

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Kurze Wege, lange Nächte – das Greifswalder Wochenende im Überblick #37

Mit dem beginnenden Wintersemester gewinnt auch das kulturelle Leben in Greifswald wieder an Fahrt und kehrt in einen produktiven Zustand emsiger Betriebsamkeit zurück. Eine Übersicht.

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Entwicklungspolitische Tage 2012: „Essen macht Hunger“

Mit der Vorführung des Films Gekaufte Wahrheit beginnt heute Abend die Entwicklungspolitischen Tage 2012, die seit Jahren einen bildungspolitischen Fixpunkt im Greifswalder Herbst bilden und inzwischen zum 12. Mal stattfinden.

Das Leitthema der landesweiten Veranstaltungsreihe lautet in diesem Jahr „Essen macht Hunger“. Bis zum 14. November finden in Greifswald — aber auch zum Beispiel in Neubrandenburg, Neustrelitz, Rostock oder Wismar — Ausstellungen, Filme, Vorträge und Spiele statt, in denen es um Nahrungsmittel und ihre Produktion geht.

entwicklungspolitische tage 2012 greifswald

Von den knapp sieben Milliarden Menschen auf der Welt leiden 15 Prozent an Hunger und 20 Prozent an Übergewicht. Diese Zahlen verdeutlichen, dass auf der Welt etwas falsch läuft. Das Hungerproblem liegt nicht an einer weltweiten Knappheit von Nahrungsmitteln, sondern an schlechter Verteilung, Verschwendung und steigenden Preisen.

Unsere Ess- und Lebensgewohnheiten haben mehr denn je umfangreiche Auswirkungen in der globalisierten Welt. Die alte Regel „Mit Essen spielt man nicht!“ gilt schon lange nicht mehr. Geschmack und Nährgehalt geraten in den Hintergrund, wenn es um Nahrungsmittelspekulationen, Gentechnik, Landraub und Agrarsubventionen geht.

In Greifswald werden im Zuge der EPO-Tage mehr als 16 Veranstaltungen stattfinden; auf einige davon wird an späterer Stelle explizit hingewiesen werden, die anderen sind im Programmheft zu finden.

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EPO #5: Westsahara-Konflikt

Die Entwicklungspolitischen Tage gehen in die zweite Woche. Heute Abend wird im Rahmen eines Vortrags der Westsahara-Konflikt behandelt.

UNZÄHLIGE SAHARAUIS VERSCHWANDEN IN MAROKKANISCHE GEFÄNGNISSE

Diese Auseinandersetzung wurzelt in der spanischen Kolonisierung des Gebiets zwischen Marokko und Mauretanien. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts bildete sich dort die sozialistische Befreiungsbewegung Frente Polisario, die sich anfangs gegen die spanische Besatzung erhob und später die Demokratische Arabische Republik Sahara ausrief. Dem schlossen sich jahrzehntelange Auseinandersetzungen mit der marokkanischen Regierung an, in deren Folge bis in die späten neunziger Jahre unzählige saharauische Aktivisten in  den Foltergefängnissen des benachbarten Königreichs verschwanden.

Noch heute ist der Großteil des phosphatreichen Gebiets von Marokko besetzt. Die Polisario wird von Algerien unterstützt, was in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden nordafrikanischen Staaten führte, die bis zum Austritt Marokkos aus der Organisation für Afrikanische Einheit (dem Vorläufer der Afrikanischen Union) reichten.

marokko sidi ifni (Foto: privat)

PROJEKTGRUPPENZIEL: JUGENDZENTRUM INS FLÜCHTLINGSLAGER

Die aus Berlin stammende Projektgruppe Westsahara, die heute Abend im IKUWO zugegen sein wird, arbeitet daran, dass der ungelöste  Westsaharakonflikt nicht in Vergessenheit gerät und ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wird. Sie verwirklichte in Berlin, Straßburg und Ausserd, einem der vier Flüchtlingslager in Algerien, trinationale Jugendbegegnungen und verfolgt das Ziel, ein Jugendzentrum aufzubauen.

Die vollständige Auflistung aller EPO-Veranstaltungen ist im Programmheft (pdf-Dokument, 2,4 MB) der Entwicklungspolitischen Tage zu finden.

Fakten: 14.11. | 20 Uhr | IKUWO | frei

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EPO #4: „Transition Towns — Übergang statt Untergang“

Die Entwicklungspolitischen Tage dauern an und halten für Mittwochabend eine Filmvorführung der besonderen Art bereit, denn beim Fahrradkino im IKUWO wird der dafür benötigte Strom mit einem Zweirad selbst erzeugt. Film und Vortrag werden die Idee der Transition Towns vorstellen.

transition town greifswaldMit dem Gedanken, sich durch lokale Vernetzung vor den Folgen des Klimawandels und der nach »Peak Oil« drohenden globalen Ölverknappung zu schützen, ent- standen in den letzten Jahren weltweit zahlreiche Transition Town Initiativen.

Um den Übergang zu einer nachhaltigeren Welt zu ermöglichen, versuchen die neuen »Städte des Wandels« ihren Energieverbrauch und die Abhängigkeit von langen Versorgerketten zu minimieren.

Nach dem Film werden Enrico Rosenkranz und Frank Wolf einen Vortrag halten. Beide sind Mitbegründer der Transition Initiative Hamburg, mit der sie eine „kulturelle Gegenstimme zur überforderten, konsumorientierten Gesellschaft bilden möchten“.

Ein arte-Beitrag führt niedrigschwellig ins Thema ein und stellt vor, um was es geht.

(Video 08:44)
[youtube BMXT2ZQDbns]

Die vollständige Auflistung aller EPO-Veranstaltungen ist im Programmheft (pdf-Dokument, 2,4 MB) der Entwicklungspolitischen Tage zu finden.

Fakten: 09.11. | 19 Uhr | IKUWO | Eintritt frei

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EPO 2011 #3: Gentrifizierungsdoku „Empire St. Pauli“

Der Dokumentarfilm Empire St. Pauli wendet den Blick gen Hamburg und geht den Problemen und Veränderungen nach, die durch Gentrifizierungsprozesse im berüchtigsten Stadtteil Hamburgs ausgelöst wurden beziehungsweise das Viertel bedrohen.

empire st. pauliMit zahlreichen Großprojekten wird Hamburgs berühmtester Stadtteil umgebaut – eine der letzten Lücken in der »Perlenkette« an der Elbe geschlossen. Die touristische Vermarktung läuft auf Hochtouren. Immer mehr Gut- und Bestverdienende leben und arbeiten nun im ehemals armen St. Pauli.

Wo bleiben die Menschen, die in den günstigen Wohnungen lebten, die nicht mehr in das neue Bild passen oder sich wehren?

Der Film gibt vielen Bewohnerinnen des Viertels eine Stimme und zeigt ein vielfältiges Meinungsspektrum „jenseits von Rotlicht-, Kleinkriminellen- und Arme-Leute-Klischee“ auf.

WEM GEHÖRT EIGENTLICH DIE STADT? 

Zum anschließenden Gespräch wird Produzent Steffen Jörg vor Ort sein, der 2009 für Empire St. Pauli den Hamburger Dokumentarfilmpreis erhielt. Anschließend wird der promovierte Stadtforscher Sebastian Schipper einen Vortrag halten und darin der Frage nachgehen, wem angesichts des Handelns relevanter Entscheidungsträger die Konstruktion Stadt eigentlich gehört: „Vielerorts zu beobachten sind Ausgrenzung, Abbau von Mitbestimmungsrechten oder die Missachtung sozialer und ökologischer Belange. In immer mehr Städten fordern Bürgerinnen ihre Bedürfnisse und ihr Recht auf Stadt wieder ein.“ Ein Gedanke, der auch in Greifswald hochaktuell ist.

Empire St. Pauli wurde in Greifswald bereits 2010 während der subkulturellen Gedenkwoche We remember Café Quarks im IKUWO gezeigt. Der Film wurde unter der Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND 3.0 veröffentlicht. Wer keine Zeit hat, dem Abend im St. Spiritus beizuwohnen, kann sich Empire St. Pauli auf youtube ansehen. Ein Trailer existiert außerdem:

Video (02:41)
[youtube tANKr2XZaEA]

Der Abend wird in Kooperation mit dem Landesverband des NABU Mecklenburg-Vorpommern gestaltet.

Fakten: 08.11.| 20 Uhr | St. Spiritus | frei
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